Was würde passieren, wenn wieder eine rechtspopulistische Partei an die Macht kommt? Gerade die deutsche Geschichte scheint der AfD wichtig zu sein. Hierbei ist die skizzierte Grundannahme, dass die AfD die "dämliche Bewältigungspolitik" hinter sich lassen will, maßgebend. Basierend auf den Erkenntnissen eines Geschichtsstudiums, einer reichhaltigen Recherche über die innenpolitischen Debatten und das Verfolgen des tagtäglichen Auftretens der "Alternative für Deutschland" will der Autor nur eines: vermitteln, was damals war und was sich auf keinen Fall wiederholen darf.
Am Anfang der Arbeit wird eine Übersicht darüber gegeben, wie die Ausgangslage noch vor dem Ersten Weltkrieg war, welche Rahmenbedingungen in der Weimarer Zeit herrschten und was sich im Einzelnen im Deutschen Reich ereignete – vom Röhm-Putsch zum April-Boykott und darüber hinaus. Wie die Wirtschaft in der NS-Zeit funktionierte, welche Pläne die NSDAP und welche Auswirkungen dies auf die Menschen hatte. Was ist Nationalismus eigentlich und welche Lehren kann man in der aktuellen Debatte daraus ziehen? Ist eben alles vergangen und vergessen, oder lassen sich heute noch bekannte Muster aufzeigen, die schlimmstenfalls zu einer Wiederholung führen? Was ist so wichtig am Erinnern und am Vergessen?
Der vierte Abschnitt stellt die Verbindung zwischen dem theoretischen Teil der Arbeit und der exemplarischen Betrachtung eines geschichts- und erinnerungskulturellen Verständnisses, dem der Alternative für Deutschland, dar. Das Fazit soll diese Frage soweit möglich beantworten und so das Thema abschließen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die NS-Zeit
Der lange Weg zum Fall
Die Republik im Glanz und Elend
Im Griff der Depression
Bankenkrise
Wer war Adolf Hitler?
Die NSDAP
Nach der Wahl
Die Wirtschaft in der NS-Zeit
Am Beispiel Krupp: Anpassung
Personalpolitik und Ideologie
Zum Thema Zwangsarbeit
Hitlerjugend – typisch Mädchen, typisch Jungen
Religion und Staat
Die Judenfrage
Die Konzentrationslager
Röhm-Putsch
Noch mehr Terror
Der Zweite Weltkrieg bis zum Untergang
Kurzes Resümee
2. Begriffsdefinitionen
Was ist eine „Nation“?
Der Ursprung liegt in Frankreich
Hobsbawm Standpunkt zum Thema
Der Gedanke heute
Wozu sich erinnern?
Die deutsche Erinnerungskultur
Die Wichtigkeit des Vergessens
Aktuelle Zahlen und Daten
3. Die AFD stellt sich vor
Die AFD und ihre Vorgeschichte
Geschichtliches Verständnis - Alexander Gauland
Geschichtliches Verständnis - Björn Höcke
Zur aktuellen Debatte um Björn Höcke
Die AFD und ihr Programm
Sicherheit geht vor!
Hausfrau und Mutter
Homosexualität?
Asylrecht und Integration
Umweltschutz und „Klimalüge“
Die neue Propaganda
4. Die Erfahrungen des Autors mit Flüchtenden
Frankreich und ein ähnliches Problem: die RN (Rassenblement National)
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das geschichtliche Verständnis und die historischen Bezüge zur Partei Alternative für Deutschland (AfD). Ziel ist es, Parallelen und Unterschiede zwischen der nationalsozialistischen Zeit sowie der Weimarer Republik und dem heutigen Agieren der AfD aufzuzeigen, um vor dem Hintergrund einer veränderten Erinnerungskultur eine Einordnung der Partei vorzunehmen.
- Historische Analyse der NS-Zeit und der Weimarer Republik.
- Begriffsdefinitionen von "Nation" und "Nationalismus" im Kontext politischer Identität.
- Untersuchung des Selbstverständnisses und Programms der AfD sowie prominenter Akteure wie Alexander Gauland und Björn Höcke.
- Gegenüberstellung von nationaler Identität und deutscher Erinnerungskultur.
- Reflexion der Erfahrungen des Autors in der Arbeit mit Geflüchteten.
