Im gesellschaftlichen Verständnis wird Nachhaltigkeit vordergründig dem Bereich Ökologie zugeschrieben. Diese Begriffsdeutung, so zeitgemäß wie sie auch sein mag, stellt ein nur verkürztes Verständnis dar. Im wissenschaftlichen Diskurs hingegen findet dieser schillernde Begriff in den verschiedensten Disziplinen Anwendung. Hier droht der Begriff zu einer leeren Worthülse zu werden, da er aktuell ein Modebegriff geworden ist. Aus der Ökologie kommend, überwand der Begriff die Grenzen der Disziplin und fand im Terrain der Betriebswirtschaftslehre Eingang. Hier wurde zunächst das Themenfeld Unternehmensführung, unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit, sehr ausführlich betrachtet, bevor in jüngster Vergangenheit das Verständnis von Personalmanagement hiervon beeinflusst wurde. Diese Sichtweise des Personalmanagements wird aktuell in der theoretischen Aufarbeitung nur von wenigen Wissenschaftlern, häufig unsystematisch, verarbeitet. Dies erscheint unter Berücksichtigung der steigenden Bedeutung des Personalmanagements für den Erfolg eines Unternehmens im Wettbewerb verwunderlich.
Im zweiten Abschnitt wird zunächst der Begriff Nachhaltigkeit einer näheren Betrachtung unterzogen. Zusätzlich werden an dieser Stelle Kriterien herausgearbeitet, welche den Begriff Nachhaltigkeit außerhalb der Ökologie kennzeichnen. Nachfolgend wird diese Begriffsbestimmung auf das Personalmanagement transferiert. Das nächste Kapitel wird die Gründe aufgreifen, warum die Perspektive Nachhaltigkeit im Umfeld des Personalmanagements notwendig geworden ist. Hier werden die relevanten Gründe demographische Entwicklung sowie gesellschaftlicher Wertewandel thematisiert. Der vierte Abschnitt behandelt den aktuellen Stand der Forschung und Praxis zu diesen Themengebiet. Hierzu wird ein theoriegeleiteter Überblick, der sich an verschiedenen klassischen Eckpfeilern des Personalmanagements orientiert, dargestellt. Abgeschlossen wird dieses Kapitel durch die Präsentation des Praxisbeispiels Henkel. Im folgenden Kapitel wird der Grundgedanke des nachhaltigen Personalmanagements auf den bisher nur wenig in der Literatur betrachteten Aspekt Freisetzung von Personal transferiert. Den Schlussteil dieser Arbeit bildet das Resumeé.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung
2. Nachhaltigkeit als mehrdimensionales Konstrukt
2.1 Zum Begriff Nachhaltigkeit
2.2 Zum Begriff nachhaltiges Personalmanagement
3. Die Gründe für einen Perspektivwechsel im Personalmanagement
3.1 Der demographische Wandel
3.2 Der gesellschaftliche Wertewandel
4. Der aktuelle Stand
4.1 Ein literaturgeleiteter Überblick
4.1.1 Personalbedarfsplanung
4.1.2 Personalgewinnung
4.1.3 Personalentwicklung
4.1.4 Personaleinsatz
4.1.5 Retentionmanagement
4.2 Das nachhaltige Personalmanagement der Firma Henkel als Best Practice
4.2.1 Firmenprofil
4.2.2 Nachhaltigkeit als zentrale Leitlinie
5. Das Themenfeld Personalfreisetzung
5.1 Personalfreisetzung in einer klassischen Sichtweise
5.2 Personalfreisetzung im Nachhaltigkeitskonzept
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Integration des Nachhaltigkeitskonzepts in das Personalmanagement, wobei ein besonderer Fokus auf der bisher wenig behandelten Thematik der Personalfreisetzung liegt. Ziel ist es, ein Verständnis für ein ressourcenschonendes Personalmanagement zu entwickeln, das auf veränderte gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagiert und Instrumente zur nachhaltigen Gestaltung personalwirtschaftlicher Prozesse aufzeigt.
- Grundlagen des nachhaltigen Personalmanagements
- Einfluss demographischer Veränderungen und gesellschaftlicher Wertewandel
- Analyse klassischer Personalmanagement-Funktionen (Bedarfsplanung, Gewinnung, Entwicklung, Einsatz, Bindung)
- Best-Practice-Beispiel der Firma Henkel
- Nachhaltige Gestaltungsmöglichkeiten der Personalfreisetzung
Auszug aus dem Buch
1. Hinführung
„Das Leben ist voller Geheimnisse. Eines der Größten liegt in dem viersilbigen Wort Nachhaltigkeit verborgen.“ Dieses Zitat beschreibt in sehr anschaulicher Weise die Vieldeutigkeit dieses Begriffes. Im gesellschaftlichen Verständnis wird Nachhaltigkeit vordergründig dem Bereich Ökologie zugeschrieben. Diese Begriffsdeutung, so zeitgemäß wie sie auch sein mag, stellt ein nur verkürztes Verständnis dar. Im wissenschaftlichen Diskurs hingegen findet dieser schillernde Begriff in den verschiedensten Disziplinen Anwendung. Hier droht der Begriff zu einer leeren Worthülse zu werden, da er aktuell ein Modebegriff geworden ist. Aus der Ökologie kommend, überwand der Begriff die Grenzen der Disziplin und fand im Terrain der Betriebswirtschaftslehre Eingang. Hier wurde zunächst das Themenfeld Unternehmensführung, unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit, sehr ausführlich betrachtet, bevor in jüngster Vergangenheit das Verständnis von Personalmanagement hiervon beeinflusst wurde.
