Einleitung
Nichts ist so spannend wie Wirtschaft, außer Fußball. Auch durch einen ent-sprechenden Umkehrschluss dieses Satzes, trifft die Trivialität zu, dass weder im Fußball, noch in der Wirtschaft vorhersehbar ist, was im nächsten Moment passiert. So kann man den Ball sinnbildlich durch ein Produkt ersetzen, die gegnerische Mannschaft als Mitbewerber verstehen, die Fans auf den Tribünen durch Kunden ersetzen und die Flanke als Kooperationsangebot ansehen. In beiden Bereichen geht es um das Hervorrufen von Leidenschaft, Kampfgeist, Taktik, Gefühle und letztendlich um das Gewinnen.
Im Fußball und Wirtschaft ist die Maßgabe des maximalen Erfolgs immer ge-genwärtig und bestimmt den Alltag der Mitarbeiter. Um diesen hohen Anforde-rungen gerecht zu werden, bedarf es einer gewissen Entschlossenheit und Zielstrebigkeit jedes Einzelnen. Um ein Maximum an Leistung des Personals zu erreichen, um Ängste, individuelle Schwächen und Grenzen zu überwinden, ist Teamgeist gefragt. Spezielles Können, charakterliche Eigenarten und mannschaftliche Geschlossenheit sind dabei miteinander zu vereinen, um folglich eine Synergie zu erzeugen. Wie so etwas erreicht werden kann, soll die vorliegende Arbeit, mit dem Thema: „Teambuildung - Was kann man vom Fußball lernen?“, aufzeigen. Hierbei soll der Prozess Teambuilding im Ganzen und in den einzelnen Bereichen erklärt und dabei konkrete Lerneffekte für die Wirtschaft aufgezeigt werden. Unter Teambuilding kann die Intention verstanden werden, Personen mit bestimmten Fähigkeiten und Kenntnissen zu identifizieren, um diese mit anderen spezialisierten Personen in einem Team, das eine definierte Aufgabe lösen soll, zu vereinen.
Hauptbestandteile der anzustellenden Begutachtung werden demnach unter anderem sein, der psychologische Prozess sowie die Teamzusammensetzung als essentieller Baustein des Teambuildings.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Teambuildingprozess
2.1 Abgrenzung der Begriffe Gruppe und Team
2.2 Die Organisationsform im Teambuildingprozess
2.3 Der Teambuildingprozess als Instrument
3 Der psychologische Teambuildingprozess
3.1 Phasen des Prozesses
3.2 Phasenmodell der Teamentwicklung
3.3 Die Führungskraft als Ausgangspunkt
3.3.1 Leidenschaftliche Führung
3.3.2 Die Zielvorgaben
4 Teamzusammensetzung
4.1 Die Personalauswahl
4.2 Die charakterliche Eignung
4.3 Der Personaleinsatz
4.4 Teamgeist entfachen
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Parallelen zwischen professionellem Fußball und betriebswirtschaftlicher Teamarbeit, um daraus Strategien für einen erfolgreichen Teambuildingprozess in Unternehmen abzuleiten.
- Analyse des psychologischen Teambuildingprozesses
- Strategien zur effektiven Teamzusammensetzung
- Bedeutung der Führungskraft als Motivator und Orientierungsgeber
- Übertragbarkeit sportlicher Erfolgsprinzipien auf den Unternehmensalltag
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Die Zielvorgaben
In Unternehmen wird häufig von Herausforderungen und ambitionierten Zielen gesprochen, die jeden einzelnen Mitarbeiter anspornen sollen. Die Vorgabe von Zielen wird oft nach dem Kredo getroffen, dass man das Unmögliche verlangen muss, um das Mögliche zu erreichen. Jedoch ist in der Praxis zu beobachten, dass hochgesteckte Ziele, die motivieren sollen, überhöhte Erwartungen hervorrufen und diese die Legitimation für Druck und Angst vor dem Versagen sind.
So kann der kleinste Rückschlag bei der Verfolgung des vorgegebenen Ziels demotivieren, da das Ziel dann kaum noch erreichbar ist. Daher müssen Ziele immer realistisch formuliert werden. Ein weiterer Punkt, der damit einhergeht, ist, dass Ziele nicht gesetzt, sondern mit dem Team vereinbart werden sollten. Hierdurch kann die Motivation des Teams gesteigert werden, da dieses am Zielbildungsprozess aktiv beteiligt ist und sich dadurch die Identifikation mit dem Ziel und der Tätigkeit des Einzelnen erhöht. Denn erst wenn Ziele nicht nur bekannt sind, sondern auch von allen geteilt werden, entsteht das Gefühl gegenseitiger Verantwortung.
In der ersten Pressekonferenz von Jürgen Klinsmann nach Aufnahme der Trainertätigkeit verdeutlichte er, dass er in Kooperation mit dem Team das Ziel erarbeitete, 2006 Weltmeister im eigenen Land zu werden. Hierbei definierte er das Ziel zeitlich und inhaltlich als überprüfbar.
Ein weiterer entscheidender Punkt bei Zielvereinbarungen ist, nicht den Weg zur Erreichung vorzugeben. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Mitarbeiter seine eigenen Ressourcen zur Problemlösung auch nutzt. Bezogen auf ein Team bleibt trotz des definierten Ziels eine gewisse Unschärfe, resultierend aus den nicht besprochenen Einzelheiten zur Zielerreichung. Genau hier ergibt sich eine essentielle Grundlage bzw. Möglichkeit im Teambuildingprozess. Die Mannschaft diskutiert – notgedrungen - taktische Fragen intensiver und entwickelt eigene Spielzüge. Die Folge: Es kommt zur Selbstorganisation. Diese eröffnet alsdann neue Gelegenheiten, dass Wissen des Einzelnen zu nutzen. Ein sogenanntes Wir-Gefühl entsteht. Folglich fördert Unschärfe die Kommunikation im Team und damit den Teambuildingprozess.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Analogie zwischen der Dynamik im Fußball und der modernen Wirtschaft her und definiert das Ziel der Arbeit, konkrete Lerneffekte für Unternehmen abzuleiten.
2 Der Teambuildingprozess: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Gruppe und Team sowie die Bedeutung einer positionsbezogenen Organisationsform im unternehmerischen Kontext.
3 Der psychologische Teambuildingprozess: Es werden die Phasen der Teamentwicklung erläutert und die zentrale Rolle der Führungskraft hinsichtlich Leidenschaft und Zielvereinbarung hervorgehoben.
4 Teamzusammensetzung: Hier steht die präzise Personalauswahl, die Bedeutung charakterlicher Eignung – unter Verwendung des DISG-Modells – sowie die Förderung von Teamgeist im Vordergrund.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer ehrlichen, kommunikativen Führung sowie einer optimierten Teamstruktur für den unternehmerischen Erfolg.
Schlüsselwörter
Teambuilding, Führungskraft, Teamzusammensetzung, Fußball, Unternehmensführung, Synergieeffekt, Zielvereinbarung, Motivationspsychologie, DISG-Modell, Teamgeist, Personalentwicklung, Selbstorganisation, Leistungsfähigkeit, Erfolg, Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, welche Strategien und Erfolgsfaktoren aus dem Profifußball erfolgreich auf das Teambuilding und die Teamarbeit in Unternehmen übertragen werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt schwerpunktmäßig die Bereiche Teamdefinition, Phasen der Teamentwicklung, psychologische Aspekte der Führung sowie Kriterien für eine effektive Teamzusammensetzung ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Prozess des Teambuildings zu erklären und konkrete, praxisnahe Lerneffekte für die Wirtschaft aufzuzeigen, um die Leistungsfähigkeit von Teams zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Personalwirtschaft und Organisationsentwicklung, ergänzt durch Praxisbeispiele aus dem professionellen Fußball.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Teambuildingprozess als Instrument, die psychologischen Phasen der Teamentwicklung, die Rolle der Führungskraft sowie die Bedeutung der richtigen Personalauswahl und Teamkonstellation.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Teambuilding, Führungskraft, Teamzusammensetzung, Leistungsfähigkeit und Synergieeffekt.
Wie trägt das DISG-Modell zur Teamzusammensetzung bei?
Das DISG-Modell hilft dabei, unterschiedliche Persönlichkeitsprofile zu identifizieren, um ein Team gezielt mit sich ergänzenden Charakteren zusammenzusetzen und so Synergieeffekte zu maximieren.
Warum ist laut Autor die "Unschärfe" bei Zielvorgaben wichtig?
Eine gewisse Unschärfe bei der Zielvorgabe – also das Freilassen des Weges zum Ziel – fördert die Eigenverantwortung und Selbstorganisation der Mitarbeiter, was die Kommunikation und den Teamzusammenhalt stärkt.
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- Mirko Schäfer (Author), 2010, Teambuilding - Was kann man vom Fußball lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154606