Auszug aus dem Buch
Die Konzentrationslager
Weil die Gefängnisse nicht ausreichen, wurden 100 Lager errichtet. Etwa 40.000 politische Gegner kamen allein im Frühjahr 1933 in Schutzhaft. „Schutzhaft“ ist ein Wort, dass seiner wahren Bedeutung spöttelte: es diente eher dem Kampf gegen die Opposition als zum Schutz der Gefangenen. Im März 1933 richteten die Nationalsozialisten ein Konzentrationslager in der Nähe des bayerischen Dachau ein. NS-kritische Anhänger, bürgerliche Parteien, Monarchisten, Geistliche, führende Gewerkschaftsfunktionäre und all jene die nicht ins strenge Bild der NSDAP passten sollen hierhingelangen: ein rechtsfreier Raum im Ausnahmezustand, abgeschottet von der Außenwelt, dem Zugriff von normaler Polizei und der Kontrolle der Justiz und anderer Behörden vollkommen entzogen. Die Gewalt im Lager war Absicht: die Gefangenen sollten gedemütigt werden. Besonders schlecht ging es den Juden unter den politischen Gefangenen.
Am 20.03.1933 gab Heinrich Himmler auf einer Pressekonferenz die Eröffnung des Konzentrationslagers bekannt. Die Aufnahmekapazität betrug damals noch 5.000 Häftlinge. Schon am 22. März, zwei Tage nach Eröffnung des Lagers, wurde die erste Gruppe von sogenannten „Schutzhäftlingen“ interniert (hauptsächlich Kommunisten und Sozialisten). In Dachau entwickelte er das Modell der Konzentrationslager, die durch ihre bloße Existenz Angst in der Bevölkerung verbreiteten und jeden Regimegegner zum Schweigen bringen sollte. Dachau wurde zur Mörderschule der SS. Hier lernten die SS Männer Menschen mit großer Überzeugung und ohne Selbstzweifel als minderwertig zu betrachten und sie auch so zu behandeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die NS-Zeit: Bietet einen Überblick über die historischen Ereignisse von der Weimarer Republik über den Aufstieg der NSDAP bis hin zum Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust.
2. Begriffsdefinitionen: Analysiert theoretische Konzepte wie Nation und Nationalismus und beleuchtet die deutsche Erinnerungskultur sowie die Bedeutung von Gedenken und Vergessen.
3. Die AFD stellt sich vor: Diskutiert die Geschichte, das Programm und die Rhetorik der AfD sowie die Äußerungen ihrer Führungskräfte Alexander Gauland und Björn Höcke.
4. Die Erfahrungen des Autors mit Flüchtenden: Reflektiert die persönliche Perspektive des Autors bei der Arbeit in Flüchtlingsheimen und setzt sie in den Kontext europäischer politischer Probleme.
5. Fazit: Fasst die Erkenntnisse über die Strategien der AfD und die Gefahren für die demokratische Kultur zusammen.
Schlüsselwörter
AfD, Nationalsozialismus, Erinnerungskultur, Nation, Nationalismus, Höcke, Gauland, Weimarer Republik, Geschichte, Zwangsarbeit, Holocaust, Flüchtlinge, Rechtspopulismus, Identität, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Geschichtsbild und die politischen Vergleiche der AfD im Kontext der deutschen Geschichte, insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf historischer Aufarbeitung, Nationalismusbegriffen, der parlamentarischen Entwicklung der AfD und der Reflexion über Erinnerungskultur.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die ideologischen Bezüge der AfD kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, wie die Partei Geschichte zur politischen Profilierung nutzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus historischer Analyse, politischer Dokumentenprüfung (Parteiprogramme, Reden) und persönlichen Erfahrungsberichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der NS-Zeit, theoretische Begriffsbestimmungen, eine Untersuchung der AfD-Strukturen und persönliche Einsichten aus der Sozialarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind AfD, Nationalismus, Erinnerungskultur, NS-Zeit, Geschichte und Demokratie.
Warum bezieht sich der Autor in Kapitel 4 auf seine Arbeit in einem Heim?
Dies dient dazu, die abstrakten Begrifflichkeiten wie „Flüchtlingskrise“ und „Integration“ mit praktischen, menschennahen Erfahrungen zu kontrastieren.
Welche Rolle spielen Alexander Gauland und Björn Höcke in der Arbeit?
Sie dienen als Fallbeispiele, deren Rhetorik analysiert wird, um das geschichtsrevisionistische Potential innerhalb der Partei aufzuzeigen.
- Arbeit zitieren
- Stephan Lasser (Autor:in), 2024, Vergangenheit als Zukunft? Geschichtsdeutung der AfD und historische Vergleiche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1547503