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Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Unionsparteien im Politikfeld Sexualität

In der Gegenwart und den 1980er-Jahren

Titel: Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Unionsparteien im Politikfeld Sexualität

Bachelorarbeit , 2024 , 52 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lenny Kressel (Autor:in)

Politik - Geschichte der politischen Systeme
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie prägen Ideologie und Inszenierung die Positionen der deutschen Unionsparteien im Politikfeld Sexualität? Diese Bachelorarbeit untersucht die Diskursstrategien von CDU und CSU, um Macht und Identität in diesem sensiblen Bereich zu verhandeln. Anhand von Schlüsselthemen wie Vergewaltigung, Homosexualität und dem Transsexuellengesetz wird der Wandel zwischen den 1980er-Jahren und der Gegenwart sichtbar gemacht. Durch eine interdisziplinäre Methodik zeigt die Analyse, wie sich konservative Werte und gesellschaftlicher Wandel in politische Entscheidungen übersetzen. Eine aufschlussreiche Untersuchung über die Spannungen zwischen Tradition und Modernisierung in der deutschen Politik.

Zur Untersuchung der Inszenierungsstrategien und Diskurspositionen der bundesparlamentarischen Union wird in dieser Thesis zunächst das Politikfeld Sexualität in den Referenzzeiträumen, den 1980er-Jahren und der Gegenwart, und das Leitbild sowie die Ideologie der Unionsparteien kontextualisiert. Anschließend erfolgt die Analyse der Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien zu den jeweiligen Zeiträumen. Der Zeitraum Gegenwart bezieht sich nachfolgend auf den Zeitraum ab dem Jahr 2017, welches z. B. mit der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und der #MeToo-Debatte ein wegweisendes Jahr im Diskurs im Politikfeld Sexualität war, bis zum Jahreswechsel 2023/2024. Aufgrund des zum Untersuchungszeitpunkt aktuell und im Jahr 2024 weiter diskutierten Themas des SelbstBestGs werden nur Beiträge bis zum genannten Stichzeitpunkt in der Untersuchung berücksichtigt. Teil der Analyse der Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien ist die Untersuchung der offiziellen Positionen der Parteien durch die Betrachtung von unter anderem Auftritten der Vorsitzenden, Aktivitäten im Bundestag von Abgeordneten und Fraktionen, bundespolitischen Grundsätzen wie Parteitagsbeschlüssen und Grundsatz- sowie Wahlprogrammen. Schismen, also innerparteiliche Kontroversen, innerhalb der Union werden ebenso in die Analyse einbezogen. Besonders bei der Analyse der 1980er-Jahre wird eine Erweiterung der Perspektive auf das Argument des Zeitgeistes der damaligen Zeit nötig sein, die Vermutung, dass Sexualität in den 1980er-Jahren kein öffentlich debattiertes Thema war, liegt nahe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sexualität als Politikfeld

2.1. Sexualität in der deutschen Bundespolitik der 1980er-Jahre

2.2. Sexualität in der gegenwärtigen deutschen Bundespolitik

3. Christlich Demokratische/Soziale Union – Leitbild und Ideologie

4. Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Union im Politikfeld Sexualität in den 1980er-Jahren

4.1. Offizielle Parteilinie

4.2. Zeitgeist des Ausschweigens? Die Inszenierungsstrategien und Diskurspositionen der Grünen zum Vergleich

4.3. Schismen innerhalb der Union

5. Gegenwärtige Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Union im Politikfeld Sexualität

5.1. Offizielle Parteilinie

5.2. Schismen innerhalb der Union

6. Neue Inszenierungsstrategien und Diskurspositionen? Ein Vergleich

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der Unionsparteien CDU und CSU im Politikfeld Sexualität in den 1980er-Jahren und der Gegenwart, um Muster, Wandel und politische Strategien zur Machtabsicherung durch Abgrenzung aufzudecken.

