Bildungsprozesse durch Weblogs


Seminararbeit, 2009

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines zu Weblogs
2.1 Definition
2.2 Aufbau
2.3 Entwicklung
2.4 Blogtypen
2.4.1 Formale Kriterien
2.4.2 Inhaltliche Kriterien

3. Bildung durch Weblogs
3.1 Dimensionen des Lernens
3.2 W-Blogger
3.3 Funktionen von Weblogs
3.3.1 Informationsmanagement
3.3.2 Beziehungsmanagement
3.3.3 Identitätsmanagement
3.3.4 Wissensmanagement

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Globalisierung und internationaler Wettbewerb bewirken eine merkliche Veränderung der Strukturen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft. Dem Lernen wird auf dem Weg zur dynamischen Wissens- und Informationsgesellschaft eine zentrale Bedeutung zugeschrieben, da es als Voraussetzung für die Gestaltung und Optimierung von Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnissen gilt. Vor allem informelles Lernen ist in diesem Kontext von essentieller Bedeutung, da es losgelöst von Institutionen und festen Bildungseinrichtungen geschieht. Das freie, unabhängige Lernen erfolgt hierbei immer häufiger im Kontext von Weblogs, die in Zeiten der Medialisierung wie Pilze aus dem Boden des World Wide Web schießen. Mit Hilfe von Weblogs kann sich jeder, egal aus welcher Bildungsschicht, Rasse oder Geschlecht, zu Themen äußern, die sein Interesse geweckt haben, mit anderen darüber in Diskurs treten und somit zur Reflexion anregen. Das Lernen durch Weblogs basiert somit auf Eigenmotivation und persönlicher Einstellung, da es keine institutionellen Vorgaben gibt, sondern jeder selbst entscheidet, welche Themen für ihn relevant sind und weiter vertieft werden.

Da sich Weblogs einer allgemeinen Beliebtheit erfreuen – laut Technorati, einer bekannten Blogs-Suchmaschine, werden täglich 75 000 neue Blogs registriert (vgl. Alby 2007, S. 28) – und auch ein in den Medien heiß diskutiertes Thema sind, beschäftigt sich diese Arbeit eingehender mit dieser Thematik, wobei sie in zwei Blöcke unterteilt ist: Zunächst wird Allgemeines zu Weblogs erläutert, wie eine Begriffsdefinition, der Aufbau, die Entwicklung der Blogs und verschiedene Weblogtypen, die unterschieden werden. Der zweite Teil beantwortet die Frage, auf welche Weise Bildung durch Weblogs erfolgt. Welche Dimensionen des Lernens spiegeln sich in Weblogs wieder? Was sind eigentlich W-Blogger? Welche Funktionen von Weblogs können hinsichtlich des Informations-, Beziehungs-, Identitäts- und Wissensmanagements festgemacht werden und wie lassen sie sich in die Bildungsarbeit integrieren? Welche Chancen und Risiken resultieren aus der Nutzung von Weblogs in Bildungsprozessen? Diese Fragen sollen im zweiten Teil der Arbeit beantwortet werden, bevor ein Fazit mit einer kritischen Betrachtung der Thematik die Arbeit abschließt.

2. Allgemeines zu Weblogs

2.1 Definition

Der Begriff ‚Weblog‘ ist noch relativ neu, somit gibt es keine allgemein wissenschaftlich anerkannte Definition. Nach Alby (vgl. 2007, S. 21) ist der Therminus ‚Blog‘ eine Abkürzung von ‚Weblog‘, der sich aus ‚web‘ und ‚log‘ (Logbuch) zusammensetzt. Der Begriff wurde von John Barger eingeführt, der damit den Prozess des ‚logging the web‘ beschreiben wollte. Blogs sind inhaltlich keine Grenzen gesetzt, sie können jedes erdenkliche Thema artikulieren, wobei sie nach verschiedenen Aspekten kategorisiert werden können (siehe Kapitel 2.4). Weblogs können auf zwei verschiedene Arten genutzt werden: Einerseits zur Kommunikation zwischen Menschen, um sich über ein bestimmtes Thema auszutauschen, Meinungen zu konstatieren und somit in einen wechselseitigen Diskurs treten. Andererseits werden Weblogs als Content-Management-Systeme (CMS) genutzt, das bedeutet, Individuen können mit Hilfe von Weblogs ihr Wissen und ihre gesammelten Informationen abspeichern und bei Bedarf abrufen und darüber hinaus Informationen im Internet publizieren (vgl. Stockner 2007, S. 97). „Die Faszination des Bloggens beruht […] nicht auf einer technologischen Innovation, sondern auf der Herausbildung spezifischer Nutzungspraktiken“ (Panke et al 2007, S. 82).

