Elternarbeit ist ein Thema, das immer wieder rege diskutiert wird, in der Lehrerausbildung so gut wie gar nicht vorkommt und das häufig von Eltern- wie von Lehrerseite als lästig empfunden wird. Dabei könnten Lehrer und Eltern durch eine sinnvolle Zusammenarbeit sehr viel gemeinsam bewirken.
In dieser Arbeit vergleiche ich die Elternarbeit an staatlichen Schulen in Niedersachsen mit der an Waldorfschulen am Beispiel von Medienerziehung. Für das Leben in unserer Medien- und Informationsgesellschaft wird der kompetente Umgang mit Medien aller Art zunehmend zu einer wichtigen Schlüsselqualifikation. Erziehung und Bildung haben daher „auch die Aufgabe, Heranwachsende dabei zu unterstützen, selbstbestimmt, kompetent, kreativ, kritisch und sozial verantwortlich mit Medien umzugehen" (Arbeiter 2000: 13).
Doch auch für Erwachsene ist der Umgang mit Medien eine Herausforderung, und in vielen Fällen sind sie ihren Kindern in diesem Punkt sogar unterlegen (vgl. Buermann 2000: 689) – ein Umstand, der das Thema umso problematischer gestaltet. Daher ist vorstellbar, dass gerade in diesem Bereich erhöhter Bedarf an (Lehrerbildung und) Elternarbeit notwendig ist.
In dieser Arbeit werde ich zunächst die gesetzlichen Grundlagen für Elternarbeit allgemein klären sowie den Begriff „Medienkompetenz“ definieren. In den Kapiteln 3 und 4 erläutere ich, jeweils für staatliche Schulen in Niedersachsen und Waldorfschulen, weitere, für die Fragestellung relevante gesetzliche Vorgaben in Bezug auf Elternarbeit und Medienerziehung. Im Weiteren zeige ich mögliche Schnittstellen zwischen Elternarbeit und Medienerziehung auf. Abschließend werde ich die Ergebnisse miteinander vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Das Grundgesetz
2.2. Das Niedersächsische Schulgesetz
2.3. Definition „Medienkompetenz“
3. Staatliche Schulen
3.1. Elternarbeit
3.1.1. Die Kultusministerkonferenz
3.2. Medien
3.2.1. Gesetzliche Grundlagen
3.2.1.1. Die Kultusministerkonferenz
3.2.1.2. Das Kerncurriculum
3.2.1.2.1. Informatik
3.2.1.2.2. Medienerziehung
3.2.2. Medienerziehung an staatlichen Schulen im Horizont zwischen Bildungsstandards und Kerncurricula
3.3. Mögliche Schnittstellen zwischen Elternarbeit und Medienerziehung
3.4. Die Rolle der staatlichen Schulen im Hinblick auf Medienerziehung
4. Waldorfschulen
4.1. Allgemeines
4.2. Elternarbeit
4.2.1. Vorgaben
4.2.1.1. Rudolf Steiner
4.2.1.2. Der Bund der Freien Waldorfschulen
4.3. Medienerziehung
4.3.1. Der Lehrplan der Freien Waldorfschulen
4.3.1.1. Medienerziehung
4.3.1.2. Computerkunde
4.4. Mögliche Schnittstellen zwischen Elternarbeit und Medienerziehung
5. Vergleich
6. Fazit
7. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Praxis der Elternarbeit im Kontext der Medienerziehung an staatlichen Schulen in Niedersachsen und an Waldorfschulen, um die Rolle und Verantwortlichkeiten von Lehrkräften sowie die Wirksamkeit der Zusammenarbeit in diesem Bereich zu bewerten.
- Vergleich der gesetzlichen Grundlagen für Elternarbeit
- Analyse der Vorgaben zur Medienerziehung in Lehrplänen und Bildungsstandards
- Untersuchung der strukturellen Einbindung von Eltern in schulische Entscheidungsprozesse
- Evaluation der praktischen Umsetzung von Medienerziehung an beiden Schultypen
- Identifikation von Schnittstellen zwischen Elternarbeit und Medienpädagogik
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der staatlichen Schulen im Hinblick auf Medienerziehung
Die oben beschriebenen Zusammenhänge machen deutlich, dass Medienerziehung in den gesetzlichen Vorgaben eine große Rolle spielt - auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Die Frage, die sich stellt, ist, ob den Schulen bzw. den Lehrern der Stellenwert der Medienerziehung bewusst ist und ob sie darauf adäquat reagieren, d.h. die o.a. Kompetenzen im bisherigen Unterricht in dem erforderlichen medienpädagogischen Umfang vermitteln.
