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Körperhaltungen als Ausdruckshandlungen in der liturgischen Feier

Title: Körperhaltungen als Ausdruckshandlungen in der liturgischen Feier

Seminar Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: 1

Autor:in: Marion Dürr (Author)

Theology - Practical Theology
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Summary Excerpt Details

Der Mensch als leib-geistiges Wesen drückt sich nicht nur durch die Sprache aus,
sondern transportiert auch viele Informationen über den Körper: z.B. kann eine
schlaffe Körperhaltung Traurigkeit und Depression ausdrücken, während eine aufrechte
Haltung Selbstbewusstsein und Tatbereitschaft anzeigen kann.1 Leib und
Seele stehen in engem Zusammenhang – wenn die Seele leidet, wirkt sich das meistens
auch auf den Körper aus und umgekehrt. So sind viele Psychologen der Auffassung,
dass der Mensch seine Gesundheit positiv beeinflussen könnte, wenn er lernen
würde, angemessen mit seinen Emotionen umzugehen.2
Weiterhin lassen sich „die meisten menschlichen Grundbedürfnisse … durch eindeutige
körpersprachliche Signale ausdrücken und befriedigen: Der Wunsch beispielsweise,
daß sich mir jemand zuwendet, mir entgegenkommt, sich mir gegenüber öffnet
oder sich mit mir verbindet, läßt sich durch entsprechende körperliche Verhaltensweisen
ebenso erfüllen wie die Sehnsucht, angesehen oder gehalten zu werden
und damit geborgen zu sein“.3 Dementsprechend sind Formen wie jemandem die
Hand zu geben, jemanden zu umarmen oder mit dem Kopf jemandem zur Begrüßung
zuzunicken in unserem Kulturkreis üblich und für alle verständlich. Jedoch haben
diese gesellschaftlichen Formen „mit der Preisgabe verbindlicher Konventionen
… einen Großteil ihrer Bedeutung verloren; man verkehrt zwang- und damit formloser
untereinander. Nun ist sicher grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, wenn
Förmlichkeiten aufgegeben werden, die ihren Sinn verloren haben und zu leeren Äußerlichkeiten
geworden sind“,4 aber Formen im Umgang mit den Mitmenschen und
gegenüber Gott drücken auch Selbstachtung und Achtung vor dem anderen aus. So
ist es auch im Gottesdienst „keineswegs bedeutungslos, welche Haltung wir einnehmen.“
5
1 vgl. Wolf, Axel: Menschenkenntnis, 23
2 vgl. Bourne, Lyle E. – Ekstrand, Bruce R.: Einführung in die Psychologie, 307
3 Schützeichel, Harald: Die Feier des Gottesdienstes, 46
4 Jorissen, I. – Meyer, H.B.: Zeichen und Symbole im Gottesdienst, 80
5 Jorissen, I. – Meyer, H.B.: Zeichen und Symbole im Gottesdienst, 80

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Der Körper als Ausdrucksmittel des Menschen

2 Die Bedeutung der Körperhaltungen für die liturgische Feier

3 Die wichtigsten Körperhaltungen in der liturgischen Feier und ihre konkreten Bedeutungen

3.1 Das Sitzen

3.2 Das Stehen und die Orantenhaltung

3.3 Das Knien / die Kniebeuge / die Verbeugung

4 Die ‚Sprache’ der Gesten und Gebärden des Vorstehers

5 Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Körperhaltungen und Gesten als Ausdrucksmittel des Menschen im Kontext der liturgischen Feier. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie leiblicher Ausdruck zur tätigen, bewussten und ganzheitlichen Teilnahme der Gläubigen am Gottesdienst beiträgt und welche Rolle die Gebärdensprache des Vorstehers dabei spielt.

  • Die Funktion des Körpers als Kommunikationsmittel und Ausdrucksträger
  • Die anthropologische und theologische Relevanz körperlicher Haltungen in der Liturgie
  • Analyse zentraler liturgischer Haltungen (Sitzen, Stehen, Knien, Verneigung)
  • Die symbolische Bedeutung der Orantenhaltung und des Hochgebets
  • Anforderungen an die Glaubwürdigkeit und Stimmigkeit der Gestik des Vorstehers

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Stehen und die Orantenhaltung

In der Haltung des Stehens nimmt der Mensch erst wirklich ‚Haltung’ an. Entgegen der Schwerkraft richtet sich der Mensch auf und muss ‚sich halten’. So ist das Stehen „Ausdruck der inneren Freiheit des Menschen: Im aufrechten Stehen stellt er sich seiner Umwelt entgegen“. Schon im alltäglichen Umgang ist das Aufstehen und Stehen von Bedeutung: es ist „Zeichen der Achtung und Ehrerbietung“ – man steht z.B. auf, um jemanden zu begrüßen. Ebenso drückt die stehende Haltung Aufmerksamkeit und freudige Bereitschaft aus. „Denn wer steht, … kann ungesäumt einen Auftrag ausführen; mit einer Arbeit beginnen, die ihm zugewiesen wird.“

