Verbrechen und Strafe im Mittelalter


Hausarbeit, 2009
31 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung:

II Hauptteil
II.1 Die Stadt
II.2. Die Entwicklung des Rechtswesens
II.3 Verbrechen und Strafe im Mittelalter
II.3.1 Zu den Begriffen „Verbrechen“ und „Strafe“
II.3.2 Verbrechen
II.3.2.1 Die „vier hohen Fälle“
II.3.3 Das Strafsystem
II.3.3.1 Todesstrafen
II.3.3.2 Körperstrafen
II.3.3.3 Freiheitsstrafen und Folter
II.3.3.4 Der Henker
II.3.4 Die Einstellung der Bürger zum Strafen

III Fazit

IV Literaturverzeichnis

I Einleitung:

Das Mittelalter wird häufig als dunkles Zeitalter beschrieben, gekennzeichnet durch ein brutales System von Folter, Qual und drakonischen Urteilen, vollzogen an unmündigen Bürgern. Kann überhaupt von einem Strafrecht gesprochen werden, so scheint es barbari- sche Strafen vorgesehen zu haben, deren öffentliche Durchführung der Abschreckung die- nen sollte. Die Bürger1 schienen diesen Hinrichtungen und Körperstrafen beizuwohnen, um den verachteten Verbrecher möglichst hart gestraft zu wissen. Der Gewalttopos ist aus heutiger Sicht ein bestimmender Allgemeinplatz bei der Rückschau auf das Mittelalter. Hält er aber einer genaueren Betrachtung in diesem Maße stand? In welchem Verhältnis stehen Verbrechen und Strafen zueinander, in einer Zeit, die ein ausgebildetes Strafsystem heutiger Tage noch nicht kannte?

Diese Arbeit beschäftigt sich mit typischen Verbrechen und deren Bestrafung im Mittelal- ter vor dem Hintergrund der allmählichen Urbanisierung der Gesellschaft. Im Mittelpunkt werden daher nicht die frühen Formen des Strafrechts (Leges u.a.) stehen, vielmehr wird zu zeigen sein, wie städtisches Leben im Mittelalter mit Verbrechen und Strafe verbunden war. Dabei wird versucht, nicht unbewusst ein ausdifferenziertes modernes Strafrecht als Maßstab für eine Zeit anzulegen, der eine einheitliche Gesetzgebung noch unbekannt war. Die Verwendung juristischer Begriffe wird an vielen Stellen aus Gründen der Verständi- gung geschehen. Sollte bspw. von einem Strafsystem (o.ä.) die Rede sein, bedeutet dies nicht, dass es sich um ein mit heute vergleichbares System handelt, trotz Übereinstimmung der Begriffe. Um das mittelalterliche Strafrecht nachvollziehen zu können, scheint zudem eine möglichst unvoreingenommene Betrachtung nötig, da diese erst ermöglicht, zu einem Verständnis über Entstehung und Entwicklung von einer privaten Bußgerichtsbarkeit zu einem von der Obrigkeit ausgeführten Strafrecht zu gelangen. Ziel der Arbeit ist keine Strafrechtsgeschichte, sondern eine differenziertere bzw. deskriptive Betrachtung von vor- nehmlich in mittelalterlichen Städten begangenen Straftaten und deren Sanktionierung, vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Strafrechts, wobei mentalitätsgeschichtliche As- pekte zu berücksichtigen sein werden. Die wissenschaftliche Methodik, Thesen und Ver- mutungen zu verbrecherischen Handlungen im Mittelalter aufzustellen und an Beispielen zu belegen bzw. zu verwerfen, oder andersherum, Thesen und Vermutungen aus Beispielen bestimmter Städte zu bestimmten Zeiten abzuleiten, scheint die in der Literatur übliche Verfahrensweise bei diesem Thema zu sein. Sie wird hier aus methodologischer Sicht kei- neswegs in Frage gestellt, da es eine alternative, „abgesicherte“ Methode, die allgemeine Schlüsse zulässt und gleiche Gegebenheiten in verschiedenen Städten voraussetzt, nicht geben kann. Allein die stark heterogene Quellenlage, individuell verfasste Chroniken und unterschiedlich überlieferter Schriften lassen durchweg sichere Verallgemeinerungen kaum zu. Dies liegt nicht zuletzt auch an dem Mangel einer einheitlichen Gesetzgebung. Allge- meine bürokratische Verfahrensweisen für alle Städte existierten nicht, daher sollte bei jedem Beispiel berücksichtigt werden, dass es sich lediglich um einen Ausschnitt handelt, der jedoch für die Zeit und die betreffende Region exemplarischen Charakter haben könn- te.

