Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › VWL - Makroökonomie, allgemein

Ressourcenknappheit und nachhaltiges Wachstum

Makroökonomische Stabilität und Wachstum einer offenen Volkswirtschaft

Titel: Ressourcenknappheit und nachhaltiges Wachstum

Seminararbeit , 2010 , 27 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Florian Höhme (Autor:in)

VWL - Makroökonomie, allgemein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wird die Menschheit am Mangel an Ressourcen zugrunde gehen? Die dieser Sorge zugrunde liegende Vorstellung kann wie folgt dargestellt werden: Der Menschheit steht ein vorgegebener Vorrat an natürlichen Ressourcen zur Verfügung. Dieser wird kontinuierlich verzehrt. In nicht allzu ferner Zukunft wird alles aufgebraucht sein, was einen Kollaps der globalen Wirtschaft zur Folge hat. Diese allgemeine Sorge wurde genährt durch die Erfahrung der Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Erdöl in den Krisen 1973 und 1979 sowie durch die äußerst pessimistischen Prognosen im Bericht von Dennis Meadows an den Club of Rome (Meadows 1972). In unterschiedlichen Szenarien wurde errechnet, dass die bedeutendsten Ressourcenvorräte mit der Jahrtausendwende aufgezehrt seien. Die angewandte wissenschaftliche Methodik wurde von der Wirtschaftswissenschaft bereits unmittelbar nach dem Erscheinen stark kritisiert. Hauptkritikpunkt war, dass die Szenarien keine marktlichen Reaktionen auf die vorhergesagten Verknappungsprozesse berücksichtigten. Nach Ansicht vieler Ökonomen ist der Markt ein außerordentlich leistungsfähiges Instrument zur Bewältigung von Knappheitsproblemen. Steigende Ressourcenpreise lösen Substitutionsprozesse aus und sind gleichzeitig Impulsgeber für eine Zunahme der Investitionstätigkeit und damit technologischen Fortschritt. Als Antwort auf diese langfristig negativen Prognosen entwickelten die Wachstumstheoretiker Solow und Stiglitz Anfang der 80er Jahre erweiterte Wachstumsmodelle, welche neben Kapital und Arbeit eine erschöpfliche Ressource als dritten Faktor in die Produktionsfunktion aufnahmen. Mit diesen Modellen konnte gezeigt werden, dass eine Volkswirtschaft trotz der Erschöpfbarkeit dieses dritten Produktionsfaktors einen langfristigen Wachstumspfad beschreiten kann. Der Kern dieser Arbeit thematisiert deshalb das im Artikel „Growth with Exhaustible Natural Resources: Efficient and Optimal Growth Paths“ (Stiglitz 1974) von Joseph E. Stiglitz vorgestellte Modell der neuen Wachstumstheorie. Insbesondere sollen die Existenzbedingungen für langfristiges Wachstum mit einer Analyse der Dynamik des Modells veranschaulicht werden und die Rolle von technologischem Fortschritt und der Substitutionselastizität erklärt werden. Im Ergebnis wird deutlich, dass die postulierten Schreckensszenarien eines globalen Kollapses unbegründet sind und mit dem nötigen Vertrauen in die Anpassungsfähigkeit der Märkte und deren Innovationskraft Knappheitsprobleme überwindbar sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Grundlagen der Ressourcenökonomie

A. Klassifikation von Ressourcen

B. Reserven, Substitutionsprozesse und technologischer Fortschritt

III. Preisbildung auf Ressourcenmärkten – die Hotelling Regel

A. Annahmen des Hotellingschen Grundmodells

B. Optimierungskalkül des Ressourceneigners

C. Formale Herleitung des optimalen Ressourcenpreispfades

D. Kritikpunkte des Modells

IV. Nachhaltigkeit und langfristiges Wachstum

A. Ressourcen als Produktionsfaktor in der Wachstumstheorie

B. Das Modell von Stiglitz

1. Basismodell

2. Existenzbedingungen eines langfristig-gleichgewichtigen Wachstumspfads

3. Optimale Ressourcenextraktion bei gleichgewichtigem Wachstum

C. Rolle des technologischen Fortschritts

D. Bedeutung der Substitutionselastizität

V. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob langfristiges wirtschaftliches Wachstum bei gleichzeitiger Nutzung endlicher natürlicher Ressourcen möglich ist. Dabei wird kritisch beleuchtet, ob die theoretischen Modelle der neuen Wachstumstheorie, insbesondere der Ansatz von Joseph E. Stiglitz, eine Antwort auf pessimistische Prognosen über einen globalen wirtschaftlichen Kollaps bieten können.

  • Grundlagen und Klassifikation natürlicher Ressourcen
  • Analyse der Preisbildung nach der Hotelling-Regel
  • Neoklassische Wachstumsmodelle mit erschöpflichen Ressourcen
  • Existenzbedingungen für langfristig stabiles "Steady-State"-Wachstum
  • Bedeutung von technologischem Fortschritt und Substitutionselastizität

Auszug aus dem Buch

B. Reserven, Substitutionsprozesse und technologischer Fortschritt

Die bedeutendste Frage bei der Nutzung erschöpfbarer Bestandsressourcen ist, wie lange die Vorräte in die Zukunft reichen. Die Geologie bezeichnet Vorräte an bekannten Lagerstätten, deren Abbau derzeit technisch möglich und ökonomisch rentabel ist, als Reserven. Spricht man von Ressourcen, als Mengenmaß für den Bestand, so sind dies alle bekannten Vorräte, unabhängig von Abbaubarkeit und Wirtschaftlichkeit. In der Öffentlichkeit ist, noch vor der ersten Ölkrise, die Bedeutung der Endlichkeit wichtiger natürlicher Ressourcen nach der Veröffentlichung des Berichts „Die Grenzen des Wachstums“ durch den Club of Rome im Jahr 1972 erstmals diskutiert worden (Meadows 1972). Danach wären zahlreiche erschöpfbare natürliche Ressourcen heute bereits ausgebeutet oder kurz vor ihrem Erschöpfungszeitpunkt.

