Die Beziehung Jesu zu Frauen seiner Zeit

Ausgewählte Beispiele


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Stellung der Frau

3. Jesus begegnet Frauen
3.1 Maria und Marta
3.2 Maria Magdalena

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

7. Verbindliche Versicherung

1. Einleitung

Das Interesse, über dieses Thema eine Hauptseminararbeit zu schreiben, entstand während des Seminars „Jesus von Nazaret“. Ein kurzer Hinweis auf die besondere Beziehung Jesu zu den Frauen weckte die Neugierde, allgemein den Umgang Jesu mit den Frauen seiner Zeit und auch Beziehungen zu besonderen Frauen genauer zu beleuchten. Während eines Kompaktseminars in Theologie wurden die Frauen Maria und Marta näher betrachtet. Die gewonnenen Einblicke wollte ich vertiefen. Mit dieser Thematik hatte ich mich zuvor noch nicht beschäftigt, da die Frauen hauptsächlich Nebenrollen in der Bibel einnehmen. Lediglich in den Evangelien werden sie an verschiedenen Stellen zu Hauptdarstellern, wie beispielsweise als Auferstehungszeuginnen. Die Gründe für diesen Darstellungswechsel scheinen in der Person Jesus verankert zu sein.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Hausarbeit soll demnach auf der Frage nach der Besonderheit des Verhaltens von Jesus gegenüber den Frauen liegen. Hierfür möchte ich zunächst die gesellschaftliche Stellung der Frau zur Zeit Jesu beleuchten. Anschließend soll die Beziehung Jesu zu ausgewählten Frauen aus den Synoptikern untersucht werden. Das Johannesevangelium wird hierbei außer Acht gelassen, da es sich von den Synoptikern weitgehend abgrenzt. Das Evangelium wird oftmals als eigenständig betrachtet, da es sich sowohl inhaltlich als auch in Sprache, Stil und Aufbau von den synoptischen Evangelien Matthäus, Markus und Lukas unterscheidet.[1]Als Beispiele für Frauen mit besonderer Beziehung zu Jesus habe ich mich für Maria Magdalena und die Schwestern Maria und Marta entschieden.

Die Suche nach geeigneter Literatur gestaltete sich schwieriger als erwartet. Zum Thema Frauen und Jesus finden sich viele Schriften der feministischen Theologie und gemeindeerbaulichen Literatur, welche für eine wissenschaftliche Hausarbeit ungeeignet sind. Zu den spezifischeren Themen, wie die der Personen Maria Magdalena sowie Maria und Marta ließ sich einfacher geeignete Literatur finden. Der Verlag Bibelwerk Linz in Kooperation mit dem Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart haben Hefte[2]zum Thema „Frauen in biblischer Zeit“ herausgebracht, die das Leben der Frauen zur Zeit Jesu anschaulich und prägnant beschreiben. Daher stützen sich die allgemeinen Aussagen über das Leben der Frauen in der vorliegende Hausarbeit zu einem großen Teil auf diese Hefte des Bibelwerks.

2. Die Stellung der Frau

Sowohl das Alte Testament, als auch die unmittelbare Umgebung Jesu waren gekennzeichnet von einer Abwertung der Frau. Ihr Leben spielte sich in einer patriarchalisch geprägten Umwelt ab. Ihre Rechte wurden von Männern festgelegt, wodurch sie in Rechtsgeschäften lediglich eingeschränkt beteiligt waren. Die biblischen Vorschriften und Verbote, welche Frauen betreffen, galten für die Bereiche Familie und Religion. So hatte sie beispielsweise die Aufgabe auf die Einhaltung der Speisevorschriften zu achten. Zudem war es ihre Verantwortung die Traditionen und Gebote z.B. des Pessachfestes an die nächste Generation, vor allem an die Töchter, weiterzugeben.[3]

Die Stellung der Frau innerhalb der Familie hing hauptsächlich von ihrer Fruchtbarkeit ab. Hierbei bedeutete jedoch die Geburt von Söhnen ungleich mehr Wertschätzung, als die Geburt von Töchtern. Das Überleben des Stammes hatte absoluten Vorrang, Söhne waren zugleich Sicherung des Stammes und erbten auch den Familienbesitz. Eine Tochter hingegen, hatte kein Erbrecht, es sei denn, es gab in der Familie keine Söhne. Blieb eine Frau längere Zeit kinderlos, so nahm sich der Mann meist eine zweite Frau. Wenn diese dann ein Kind zur Welt brachte, nahm sie im Gegensatz zur kinderlosen Ehefrau eine höhere Stellung ein. Es war indes Glück für die kinderlose Ehefrau, wenn sie weiterhin geduldet wurde, denn Kinderlosigkeit konnte auch Anlass sein, aus der Ehe entlassen zu werden. Einen anderen Ausweg bot sich darin, dass die Frau dem Mann ihre Magd zur Verfügung stellte und deren Kind dann als gemeinsames Kind des Ehepaares galt.[4]

Innerhalb des Haushaltes hatte die Frau das Sagen, dort wurde ihr Achtung und Wertschätzung entgegengebracht. Den Bereich des Hauses verließen Frauen selten. Es geschah nur, wenn es gewisse Umstände wie Wasserholen am Brunnen, Mitarbeit auf dem Feld oder ähnliches es nötig machten.

