,,Klimawandel“, ,,Klimaerwärmung“, ,,Klimakatastrophe“, ,,Klimaveränderung“, ,,globale Erwärmung“ etc. sind Begriffe, die am Ende des 20. Jahrhunderts geprägt wurden und seit den Anfängen des 21. Jahrhunderts zum medialen Alltag gehören. Die Klimaforschung steht so stark in den öffentlichen Diskussionen wie keine andere Wissenschaft, denn das Thema betrifft die Menschen und ihre Umgebung. Forscher, Politiker, diverse Formen der Medien, Umweltorganisationen, Lobbyorganisationen der Wirtschaft und auch nur Interessierte analysieren und interpretieren ihre Ergebnisse auf ganz unterschiedliche Art und Weise, sodass es für den normalen Bürger ,,Max Mustermann“ oft schwierig ist, verlässliche Informationen von den ,,Horrorszenarien“ zu trennen. Besonders anfangs des 21. Jahrhunderts diskutierten und stritten die Akteure über die Ursache des Klimawandels. Die einen hielten die Temperaturanstiege für ein ausschließlich natürliches Phänomen, andere Akteure sprachen ,,vom Menschen verursachte Klimaerwärmung“. Doch mindestens seit dem Weltklimabericht im Jahre 2007 des zwischenstaatlichen Klimabeirates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist der lang diskutierte Klimawandel aktenkundig und es ist damit nicht mehr zu leugnen, dass der Mensch das Weltklima entscheidend beeinflusst und dass es in den nächsten Jahrzehnten zu gravierenden globalen Veränderungen kommen wird. Folgerungen und Zukunftsszenarien über den Klimawandel beruhen auf Messdaten, Modelle und auf ein physikalisches Verständnis der Wissenschaftler, sodass die Sorge um die Veränderungen unseres Planeten begründet ist. Die zum Beispiel stark ansteigenden Treibhausgase in unserer Atmosphäre beruhen auf gemessene Daten aus den antarktischen Eisbohrkernen, die deutlich aussagen, dass die CO2 –Konzentration nie so hoch war seit einer Millionen Jahre. Weiterhin bestätigt die Tatsache, dass die Jahre 1998 und 2001 bis einschließlich 2005 die sechs wärmsten seit den Aufzeichnungen 1861 waren (RAHMSTORF & SCHELLNHUBER 20076: 8). Unser Klima wird wärmer und wird laut Modellen in den nächsten Jahrzehnten Rekordtemperaturen erreichen, wenn die Menschen nicht im Begriff sind, Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Topographische Einordnung der deutschen Nordseeküste
2.1 Schleswig-Holsteinische Nordseeküste
2.2 Niedersächsische Nordseeküste
3. Formung der Nordseeküstenlandschaft im Quartär
3.1 Norddeutschland zwischen Tertiär und Quartär
3.2 Norddeutsches Pleistozän
3.3 Küstenholozän
3.3.1 Globale Veränderungen
3.3.2 Entwicklung der Nordseeküsten
4. Vorherrschendes Klima im Nordseeküstenbereich
4.1 Niederschlag
4.2 Luft- und Wassertemperatur
4.3 Bewölkung
4.4 Wind
5. Wind – klimatisches Kriterium für Formungsprozesse
5.1 Wellen: Motor der Küstenformung
5.1.1 Entstehung von Wellen
5.1.2 Wellenbrechen
5.1.3 Praxisbeispiel der Küstenformung: Verlagerung der Insel Spiekeroog
5.2 Naturereignis Sturmfluten
5.2.1 Eigenschaften des Phänomens Sturmflut
5.2.2 Historie der Sturmfluten an der Nordseeküste
6. Zukunft der deutschen Nordseeküste in Gefahr: Szenarien
6.1 Klimaerwärmung und Erliegen des Golfstroms
6.2 Gletscherschwund und Meeresspiegelanstieg
6.3 Meereserwärmung und regionale Klimaveränderungen
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf die deutsche Nordseeküste. Dabei wird analysiert, wie sich die Küstenlandschaft historisch unter wechselnden klimatischen Bedingungen entwickelt hat, wie sie gegenwärtig durch Seegang und Stürme geformt wird und welche Zukunftsszenarien angesichts der globalen Erwärmung für die Region zu erwarten sind.
