Die folgende Arbeit hat den Titel: "Lessings erstes bürgerliches Trauerspiel "Miß Sara Sampson" und der Tugendkanon der Aufklärung". Wie man schon am Titel erkennen kann, handelt es sich um ein sehr komplexes Thema, das sowohl Lessings Werk gewidmet ist als auch den gesellschaftlichen Vorstellungen des 18. Jahrhunderts. Das Hauptziel der Arbeit ist es zu klären, wie die Identitätskrise der beiden Hauptprotagonisten mit dem Tugendkanon der Aufklärung zusammenhängt. Neben dem Hauptziel existieren auch Nebenziele. Zu einem soll das Stück sehr detailliert präsentiert werden. Sowohl die Handlung als auch die Protagonisten und deren Relationen sollen sorgfältig dargestellt werden. Genauso gilt es die Entstehungsgeschichte des Dramas, wie auch die Problematik und Rezeption genauestens wie möglich zu präsentieren. Zum anderen soll die Arbeit auch den Autor Gotthold Ephraim Lessing näher präsentieren und einen Einblick in sein Leben und Werke zu gewähren. Die Leser dieser Arbeit sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, wichtige Informationen über diesen Dichter und Dramaturgen zu erhalten. Zusätzlich zum Inhalt des Trauerspiels und der Präsentation seines Erschaffers soll die Arbeit eine Einführung in die Epoche der Aufklärung geben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1: Einführung in die Epoche der Aufklärung
Kapitel 2: Gotthold Ephraim Lessing - Leben und Werk
Kapitel 3: Entstehungsgeschichte des Dramas, Fabel und Figurenkonstellation
Kapitel 4: Problematik und Rezeption der "Miss Sara Sampson"
Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Identitätskrise der beiden Hauptprotagonisten in Gotthold Ephraim Lessings "Miß Sara Sampson" zu analysieren und in einen direkten Zusammenhang mit dem Tugendkanon der Aufklärung zu setzen.
- Die historische Einordnung der Epoche der Aufklärung.
- Die Biografie und das literarische Schaffen von Gotthold Ephraim Lessing.
- Die Analyse der Entstehungsgeschichte und der Figurenkonstellation von "Miß Sara Sampson".
- Die Interpretation der moralischen Problematiken und der Rezeption des Trauerspiels.
- Die Untersuchung der psychologischen und identitätsstiftenden Konflikte der Charaktere.
Auszug aus dem Buch
Kapitel 3: Entstehungsgeschichte des Dramas, Fabel und Figurenkonstellation
Bis zum Jahr 1750, existierten in Deutschland keine dramatischen Stücke, die bürgerliche Ideologien, Werte oder Weltauffassungen thematisierten. Die gesamtgesellschaftliche Ebene wurde gar nicht wahrgenommen. Es schien so, als ob alle Werke die zu damaligen Zeiten entstanden, von Einflüssen und Elementen der ausländischen bürgerlichen Werke geprägt waren. Nichts entsprach eindeutig der deutschen bürgerlichen Gesellschaft.
Die Bezeichnung "bürgerliches Trauerspiel" tauchte zum aller ersten Mal im Jahr 1750 in einer in der Zeitschrift Beyträge zur Historie und Aufnahme des Theaters auf. Herausgeber waren Gotthold Ephraim Lessing und Christlob Mylius, die einen Artikel über Voltaires Tragikomödie "Nanine" aus dem Jahr 1749 abdruckten. Dieser Artikel stellte eine Übersetzung aus der französischen Sprache dar und verwendete den Terminus "tragédie bourgeoise". Es wird vermutet, dass es sich bei dieser frühen französischen Verwendung um eine Beschreibung einer Gattung handelte, die sowohl Scherz auch als Ernst vereinte.
In den folgenden 1750er Jahren blieb der Begriff "bürgerliches Trauerspiel" in Deutschland noch unbestimmt, so dass der Bedeutungsinhalt schwankend und irreführend war. Es war sehr schwierig eine allgemein gültige Definition zu erschaffen. So kam es dazu, dass man mit dieser Bezeichnung Komödien verstanden hat, in denen die Protagonisten weder heroisch noch pöbelhaft sind. Andere benutzen den Namen um ein rührendes Lustspiel auszudrücken.
