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Die Gründe der Nichtwahl

Title: Die Gründe der Nichtwahl

Term Paper , 2002 , 16 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: M.A. Stefan Waldheim (Author)

Politics - Miscellaneous
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Seit Anfang der 80er Jahre geht die Wahlbeteiligung auf allen Ebenen
kontinuierlich zurück. Noch in den 70er Jahren wurden Rekordbeteiligungen bei
den Bundestagswahlen von bis 91,1% (1972) erreicht, während es 1998 nur noch
82,2 %1 waren. Als Hochzeit politischer Partizipation gilt die Zeit zwischen dem
Ende der 70er und dem Anfang der 80er Jahre. Die Bundesrepublik Deutschland
galt im internationalen Vergleich als Musterbeispiel für eine hohe
Wahlbeteiligung. Als Gründe der Nichtwahl sah man bis dato eine persönliche
Verhinderung sowie Krankheit und vermutete die Nichtwähler zumeist unter den
gesellschaftlichen Randgruppen und Minderheiten. Eine solche quantitative
Reduktion auf nur wenige Erklärungsmuster ist in der heutigen Forschung zum
Wählerverhalten, welche sich mit einem Anteil von etwa 20% an Nichtwählern
auseinandersetzt, nicht mehr möglich.2 Da davon ausgegangen werden kann, dass
der Bestandteil der „Nichtwahlfähigen“3, also unfreiwilligen Nichtwählern auch
heute noch prozentual einen geringen Anteil ausmacht, müssen die maßgeblichen
entsprechenden Gruppen in anderen Bereichen vermutet werden. Wer nicht
wählen geht, tut dies oft in Folge einer bewussten Entscheidung. Worauf ist dieser
Entschluss begründet? Es stellen sich also vor allem die Fragen, wer sich der
Wahl enthält und warum dies geschieht.
Die spezifischen persönlichen Eigenschaften einer Person spielen bezüglich ihres
Wahlverhaltens eine signifikante Rolle. Dementsprechend soll auch erörtert
werden, in welchem Zusammenhang die Phänomene Politik-, Politiker- und
Parteienverdrossenheit mit diesen Merkmalen stehen und welche Gruppen dies
betrifft. Welche Rolle spielt außerdem die individuelle wirtschaftliche und soziale
Lage und welche natürlichen Determinanten beeinflussen das Wahlverhalten
insofern, dass eine Wahlenthaltung resultiert?

1 Vgl. Korte, Karl-Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2000, S. 99.
2 Vgl. Kleinhenz, Thomas: Die Nichtwähler. Ursachen der sinkenden Wahlbeteiligung in
Deutschland, Opladen 1995, S. 15.
3 Eilfort, Michael: Die Nichtwähler. Wahlenthaltung als Form des Wahlverhaltens, Paderborn u.a.
1994, S. 54, zit. nach Senti, A.: Die Nichtwähler in Zürich. in: Züricher Statistische Nachrichten;
1926, Heft 4.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die stratifikatorischen Unterschiede in der Gruppe der Nichtwähler

2.1 Der Einfluss des Sozioökonomischen Status (SÖS) auf die Wahlbeteiligung

2.1.1 Der Bildungsgrad

2.1.2 Der Beruf und das Einkommen

2.1.3 Teilfazit

2.2 Individuelle Eigenschaften der Gruppe der Nichtwähler

2.2.1 Das Geschlecht

2.2.2 Das Alter

2.2.3 Der Einflussbereich der Konfession und Kirchenbindung

2.2.4 Soziale Integration und Randgruppen

2.2.5 Teilfazit

3. Kategorien von Nichtwählern

3.1 Unechte Nichtwähler

3.2 Grundsätzliche Nichtwähler

3.3 Konjunkturelle Nichtwähler

4. Schlussfolgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für das Phänomen der Nichtwahl in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse sozialstruktureller und individueller Einflussfaktoren, die zu einer bewussten oder unbewussten Wahlenthaltung führen, um das veränderte Wählerverhalten seit den 80er Jahren zu verstehen.