  • Vergleich der sexualpolitischen Diskurse in den 1980er-Jahren und ab 2017.
  • Rolle des christlich-ideologischen Menschenbildes als Fundament der Unionspolitik.
  • Analyse der Strategien der bewussten Inszenierung und Eindruckssteuerung.
  • Untersuchung innerparteilicher Spannungsfelder (Schismen) bei ethisch aufgeladenen Themen.
  • Bedeutung des Schutzes von Kindern als politisches Narrativ der Union.

Auszug aus dem Buch

4.1. Offizielle Parteilinie

Als „Leidvoller Zwang“ betitelte der Spiegel im Februar 1980 die Situation von Transpersonen im Rahmen der Berichterstattung zur Beratung des Gesetzesentwurfes des TSGs im Innenausschuss des Bundestages. Während sich die sozialliberale Regierungskoalition, bestehend aus SPD und FDP, dem „leidvollen“ Zwang einer „im Fühlen radikalen Minderheit“ durch die bereits zuvor ausgeführten kleinen und großen Lösungen annehmen wollte, taten sich CDU und CSU im Bundestag mit Teilen des Gesetzes schwer.

Eigentlich schien Transidentität für die Union kein Thema zu sein. Weder in ihrer Grundsatz- noch in ihrer Wahlprogrammatik findet sich dieses Thema in den 1970er- und 1980er-Jahren wieder. Es war kein Thema, dem sich die Unionsparteien von selbst widmeten. Doch erkannten sie die Notwendigkeit des Handelns an. Im März 1976 wurde durch die SPD-Fraktion im Bundestag ein Antrag zur Änderung des Personenstandsgesetzes gestellt und im April an den Innenausschuss überwiesen. Die Richter, die bisher in jedem vor Gericht gebrachten Fall der Geschlechtseintragsänderung einzeln entscheiden mussten, sollten durch ein spezifisches Gesetz und eine generelle Regelung von dieser Arbeit entlastet und von rechtlichen Unsicherheiten befreit werden. Auch für Transpersonen sollte, durch die Möglichkeit der Namens- und Geschlechtseintragsänderung, die freie Persönlichkeitsentfaltung nach Art. 2 GG möglich werden. Der vom Bundestag eingesetzte Innenausschuss, in welchem auch Unionsabgeordnete saßen, empfahl dem Bundestag in Übereinstimmung mit dem Antrag der SPD-Fraktion, eine gesetzliche Regelung zu schaffen. Mit den Stimmen der Unionsabgeordneten wurde am 10. Juni 1976 der Antrag zur Schaffung eines Gesetzes zur Änderung des Personenstandsgesetzes im Sinne transidenter Personen einstimmig im Bundestag angenommen und die Bundesregierung hiermit beauftragt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Untersuchungsrahmen ab und stellt die These auf, dass die Union das Politikfeld Sexualität gezielt zur Profilschärfung und Abgrenzung nutzt.

2. Sexualität als Politikfeld: Dieses Kapitel definiert Sexualität als komplexes Spannungsfeld zwischen Trieb, Biologie und soziokulturellen Normen und führt in die drei relevanten Dimensionen des Politikfeldes ein.

3. Christlich Demokratische/Soziale Union – Leitbild und Ideologie: Das Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln der Union und arbeitet das christlich-ideologische Menschenbild als konstitutive Basis ihrer gesellschaftspolitischen Grundhaltung heraus.

4. Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Union im Politikfeld Sexualität in den 1980er-Jahren: Hier werden die Haltungen der Union zu Transsexualität (TSG), Vergewaltigung in der Ehe und Kindesmissbrauch in den 1980er-Jahren unter Anwendung der Diskursanalyse untersucht.

5. Gegenwärtige Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Union im Politikfeld Sexualität: Dieses Kapitel analysiert die aktuellen Positionen der Union, insbesondere die Ablehnung des Selbstbestimmungsgesetzes und die Verknüpfung mit der Gender-Debatte.

