Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde aus der Vielfalt der marinen
Ressourcen diejenigen ausgewählt, die für die gegenwärtige und
zukünftige Rohstoffversorgung globale Bedeutung haben, deren unkontrollierte
Gewinnung jedoch immense ökologische Risiken mit sich
bringen. In diesem Zusammenhang wird auch das Sinken der Offshore-
Plattform Deepwater Horizon (BP) im Golf von Mexiko besprochen.
Besondere Erwähnung soll das Thema der Manganknollen finden, da
dieses besonders ausführlich abgehandelt wird und übersichtlich einen
guten Überblick über den derzeitigen Forschungsstand vermittelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kohlenwasserstoffe
2.1 Zum Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie
2.2 Erdöl & Erdgas
2.3 Gashydrat
3 Metalle
3.1 Polymetallische Erzknollen
3.2 Massivsulfide als hydrothermale Anreicherungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht ausgewählte marine Rohstoffressourcen von globaler Bedeutung, deren Gewinnung mit hohen ökologischen Risiken verbunden ist, und beleuchtet dabei sowohl technologische Möglichkeiten als auch die damit einhergehenden Gefahren am Beispiel der Ölförderung und des Tiefseebergbaus.
- Analyse der globalen Bedeutung mariner Rohstoffe
- Untersuchung ökologischer Risiken bei der Rohstoffgewinnung in der Tiefsee
- Diskussion der Ölkatastrophe der Deepwater Horizon
- Detaillierte Betrachtung von Manganknollen und ihrer Entstehung
- Exploration und Nutzung von Massivsulfiden
Auszug aus dem Buch
3.1 polymetallische erzknollen
Bei Fangversuchen von Tiefseeorganismen mit einem Grundnetz in den Jahren 1873-1876, endeckte die HMS Challenger zufällig Manganknollen. C.W. von Gümbel beschäftigte sich nur zwei Jahre später als erster Geologe mit dieser mineralogischen Kuriosität, jedoch ohne nennenswerte Konsequenzen. Für die nächsten 80 Jahre wurden vor allem die „Challengerknollen” in den großen Museen der Welt bestaunt. Im Jahr 1965 wurden sie dann das erste Mal von J. Mero in der Publikation Marine Resources als Rohstoffquelle der Zukunft gewürdigt. Man hatte erkannt, dass die Konkretionen weniger wegen ihres 30%igen Anteils an Mangan, sondern vielmehr wegen ihrers 2-3%igen Gehalts an Buntmetallen wie Nickel, Kupfer und Kobalt von wirtschaftlichem Interesse sein könnten. Deutschland begann die Manganknollen ab 1968 als national-ökonomisch bedeutsam einzustufen, was die zunehmende Publikationsdichte in diesem Bereich belegt.
Obwohl es aufgrund der Polit-und Konzernkonkurrenz auf internationaler und innerdeutscher Ebene (Berliner Mauer ab 1961) um die Knollen in den 80er Jahren eher still geworden war, lag die DDR bereits 1972 mit der FS Alexander von Humboldt zuerst im Atlantik (1972-1976) und später im Pazifik (1977-1982) auf Knollenkurs. Die Sowjetunion hatte damals die größte Forschungsschiffflotte (ca. 200 Schiffe) auf denen Spezialisten der DDR und anderer RGW-Länder explorative Pionierarbeit leisteten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Weltmeere als System-Regulator ein und grenzt das Thema auf die für die Rohstoffversorgung relevanten, aber ökologisch risikoreichen marinen Ressourcen ein.
2 Kohlenwasserstoffe: Dieses Kapitel behandelt die Problematik der Tiefseeölförderung, die Entstehung von Erdöl sowie die Vorkommen und Forschung von Gashydraten.
3 Metalle: In diesem Kapitel werden die Entdeckungsgeschichte, die Entstehungsprozesse und die wirtschaftliche sowie politische Bedeutung von Manganknollen und Massivsulfiden analysiert.
Schlüsselwörter
BP, Deepwater Horizon, Marine Rohstoffe, Manganknollen, Erztrüffel, polymetallische Erzknollen, Clarion-Clipperton-Bruchzone, Erdöl, Erdgas, Gashydrat, Massivsulfide, hydrothermale Anreicherungen, CO2-Sequestierung, GHSZ, Solwara
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit ausgewählten marinen Rohstoffen, die für die Energie- und Metallversorgung weltweit wichtig sind, deren unkontrollierte Gewinnung jedoch große ökologische Gefahren birgt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit gliedert sich in die zwei Hauptbereiche Kohlenwasserstoffe (Erdöl, Gashydrate) und Metalle (Manganknollen, Massivsulfide).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, einen Überblick über technologische Möglichkeiten zur Rohstoffförderung in der Tiefsee zu geben und dabei die ökologischen Grenzen und Risiken aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Literaturanalyse und Seminararbeit, die geographische, geologische und wirtschaftliche Aspekte synthetisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Förderung von Öl in der Tiefsee, die Besonderheiten von Gashydraten sowie die Entstehung und das Potenzial von Manganknollen und hydrothermalen Massivsulfiden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben den Rohstoffgruppen auch ökologische Risiken, Tiefseebergbau und die Konzessionen für Explorationsgebiete.
Welche Rolle spielt die „Deepwater Horizon“ im Kontext der Arbeit?
Die Bohrinsel dient als mahnendes Beispiel für die technologischen Schwierigkeiten und verheerenden ökologischen Folgen einer risikoreichen Tiefseeölförderung.
Welche Bedeutung haben Manganknollen für die Bundesrepublik Deutschland?
Deutschland hat durch Lizenzerwerb bei der Internationalen Meeresbehörde (ISA) in der Clarion-Clipperton-Bruchzone ein Interesse an der Erforschung dieser polymetallischen Erzknollen als perspektivische Rohstoffreserve gesichert.
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- Thomas Thieke (Author), 2010, Ausgewählte Rohstoffbetrachtungen und Nutzungsmöglichkeiten der Weltmeere, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154948