  • Analyse des Einflusses des sozioökonomischen Status (Bildung, Beruf, Einkommen) auf die Wahlbeteiligung.
  • Untersuchung individueller Merkmale wie Geschlecht, Alter, Konfession und soziale Integration.
  • Differenzierung der Nichtwähler in verschiedene Kategorien (technische, grundsätzliche und konjunkturelle Nichtwähler).
  • Diskussion über Politikverdrossenheit und den Zusammenhang von Individualisierung und sinkender Wahlbeteiligung.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Das Alter

Generell gilt, dass der Nichtwähleranteil unter den jungen sowie den besonders alten Menschen überdurchschnittlich hoch ist. Die geringe Teilnahme der jüngeren Wahlberechtigten wird mit ihrer Sozialisation in den stabilen politischen Verhältnissen der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenhang gebracht, wobei diese Gruppe eine Wahlteilnahme für nicht mehr unbedingt erforderlich hält. Als Gründe gelten hier die Phänomene Politikverdrossenheit beziehungsweise Parteien- sowie Politikerverdrossenheit. Die Distanz zur Politik lässt sich dabei zum einen damit erklären, dass die jüngeren Wahlberechtigten die Art und Weise, in der sich politische Debatten vollziehen, also dem Umgang der Politiker und Parteien untereinander, als „abstoßend“ empfinden, sowie Mandatsträger insgesamt für korrumpierbar, basisfern usw. halten.

Jüngere Personen stehen alles in allem dem politischen System und seinen Institutionen eher skeptisch gegenüber, was auch auf einem sich vollziehendem „Wertewandel“ beruht, mit dem ein Prozess der Individualisierung einhergeht. Resultat sind junge Wahlberechtigte, die sich weniger mit Politik und Demokratie, politischen Akteuren und Teilnahmemöglichkeiten auseinandersetzen und im Zuge der Individualisierung ihre gesellschaftlichen „Verpflichtungen“ – so auch den Wahlakt – zunehmend geringer wahrnehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den kontinuierlichen Rückgang der Wahlbeteiligung seit Anfang der 80er Jahre ein und stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen der Nichtwahl.

2. Die stratifikatorischen Unterschiede in der Gruppe der Nichtwähler: Hier werden soziale Merkmale wie der sozioökonomische Status sowie individuelle Eigenschaften wie Alter, Geschlecht und soziale Integration als Einflussfaktoren auf das Wahlverhalten analysiert.

3. Kategorien von Nichtwählern: Dieses Kapitel differenziert die Gruppe der Nichtwähler in technische, grundsätzliche und konjunkturelle Nichtwähler basierend auf ihren jeweiligen Motiven.

4. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wahlenthaltung ein komplexer individueller Entschluss ist, der durch das Zusammenwirken verschiedener sozialer und materieller Faktoren bedingt wird.

Schlüsselwörter

Nichtwähler, Wahlbeteiligung, Wahlenthaltung, Wählerverhalten, Sozioökonomischer Status, Politikverdrossenheit, Individualisierung, Politische Partizipation, Sozialstruktur, Politische Kultur, Parteienverdrossenheit, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Hintergründe des sinkenden Wahlbeteiligungsniveaus in der Bundesrepublik Deutschland seit den 1980er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt den Einfluss des sozioökonomischen Status, individuelle demografische Merkmale sowie verschiedene Kategorien von Nichtwählern und deren Beweggründe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuklären, warum sich wahlberechtigte Personen der Stimme enthalten und welche Faktoren diesen Entschluss begünstigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf bestehender Literatur und statistischen Erhebungen (wie denen des ipos-Instituts) zur Wahlforschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der sozioökonomische Status und dann individuelle Merkmale analysiert, gefolgt von einer Kategorisierung der Nichtwählertypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nichtwähler, Wahlenthaltung, Politikverdrossenheit und sozioökonomische Faktoren charakterisieren.

Warum ist der Nichtwähleranteil bei jungen Menschen überdurchschnittlich hoch?

Dies wird auf eine Sozialisation in stabilen politischen Verhältnissen, den Wertewandel sowie ein gestiegenes Misstrauen gegenüber dem politischen System und seinen Akteuren zurückgeführt.

Was versteht man unter „unechten Nichtwählern“?

Dabei handelt es sich um Personen, die in den Statistiken als Nichtwähler geführt werden, obwohl sie eigentlich nicht wahlfähig sind, beispielsweise aufgrund von Todesfällen oder kurzfristigen Hindernissen wie Krankheit.

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Details

Title
Die Gründe der Nichtwahl
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Wahlen und Wählerverhalten
Grade
2,7
Author
M.A. Stefan Waldheim (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V15441
ISBN (eBook)
9783638205467
Language
German
Tags
Gründe Nichtwahl Wahlen Wählerverhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Stefan Waldheim (Author), 2002, Die Gründe der Nichtwahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15441
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