6. Neue Inszenierungsstrategien und Diskurspositionen? Ein Vergleich: Der Vergleich zwischen den 1980er-Jahren und der Gegenwart zeigt den Wandel von einer Strategie des diskreten Schweigens hin zu einer offensiven, teils polemischen Inszenierung in der Opposition.

7. Fazit: Das Fazit bestätigt die These grundlegender Liberalisierungstendenzen bei gleichzeitiger Beibehaltung konservativer Kernwerte und arbeitet die Rolle der politischen Konkurrenz als Taktgeber für die Positionsfindung der Union heraus.

Schlüsselwörter

Unionsparteien, CDU, CSU, Sexualpolitik, TSG, Selbstbestimmungsgesetz, Vergewaltigung in der Ehe, Kindesschutz, Transidentität, Christliches Menschenbild, Diskursanalyse, Impressions-Management, Politische Kommunikation, Binarität, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Ziel dieser Bachelorarbeit?

Die Arbeit untersucht, wie die Unionsparteien in der Bundespolitik das Politikfeld Sexualität nutzen, um sich in verschiedenen Jahrzehnten zu positionieren, und ob sich dabei spezifische Inszenierungsstrategien nachweisen lassen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich explizit auf die Debatten um das Transsexuellengesetz (TSG) bzw. das Selbstbestimmungsgesetz (SelbstBestG) sowie auf die Diskurse zu Vergewaltigung, insbesondere in der Ehe, und sexuellem Kindesmissbrauch.

Welcher Zeitraum wird in der Untersuchung betrachtet?

Der Fokus liegt auf einem historischen Vergleich zwischen den 1980er-Jahren und der Gegenwart (ab 2017 bis Anfang 2024).

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Neben der historisch-kritischen Methode wird die kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger sowie die Theorie des Impressions-Managements zur Analyse der strategischen Selbstdarstellung verwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Unionspolitik der 1980er-Jahre und eine Untersuchung der gegenwärtigen Diskurspositionen, ergänzt durch einen direkten Vergleich der Strategien.

Welche zentralen Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Begriffe sind neben den Parteien (CDU/CSU) das Christliche Menschenbild, die Strategie des Schweigens bzw. der offensiven Inszenierung, Transidentität sowie der Schutzauftrag bei Kindern.

Warum spielt das christliche Menschenbild eine so zentrale Rolle für die Positionierung der Union?

Das christliche Menschenbild dient der Union als ideologisches Fundament, aus dem sie ihr Verständnis der hetero-normativen Familie und der binären Geschlechterordnung ableitet, welche in den untersuchten Debatten als Referenzpunkt dient.

Welcher Wandel in der Inszenierung lässt sich bei der Union seit 2021 feststellen?

Seit die Union in der Opposition ist, hat sie ihre Strategie von einer eher zurückhaltenden, "schweigenden" Art hin zu einer offensiven und teilweise polemischen Inszenierung gewandelt, bei der sie Themen im Politikfeld Sexualität häufig mit der sog. Gender-Debatte verknüpft.

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Details

Titel
Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Unionsparteien im Politikfeld Sexualität
Untertitel
In der Gegenwart und den 1980er-Jahren
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1,3
Autor
Lenny Kressel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
52
Katalognummer
V1547491
ISBN (PDF)
9783389099100
ISBN (Buch)
9783389099117
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sexualität Geschichte CDU CSU SPD Politik Bündnis 90/Die Grünen 1980er Jahre Gegenwart Sexualitätenpolitik Vergewaltigung in der Ehe Homosexualität Queerness TSG Transsexuellengesetz Selbstbestimmungsgesetz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lenny Kressel (Autor:in), 2024, Diskurspositionen und Inszenierungsstrategien der bundesdeutschen Unionsparteien im Politikfeld Sexualität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1547491
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Leseprobe aus  52  Seiten
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