Die Arbeit behandelt zunächst allgemeine Aspekte zum Zusammenhang von Stadt und Verbrechen. Nachdem diese einleitend thematisiert worden sind, wird in aller Kürze auf die Entwicklung der wichtigsten Rechtsschriften und die Begriffe „Verbrechen“ und „Strafe“ eingegangen. Danach werden die Verbrechen und die damit zusammenhängenden Strafen, unterschieden nach Todes- und Körperstrafen, dargestellt, um am Ende die Einstellungen der Bürger des Mittelalters zu den Verurteilten hinterfragen zu können.

Zuletzt sei noch angemerkt, dass die Arbeit bei den einzelnen Themengebieten keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, was der Fülle an Fachliteratur geschuldet ist. Be- trachtet werden ausschließlich Quellen, die sich auf das deutsche Mittelalter beziehen, aus- ländische Entwicklungen fließen, wenn überhaupt, nur am Rande ein. Ebenso bleibt die Entwicklung des kirchlichen Rechts unberücksichtigt, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen.2

II Hauptteil

II.1 Die Stadt

Von einer typisch mittelalterlichen Stadt zu sprechen scheint aufgrund der Vielgestaltigkeit der sich entwickelnden Städte seit dem 12. Jahrhundert kaum möglich, unterschieden sie sich doch noch zu stark in ihrer Größe, der inneren Struktur und den jeweils geltenden städtischen Rechten. Die Zahl derer, die sich in Städten zu einer Bürgergemeinschaft zu- sammenschlossen, sollte dabei nicht überschätzt werden. Lediglich 1,5 % der frühmittelal- terlichen Bevölkerung lebte in Städten, am Ende des Mittelalters sollten es ca. 5 % sein, das Landleben war die Regel.3 Als Ort des Zusammenlebens hat sich die Stadt trotzdem über die Jahrhunderte durchgesetzt, die Städte wuchsen und wurden schließlich zu einer Lebensform sui generis ausdifferenzierter Gesellschaften. Die Städter unterschieden sich von Beginn an gerade durch ihr Selbstverständnis, Teil einer bestimmten Gemeinschaft zu sein, von ihren Mitmenschen auf dem Land.4 Die Stadt bot einen geographisch überschau- baren und durch Stadtmauern klar begrenzten Raum mit eigenen Rechten und Pflichten.

Eine der griffigsten Definitionen der mittelalterlichen Stadt ist diejenige von der Stadt als Rechtsraum und gesetzlich befriedetem Schwurbezirk, in dessen Innerem besondere Bestimmungen zur Gewaltkontrolle durchgesetzt werden.5

Das umgebende Land gehörte meist ebenfalls dem Rechtsraum der Stadt an, wobei Strafta- ten durchaus unterschiedlich geahndet werden konnten, je nachdem, ob sie innerhalb oder außerhalb der Stadtmauern verübt wurden. Die Stadt konstituierte sich nicht nur durch die räumliche Abgrenzung, sondern auch durch einen Eid, den die Stadtbürger meist jährlich leisten mussten. Erst dadurch wurde die Ansammlung von Menschen zu einem Bürgerver- band, zu einer mehr oder weniger zusammengehörigen Gesellschaft verschiedener Schich- tung (wobei die Mobilität in den Städten nicht unterschätzt werden sollte). Dieser ent- scheidende Wandel im Zusammenleben zieht weitere Veränderungen nach sich, es kommt zu einer normativen Verrechtlichung durch den Rat der Stadt und einem Übergang von einem archaischen Kompositions- und Bußverfahren zu einem übergreifenden städtischen Recht, das vor allem die in der Gesellschaft bislang größtenteils akzeptierte intersegmentä- re Fehde unterbinden bzw. den städtischen Frieden wahren sollte.6 In der territorialen Ver- einigung von Menschen entstand durch die beschriebenen Prozesse nun Gesellschaft erst im eigentlichen Sinn:

