Biblische Grundlagen und dogmengeschichtlichen Festlegungen von der Lehre des heiligen Geistes


Hausarbeit, 2009

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsangabe

A. Einleitung

B. Hauptteil
1. Die Lehre vom Heiligen Geist
1.1 Trinität
1.2 Wortbedeutung Heiliger Geist.
1.3 Wesensmerkmale des Heiligen Geistes
1.4 Unterscheidung Geist – Ungeist
1.5 Der Heilige Geist als wesentliches Thema des christlichen Gottesverständnisses
2. Biblische Grundlagen
2.1 Altes Testament
2.2 Neues Testament.
3. Dogmengeschichtliche Festlegungen
3.1 Konzil von Konstantinopel (381)
3.2 Ausgehende Antike, Mittelalter und Reformatoren
3.3 Zweites Vatikanisches Konzil (1962-1965).

C. Schluss

D. Anhang

A. Einleitung

Der Friedensnobelpreis, aktuell verliehen an eine Person, die einen neuen Geist des Dialogs und des Engagements verkörpert, zwar noch keine Leistungen für den Frieden erbracht hat, sondern eine Welt ohne Atomwaffen, die Versöhnung mit dem Islam, den Frieden in Nahost und den Klimaschutz als Hoffnung und Erwartung erreichen möchte, lässt nach der Kraft fragen, die Ursprung der Ziele ist und vor allem nach dem Woher dieser Kraft, die notwendig ist, solche friedensstiftenden Maßnahmen Realität werden zu lassen. Denn ohne eine „äußere“ Kraft, kann der Mensch nur im Rahmen seiner eigenen Grenzen agieren und dadurch oft sehr eng gesteckte Ziele erreichen. Dies aber wird die Welt nicht wesentlich verbessern. Gott allein schafft es, die Menschen über sich hinaus wachsen zu lassen, er ist Ziel, Sinn und zugleich Ursprung. Gott schenkt sich uns mit seiner Kraft, dem Heiligen Geist. In der Folgenden Arbeit soll zuerst diese „Kraft des Heiligen Geistes“ (Apg 1,8) näher charakterisiert werden, es folgen biblische Grundlagen dazu, welche sowohl Aussagen aus dem Alten wie dem Neuen Testament beinhalten. Schließlich sollen die wichtigsten konziliaren Aussagen über den Heiligen Geist erläutert werden.

B. Hauptteil

1. Die Lehre vom Heiligen Geist

1.1 Trinität

Pneumatologie als die Lehre vom Wesen und Wirken des Heiligen Geistes, als die dritte göttliche Person, erweist sich als wesentliches Thema des christlichen Gottesverständnisses. Dabei bezeichnet Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität, abgeleitet vom lat. trinitas („Dreizahl“), in der christlichen Theologie die Einheit der drei Personen des göttlichen Wesens: Gott Vater, Gott Sohn als Jesus Christus und Gott Heiliger Geist.[1] Der Heilige Geist (lat. spiritus sanctus), im Johannesevangelium auch Paraklet genannt, ist im Christentum nach dem wichtigsten altkirchlichen Bekenntnis des 4. Jahrhunderts (Nicäno-Konstantinopolitanum) die dritte Person der Trinität.[2] Neben dem Begriff der dritten Person wird auch als zufrieden stellendes Vokabular der Begriffe Hypostase als Teil der Substanz verwendet.[3] Hypostase als griechisch-lateinischer Begriff drückt innerhalb der trinitarischen Gotteslehre Eigenstand und Besonderheit der drei göttlichen Personen aus; im einzigen göttlichen Wesen sind drei Hypostasen, d.h. drei Personen.[4] Vater, Sohn und Heiliger Geist bedeuten also nicht drei Götter. Das christliche Gottesverständnis ist streng monotheistisch, bedeutet: die Basis ist an einen Gott zu glauben, der alles umfasst und dessen Liebe uns lebendig macht, erfahrbar für den Menschen durch die Wirkungen des Heiligen Geistes. Der Ursprung der Trinität liegt in Mt 28,19, wo der Auferstandene seinen Jüngern den Auftrag erteilt: „Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

1.2 Wortbedeutung Heiliger Geist

Der Heilige Geist taucht in allen antiken Sprachen auf und hat eine ähnliche Bedeutung.

