Die Bedeutung und deren Bewertung der Präventionsmaßnahmen gegen die Desertifikation als ökologisches Umweltrisiko


Bachelorarbeit, 2010

40 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Desertifikation
2.1 Begriffserklärung
2.2 Ursachen und Folgen
2.3 Verbreitung

3. Die Bedeutung der Desertifikationsmaßnahmen aus historischer Sicht am Beispiel der Osterinseln nach Jared Diamond

4. Erstellung des Kriterienkataloges

5. Maßnahmen zur Desertifikationsbekämpfung und ihre Bewertung
5.1 Allgemeines zu den Maßnahmen
5.2 Aufforstung
5.2.1 Die Maßnahme
5.2.2 Die Bewertung der Aufforstung nach Kapitel
5.3 Management und Monitoring der Natur
5.3.1 Die Maßnahme
5.3.2 Die Bewertung des Managements und des Monitorings nach Kapitel
5.4 Wasserversorgungen
5.4.1 Einführung
5.4.2 Maßnahmen im Bereich der Bewässerung mit Oberflächenwasser und mit Brunnenbewässerung
5.4.3 Bewertung der Bewässerung mit Oberflächenwasser und mit Brunnenbewässerung nach Kapitel
5.5 Desertifikationsmaßnahmen im Weideland
5.5.1 Einführung
5.5.2 Desertifikationsmaßnahmen im Weideland
5.5.3 Bewertung der Desertifikationsmaßnahmen im im Weideland nach Kapitel

6. Optimale Methode nach unserer Auswertung

7. Fazit

8. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Diese Bachelor hat den Titel „Die Bedeutung und deren Bewertung der Präventionsmaßnahmen gegen die Desertifikation als ökologisches Umweltrisiko“. Diese Bachelorarbeit, welche Bestandteil des Moduls AGG im Masterstudium ist, thematisiert zunächst die Desertifikation im Kapitel 2 als ökologisches Umweltrisiko. Im Kapitel 2 wird kurz auf den Begriff der Desertifikation, die Verbreitung und die Ursachen der Desertifikation eingegangen. Dies ist dennoch ein kurzer Teil der Arbeit, da vor allem die Präventionsmaßnahmen im Vordergrund stehen.

Ab Kapitel 3 fängt der Hauptteil der Arbeit an, wobei im Kapitel 3 auf die Geschichte eingegangen wird und auf die Bedeutung der Präventionsmaßnahmen gegen die Desertifikation am Beispiel der Osterinsel Bezug genommen wird. Der Sinn und Zweck des Kapitels ist es darzustellen, dass die Menschen schon vor langer Zeit bestimmte geographische gefährdete Risikogebiete überstrapaziert haben und folglich der Raum unbewohnbar geworden ist. Es geht darum zu erklären, inwieweit bestimmte Präventionsmaßnahmen, welche damals schon angewandt wurden, heute noch ihre Anwendung finden. In diesem Kapitel wird auch die erste zentrale Fragestellung dieser Bachelorarbeit thematisiert, denn inwieweit bestimmte Maßnahmen gegen die Desertifikation damals angewandt wurden und inwieweit diese auch noch heute verwendet werden. Mit dieser Fragestellung stellt sich auch noch die Frage, in welchem Umfang die Menschen von den damaligen Ereignissen auf der Osterinsel für die Zukunft gelernt haben. Diese Fragestellungen beantworten wir aber nur am Beispiel der Osterinsel, da diese sich gut eignet für die Veränderungen der geographischen Bedingungen vor Ort.

Im Kapitel 4 folgt dann der Kriterienkatalog, welchen wir uns nach langer Ideensuche überlegt hatten, für die Bewertung der Präventionsmaßnahmen gegen die Desertifikation. Dabei fanden wir für die Bewertung der Maßnahmen drei Faktoren zentral, das wären zunächst die „Umsetzbarkeit und Wirksamkeit im Raum“, die Frage der Finanzierbarkeit und die Frage der Nachhaltigkeit der Maßnahme. Was genau Nachhaltigkeit bedeutet wird in Kapitel kurz dargestellt.