Nur sie [die städtisch-kommunale Gesellschaft] ist Gesellschaft in dem präzisierten Sinne der willentlich-rationalen Vergesellschaftung, der Begründung von Rechtsverhältnissen zwischen Individuen. Dies ist es, was die tiefgreifende qualitative Veränderung der Rechtsstruktur bewirkt.7

Verbrechen, die innerhalb der Stadt verübt wurden, waren als Bruch des städtischen Frie- dens zu verstehen und waren nicht mehr durch Selbstjustiz, sondern im Namen der Obrig- keit zu bestrafen. Der Stadtfrieden wurde zum hohen Gut erklärt und in einigen Städten entstanden Strafsysteme, die klar zwischen Taten innerhalb und außerhalb der Stadtmauern unterschieden. Eine Verletzung eines Mitbürgers konnte demnach innerhalb der Stadt mit 10 Pfund, ein Totschlag mit der Todesstrafe beglichen werden. Bei den gleichen Verbre- chen außerhalb der Stadt konnten die Strafen deutlich milder ausfallen.8 Bemerkenswert ist die Tatsache, dass das Friedensgebot der Städter in der Regel zumindest auf einen Teil der außerhalb der Stadtmauern liegenden Landschaften ausgedehnt wurde. In Nürnberg schuf man zudem noch einen besonderen Raum innerhalb der Stadt, den Rechtsbezirk der „muntat“, in dem Verletzungen des städtischen Rechts mit dem vierfachen der gewöhnli- chen Strafe geahndet wurden.9 Neben dem Ort des Verbrechens war auch die Tageszeit entscheidend, da nachts begangene Verbrechen ebenfalls deutlich schärfer bestraft wurden, als die am Tag verübten.

Der Stadtfrieden war eine Art Bündnis der Stadtbewohner, das Stadtrecht war schriftlich fixiert wobei der größte Teil des Rechst in der Stadt selbst entstand. Der Rat schuf das Ge- setz nach eigener Willkür (im zeitgenössischen Sinn)10, es handelte sich demnach um ein Satzungsrecht, für dessen Durchsetzung die städtische Gerichtsbarkeit zu sorgen hatte. Es wurde weiterentwickelt, es kam zu Entlehnungen aus älteren Stadtrechten und in anderen Städten erfolgreich eingeführte Rechtsnormen wurden übernommen. In den Mittelpunkt rückten rationale Verfahren mit Tatzeugen und Bürgereid, es kam zu einer Individualisie- rung des Rechts. Neben dem willkürlichen Recht des Rates gab es durch den Stadtherren gewährte Privilegien (Kaufmannsrecht, Recht eines Marktortes mit freiem Handel, Zollbe- freiung, erbliches Grundbesitzrecht u.a.), die den Bürgern auch entzogen werden konn- ten.11