Im Verhältnis Mann und Frau werden Frauen in einigen Texten als Besitz des Mannes betrachtet. Ein Beispiel hierfür bieten die 10 Gebote. Dort heißt es in 2.Mose 20,17: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.“[5]Hier wird die Frau eindeutig, mit einer Reihe weiterem Habe, als Besitz des Mannes angesehen. Ein konträres Bild bietet der Schöpfungsbericht z.B. in 1.Mose 1,27: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“ Ursprünglicher Gedanke Gottes bei der Erschaffung des Menschen war eine Gleichstellung derer und kein Ordnungsgefälle zwischen Mann und Frau.

Eine Frau konnte sich nicht von ihrem Mann trennen, denn sie galt als dessen Besitz. Der Mann hingegen konnte seine Frau aus der Ehe entlassen. Die Gründe hierfür waren beispielsweise die Meinung des Mannes, dass seine Frau den Haushalt oder die ehelichen Pflichten vernachlässigte. Wie oben erwähnt, entließen Männer oftmals auch kinderlose Frauen aus der Ehe. Der Ehemann stellte der Frau einen Scheidungsbrief aus und musste ihr das von ihr in die Ehe gebrachte Vermögen zur Sicherung ihrer Existenz zurückgeben. Dennoch hatte eine geschiedene Frau ohne Söhne Schwierigkeiten für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.

Beim Tod des Ehemannes ging der Besitz an die Söhne. Die Witwe bekam nichts. Für die Absicherung der Witwe gab es die sogenannte Leviratsehe, bei der sich der Bruder des Verstorbenen der Frau annehmen und sie heiraten sollte, sofern die Familie nicht zu weit entfernt wohnte oder schon zu groß war. Hatte die Frau keine Söhne, so wurde der erste Sohn aus der Leviratsehe dem Verstorbenen rechtlich zuerkannt, sodass dessen Name durch den Sohn am Leben erhalten wurde. Verweigerte der Bruder oder beispielsweise der Schwiegervater[6]die Leviratsehe, so konnte die Frau theoretisch in ihr Elternhaus, sofern ihre Eltern noch am Leben waren, zurückkehren. In der Praxis war dies jedoch aufgrund der finanziellen und wirtschaftlichen Zusatzbelastung, die den Eltern dadurch entstanden äußerst ungern gesehen. Also lebten die Witwen meist in Armut. Erst zu Beginn der hellenistischen Zeit bzw. in den frühchristlichen Gemeinden wurden Witwen unterstützt,[7]sodass diese nicht mehr in Armut leben mussten und teilweise reiche Frauen sogar Geld spenden konnten.[8]

[...]


[1] Vgl. Kirchschläger, Walter: Einführung in das Neue Testament. In: Struppe, Ursula/Kirchschläger, Walter:
Einführung in das Alte und Neue Testament. Stuttgart 1998, Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH,
S.103ff.

[2]Erschienene Titel u.a. „Frauenalltag in biblischer Zeit.“, „Frauenleben.“ oder „Die Ahnfrauen Jesu.“

[3] Vgl. Penner, Ingrid/ Zwickel, Wolfgang/ Kogler, Franz: Das Leben der Frauen in biblischer Zeit. „Schön bist
du, meine Freundin!“ Linz 2007, Katholisches Bibelwerk Linz. S.7;34.

[4]Vgl. 1.Mose 16 und 21: Abraham, Sara und die Magd Hagar.

[5]Alle angegebenen Bibelstellen sind der Lutherbibel 1984 entnommen.

[6]Vgl. Genesis 38: Die Geschichte der Tamar.

[7] Vgl. Apostelgeschichte 9, 36-39: „In Joppe war eine Jüngerin mit Namen Tabita, das heißt übersetzt: Reh. Die
tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen. Es begab sich aber zu der Zeit, dass sie krank wurde und
starb. Da wuschen sie sie und legten sie in das Obergemach. Weil aber Lydda nahe bei Joppe ist, sandten die
Jünger, als sie hörten, dass Petrus dort war, zwei Männer zu ihm und baten ihn: Säume nicht, zu uns zu
kommen! Petrus aber stand auf und ging mit ihnen. Und als er hingekommen war, führten sie ihn hinauf in das
Obergemach und es traten alle Witwen zu ihm, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, die Tabita
gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.“

[8]Vgl. Penner, Ingrid/ Zwickel, Wolfgang/ Kogler, Franz: Das Leben der Frauen in biblischer Zeit. S.7-11.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Beziehung Jesu zu Frauen seiner Zeit
Untertitel
Ausgewählte Beispiele
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg  (Institut für Philosophie und Theologie)
Veranstaltung
Hauptseminar „Jesus von Nazareth“
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V154725
ISBN (eBook)
9783640675562
ISBN (Buch)
9783640675739
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Als Beispiele für Frauen mit besonderer Beziehung zu Jesus habe ich mich für Maria Magdalena und die Schwestern Maria und Marta entschieden.
Schlagworte
Beziehung, Jesu, Frauen, Zeit, Beispiele
Arbeit zitieren
Tanja Steiner (Autor), 2009, Die Beziehung Jesu zu Frauen seiner Zeit , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154725

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