Im hebräischen steht das Wort ruach - Wind, Hauch, Atem, Geist - als Vitalitätsprinzip der belebten Kreatur. Ohne ruach wäre der Mensch demnach nicht beseelt. Im Griechischen als pneuma bezeichnet wird der Odem, der Lebensatem von Mensch und Tier, der vom Schöpfer kommt und Leben schenkt. Auch dieses Wort beinhaltet das Geschenk Gottes an den Menschen, die Seele, mit der der Mensch Gott erahnen kann.[5] Spiritus als lateinischer Begriff macht den Menschen als Geistwesen, mit Spiritualität beschenkt, erkennbar.[6] Als Synonyme für Geist stehen auch lebendiges Wasser (Joh 4,10), Feuerszungen (Apg 2,3) oder Taube (Mk 1,10).[7] Synonyme zum Geist Gottes werden von Menschen seit jeher gebraucht, um den Erfahrungen, die sie durch die Kraft aus der Höhe gemacht haben, ein Gesicht zu geben. Der Heilige Geist gilt als die besondere Beziehung von Gott und Mensch, die „geheimnisvolle Brücke, die Schöpfer und Geschöpf verbindet“[8]. Er ist „das Band der Liebe zwischen Gott Vater und Sohn, Ausdruck der Wesenseinheit“[9] zwischen Vater und Sohn, da der Heilige Geist die Frucht ihrer Liebe ist und die Liebe Gottes zu den Menschen.

1.3 Wesensmerkmale des Heiligen Geistes

Der Geist bringt etwas in Bewegung, man erkennt ihn an seinen Wirkungen.[10] Menschen in ihren Gewohnheiten, Ansichten und Verhaltensmustern können sich Kraft des Heiligen Geistes im emotionalen Bereich einer für sie und ihrer Umwelt positiven Wandlung öffnen. Und gerade diese Bereitschaft zur Öffnung, das Erwarten, die Bereitschaft zu Empfangen, ohne genau zu wissen wann und wie lange eine Wandlung stattfindet, macht sensibel für die Wirkungen des Heiligen Geistes, wobei die Öffnung für den Geist bereits eine Wirkung des Heiligen Geistes darstellt. „Jesus vergleicht den Geist mit dem Wind, von dem man nicht weiß, woher er kommt und wohin er geht (Joh 3,8)“[11] Der Heilige Geist wird vom Kirchenvater Aurelius Augustinus (354-430) als die „Gabe schlechthin“ bezeichnet. Der Geist ist demnach tatsächlich geschenkt, sprich gegeben und deshalb auch das Eigentum des Beschenkten durch den Geist. Für Thomas von Aquin (1225-1274) ist der Begriff Gabe, nämlich gegeben zu werden, logische Konsequenz, zumal betont dieser, dass die Gabe in Beziehung von Gebendem und Empfangendem steht.[12] Der Geist schenkt die Charismen, die Gnadengaben. Menschen, die öffentlich Zeugnis ihres Glaubens ablegen, auch vor den ihnen entgegenschlagenden Anfeindungen nicht zurückschrecken, Menschen, die ihre Liebe den Kranken und Bedürftigen gegenüber zum Ausdruck bringen (vgl. Kor 12,1-11), handeln sozusagen charismatisch, in der Liebe und somit im Geiste Gottes. Von den sieben Gaben des heiligen Geistes spricht man in Anlehnung an eine Verheißung des Propheten Jesaja (Jes 11,1-2). Weisheit und Verstand, Rat und Stärke, Wissenschaft und Frömmigkeit und die Gabe der Gottesfurcht als „innere Stärkung und persönliche Vervollkommnung.“[13] Thomas von Aquin verband die sieben Geistesgaben mit den sieben Verheißungen der Bergpredigt und die von Jesus angesprochene erlangte Herzensreinheit. Mit dieser Herzensreinheit und dem dadurch erworbenem „gesunden Intellekt“ besteht erst die Möglichkeit das Transzendente zu erkennen.[14]