Lessing war der erste, der dem Terminus "bürgerliches Trauerspiel" klar definieren konnte. In seiner Vorrede in der Theatralischen Bibliothek aus dem Jahr 1754, erklärte er folgendes: [diese Art von Trauerspiel sei] keine Fortentwicklung der Komödie, sondern eine modifizierte Variante einer alten Tragödie. Seinen Ursprung markiert das tragische Genre, nicht das komische.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Aufklärung für das bürgerliche Trauerspiel und formuliert das Ziel der Arbeit, die Identitätskrise der Protagonisten vor dem Hintergrund des zeitgenössischen Tugendkanons zu beleuchten.
Kapitel 1: Einführung in die Epoche der Aufklärung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die philosophischen Strömungen wie Rationalismus und Empirismus sowie die gesellschaftlichen und literarischen Veränderungen im 18. Jahrhundert.
Kapitel 2: Gotthold Ephraim Lessing - Leben und Werk: Das Kapitel zeichnet den Lebensweg Lessings nach, von seiner Kindheit in einer Pastorenfamilie bis hin zu seinen bedeutendsten literarischen und schriftstellerischen Erfolgen.
Kapitel 3: Entstehungsgeschichte des Dramas, Fabel und Figurenkonstellation: Hier wird die Genese von "Miß Sara Sampson" beschrieben, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Handlung sowie der einzelnen Figuren und ihrer Beziehungen zueinander.
Kapitel 4: Problematik und Rezeption der "Miss Sara Sampson": Das Kapitel untersucht die spezifischen Identitätskonflikte der Protagonisten und reflektiert deren Interpretation sowie Bedeutung innerhalb der zeitgenössischen Rezeption.
Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Identitätsstörungen der Charaktere aus dem Spannungsfeld zwischen persönlicher Selbstverwirklichung und verbindlichen Moralnormen resultieren.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Gotthold Ephraim Lessing, Miß Sara Sampson, bürgerliches Trauerspiel, Tugendkanon, Identitätskrise, Empfindsamkeit, Dramentheorie, Literaturgeschichte, bürgerliche Moral, Figurenkonstellation, Emanzipation, Vernunft, Selbstverwirklichung, Schuldgefühl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse des ersten bürgerlichen Trauerspiels "Miß Sara Sampson" von Gotthold Ephraim Lessing im Kontext der deutschen Aufklärung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Epoche der Aufklärung, Lessings Biografie, die Genese des bürgerlichen Trauerspiels sowie die psychologische Untersuchung der Hauptfiguren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es aufzuklären, wie die Identitätskonflikte der Protagonisten Sara Sampson und Mellefont mit dem Tugendkanon und den Wertvorstellungen des 18. Jahrhunderts korrespondieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse primärer Literatur (das Drama selbst) sowie die Einbeziehung zeitgenössischer literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Interpretation der Charaktere.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung zur Aufklärung, Lessings Werdegang, eine detaillierte Inhalts- und Figurenanalyse sowie eine abschließende Untersuchung der Problematik des Stücks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem "bürgerliches Trauerspiel", "Tugendkanon", "Identitätskrise" und "Empfindsamkeit".
Warum spielt die Figur der Marwood eine so zentrale Rolle?
Marwood fungiert als lasterhafte Kontrastfigur zur tugendhaften Sara und dient als Katalysator, der die moralischen und sozialen Bruchlinien im Stück offenlegt.
Inwiefern beeinflusst das Vater-Tochter-Verhältnis die Handlung?
Das Verhältnis zu Sir William Sampson stellt den moralischen Ankerpunkt dar; Saras Flucht aus diesem autoritären, aber liebenden Umfeld begründet ihre Identitätskrise und Schuldgefühle.
- Quote paper
- Karolina Gorna (Author), 2024, Lessings erstes bürgerliches Trauerspiel "Miß Sara Sampson" und der Tugendkanon der Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1547685