Jenny Lüders definiert den Begriff ‚Weblog‘ wie folgt:

Ein ‚Weblog‘ oder ‚Blog‘ (…) ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Neue Einträge stehen an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge. In einem typischen Weblog hält ein Autor (der Blogger) seine ‚Surftour‘ durch das Internet fest, indem er mit einem Link auf besuchte Seiten verweist und diese kommentiert (Lüders 2007, S. 213).

2.2 Aufbau

Weblogs sind, wie oben erwähnt, rückwärts chronologisch geordnete Einträge – die aktuellsten Beiträge stehen somit an erster Stelle, ältere rücken weiter nach unten. Blogs bzw. Beiträge in Blogs werden durch sogenannte Permalinks verknüpft. Permalinks sind Webadressen, unter denen einzelne Artikel aufgerufen werden und dauerhaft miteinander verlinkt werden können (vgl. Alby 2007, S. 22). Darüberhinaus besteht die Möglichkeit die Bezugnahme auf einen Eintrag des Blogs in einem weiteren Blog durch einen Trackback nachzuvollziehen. Trackbacks sind Kommentaren, die nach jedem Eintrag artikuliert werden können, sehr ähnlich, da sie als externe Kommentare zu einem Thema in einem anderen Blog zu verstehen sind.

Darüber hinaus sind rechts am Rand Linklisten mit Blogs angeordnet, die der Autor regelmäßig liest, sogenannte Blogrolls. Durch diese Blogrolls sowie Permalinks und Trackbacks werden die Blogs verlinkt und ein komplexes soziales System entsteht – die Blogosphere (vgl. Kalz et al 2007, S. 185). Darin wird der Diskurs zwischen den beteiligten Personen abgebildet und verknüpft.

Neben der Blogroll sind links bzw. rechts am Rand häufig Angaben zum Blogger zu finden. Er stellt sich - meist mit Foto – vor und erzählt kurz etwas über sich, welche Intentionen er mit seinem Blog verfolgt und Ähnliches. Auch die Einteilung der Beiträge in verschiedene Kategorien ist am Rand zu finden und gewährleistet Übersichtlichkeit und leichteres Zurechtfinden im Blog (vgl. Alby 2007, S. 24).

2.3 Entwicklung

Wann genau das erste Weblog online gestellt wurde, ist nicht bekannt. Der Webdesigner Jesse James Garrett listete 1999 auf seiner Homepage die ersten 23 Weblogs auf, wobei der erste im Jahr 1998 entstanden sein muss. Die ersten Blogger sahen das Internet als mehr, als nur ein Informationsmedium. Sie hatten meist IT-Berufe und verfügten somit über das technische Know-How, die neuen Medien kreativ zu nutzen und mit ihnen zu kommunizieren. In der damaligen Zeit wurden sie auch als „web enthusiasts“ bezeichnet (Ainetter 2006, S. 18). Die Weblogs dieser Zeit haben eher den Charakter von Internet-Surf-Protokollen und weniger den von Tagebüchern, wobei sie sich aus Links, Kommentaren, Essays und ganz persönlichen Gedanken der Autoren zusammensetzen.

Laien wurde die Möglichkeit zu bloggen ab Juli 1999 dadurch eröffnet, dass spezielle technische Voraussetzungen geschaffen wurden, die das Erstellen eines Weblogs sehr vereinfacht hatten. Als im Jahr 2000 dann das Weblogs-Management-System „Greymatter“ entwickelt, womit die Blogs auf dem eigenen Server gehostet werden konnten, war ein rasanter Anstieg der Weblog-Zahlen zu verzeichnen (vgl. ebd., S.18.f.). Durch diese technischen Innovationen wurde das Bloggen immer beliebter; im Jahr 2000 wurden 136 000 neue Weblogs weltweit errichtet, im Jahr 2006 gab es 60 Millionen Weblogs (vgl. Panke et al 2007, S. 82), für das Jahr 2009 gibt es keine seriösen Zahlen, da Weblogs in keiner zentralen Stelle registriert werden müssen.

Die heutigen Weblogs sind eine Mischung aus Internet-Surf-Protokollen und den damals bekannten Diaries, die sich ab dem Jahr 2001 vollzog (vgl. ebd., S. 19). Dennoch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es eine Vielzahl an unterschiedlichen Weblog-Typen gibt, die mal mehr, mal weniger der geläufigen Definition (siehe Kapitel 2.1) abweichen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Bildungsprozesse durch Weblogs
Hochschule
Universität Passau
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V154306
ISBN (eBook)
9783640666614
ISBN (Buch)
9783640666461
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildungsprozesse, Weblogs
Arbeit zitieren
Marina Schrömer (Autor), 2009, Bildungsprozesse durch Weblogs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154306

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