Die Bürger verpflichteten sich qua Schwur des Eides, das städtische Gesetz einzuhalten. Dieser Eid wurde in einem Ritual jährlich erneuert (sog. „Schwurtag“). Dazu fanden sich die Stadtbewohner meist vor dem Rathaus zusammen, das Stadtrecht wurde in Teilen ver- lesen und anschließend der Schwur geleistet. Dieser rituelle Vorgang machte die Menschen zu einer Schwurgemeinschaft (coniuratio), konstituierte sie zu Bürgern der Stadt bzw. ei- ner Bürgergemeinde. Innerhalb dieser sollten sie gleich an Rechten (Ausnahme bildeten Juden und Kleriker) und Pflichten sein, wobei ihre Freiheit vor allem in der Gleichheit vor dem Richter der Stadt bestand. Zu dieser Rationalisierung gehörte die Befriedung der Stadt, das Gewaltmonopol lag bei der politischen Obrigkeit und Selbstjustiz wurde zuneh- mend kriminalisiert, die Fehde delegitimisiert. Bei Straftaten ging es nun weniger um Ra- che, als um einen genau berechneten Ausgleich des eingetretenen Schadens. Es entstanden Verfahren zur Aufklärung von Verbrechen, Tatzeugen wurden herangezogen und es entwi- ckelte sich der sog. „Inquisitionsprozess“ und mit ihm ein besonderes Verfahren zur Er- mittlung des Sachverhalts, die Folter. Diese wurde als Teil eines Modernisierungsverfah- rens in den Prozess der Verbrechensaufklärung eingeführt.12

Trotz der Spezifika städtischer Rechtsordnungen blieben die Bürger mit der Entstehung städtischer Lebensräume bestimmten Gefahren ausgesetzt. Peter Schuster meint, für die Städte des späten Mittelalters besonders drei Unsicherheiten erkannt zu haben:13 Die Bürger innerhalb der Stadt fühlten sich nicht nur durch äußere Feinde bedroht. Die größte Angst sei die vor dem strafenden Gott gewesen. Das Idealbild der eigenen Stadt entsprach dem des himmlischen Jerusalems. Wegen argwöhnischer Leute, Bettlern, Trun- kenbolden, Verbrechern und Prostituierten, Menschen also, die sich nicht an den christli- chen und rechtlichen Normen orientierten, seien die Bürger stets besorgt gewesen, das Schicksal Babylons teilen zu müssen und von Gott bestraft zu werden. Krankheiten oder Naturgewalten wurden als Gottes Strafe für moralisches Fehlverhalten gedeutet. Die Men- schen hielten ein gottgefälliges Leben daher als evident für die innere Stärke einer Stadt. Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt Dietmar Willoweit, wenn er sagt:

Denn - das ist auch für das 16. und 17. Jahrhundert noch stets zu bedenken - individuelles Fehlverhalten erregt den Zorn Gottes, unter dem in Gestalt von Hungersnot, Seuchen und Krieg dann alle zu leiden haben.14

Als zweite Bedrohung weist Schuster auf verschiedene Ereignisse hin, welche die Ge- meinde diversen Gefahren aussetzen konnten. Eine schwache Obrigkeit, die erfahrene Kri- tik durch die Bürger hart bestrafte und keinerlei Zweifel an der geltenden Verfassung zu- ließ, sei nicht selten für innenpolitische Krisen verantwortlich gewesen. Dissidenten droh- ten harte Strafen durch die herrschenden Gruppen. Außerdem sahen sich die Bürger stets von der Gefahr äußerer Angriffe bedroht und fürchteten sich besonders vor dem Ausbruch von Feuer innerhalb der Stadtmauern. Es gab klare Regeln für offenes Feuer und präventi- ve Maßnahmen (Feuerschauer gingen in der Stadt umher) sollten diese Gefahr eingrenzen. Die dritte große Gefährdung führt zu dem Thema dieser Arbeit, es geht um das bedrohte Individuum. Betrafen die bisherigen Ausführungen noch die Sicherheit der gesamten Stadtbevölkerung, geht es nun um die individuelle Bedrohung durch Verbrechen. Intuitiv geht man heute davon aus, dass das Mittelalter eine von Gewalt geprägte Epoche war, vor der die Bürger auch in der Stadt nicht geschützt waren. Peter Schuster versucht den Ge- walttopos zu relativieren, indem er darauf hinweist, dass bspw. in Konstanz die Hälfte der als Gewalttaten bewerteten Verbrechen das Messerzücken betraf, eine Handlung also, die lediglich eine Drohgebärde darstellt. Neben der hohen Gewaltbereitschaft bei Streitigkeiten sei jedoch eine geringe Neigung zu erkennen, dem Gegenüber wirklich schwere Verlet- zungen zuzufügen. Eine Stadt wie Konstanz verzeichne zwischen 1430 und 1460 zwar ca. 600 Gewaltdelikte (wovon die Hälfte das oben genannte Messerzücken betrafen), darunter seien aber lediglich zehn Tötungen und vier versuchte Todesfälle, schwere Verwundungen seien die Ausnahme gewesen. Peter Schuster bestreitet nicht, dass Gewalt zur spätmittelal- terlichen Stadt gehörte, die Angst um die eigene körperliche Unversehrtheit scheine aber nicht höher eingeschätzt werden zu müssen, als dies heute der Fall sei. Das Zentrum des Unsicherheitsgefühls bilde vielmehr die Angst vor dem Verlust des Eigentums. Kaum ein Delikt wurde (setzt man das Verbrechen in Verhältnis zur Bestrafung) derart hart bestraft, wie der Diebstahl. Allein zwischen 1430 und 1460 wurden in Konstanz 49 Diebe gehängt. „Die toten Diebe am Galgen vor der Stadt signalisierten Fremden wie Bürgern, daß die Sicherung des Besitzes das Zentrum der Rechtsordnung markierte.“15 Der Besitz war im Mittelalter schlecht gesichert. Gestohlen wurde nicht bloß von Fremden, viele Diebstähle fanden im sozialen Umfeld statt und das Zusammenleben war von Misstrauen und Unsi- cherheit geprägt. „Es fehlt eine Geschichte der abgeschlossenen Räume, der undurchdring- lichen Zäune und der sicheren Aufbewahrungsorte“.16