- Erdgeschichtliche Entwicklung der Nordseeküste im Quartär und Holozän
- Analyse der heutigen Klimaelemente (Niederschlag, Temperatur, Wind)
- Rolle des Windes als Motor für Küstenformungsprozesse (Wellen, Sturmfluten)
- Fallstudie zur Dynamik der Insel Spiekeroog
- Zukunftsszenarien: Golfstrom-Einfluss, Meeresspiegelanstieg und Erwärmung
Auszug aus dem Buch
5.1.2 Wellenbrechen:
Wie bereits erläutert, verändern die Wellen ihren grundlegenden Charakter, wenn diese sich der Küste nähern und letztendlich mit dem ansteigenden Meeresboden brechen. Die Form des Wellenbrechens kann sehr unterschiedlich sein. ZEPP (2004:261) fasst diese Formen wie folgt zusammen:
,,In flachem Wasser bildet sich auf dem Wellenkamm eine Schaumkrone, die auf der Vorderseite der Welle herunterläuft und anwächst (Schwallbrecher, spilling breakers); bei steilerem Ufer und größeren Wellen treten typischerweise Sturzbrecher (plunging breakers) auf, bei denen wasserfallartig der Kamm zusammenbricht und die eingeschlossene Luft in die Tiefe gepresst wird; an Steilküsten brechen die Wellen nicht, sondern sie werden reflektiert (Reflexionsbrecher).“
Wie eine Welle bricht, hängt also von den Gegebenheiten des Festlandes (Uferneigung und Wassertiefe) und dem bereits vorher vorhandenen Verhalten der Welle (Höhe) ab. An einem Sandstrand, zum Beispiel, enden die Wellen meistens als Schwallbrecher (spilling waves), da das Strandgefälle häufig recht
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die mediale Präsenz des Klimawandels und definiert die Forschungsziele der Arbeit im Hinblick auf die deutsche Nordseeküste.
2. Topographische Einordnung der deutschen Nordseeküste: Dieses Kapitel beschreibt die geographische Lage der Nordsee und unterteilt die deutsche Küste in die Regionen Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
3. Formung der Nordseeküstenlandschaft im Quartär: Hier werden die erdgeschichtlichen Prozesse des Pleistozäns und Holozäns erläutert, die maßgeblich zur heutigen Gestalt der Küstenlandschaft beigetragen haben.
4. Vorherrschendes Klima im Nordseeküstenbereich: Der Fokus liegt auf der Analyse der aktuellen Klimaelemente wie Niederschlag, Lufttemperatur und Bewölkung anhand von Datenbeispielen.
5. Wind – klimatisches Kriterium für Formungsprozesse: Dieses Kapitel behandelt die physikalischen Auswirkungen von Wind und Wellen auf die Küste und analysiert die historische Bedeutung von Sturmfluten.
6. Zukunft der deutschen Nordseeküste in Gefahr: Szenarien: Basierend auf Klimamodellen werden mögliche Szenarien für die zukünftige Entwicklung der Küste bei fortschreitender Erwärmung diskutiert.
7. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der klimatischen Herausforderungen für die Nordseeküste und Notwendigkeit nachhaltiger Schutzmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Nordseeküste, Klimawandel, Quartär, Holozän, Sturmfluten, Golfstrom, Meeresspiegelanstieg, Gletscherschwund, Küstenformung, Sedimenttransport, Spiekeroog, Treibhauseffekt, Klimaforschung, Küstenschutz, Geomorphologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den physikalischen und klimatischen Prozessen, die die deutsche Nordseeküste geformt haben und in Zukunft verändern könnten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die geologische Küstenentwicklung, die Analyse der aktuellen Klimaelemente, die morphologische Wirkung von Wind und Wellen sowie Zukunftsszenarien des Klimawandels.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Küste während erdgeschichtlicher Klimaschwankungen entwickelte, wie sie gegenwärtig belastet wird und welche Veränderungen infolge der aktuellen Erwärmung zu erwarten sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine Auswertung von geologischen Grundlagen, meteorologischen Messdaten, Klimamodellen und wissenschaftlichen Studien, ergänzt durch die Analyse von Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die topographische Einordnung, die historische Formung im Quartär, die Analyse des aktuellen Küstenklimas, die Wirkung von Sturmfluten und Prognosen zu künftigen Klimaszenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Nordseeküste, Klimawandel, Sturmfluten, Meeresspiegelanstieg und geomorphologische Prozesse.
Wie verändert der Golfstrom die Nordseeregion?
Der Golfstrom fungiert als Wärmepumpe für Westeuropa; ein mögliches Erliegen oder Abschwächen könnte zu einer signifikanten Abkühlung des nordeuropäischen Klimas führen.
Welche Rolle spielt die Insel Spiekeroog in der Analyse?
Spiekeroog dient als Fallbeispiel, um die Dynamik der Inselverlagerung und die Auswirkungen von Wind- und Strömungsprozessen auf die Küstenmorphologie zu verdeutlichen.
Warum wird das Wattenmeer als besonders gefährdet eingestuft?
Aufgrund des prognostizierten Meeresspiegelanstiegs könnte das Wattenmeer durch zunehmende Überflutungsdynamiken in seiner heutigen Form und Biodiversität gefährdet sein.
Was sind die vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen?
Diskutiert werden neben der Deicherhöhung auch ökologische Maßnahmen wie Sandvorspülungen und die Rückkehr zum Bau von Gebäuden auf Warften.
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- Katharina Vandrei (Author), 2009, Veränderung der deutschen Nordseeküste aufgrund klimatischer Einflüsse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154727