Eine Forderung von Wagner (2008) ist daher ein fächerübergreifendes Medienkonzept für die Vermittlung dieser Kompetenzen, „da es neben den jeweils fachspezifischen Aspekten der einzelnen Kompetenzen fächerübergreifende Anteile gibt, die eine Abstimmung zwischen den Fächern sinnvoll erscheinen lassen.“ (Wagner 2008: 12)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Vernachlässigung der Elternarbeit in der Lehrerausbildung und setzt diese in Bezug zur notwendigen Medienerziehung.
2. Grundlagen: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen der Elternarbeit durch das Grundgesetz und das Niedersächsische Schulgesetz sowie der Begriff der Medienkompetenz erläutert.
3. Staatliche Schulen: Dieses Kapitel analysiert die gesetzlichen Vorgaben zur Elternarbeit und Medienerziehung in staatlichen Schulen, insbesondere durch KMK-Beschlüsse und Kerncurricula.
4. Waldorfschulen: Hier werden das spezifische Verständnis von Elternarbeit, die pädagogischen Ansätze von Rudolf Steiner und der Einsatz von Medien an Waldorfschulen dargestellt.
5. Vergleich: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der beiden Schultypen hinsichtlich ihrer Konzepte zur Elternarbeit und der zeitlichen Einbindung von Medien in den Unterricht.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Medienerziehung eine zentrale Aufgabe der Schule ist, kritisiert jedoch die fehlende Kohärenz und die unklaren Verantwortlichkeiten bei der Umsetzung.
7. Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Untersuchung auf.
Schlüsselwörter
Elternarbeit, Medienerziehung, Medienkompetenz, Waldorfschulen, staatliche Schulen, Niedersächsisches Schulgesetz, Rudolf Steiner, Lehrplan, Bildungsstandards, Mediennutzung, Informatikunterricht, Computerkunde, Eltern-Lehrer-Konferenz, Medienkritik, Schulentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich der Elternarbeit im Bereich der Medienerziehung an staatlichen Schulen in Niedersachsen und an Waldorfschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Elternrechte und -pflichten, schulische Medienkonzepte, pädagogische Leitbilder zur Mediennutzung sowie die Kooperation zwischen Schule und Elternhaus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu analysieren, wie die beiden Schultypen ihre Verantwortung bei der Vermittlung von Medienkompetenz wahrnehmen und welche Rolle die Eltern dabei spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive Analyse und ein Vergleich auf Basis von gesetzlichen Vorgaben, Lehrplänen, pädagogischer Fachliteratur sowie einer eigenen stichprobenartigen Umfrage.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen der Medienerziehung und Elternarbeit, differenziert nach staatlichen und Waldorf-Schultypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Elternarbeit, Medienkompetenz, Waldorf-Pädagogik, Kerncurricula, fächerübergreifende Medienkonzepte und schulische Kooperation.
Wie unterscheidet sich die Medienerziehung an den untersuchten Schulen?
Staatliche Schulen integrieren Medien tendenziell früh und anwendungsorientiert, während Waldorfschulen den Mediengebrauch aus entwicklungspädagogischen Gründen bewusst erst später in der Oberstufe einführen.
Welche Rolle spielt die Zeitschrift "Erziehungskunst" für Waldorfschulen?
Die Zeitschrift dient als ein Medium der Aufklärung, das regelmäßig Informationen über pädagogische Themen, einschließlich neuer Medien, direkt in die Elternhäuser der Waldorfschulen trägt.
- Arbeit zitieren
- Xandra Fritz (Autor:in), 2010, Elternarbeit an staatlichen Schulen in Niedersachsen und an Waldorfschulen am Beispiel von Medienerziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154864