Diese Sichtweise des Personalmanagements wird aktuell in der theoretischen Aufarbeitung nur von wenigen Wissenschaftlern, häufig unsystematisch, verarbeitet. Dies erscheint unter Berücksichtigung der steigenden Bedeutung des Personalmanagements für den Erfolg eines Unternehmens im Wettbewerb verwunderlich. Der Einsatzfaktor Arbeit ist in der modernen und industrialisierten Gesellschaft verschiedenen Entwicklungstendenzen unterworfen. Hier ist zunächst der demographische Wandel anzuführen, welcher das Arbeitskräftepotential zunehmend in der quantitativen Perspektive verringert. Der gesellschaftliche Wertewandel, im Hinblick auf die stetig steigenden Ansprüche der Individuen gegenüber den Arbeitgebern, wird die Gesamtheit der zur Verfügung stehenden Arbeit qualitativ verändern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung: Einführung in die Thematik der Nachhaltigkeit im Kontext des Personalmanagements und Begründung der Relevanz dieser Untersuchung angesichts aktueller demographischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.
2. Nachhaltigkeit als mehrdimensionales Konstrukt: Definition und theoretische Einordnung der Begriffe Nachhaltigkeit und nachhaltiges Personalmanagement sowie Herleitung von Beurteilungskriterien.
3. Die Gründe für einen Perspektivwechsel im Personalmanagement: Analyse der Einflussfaktoren demographischer Wandel und gesellschaftlicher Wertewandel auf die betriebliche Personalarbeit.
4. Der aktuelle Stand: Detaillierte Betrachtung der fünf klassischen Personalmanagement-Funktionen unter Nachhaltigkeitsaspekten und Analyse des Best-Practice-Beispiels der Firma Henkel.
5. Das Themenfeld Personalfreisetzung: Theoretische Abgrenzung der Personalfreisetzung in klassischer Sichtweise und Entwicklung eines Konzepts zur nachhaltigen Personalfreisetzung.
6. Schlusswort: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse der Arbeit und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Personalmanagement, Nachhaltigkeit, Nachhaltiges Personalmanagement, demographischer Wandel, Wertewandel, Personalbedarfsplanung, Personalgewinnung, Personalentwicklung, Personaleinsatz, Retentionmanagement, Mitarbeiterbindung, Personalfreisetzung, Best Practice, Henkel, Employability
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption und praktischen Umsetzung eines nachhaltigen Personalmanagements, um den Erfolg von Unternehmen langfristig zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit analysiert die klassischen Säulen des Personalmanagements – Bedarfsplanung, Rekrutierung, Entwicklung, Personaleinsatz und Mitarbeiterbindung – sowie das Feld der Personalfreisetzung unter einem Nachhaltigkeitsfokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein ressourcenschonender Einsatz des Faktors Personal zur Wertschöpfung beiträgt und insbesondere wie das unangenehme Thema der Personalfreisetzung nachhaltig gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Literaturanalyse, ergänzt durch die Untersuchung eines Best-Practice-Beispiels (Firma Henkel).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des nachhaltigen Personalmanagements erarbeitet, die externen Einflusstreiber (Demographie, Werte) beleuchtet und die einzelnen Handlungsfelder des Personals unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Nachhaltiges Personalmanagement, Personalbindung, Personalfreisetzung, demographischer Wandel und Employability sind die zentralen Schlagworte.
Warum ist das Thema Personalfreisetzung im Nachhaltigkeitskontext relevant?
Da Personalfreisetzung bisher in der Literatur oft als mit Nachhaltigkeit unvereinbar betrachtet wurde, dient die Arbeit dazu, Wege aufzuzeigen, wie diese Prozesse sozialverträglich und strategisch nachhaltig gestaltet werden können.
Was zeichnet den Ansatz der Firma Henkel aus?
Henkel gilt als Best-Practice-Beispiel, da das Unternehmen seit Jahrzehnten versucht, ökonomische Sachzwänge mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit zu vereinen und bereits frühzeitig wegweisende soziale Maßnahmen implementierte.
- Arbeit zitieren
- Dipl. Betriebswirt Thomas Remschel (Autor:in), 2010, Nachhaltiges Personalmanagement – Versuch einer begriffsstrategischen und konzeptionellen Annäherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155060