Im Kapitel 5 erfolgt dann der zweite Teil des Hauptteils der Bachelorarbeit, wobei hier auf die Maßnahmen im Einzelnen konkret eingegangen wird. Als erste Maßnahme wird die Aufforstung, als zweite das Management und Monitoring der Natur dargestellt. Schließlich folgt dann.

Die weiteren zentralen Fragestellungen, welche sich in diesem Kapitel ergeben ist es zu erklären, inwieweit diese Präventionsmaßnahmen umsetzbar bzw. wirksam, finanzierbar und letztlich nachhaltig, sind.

Im Kapitel 6 erfolgt dann der Abschnitt der „optimalen der Methode zur Bekämpfung der Desertifikation“. In diesem Kapitel gehen wir der Frage nach, inwieweit es überhaupt eine „optimale“ Methode gibt und inwieweit diese bereits umgesetzt wurde.

Letztlich erfolgt im Kapitel 7 ein abschließendes Fazit, wobei nochmal alle Fragestellungen reflektiert werden und geklärt, welche Fragestellungen sich sehr einfach und sehr schwierig nach unseren theoretischen Recherchen und Erkenntnisstand, beantworten ließen.

Dazu nutzten wir als Hauptliteratur vor allem das Buch vom deutschen Geologe Horst Mensching (1921-2008), welcher bereits viel über das Thema der Desertifikation geschrieben hat. Im hinteren Teil des Buches „Desertifikation – ein weltweites Problem der ökologischen Verwüstung in den Trockengebieten der Erde“ finden sich bereits einige Maßnahmen gegen die Desertifikation.

Weiterhin wählten wir das Buch „Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ vom amerikanischen Evolutionsbiologen Jared Diamond als Hauptliteratur, da Diamond gut der Frage nachgeht, inwieweit damals Gesellschaften in bestimmten Räumen untergegangen sind und auch warum gewisse Räume auf der Erde unbewohnbar gemacht worden sind.

Letztlich nutzten wir weitere Literatur, Zeitschriften und aktuelle Internetlinks, vor allem die Seite www.desertifikation.de, da hier aktuelle Präventionsmaßnahmen dargestellt worden sind. Weitere wichtige Internetquellen vom Auswärtigen Amt und aktuelle Zeitungsartikel (Tagesschau).

Als allgemeines Lexikon für Definition nutzten wir den Brockhaus. Dieser bietet zwar nur einen allgemeinen oberflächlichen Überblick, ist aber ausreichend für allgemeine Definitionen. Weitere Quellen und Literatur sind im Literatur- und Quellenverzeichnis zu finden.

2. Desertifikation

2.1 Begriffserklärung

Desertifikation ist ein sehr umfassender Begriff, der in vielen Büchern anders definiert und erklärt wird. Allgemein gesehen ist die Desertifikation „ das Vordringen der Wüste in halbtrockene Gebiete oder die Schaffung wüstenähnlicher Bedingungen durch Eingriffe des Menschen in das Ökosystem der Wüstenrandgebiete (z.B. durch Überweidung).“[1]

Genauer betrachtet stammt der Begriff aus dem Lateinischen „desertus facere“ (d.h. Wüstmachen, Verwüsten). Im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff meist für die Wüstenbildung menschlichen Ursprungs genutzt im Gegensatz zur natürlichen Wüstenbildung. Laut Hammer handelt es sich beim Desertifikationsprozess „um eine von Menschen initiierte, voranschreitende Verarmung und letztlich um die Zerstörung von ariden, semi- ariden und subhumiden Ökosystemen.“[2]

Charakteristisch dafür ist, dass die Verwüstung in ariden und semi-ariden Gebieten aufzufinden ist, wo nach sie nach klimatisch-zonaler Eingrenzung nicht vorkommen sollte. Desertifikation weist eine starke Beeinträchtigung der Vegetation hervor und hat meist irreversible Folgen für die Beschaffenheit.

