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Georg Büchner - Lenz - Peter Schneider

Überlegungen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden

Title: Georg Büchner - Lenz - Peter Schneider

Term Paper , 2009 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christian Honeck (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit soll die Frage untersucht werden, inwieweit der durch Titel, Klappentext und Zitate suggerierte Zusammenhang der Erzählung Lenz von Peter Schneider mit der gleichnamigen Büchnerschen Novelle hergestellt werden kann. Im gegebenen Rahmen ist es hierbei aber nicht möglich, grundlegend neue Erkenntnisse vorzubringen. Vielmehr soll ein Überblick über die verschiedenen von der Forschung erarbeiteten Zugänge gegeben werden. Im Fokus der Betrachtung werden diesbezüglich zunächst die Erzeugung von Intertextualität, sowie sprachliche und stilistische Gemeinsamkeiten stehen, bevor dann auf einer weiteren Ebene die psychologische Disposition der jeweiligen Hauptfigur dargestellt wird, wobei hier auch eine Deutung der beiden Erzählungen aus psychoanalytischer Sicht betrachtet wird.
Schließlich soll drittens noch die in beiden Werken angesprochene gesellschaftlich-politische Ebene – hier ausgehend von der historischen Person des Dichters J.M.R Lenz, in ihrer doppelten literarischen Spiegelung durch Büchner und Schneider – auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin untersucht werden.
Abschließend wird die Erzählung Lenz in mentalitätsgeschichtlichem Zusammenhang als literarische Verarbeitung der Studentenbewegung und unter dem Schlagwort der ‚neuen Subjektivität’ einer näheren Betrachtung unterzogen, bevor ein (vorläufiges) Fazit in Bezug auf die zugrundeliegende Fragestellung gezogen wird.
Wie oben schon erwähnt, kann die vorliegende Arbeit nur einen groben Überblick zu diesem Thema geben. Die vorgenommene Auswahl der verschiedenen Zugänge soll einen möglichst umfassenden Einblick in die Lenz-Forschung liefern. Vor allem im Hinblick auf die Rezeption von Schneiders Erzählung durch die Stu-denten der 68er Bewegung lassen sich zahlreiche Rezensionen und Aufsätze finden, die allerdings aus Gründen der Ausgewogenheit der verschiedenen interpretatorischen Zugänge nicht mit in diese Arbeit eingeflossen sind. Deshalb kann und soll im gegebenen Rahmen kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Die Auswahl ist lediglich als repräsentativer Ausschnitt zu betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Intertextualitätsbezüge, sprachliche und stilistische Gemeinsamkeiten

2.1 Beispiele der Adaption von Text und Stil bei Schneider

2.2 Die Büchner-Zitate im Fokus der (Literatur-)Kritik

3 Die psychologische Ausdeutung

3.1 Das Krankheitsbild der Schizophrenie

3.2 Die psychoanalytische Interpretation

4 Lenz als politisch-gesellschaftliches Phänomen

4.1 Vorüberlegungen

4.2 Der Dichter J.M.R. Lenz als tragische Übergangsfigur in einer Zeit gesellschaftlicher Transition

4.3 Die politisch-gesellschaftliche Bedeutung der Figur Lenz für Georg Büchner

4.4 Die politisch-gesellschaftliche Bedeutung der Figur Lenz für Peter Schneider

5 Lenz als literarische Verarbeitung der Studentenbewegung

5.1 Vorüberlegungen

5.2 Die „neue Subjektivität“: Lenz als Identifikationsangebot an die Leser

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

7.1 Quellen

7.2 Darstellungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die intertextuellen, psychologischen und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge zwischen Georg Büchners Novelle "Lenz" und Peter Schneiders gleichnamiger Erzählung aus dem Jahr 1973, wobei die Figur des Dichters J.M.R. Lenz als zentrales Bindeglied und Reflexionsfolie dient.

  • Intertextuelle Bezüge und stilistische Adaptionen bei Peter Schneider
  • Psychopathologische Analyse und psychoanalytische Deutung der Lenz-Figuren
  • Die historische Person J.M.R. Lenz als tragische Übergangsfigur
  • Lenz als literarische Verarbeitung der 68er Studentenbewegung
  • Die Tendenz zur „neuen Subjektivität“ in der Literatur der 70er Jahre

Auszug aus dem Buch

2.1 Beispiele der Adaption von Text und Stil bei Schneider

Die wohl augenfälligsten Hinweise auf die intendierte Verwandtschaft mit Büchners Erzählung finden sich neben Titel und Umschlagtext der Erstausgabe in sprachlichen und stilistischen Adaptionen von Büchners Text, die Schneider vorgenommen hat, sowie in der Herstellung von intertextuellen Bezügen durch direktes Zitieren aus der büchnerschen Vorlage. So stellt er dem Beginn seiner Erzählung plakativ das Zitat einer zentralen Stelle aus Büchners Lenz voran:

Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nichts am Weg, bald auf-, bald abwärts, Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehen konnte. – Georg Büchner, Lenz

Goltschnigg sieht in diesem Zitat einen „Appell an den literarisch gebildeten Leser“, ihm solle signalisiert werden, dass der Schneidersche Lenz sich in derselben Situation wie die Büchnersche Figur befinde und die Rezeption deshalb in einem fortwährenden Vergleich mit Büchners Erzählung zu geschehen habe. Auch Menke sieht in diesem Zitat eine erste Andeutung Schneiders auf die Befindlichkeit des Helden, der aus der Normalität seines linken Alltags herausgefallen sei. Das vorangestellte Zitat gewinnt so also quasi eine Motto-Funktion, indem Schneider eine bewusste programmatische Anknüpfung an die Büchnersche Erzählung vornimmt.

Diese direkte Bezugnahme auf Büchners Lenz durchzieht die gesamte Erzählung Schneiders. Im Folgenden sollen einige weitere Beispiele herausgestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob und wie die Erzählung "Lenz" von Peter Schneider mit Georg Büchners Novelle verknüpft ist, und legt den methodischen Fokus auf intertextuelle, psychologische und gesellschaftspolitische Analysen.

2 Intertextualitätsbezüge, sprachliche und stilistische Gemeinsamkeiten: Das Kapitel analysiert die direkte Übernahme von Zitaten und stilistischen Mustern bei Schneider und untersucht, wie diese als programmatische Verweise auf Büchners Vorlage fungieren.

3 Die psychologische Ausdeutung: Hier wird der psychische Zustand der Lenz-Figuren anhand des Krankheitsbildes der Schizophrenie und psychoanalytischer Ansätze verglichen, wobei Unterschiede in der Heilbarkeit aufgezeigt werden.

4 Lenz als politisch-gesellschaftliches Phänomen: Dieses Kapitel beleuchtet J.M.R. Lenz als historische Figur und untersucht, wie sowohl Büchner als auch Schneider die Entfremdung und das Scheitern des Individuums an gesellschaftlichen Strukturen reflektieren.

5 Lenz als literarische Verarbeitung der Studentenbewegung: Der Fokus liegt auf der Rezeption von Schneiders Erzählung durch die 68er-Bewegung und der Einordnung des Textes in die literarische Strömung der „neuen Subjektivität“.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Werke zusammen und unterstreicht die Rolle von Schneiders Protagonisten als "Anti-Lenz", der – anders als sein historisches Vorbild – Heilung findet.

7 Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Quellen und wissenschaftliche Darstellungen auf.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Peter Schneider, Lenz, Intertextualität, Neue Subjektivität, Studentenbewegung, Schizophrenie, Psychoanalyse, J.M.R. Lenz, Literaturgeschichte, Identifikation, 68er Bewegung, Entfremdung, Wahnsinn, Anti-Lenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit untersucht die inhaltlichen und formalen Bezüge der Erzählung "Lenz" von Peter Schneider zur gleichnamigen Novelle von Georg Büchner.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die intertextuelle Gestaltung, die psychologische Disposition der Hauptfiguren sowie die gesellschaftspolitische Reflexion der 68er-Studentenbewegung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Texte herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie Schneider das Lenz-Thema zur Bewältigung eigener zeithistorischer Erfahrungen nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, psychoanalytische Ansätze sowie eine mentalitätsgeschichtliche Einordnung des Werkes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse sprachlich-stilistischer Adaptionen, psychologischer Krankheitsbilder, der historischen Figur Lenz und der Rezeption im Kontext der Studentenbewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Intertextualität, neue Subjektivität, Studentenbewegung, Entfremdung und die literarische Rezeption von J.M.R. Lenz.

Wie unterscheidet sich Schneiders Protagonist von Büchners Figur?

Während der Büchnersche Lenz im Wahnsinn untergeht, gelingt Schneiders Figur durch Flucht und Distanzierung eine Heilung, weshalb er oft als "Anti-Lenz" bezeichnet wird.

Warum spielt die Person J.M.R. Lenz eine so große Rolle für die Autoren?

Lenz fungiert als Symbol für das leidende, linke Intellektuelle, das an der Diskrepanz zwischen eigenen Idealen und der gesellschaftlichen Realität zerbricht oder – bei Schneider – zur Synthese findet.

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Details

Title
Georg Büchner - Lenz - Peter Schneider
Subtitle
Überlegungen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden
College
University of Cologne  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur I)
Course
1968 - Literatur- und Mediengeschichte eines Jahres
Grade
2,0
Author
Christian Honeck (Author)
Publication Year
2009
Pages
24
Catalog Number
V154473
ISBN (eBook)
9783640686322
ISBN (Book)
9783640686285
Language
German
Tags
Georg Büchner Lenz Peter Schneider Gemeinsamkeiten Unterschieden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Honeck (Author), 2009, Georg Büchner - Lenz - Peter Schneider, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154473
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