Von daher gesehen ist es nicht verwunderlich, dass im Judentum und frühen Christentum das Stehen und die erhobenen Hände und Arme (Orantenhaltung) die Grundhaltung beim gemeinschaftlichen Gebet ist – in der äußeren stehenden Haltung drückt der Mensch aus, wie er innerlich zu Gott ‚steht’: er bringt ihm und seinem Handeln „Aufmerksamkeit, freudige Bereitschaft und Ehrerbietung“ entgegen. Die ausgebreiteten und erhobenen Arme und Hände drücken Offenheit und Empfangsbereitschaft aus und symbolisieren das emporsteigende Gebet, wie dies auch im Ps 141,2 zum Ausdruck kommt: „Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf; als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Hände erhebe“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der Körper als Ausdrucksmittel des Menschen: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Leib und Seele und zeigt auf, dass der Mensch seine Gefühle und Grundbedürfnisse wesentlich über körpersprachliche Signale vermittelt.

2 Die Bedeutung der Körperhaltungen für die liturgische Feier: Es wird dargelegt, dass Körperhaltungen für eine ‚tätige Teilnahme’ der Gläubigen an der Liturgie unerlässlich sind, da sie eine ganzheitliche Beteiligung von Leib und Seele ermöglichen.

3 Die wichtigsten Körperhaltungen in der liturgischen Feier und ihre konkreten Bedeutungen: Dieses Kapitel analysiert spezifische Haltungen wie Sitzen, Stehen und Knien sowie deren historische und liturgische Kontexte.

3.1 Das Sitzen: Das Sitzen wird als Haltung des aufmerksamen Zuhörens und In-sich-gehens charakterisiert, insbesondere bei Lesungen, Homilie und Gebeten.

3.2 Das Stehen und die Orantenhaltung: Diese Haltung symbolisiert Freiheit, Aufmerksamkeit und die Auferstehung, wobei die Orantenhaltung das emporsteigende Gebet und die Offenheit vor Gott unterstreicht.

3.3 Das Knien / die Kniebeuge / die Verbeugung: Diese Gesten werden als Ausdruck von Demut, Buße und Ehrfurcht gedeutet, wobei ihre ursprüngliche Bedeutung im Kontext des Gottesdienstes kritisch hinterfragt wird.

4 Die ‚Sprache’ der Gesten und Gebärden des Vorstehers: Hier wird betont, dass die Gestik des Priesters die Botschaft unterstützt und für die Glaubwürdigkeit des Gottesdienstes eine Stimmigkeit zwischen Wort und körperlichem Ausdruck notwendig ist.

5 Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die leibliche Ausdrucksdimension in der Liturgie wieder stärker in den Fokus rücken muss, um eine wahrhaftige und ganzheitliche Glaubenspraxis zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Liturgie, Körperhaltung, Gebärdensprache, Gottesdienst, tätige Teilnahme, Orantenhaltung, Leib-Seele-Zusammenhang, religiöse Gestik, Hochgebet, Ehrerbietung, Liturgiekonstitution, Symbole, christliche Anthropologie, Gebetshaltung, Vorsteher.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung des menschlichen Körpers und seiner Haltungen im Rahmen liturgischer Feiern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die anthropologische Funktion des Körpers, die liturgische Bedeutung spezifischer Haltungen (Sitzen, Stehen, Knien) und die nonverbale Kommunikation des Vorstehers.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Körperhaltungen als Ausdruckshandlungen dazu beitragen können, die Gläubigen zu einer bewussten und ganzheitlichen ‚tätigen Teilnahme’ am Gottesdienst zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theologische und liturgiegeschichtliche Analyse, gestützt auf einschlägige Dokumente (wie die Liturgiekonstitution) und Fachliteratur zur Liturgiewissenschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Bedeutung des Körpers als Ausdrucksmittel, die liturgische Relevanz verschiedener Haltungen sowie die kommunikative Funktion der Gebärdensprache des Vorstehers detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Liturgie, tätige Teilnahme, Orantenhaltung, Leiblichkeit, Ausdruckshandlung und liturgische Gebärdensprache gekennzeichnet.

Warum wird das Stehen in dieser Arbeit so hervorgehoben?

Das Stehen wird als Grundhaltung der christlichen Gemeinde dargestellt, die Freiheit, Wachheit und die Auferstehung mit Christus symbolisiert.

Welche Kritik äußert die Autorin an der Gestaltung des Hochgebets?

Die Autorin kritisiert, dass das Hochgebet durch zu viele wechselnde Gesten und Haltungen ‚aufgesplittert’ wird und plädiert stattdessen für eine einheitliche Orantenhaltung als Ausdruck für ein zusammenhängendes Gebet.

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Details

Title
Körperhaltungen als Ausdruckshandlungen in der liturgischen Feier
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Grade
1
Author
Marion Dürr (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V15486
ISBN (eBook)
9783638205870
Language
German
Tags
Körperhaltungen Ausdruckshandlungen Feier
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Dürr (Author), 2003, Körperhaltungen als Ausdruckshandlungen in der liturgischen Feier, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15486
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