2.2 Ursachen und Folgen

Im Vorfeld möchten wir vorwegnehmen, dass im Bereich der Ursachenforschung, die auf Desertifikationserscheinungen zurückzuführen sind, nicht nur eine oder die Ursache gibt. Zunächst ist zu sagen, dass wir uns bei den Ursachen sehr kurz halten möchten, da es nicht wesentlich der Bestandteil der Bachelorarbeit ist.

Es sind meist mehrere Faktoren, die zusammenwirken und dann für die Desertifikation verantwortlich gemacht werden können. Die klimatischen und die anthropogenen Faktoren spielen in der Hinsicht aber eine entscheidende Rolle. Hammer charakterisiert an Hand der Abbildung die Hauptfaktoren, welche er in Geofaktoren, interne und externe Faktoren einteilt. Geofaktoren sind natürliche Klimafaktoren, wie Vegetation, Boden, Wasserhaushalt und so weiter. Interne Faktoren sind nationale wirtschaftliche, politische und rechtliche Systeme und externe Faktoren beinhalten das Weltwirtschaftssystem, das Zusammenspiel mit internationaler Politik bzw. Entwicklungszusammenarbeit. All diese Aspekte sind maßgeblich von Bedeutung für die Ausbreitung der Desertifikation.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.3 Verbreitung

Auf der ganzen Welt ist mittlerweile bereits ein Sechstel der Bevölkerung und ein Viertel der Erdoberfläche von Desertifikation betroffen. Möchte man die Verbreitung der Desertifikation geographisch-regional einschränken, um einen Überblick zu erlangen, ist es sinnvoll, sich die Klimazonen der Erde näher zu betrachten. Laut Köppen sind alle Zonen mit BS-Klimaten (Steppen) und in den Tropen die wechselfeuchten Aw-Klimate (Savannen) extrem desertifikationsanfällig. Weiterhin sind auch die C- und Cs-Klimaregionen mit Winterregen und Sommertrockenheit für Desertifikation anfällig.[3]

Allgemein wird gesagt, dass es keine Rolle spielt, ob es sich um warm-aride oder kontinentale, kalt-aride Regionen handelt, also um afrikanische oder zentralasiatische Trockengebiete. Auf der Erdoberfläche sind alle Kontinente von der Desertifikation betroffen, nur das Ausmaß ist sehr unterschiedlich.

In der Abb. 1 ist ein Überblick über die desertifikationsgefährdeten Zonen der Erdoberfläche zu sehen. Dabei fällt auf, dass fast der gesamte innere Bereich des australischen Kontinentes von Desertifikation befallen ist. Weiterhin ist ein schmaler Gürtel in Südafrika zu erkennen, der etliche Plateaus im Landesinneren umfasst. Das größte Gebiet mit starker Desertifikationsanfälligkeit ist der nordafrikanisch-asiatische Trockengürtel, der sich von der Atlantikküste Nordafrikas bis zum Nil und von dort aus über die Arabische Halbinsel bis weit in den asiatischen Kontinent erstreckt. In Nordamerika sind einige Teile Mexikos und die Becken und Ebenen der westlichen USA von Desertifikation betroffen. In den zentralen Teilen Kaliforniens, Arizonas und Mexikos befinden sich die trockensten Bereiche. In Südamerika erstrecken sich ein schmaler Küstenstreifen westlich der Anden, sowie eine breitere Fläche östlich der Anden. Desweiteren gibt es noch kleinere Bereiche im Osten Brasiliens, in Kolumbien und in Venezuela mit Desertifikation.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Die Bedeutung der Desertifikationsmaßnahmen aus historischer Sicht am Beispiel der Osterinseln nach Jared Diamond

Am Beispiel der Osterinsel wird der Versuch unternommen, am Ende Parallelen zu der heutigen Welt aufzustellen und die für uns möglichen Folgen als ein Szenario darzustellen.

