Einfluss der Sportverbände

Welchen Einfluss hat die Europäische Rechtsprechung auf die Autonomie der Fußballverbände in Deutschland?


Seminararbeit, 2010

28 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Begriffsabgrenzung und Organisation deutscher Sportverbände
2.1. Begriffsabgrenzung Verbände
2.2. Die Verwaltung und Organisation im Sportsystem
2.2.1. Die öffentliche Sportverwaltung
2.2.2. Selbstverwaltung des Sports
2.2.4. Verbandsautonomie
2.2.3. Das Ein-Verbands-Prinzip

3. Das Verhältnis zwischen Europäischer Politik und Rechtsprechung und den Fußballverbänden
3.1. Organisation und Interdependenzen der Fußballverbände
3.1.1. Die FIFA (Fédération Internationale de Football Association)
3.1.2. Die UEFA (Union of European Football Associations)
3.1.3. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) e.V
3.1.4. Die Liga - Fußballverband e.V. (Ligaverband)
3.1.5. Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL)
3.2. Der Einfluss der nationale und internationalen Rechtsprechung auf die Fußballverbändepolitik in Deutschland
3.2.1. Der Fall Bosman / Das Bosman-Urteil
3.2.2. Konfliktäre Beziehung zwischen der Zentralvermarktung der Fernsehrechte und Art. 81 EGV

4. Zusammenfassende Schlussbetrachtung

LITERATURVERZEICHNIS.

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1:Übersicht der Sportverwaltung in Deutschland

Abbildung 2:Schematische Darstellung der Struktur des DOSB

Abbildung 3:Die zehn mitgliedsstärksten Sportverbände im Jahr 2007

Abbildung 4:Die Stellung des DFB bei der Organisation des deutschen Fußballs

Abbildung 5:Entwicklung des Ausländeranteils in der Fußball-Bundesliga

1. Einleitung

In Deutschland tritt der Staat keinesfalls als Organisator und Leiter des Sports auf, welcher sämtliche Dinge des Sports betreffend von oben nach untern bestimmen wollte. Die Beziehung zwischen Staat und Sport ist gerade umgekehrt von unten nach oben strukturiert. Dabei garantiert das Grundgesetz die Autonomie von Sportverbänden und -vereinen, die sich selbst verwalten können und sollen und aus diesem Grund als unabhängig gelten. Diese Selbstverwaltungsgarantie wird durch das Prinzip der Subsidiarität bestätigt, wonach der Staat nur dann mit materiellen und/oder ideellen Förderungsmaßnahmen eingreift oder legislativ tätig wird, falls die eigenen Kräfte der Sportverbände und -vereine nicht ausreichen oder die öffentliche Sicherheit und Ordnung es erfordern.[1]Während in den Anfangsjahren des modernen Sports (50er und 60er Jahre) der Einfluss des staatlichen Rechts sehr begrenzt war und lediglich in Einzelfällen bzgl. des Strafrechts oder zivilen Schadenersatzrechts zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit eine Rolle spielte, änderte sich dieses im Zuge der sukzessiven Kommerzialisierung des Sports. Je mehr der Sport zum Wirtschaftssektor avancierte, desto eher und notwendiger musste sich die Beurteilung des Sportbetriebs an normative Maßstäbe des materiellen Rechts orientieren.[2]Die folgende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, inwieweit die den Sportverbänden gewährte Autonomie im Rahmen der Rechtsfindung und -setzung nicht nur nationalrechtliche Grenzen zu beachten hat, sondern sich auch an die Gewährleistung und Anforderungen des europäischen Gemeinschaftsrechts orientieren muss.[3]Zur Beantwortung dieser Frage wird der Deutsche Fußballbund exemplarisch als weltweit mitgliedsstärkster Fußballverband näher beleuchtet. Zunächst finden eine allgemeine Begriffsabgrenzung und eine Beschreibung der Verwaltung und Organisation deutscher Sportverbände statt. Anschließend wird speziell auf die Organisation und Interdependenzen der Fußballverbände eingegangen und anhand von ausgewählten Urteilssprüchen der Einfluss nationaler und internationaler Rechtsprechung auf den DFB kenntlich gemacht. Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Schlussbetrachtung.

2. Begriffsabgrenzung und Organisation deutscher Sportverbände

2.1. Begriffsabgrenzung Verbände

Im Gegensatz zum lokal verankerten, tendenziell kleineren Verein wird mit dem Begriff Verband umgangssprachlich eine größere und in sich differenzierte Organisation in Verbindung gebracht, deren Tätigkeit sich über lokale-, regionale-, Landes-, Bundes- und EU-Ebene erstrecken kann und die über mehrere angeschlossenen Mitgliederorganisationen verfügt. Verbände werden daher auch als Dachorganisation betrachtet. Mit der Verbandstätigkeit wird primär Interessenvertretung und heute zunehmend Lobbying assoziiert, wobei insbesondere an die Vertretung von Wirtschaftsinteressen gedacht wird.[4]

Bei einem Sportverband handelt es sich somit um einen Zusammenschluss von mehreren Vereinen bzw. Verbänden einzelner Sportarten. In Deutschland sind die meisten Sportverbände fachlich auf eine Sportart beschränkt (Sportfachverband/Spitzenverbände, z.B. DFB).[5]Da der „klassische“ Sportverein in der Regel mehrere Sportarten anbietet (Mehrspartenverein), kann er auch mehreren (Spitzen-)Verbänden angehören.