1.4 Unterscheidung Geist – Ungeist

Paulus spricht von der Unterscheidung der Geister als Geistesgabe den Heiligen Geist und Ungeist zu identifizieren (1 Kor 12,10), also die Fähigkeit der Unterscheidung als bereits gewirktes Tun des Heiligen Geistes. Moralisch betrachtet ist Gottes Geist nach christlicher Überzeugung dann am Werk, wenn die Liebe im Vordergrund steht. Auch die Psychologie kennt den Heiligen Geist. Hier ist ein ausgeglichener Mensch, ein ruhiger und gelassener Mensch gemeint. Paulus schreibt hierzu: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung“ (Gal 5,22). Die Dogmatik sieht des Heiligen Geistes Willen, ein „Bekenntnis zu Jesus in der Gemeinschaft der Kirche“ als maßgebend. „Daran nämlich erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott“ (Joh 4,1f). In der Spiritualität wird wahrer Geist erkennbar, indem das etwaige Extremverhalten der Menschen verwandelt wird in Nüchternheit und somit Verlässlichkeit.[15] Demzufolge kann Ungeist u.a. als innere Leere, Lieblosigkeit, sich in der Gemeinschaft als negativer Querolantismus auswirkender Bestandteil und Extremverhalten im Sinne von Übertreibungen des Menschen in jedweder Art darstellen. Paulus befiehlt seiner Gemeinde: „Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetisches Reden nicht! Prüft alles, und behaltet das Gute! Meidet das Böse in jeder Gestalt!“ (1 Thess 5,19-22)[16]. Beschwörende, kraftvolle Aussagen, mit denen er zum Heiligen Geist führen will, den Ungeist auslöschen will. „Seid an Einsicht reife Menschen!“ (1 Kor 14,20) drückt unmissverständlich den Einsatz des menschlichen Verstandes aus, der Unterscheidung zwischen Heiligen Geist und Ungeist gerecht zu werden. Im Matthäusevangelium wird der Ungeist als „unreiner Geist“ bezeichnet, der in Menschen wohnt und Geister dazu holt, „die noch schlimmer sind als er selbst“ (Mt 12,43-45). Erfahrbar ist der Heilige Geist auch im zwischenmenschlichen Bereich, in der Nächstenliebe, in der Gemeinschaft, im Gebet. Hierzu Paulus: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm. 5,5). Ein Geschenk Gottes ist es durch seine Gnade den Pneuma zu empfangen. Glaube, der „Fleisch und Blut annimmt“, Glaube, der „Hand und Fuß bekommt“, ist Grundlage der christlichen Theologie. Objektive, subjektive, persönliche und gemeinschaftliche Unterscheidung sind folglich maßgeblich daran beteiligt, den Heiligen Geist zu erkennen.[17]

[...]


[1] Vgl.: http://wapedia.mobi/de/Dreifaltigkeit

[2] Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Dreifaltigkeit

[3] Vgl.: Congar, Yves, Der heilige Geist, Freiburg (Herder)1982, 321

[4] Vgl.: http://www.fernkurs-wuerzburg.de/woerterbuch-theologie/h.html?page=1

[5] Vgl.: GK LB 12 „Das Wirken des Heiligen Geistes in Kirche und Welt“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2007, 18

[6] Vgl.: Ebd., 19

[7] Vgl.: Congar, Yves, Der heilige Geist, Freiburg (Herder)1982, 325f

[8] GK LB 12 „Das Wirken des Heiligen Geistes in Kirche und Welt“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2007, 19.

[9] Yves, Congar, Der Heilige Geist Freiburg (Herder) 1982, 430

[10] Vgl.: Ebd., 418

[11] Vgl.: Congar, Yves, Der heilige Geist, Freiburg (Herder)1982, 422

[12] GK LB 12 „Das Wirken des Heiligen Geistes in Kirche und Welt“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2007, 27

[13] Ebd. 28

[14] Vgl.: Ebd.

[15] Vgl.: GK LB 12 „Das Wirken des Heiligen Geistes in Kirche und Welt“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2007, 28f.

[16] Vgl.: Yves Congar, Der Heilige Geist, Freiburg (Herder) 1982, 291

[17] Vgl.: GK LB 24 „Christliche Spiritualität“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2008, 292.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Biblische Grundlagen und dogmengeschichtlichen Festlegungen von der Lehre des heiligen Geistes
Hochschule
Katholische Akademie Domschule Würzburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V154342
ISBN (eBook)
9783640672967
ISBN (Buch)
9783640672820
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Biblische, Grundlagen, Festlegungen, Lehre, Geistes
Arbeit zitieren
Matthias Altmannsberger (Autor), 2009, Biblische Grundlagen und dogmengeschichtlichen Festlegungen von der Lehre des heiligen Geistes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154342

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