Wie die unmittelbaren Reaktionen im Ausland und in Deutschland zu der Stuttgarter Erklärung aussahen, soll auf den folgenden Seiten näher erläutert werden. In den Jahren nach dem Stuttgarter Schuldbekenntnis sollten weitere Erklärungen und Worte folgen, die sich auf die Stuttgarter Erklärung bezogen und dieses zu konkretisieren versuchten. In einem zweiten Schritt soll daher diese Wirkungsgeschichte näher betrachtet und insbesondere untersucht werden, wie weit die folgenden Erklärungen auf die Schuld der Kirche im Bezug auf die Mordtaten an den Juden und auf die „Judenfrage“ eingingen.
Inhaltsverzeichnis
- Direkte Rezeptionsgeschichte des Stuttgarter Schuldbekenntnisses
- Die Aufnahme des Stuttgarter Schuldbekenntnisses im Ausland
- Die Aufnahme des Stuttgarter Schuldbekenntnisses in Deutschland
- Die Wirkungsgeschichte des Stuttgarter Schuldbekenntnisses
- Die Erklärung der „Kirchlich-theologischen Sozietät in Württemberg\" vom 9. April 1946
- „Ein Wort zur Judenfrage“ – Die Erklärung des Bruderrates der EKD vom April 1948
- Die Vorbereitungen zu dem Wort
- Das „Wort zur Judenfrage“ vom 8. April 1948
- „Wort zur Judenfrage“ der Synode der EKD vom April 1950
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die unmittelbare Rezeption und die anschließende Wirkungsgeschichte des Stuttgarter Schuldbekenntnisses. Im Zentrum stehen die Reaktionen auf die Erklärung in Deutschland und im Ausland sowie die Auseinandersetzung mit der Schuld der Kirche im Kontext des Holocausts.
- Die Aufnahme des Stuttgarter Schuldbekenntnisses in Deutschland und im Ausland
- Die Rolle der ökumenischen Beziehungen in der Entstehung und Rezeption des Schuldbekenntnisses
- Die Debatte über die Schuld der Kirche im Bezug auf den Holocaust und die "Judenfrage"
- Die Bedeutung des Stuttgarter Schuldbekenntnisses für die Entwicklung der deutschen Kirchen und der ökumenischen Bewegung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die unmittelbare Rezeption des Stuttgarter Schuldbekenntnisses sowohl im Ausland als auch in Deutschland. Die Analyse zeigt die unterschiedlichen Reaktionen auf die Erklärung, die von Zustimmung und Anerkennung bis hin zu Ablehnung und Kritik reichten.
Das zweite Kapitel befasst sich mit der Wirkungsgeschichte des Stuttgarter Schuldbekenntnisses. Es analysiert die verschiedenen Erklärungen und Worte, die in den Jahren nach 1945 entstanden sind und sich mit dem Stuttgarter Schuldbekenntnis auseinandersetzten. Im Fokus steht dabei die Auseinandersetzung mit der Schuld der Kirche im Bezug auf den Holocaust und die "Judenfrage".
Schlüsselwörter
Stuttgarter Schuldbekenntnis, EKD, Ökumenischer Rat der Kirchen, Holocaust, "Judenfrage", Schuld, Rezeption, Wirkungsgeschichte, Dialog, ökumenische Zusammenarbeit, deutsche Kirchen, Kirchengeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Stuttgarter Schuldbekenntnis von 1945?
Eine Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegenüber Vertretern der Ökumene, in der eine Mitschuld an den Leiden des Nationalsozialismus eingestanden wurde.
Wie wurde das Bekenntnis im Ausland aufgenommen?
Im Ausland wurde es überwiegend als wichtiger Schritt zur Wiederaufnahme der deutschen Kirchen in die ökumenische Gemeinschaft gewürdigt.
Ging die Erklärung konkret auf den Holocaust ein?
Kritiker bemängeln, dass die Schuld an den Morden an den Juden im ursprünglichen Bekenntnis nicht explizit genug benannt wurde, was spätere Erklärungen (1948, 1950) zu korrigieren versuchten.
Was ist das „Wort zur Judenfrage“ von 1950?
Eine spätere Erklärung der Synode der EKD, die das Verhältnis der Kirche zum Judentum und die Schuld während der NS-Zeit konkreter aufarbeitete.
Warum war das Bekenntnis für die Kirchengeschichte so bedeutend?
Es markiert den Beginn der moralischen Neuausrichtung der deutschen evangelischen Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg und ermöglichte den internationalen Dialog.
- Arbeit zitieren
- Christine Brengelmann (Autor:in), 2007, Stuttgarter Schuldbekenntnis vom Oktober 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154915