Bei Diebstählen versuchten die Betroffenen häufig, die Herausgabe des Eigentums beim Täter selbst zu erzwingen und fremde Diebe wurden von den Herrschenden insgesamt härter bestraft, als die Bewohner der Stadt. Schuster hält abschließend fest:

Wir sollten diese vergangene Gesellschaft weder beschönigen noch verzerren. Sie war nicht so blutrünstig, wie es oft beschrieben wurde. Sie war aber auch nicht so moralisch rechtschaffend und integer, wie andere idyllisierend [sic!] herausstellten. Man schmähte und mißtraute einander, und dies vor allem schürte Unsicherheit. Je- rusalem war insoweit eine ferne Utopie. Gleichwohl erzeugte die Perspektive auf die Stadt des Herrn in den Städten des Mittelalters ein Gefühl der Sicherheit und Überlegenheit, insofern die Bewohner wähnten, sie lebten in einer historisch rich- tungsweisenden Gesellschaftsform, der gleichwohl irdische Mängel anhafteten.17

[...]


1 Natürlich beziehen sich alle meine Ausführungen auch auf Bürgerinnen und im weiteren Verlauf der Arbeit intendiert die, der besseren Lesbarkeit wegen verwendete maskuline Form, auch immer die weiblichen Vertreterinnen der jeweils benannten Gruppe.

2 Einen guten ersten Überblick zu diesem Thema findet man bei Lotte Kéry. Vgl.: Lotte Kéry: Verbrechen und Strafen im kanonischen Recht des Mittelalters. In: Sylvia Kesper-Biermann / Diethelm Klippel (Hg.): Kriminalität in Mittelalter und Früher Neuzeit. Soziale, rechtliche, philosophische und literarische Aspekte. Harrassowitz. Wiesbaden 2007. S. 13-35.

3 Norbert Brieskorn: Finsteres Mittelalter? Über das Lebensgefühl einer Epoche. Matthias-Grünewald- Verlag. Mainz 1991. S. 94.

4 Hans-Henning Kortüm: Menschen und Mentalitäten. Einführung in Vorstellungswelten des Mittelalters. Akademie Verlag. Berlin 1996. S. 110-135, hier S. 111.

5 Valentin Groebner: Zu einigen Parametern der Sichtbarmachung städtischer Ordnung im späteren Mittelalter. In: Pierre Monnet / Otto Gerhard Oexle (Hg.): Stadt und Recht im Mittelalter. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 2003. S. 133-151, hier S. 134.