Diese, aus heutiger Sicht, zu pessimistische Prognose hat sich aus zwei Gründen nicht bewahrheitet. Für viele Rohstoffe stehen alternative Produkte als Substitute zur Verfügung. Die steigende Nachfrage, nach beispielsweise Öl, bewirkt einen Anstieg dessen Preises, was die wirtschaftliche Nutzung der Substitute erst ermöglicht. Beispiel für ein Substitut für Erdöl wäre Ölsand oder die Back-Stop Technologie Windkraft, die in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht und damit das Knappheitsproblem vollständig beheben könnte. Der zweite Grund liegt in der Variabilität der Reserven der Ressource begründet. Preissteigerungen bei erschöpfbaren Ressourcen lösen nicht nur Substitutionsprozesse aus, sondern erhöhen ebenso die Explorationstätigkeit und sind Antriebskraft für Investitionen in technologischen Fortschritt. Explorationen decken neue zuvor unbekannte Ressourcenvorkommen auf. Der technologische Fortschritt ermöglicht einerseits die Förderung zuvor unerreichbarer bekannter Vorkommen und erhöht andererseits die Effizienz der Explorationen. Somit wird der Bestand an Reserven der Ressource insgesamt ausgeweitet.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Ressourcenverknappung ein und stellt das Stiglitz-Modell als Antwort auf pessimistische Untergangsszenarien vor.

II. Grundlagen der Ressourcenökonomie: Hier werden natürliche Ressourcen klassifiziert und ihre Bedeutung für intertemporale Allokationsprobleme erläutert.

III. Preisbildung auf Ressourcenmärkten – die Hotelling Regel: In diesem Kapitel wird das Grundmodell von Hotelling zur Preisbildung bei erschöpfbaren Ressourcen formal hergeleitet und kritisch analysiert.

IV. Nachhaltigkeit und langfristiges Wachstum: Dieses Kapitel analysiert das Wachstumsmodell von Stiglitz und leitet Bedingungen ab, unter denen trotz erschöpflicher Ressourcen ein langfristiges Wachstum möglich ist.

V. Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit einer wirtschaftshistorischen Einordnung und der Bestätigung, dass durch technologischen Fortschritt und Kapitalakkumulation langfristiges Wachstum auch bei Ressourcenknappheit theoretisch vereinbar ist.

Schlüsselwörter

Ressourcenökonomie, Erschöpfbare Ressourcen, Hotelling Regel, Nachhaltiges Wachstum, Stiglitz Modell, Natürliche Ressourcen, Substitutionselastizität, Technologischer Fortschritt, Steady State, Ressourcenknappheit, Kapitalakkumulation, Intertemporale Allokation, Produktionsfaktor, Marktdynamik, Wachstumstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die ökonomische Theorie der Nutzung erschöpflicher natürlicher Ressourcen und untersucht deren Vereinbarkeit mit langfristigem wirtschaftlichem Wachstum.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Klassifikation von Ressourcen, die Preisbildung unter Wettbewerbsbedingungen sowie neoklassische Wachstumsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob und unter welchen Bedingungen eine Volkswirtschaft trotz begrenzter Ressourcen einen langfristigen Wachstumspfad beschreiten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine neoklassische theoretische Analyse durchgeführt, ergänzt durch die formale Herleitung von Wachstumsraten mittels Differentialgleichungen und Phasendiagrammen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Hotelling-Modell zur Preisbildung und dem Stiglitz-Wachstumsmodell zur Identifikation von Existenzbedingungen für stabiles Wachstum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ressourcenökonomie, Erschöpfbare Ressourcen, Hotelling Regel und Nachhaltiges Wachstum geprägt.

Wie unterscheidet sich das Modell von Stiglitz von früheren Wachstumsmodellen?

Im Gegensatz zu Modellen von Solow, die nur Kapital und Arbeit betrachten, integriert Stiglitz erschöpfliche natürliche Ressourcen explizit als dritten Produktionsfaktor.

Warum wird die Hotelling-Regel in der Realität oft kritisiert?

Die Hotelling-Regel basiert auf sehr restriktiven Annahmen wie vollkommener Konkurrenz und exogen gegebenen Reserven, die die tatsächliche Marktdynamik und Innovationen nur unzureichend abbilden.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ressourcenknappheit und nachhaltiges Wachstum
Untertitel
Makroökonomische Stabilität und Wachstum einer offenen Volkswirtschaft
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,5
Autor
Florian Höhme (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V154537
ISBN (eBook)
9783640699629
ISBN (Buch)
9783640699537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ressourcenknappheit Wachstum Makroökonomische Stabilität Wachstum Volkswirtschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Höhme (Autor:in), 2010, Ressourcenknappheit und nachhaltiges Wachstum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154537
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  27  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum