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Die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges im politischen Kalkül und in militärischen Überlegungen bis zum Zweiten Weltkrieg

Title: Die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges im politischen Kalkül und in militärischen Überlegungen bis zum Zweiten Weltkrieg

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 25 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Harald Leutner (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Die Entwicklung des modernen Kriegswesens hatte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entscheidend beschleunigt. Auslöser war die Konkurrenz der imperialistischen Kolonialmächte Europas, Amerikas und Ostasiens, die Industrialisierung, sowie der soziale und demographische Wandel in den betreffenden Gesellschaften. Die Rivalität förderte zum einem die Rüstungsanstrengungen der europäischen Mächte und führte dann auch zu einer stetigen Militarisierung der europäischen Gesellschaften. In Europa selbst waren mit dem deutsch-französischen Gegensatz und dem Unruheherd Balkan zwei Regionen vorhanden, die die Sprengkraft besaßen einen europäischen Krieg auszulösen. Diese Konstellation begünstigte die Ansicht der politischen und militärischen Führung in allen europäischen Staaten, dass der Konflikt früher oder später in einem Waffengang enden musste. Der Erste Weltkrieg von 1914 – 1918 hat eine große Zahl an nachhaltigen Veränderungen in Europa und in der Welt hervorgerufen. Besonders für die europäischen Kolonialmächte, die bis zum Ausbruch des Krieges große Teile der Erde dominierte, war der Weltkrieg ein Wendepunkt und der Beginn der Entkolonialisierung. Der Niedergang der Monarchien in Mittel- und Osteuropa ging nicht mit einem weiteren Aufstieg der Alliierten Frankreich und Großbritannien einher, sondern erschuf vielmehr in den USA eine neue, konkurrierende und wirtschaftlich überlegene Weltmacht. Gleichzeitig etablierte sich im ehemaligen Zarenreich mit dem Kommunismus eine neue politische Strömung, die bis zum Ende des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle in der internationalen Politik spielen sollte. Aber nicht nur politisch hatte es im Laufe des Weltkrieges große Umwälzungen gegeben, sondern vor allem im Bereich der Militärtechnik und bei der Anwendung neuer innovativer Taktiken und Strategien. Alle militärischen Führungspersonen mussten schon während des Krieges erkennen, dass militärische Planungen aus der Vorkriegszeit zum Teil unrealistisch und undurchführbar waren. Mit dem Ende des Krieges begannen nun die europäischen Mächte sehr schnell ihre Militärdoktrinen an die neuen Gegebenheiten des industrialisierten Massenkrieges anzupassen. Die vorliegende Arbeit soll nun genau dieses Thema genauer betrachten und dabei herausarbeiten welche Auswirkungen der Erste Weltkrieg auf die militärpolitischen Planungen im Deutschen Reich bis zum Zweiten Weltkrieg hatte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die politischen und militärischen Lehren des Ersten Weltkrieges

2.1. Die Entwicklungen vor und während des Ersten Weltkrieges

2.1.1. Die Rüstungsanstrengungen bis zum Kriegsbeginn 1914

2.1.2. Technische und taktische Neuerungen im Verlauf des Krieges

2.1.3. Anpassung des Militärs an technischen und taktische Neuerungen

2.2. Kriegsende, Versailler Vertrag und seine Folgen

3. Die Nachkriegszeit im Deutschen Reich

3.1. Politik und Militär in der Weimarer Republik

3.1.1. Die Reichswehr

3.1.2. Reichswehr und Politik bis 1925

3.1.3. Reichswehr und Politik von 1925 bis 1933

3.2. Die Außenpolitik der Weimarer Republik

3.3. Aufbau der Wehrwirtschaft

3.4. Die Außen- und Militärpolitik der Nationalsozialisten

3.5. Die militärischen Planungen der deutschen Armee ab 1933

4. Frankreich in der Nachkriegszeit

4.1. Der Vertrag von Versailles und die Folgeregelungen aus der Sicht Frankreichs

4.2. Politische Überlegungen und Internationale Regime

4.3. Militärische Ausrichtung nach dem Ersten Weltkrieg

4.4. Defensivstrategie und Folgen im 2. Weltkrieg

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Erfahrungen des Ersten Weltkrieges auf die militärpolitischen Planungen im Deutschen Reich sowie in Frankreich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Dabei wird analysiert, wie beide Staaten aus den technologischen und taktischen Lehren des Ersten Weltkrieges unterschiedliche Strategien für die Zwischenkriegszeit entwickelten.

  • Entwicklungen der Militärtechnik und Taktik im Ersten Weltkrieg
  • Die Rolle der Reichswehr in der Politik der Weimarer Republik
  • Aufbau der deutschen Wehrwirtschaft und Aufrüstung ab 1933
  • Französische Defensivstrategien und deren sicherheitspolitische Folgen

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Technische und taktische Neuerungen im Verlauf des Krieges

Die wichtigste Waffengattung im Ersten Weltkrieg war auf allen europäischen Kriegsschauplätzen das Heer. Obwohl die europäischen Mächte über die größten Flotten der Welt verfügten, war deren strategischer Wert fast ausschließlich durch den Handelskrieg bestimmt. Schon im Vorfeld des Krieges hatte sich innerhalb der Heere ein struktureller Wandel vollzogen. Im gleichen Maße wie die Kavallerie an Bedeutung einbüßte, wurde die Artillerie in allen Armeen erneuert und ausgebaut. Diese Entwicklung verstärkte sich im Laufe des Krieges soweit, dass die Artillerie der dominierende Faktor auf den Schlachtfeldern wurde. Die Infanterie wurde im Laufe des Krieges in immer spezialisierte Kampftruppen unterteilt. Fernmelde-, Pionier und Sturmtruppen erhielten gefechtsspezifische Ausbildungen und Bewaffnungen. Mit der Fliegertruppe entstand im Laufe des Krieges eine neue Waffengattung, die sich vom Aufklärungsgerät zum aktiven Kampfmittel weiterentwickelte.

Die Piloten dieser Flugzeuge, meist ehemalige Kavallerieoffiziere, wurden auch an der Heimatfront zu Helden stilisiert und sollten so die Kampfmoral in der Bevölkerung stärken. Auch im Seekrieg hielten neue Kampfmittel Einzug. Da die deutsche Hochseeflotte trotz immenser Rüstungsanstrengungen der britischen unterlegen war wurden zur Schwächung des Gegners auf deutscher Seite Kleinkampfmittel wie Minen und U- Boote verwendet. Sie hatten vor allem den Zweck das Kräftegleichgewicht zwischen der deutschen und britischen Marine auszugleichen und außerdem den Nachschub für die britischen Inseln zu stören. Diese Kampftaktik war eine Reaktion auf die Fernblockade des Deutschen Reiches durch die britische Flotte. Der uneingeschränkte U- Boot Krieg widersprach allerdings den Bestimmungen des Kriegsvölkerrechts und führte schließlich zum Kriegseintritt der USA. Die deutsche Marineleitung argumentierte allerdings mit der gleichzeitigen Blockade Deutschlands durch die britische Flotte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die technologische Entwicklung und die zunehmende Militarisierung vor 1914 sowie das Ziel, die Auswirkungen dieser Erfahrungen auf die deutsche und französische Militärpolitik der Zwischenkriegszeit zu untersuchen.

2. Die politischen und militärischen Lehren des Ersten Weltkrieges: Dieses Kapitel behandelt die technischen und taktischen Evolutionen während des Krieges und die daraus resultierenden Anpassungen der militärischen Strategien sowie die Folgen des Versailler Vertrages.

3. Die Nachkriegszeit im Deutschen Reich: Hier werden die politische Rolle der Reichswehr, der Aufbau der Wehrwirtschaft und die militärische Neuausrichtung des Deutschen Reiches bis zur NS-Zeit analysiert.

4. Frankreich in der Nachkriegszeit: Dieses Kapitel beleuchtet die französische Sicherheitspolitik, die daraus resultierende Defensivstrategie und die Schwierigkeiten bei der Anpassung an die veränderte militärische Lage.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, wie unterschiedlich Deutschland und Frankreich die Lehren des Ersten Weltkrieges interpretierten und wie diese Diskrepanzen zu den Entwicklungen führten, die schließlich im Zweiten Weltkrieg mündeten.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Reichswehr, Weimarer Republik, Frankreich, Militärstrategie, Rüstungspolitik, Versailler Vertrag, Wehrwirtschaft, Defensivstrategie, Blitzkrieg, Aufrüstung, Zwischenkriegszeit, Militärtechnik, Sicherheitspolitik, Außenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die militärpolitische und strategische Entwicklung in Deutschland und Frankreich in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die militärischen Lehren aus dem Ersten Weltkrieg, die Rolle der Reichswehr, die Rüstungsanstrengungen und die defensiven Sicherheitskonzepte Frankreichs.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche Auswirkungen die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges auf die militärpolitischen Planungen im Deutschen Reich bis 1939 hatten und wie diese im Vergleich zu Frankreich standen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Militärdokumenten, zeitgenössischen Zeitschriften, Friedensverträgen und einschlägiger historischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die deutsche Aufrüstung, der Aufbau der Wehrwirtschaft, die französische Strategie der Defensivmächte sowie der Wandel der Militärdoktrinen detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Erster Weltkrieg, Reichswehr, Aufrüstung, Versailler Vertrag, Defensivstrategie und die strategische Planung für den nächsten Krieg.

Wie bewertete Frankreich die militärische Bedrohung durch Deutschland?

Frankreich sah in der deutschen Entwicklung eine stetige Bedrohung und versuchte, durch ein System von Befestigungen und Allianzen Sicherheit zu gewinnen, während es gleichzeitig ökonomisch und politisch stark unter Druck stand.

Warum konnte die deutsche Wehrmacht so schnell aufrüsten?

Die deutsche Aufrüstung basierte auf Planungen und geheimen Vorbereitungen der Reichswehr bereits während der Weimarer Zeit, die nach 1933 massiv intensiviert und durch staatliche Investitionen finanziert wurden.

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Details

Title
Die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges im politischen Kalkül und in militärischen Überlegungen bis zum Zweiten Weltkrieg
College
University of Würzburg  (Institut für Geschichte)
Course
Der „Große Krieg“ im europäischen Gedächtnis. 1919 – 2009
Grade
3,0
Author
Harald Leutner (Author)
Publication Year
2010
Pages
25
Catalog Number
V154573
ISBN (eBook)
9783640672486
ISBN (Book)
9783640672653
Language
German
Tags
Erfahrungen Ersten Weltkrieges Kalkül Zweiten Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Harald Leutner (Author), 2010, Die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges im politischen Kalkül und in militärischen Überlegungen bis zum Zweiten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154573
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