6 In diesem Zusammenhang sei auf den zu diesem Thema interessanten Ansatz Christoph H.F. Meyers hinzuweisen, der der Fehde im Mittelalter eine Reziprozität (Rache ist reziprok und fordert zur Erwiderung auf) bzw. eine Funktion der Vergesellschaftung unterstellt. Die Fehde trage gruppenintern zur Identifikation, Solidarisierung, Konfliktvermeidung und Durchsetzung von Rechtsansprüchen und gruppenextern zum intensiven Kontakt zwischen den Parteien bei. Vgl.: Christoph H.F. Meyer: Freunde, Feinde, Fehde: Funktion kollektiver Gewalt im Frühmittelalter. In: Jür- gen Weitzel (Hg.): Hoheitliches Strafen in der Spätantike und im frühen Mittelalter. Böhlau. Köln 2002. S. 211-266.

7 Gerhard Dilcher: Historiographische Traditionen, Sachprobleme und Fragestellungen der Erforschung der mittelalterlichen Stadt. In: Pierre Monnet /Otto Gerhard Oexle (Hg.): Stadt und Recht im Mittelalter. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 2003. S. 73-95, hier S. 95.

8 Eine „ Wundtat“ außerhalb der Stadt St. Omer aber noch innerhalb der Bannmeile, kann dem Stadtrecht von 1168 zufolge mit einer Buße von fünf Pfund und ein Totschlag mit einer Buße von zehn Pfund beglichen werden. Vgl.: Barbara Frenz: Konzeptionen der Beweisführung und Sanktionierung beklagter Friedensverletzungen in Stadtrechten des 12. Und 13. Jahrhunderts. In: Hans Schlosser / Rolf Sprandel und Dietmar Willoweit (Hg.): Herrschaftliches Strafen seit dem Hochmittelalter. Formen und Entwicklungsstufen. Böhlau. Köln 2002. S. 133-156, hier: S. 141.

9 Valentin Groebner: Zu einigen Parametern der Sichtbarmachung städtischer Ordnung im späteren Mittelalter. In: Pierre Monnet / Otto Gerhard Oexle (Hg.): Stadt und Recht im Mittelalter. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 2003. S. 133-151, hier S. 140.

10 Willkür bedeutet nicht wie heute Beliebigkeit, sondern das, wozu man sich mit Willen entschließt, was man willentlich wählt. Vgl.: Hartmut Boockmann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters (6. Auflage). C.H. Beck. München 1996. S. 95.

11 Evamaria Engel: Die deutsche Stadt im Mittelalter. Albatros. Düsseldorf 2005. S. 86.

12 Ebd. S. 96ff.

13 Peter Schuster: Hinter den Mauern das Paradies? Sicherheit und Unsicherheit in den Städten des späten Mittelalters. In: Martin Dinges / Fritz Sack (Hg.): Unsichere Großstädte? Vom Mittelalter bis zur Postmoderne. Universitätsverlag Konstanz (UVK). Konstanz 2000. S. 67-84.

14 Dietmar Willoweit: Rache und Strafe, Sühne und Kirchenbuße. Sanktionen für Unrecht an der Schwelle zur Neuzeit. In: Eric Hilgendorf / Jürgen Weitzel (Hg.): Der Strafgedanke in seiner historischen Entwicklung. Duncker & Humblot. Berlin 2007. S.37-58, hier S.57.

15 Ebd., hier S. 82.

16 Peter Schuster: Die mittelalterliche Stadtgesellschaft vom Eigentum her denken. Gerichtsquellen und Mentalitäten im späten Mittelalter. In: Pierre Monnet / Otto Gerhard Oexle (Hg.): Stadt und Recht im Mittelalter. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 2003. S.167-180, hier: S. 178.

17 Ebd., hier S. 84.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Verbrechen und Strafe im Mittelalter
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
31
Katalognummer
V154898
ISBN (eBook)
9783640674527
ISBN (Buch)
9783640674718
Dateigröße
680 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verbrechen, Strafe, Mittelalter
Arbeit zitieren
Daniel Valente (Autor), 2009, Verbrechen und Strafe im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154898

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