2.2. Die Verwaltung und Organisation im Sportsystem

In der Bundesrepublik Deutschland steht die Sportverwaltung auf zwei Säulen, da der Sport einerseits öffentlich verwaltet wird und andererseits autonom ist und sich selbst verwaltet.

Die nachfolgende Abbildung gibt einen Überblick über die Aufgliederung der öffentlichen Sportverwaltung und der Sportselbstverwaltung auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung1:Übersicht der Sportverwaltung in Deutschland.[6]

2.2.1. Die öffentliche Sportverwaltung

Die öffentliche Sportverwaltung erfolgt entsprechend dem föderalistischen Aufbau Deutschlands durch Bund, Länder und Gemeinden und ist für die Gewährleistung der strukturellen, materiellen, finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur Organisation des als sozial und kulturell wertvollen anerkannten Sportgeschehens verantwortlich.[7]

Das Bundesministerium des Inneren (BMI) koordiniert die Sportförderung des Bundes, die sich auf Aufgaben konzentriert, die den Sport als Ganzes betreffen und von den Ländern allein nicht gelöst werden können. Hierzu gehört insbesondere die Förderung des Spitzensports, aber auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Breitensport.

Die Landesregierungen sind für den Bau und Erhalt von Sportstätten verantwortlich und legen die Förderstrukturen für den Spitzen- und Breitensport in ihren Bundesländern fest, die auf lokaler Ebene umgesetzt werden. Das BMI und die Landesregierungen stehen über die Sportministerkonferenz der Länder in Kontakt, die somit auch als „Nahtstelle“ zwischen öffentlicher Sportverwaltung und der Sportselbstverwaltung dient.[8]

2.2.2. Selbstverwaltung des Sports

Die Selbstverwaltung des Sports ist für dieinhaltlicheAusgestaltung und Organisation des Sports verantwortlich. Zu ihrem Aufgabengebiet gehören bspw. die Förderung des Sports, Regelungen überfachlicher Angelegenheiten, politische Interessenvertretung, Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsarbeit. Diese Arbeiten und Aufgaben werden vom Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB), den Landessportbünden, untergeordneten Sportkreisen und von den Fachverbänden vorgenommen.[9]Nachfolgend sollen die wichtigsten Organe näher beschrieben werden.

2.2.2.1. Der Deutsche Olympischer Sport Bund (DOSB)

In Deutschland liegt die Organisation des Sports im Wesentlichen in der Hand des Deutschen Olympischen Sport Bundes (DOSB), der im Jahr 2006 durch die Fusionierung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und dem Deutschen Sport Bund (DSB) entstanden ist. Auslöser der Fusion war das von vielen als unbefriedigend empfundene Abschneiden der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Athen 2004. In Folge dessen legte eine von DSB-Präsident Manfred von Richthofen und NOK-Präsident Dr. Klaus Steinbach berufene, paritätisch besetzte Strukturkommission im Frühjahr 2005 einen Bericht vor, der die Ziele der Fusion aufarbeitete, Handlungsfelder einer zukünftigen Dachorganisation sowie deren vereinsrechtlichen Aufbau skizzierte und einen Zeitplan entwickelte.[10]

Die Aufgaben des DOSB werden wie folgt formuliert:

Dem DOSB obliegt es im Rahmen seiner Aufgaben, den deutschen Sport in allen seinen Erscheinungsformen zu fördern, zu koordinieren und ihn in überverbandlichen und überfachlichen Angelegenheiten gegenüber Gesellschaft, Staat sowie anderen zentralen Sport- und sonstigen Institutionen im In- und Ausland zu vertreten“.[11]

Der DOSB vertritt den Sport auf höchster Ebene und ist Träger der Olympischen Stützpunkte. Er leistet programmatische Arbeit im Breiten- Leistungs- und Gesundheitssport, initiiert Bildungskampagnen, ist Arbeitgeber von Bundestrainern und bildet die höchste Schlichtungsebene seitens des Sportrechts in Deutschland.

Mit seinen rund 27 Millionen Mitgliedschaften in 91.000 Turn- und Sportvereinen ist der Deutsche Olympische Sport Bund die größte Personenvereinigung und somit auch die größte Sportfamilie Deutschlands, zu der 96 Mitgliedsorganisationen sowie deren Untergliederungen gehören, die den Sport in Deutschland gestalten und organisieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung2:Schematische Darstellung der Struktur des DOSB

[...]


[1]Vgl. Grodde (2007), S. 455.

[2]Vgl. ebenda, S. 22.

[3]Vgl. ebenda.

[4]Vgl. Leif/Speth (2003), S. 7 ff.

[5]Ausnahme bilden hier die Landessportbünde. Siehe hierzu auch Kap. 2.2.2.4.

[6]Quelle: Hoffmann (2008), S. 146.

[7]Vgl. Große-Klönne (2000), S. 24.

[8]Vgl. Hoffmann (2008), S. 145.

[9]Vgl. http://www.bogenundpfeile/Verbaende/Verbandsstruktur.htm

[10]Vgl. Klages (2008), S. 197.

[11]www.dosb.de.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Einfluss der Sportverbände
Untertitel
Welchen Einfluss hat die Europäische Rechtsprechung auf die Autonomie der Fußballverbände in Deutschland?
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Verbände und Interessenvertretung in Deutschland und Europa
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
28
Katalognummer
V154508
ISBN (eBook)
9783640671816
ISBN (Buch)
9783640671984
Dateigröße
645 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss, Sportverbände, Welchen, Europäische, Rechtsprechung, Autonomie, Fußballverbände, Deutschland
Arbeit zitieren
Timm Witt (Autor), 2010, Einfluss der Sportverbände, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154508

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