Im nachfolgenden Abschnitt soll anhand der Osterinsel und der Theorie nach Jared Diamond nicht nur veranschaulicht werden, dass Desertifikationsmaßnahmen schon von Gesellschaften früherer Zeiten um 900 nach Christus[5] wie den aus Asien stammenden Polynesiern angewandt wurden,[6] sondern es sollen ebenfalls die gravierenden Folgen für die heutige Welt verdeutlicht werden.

Zunächst soll der Begriff der Gesellschaft an Hand eines allgemeinen Wörterbuches definiert werden, da dieser anschließend in Häufigkeit auftritt.

So heißt es, „i, w. S. die Verbundenheit von Lebewesen(Pflanzen, Tiere, Menschen) mit anderen ihrer Art und ihr Eingeschlossensein in den gleichen Lebenszusammenhang“[7] Diese Gesellschaftsdefinition ist allgemeingehalten und für unseren Zweck dieser Bachelorarbeit in diesem Rahmen ausreichend, da wir keine Definitionssammlung vom dem Gesellschaftsbegriff erläutern. Es geht eher darum, warum das Zusammenleben von Menschen in einer Region, wie die Osterinsel eine Zerstörung mit sich brachte und warum die heutigen Gesellschaften in Zukunft daraus lernen können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Osterinsel liegt im Südpazifik etwa 3700 Kilometer östlich vom südamerikanischen Festland. Politisch gehört die Osterinsel heute zu Chile. Das Klima ist dabei subtropisch bei 27°C Durchschnittstemperatur und da die Insel erst vor kürzerer Zeit aus einer Vulkanaktivität entstanden ist, verfügt diese über einen fruchtbaren Boden.[8] Ein Problem ist, die relativ geringe Niederschlagmenge in dieser Region von 125mm pro Jahr und das dieser Niederschlag im Vulkanboden schnell versickert und dadurch wenig Salzwasser vorhanden ist.[9]

Die Bewohner der Osterinsel waren aufgrund von verschiedenen ungünstigen Faktoren, diese werden im Verlauf des Abschnitts näher beleuchtet, gezwungen die Landwirtschaft zu intensivieren.[10] Demzufolge finden sich auf der Insel Maßnahmen die der Steigerung der landschaftlichen Produktion dienten sowie dem Schutz vor Erosion, dies wird im nachfolgenden Zitat dargelegt. „Man schichtete große Felsblöcke auf, um die Pflanzen vor der Austrocknung durch den häufig sehr starken Wind zu schützen.[11] Des Weiteren schützten „Strukturen aus kleineren Steinen […] erhöht liegende oder in Senken angelegte Gärten, wo man Bananen anbaute und auch Keimlinge züchtete, die dann, wenn sie größer waren, an anderer Stellen verpflanzt wurden.“[12]

Eine weitere Maßnahme ist das Auslegen von Steinblöcken, die in geringen Abständen und auf großen Flächen platziert wurden. Dies war in der Zeit die am meisten genutzte Methode die sich gegen Wind und somit gegen Erosion bewährt hat.

[...]


[1] Brockhaus S. 214

[2] Hammer S. 273

[3] Mensching S. 7

[4] Mensching S. 7f

[5] Vgl. Diamond, 2006, S. 116.

[6] Vgl. Diamond, 2006, S. 109.

[7] Brockhaus S. 389.

[8] Ebenda S. 108.

[9] Ebenda.

[10] Vgl. Diamond, 2006, S. 118.

[11] Ebenda S. 118.

[12] Ebenda S. 118.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung und deren Bewertung der Präventionsmaßnahmen gegen die Desertifikation als ökologisches Umweltrisiko
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
40
Katalognummer
V154641
ISBN (eBook)
9783640674978
ISBN (Buch)
9783640675166
Dateigröße
1491 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Bedeutung, Bewertung, Präventionsmaßnahmen, Desertifikation, Umweltrisiko
Arbeit zitieren
Christoph Staufenbiel (Autor), 2010, Die Bedeutung und deren Bewertung der Präventionsmaßnahmen gegen die Desertifikation als ökologisches Umweltrisiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154641

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