Die Rolle und die Entwicklung der Landwirtschaft in Portugal und Spanien


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

23 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Rolle und die Entwicklung der Landwirtschaft in Portugal und Spanien
2.1 Großräumige Gliederung der Iberischen Halbinsel
2.1.1 Klima und Vegetation
2.1.2 Geologie und Topographie
2.1.3 Böden und ihre Nutzung
2.1.4 Politische Gliederung
2.2 Historische Entwicklung
2.2.1 Landwirtschaft in der Antike
2.2.2 Entwicklung in der Landwirtschaft im ersten Jahrtausend n. Chr
2.2.3 Koloniale Expansion und deren Auswirkung auf Portugal und Spanien
2.2.4 Die Rolle der Landwirtschaft bis zur Neuzeit
2.3 Entwicklung der Landwirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert
2.3.1 Portugal bis
2.3.2 Gegenwärtige Entwicklung und Rolle der Landwirtschaft in Portugal
2.3.3 Spanien bis zum Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
2.3.4 Aktuelle Entwicklung und Rolle der spanischen Landwirtschaft
2.3.5 Die Auswirkungen der EU auf die iberische Landwirtschaft

3 Schluss und Ausblick

4 Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Landwirtschaftliche Betriebe in der Europäischen Union

Tabelle 2: Landwirtschaftlich genutzte Fläche in der Europäischen Union in Hektar

Abbildung 3: Satellitenbild der Iberischen Halbinsel

Abbildung 4: Landwirtschaftliche Fläche nach Betriebsgröße in Portugal.

Tabelle 5: Eigenschaften der landwirtschaftlichen Fläche im Vergleich zur Gesamtfläche 2005 – Portugal

Tabelle 6: Dauer- und Intensivkulturen in Hektar 2005 – Portugal

Abbildung 7: Landwirtschaftliche Fläche nach Betriebsgröße in Spanien

Tabelle 8: Eigenschaften der landwirtschaftlichen Fläche im Vergleich zur Gesamtfläche 2005 – Spanien

Tabelle 9: Dauer und Intensivkulturen in Hektar 2005 – Spanien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die iberische Halbinsel gilt als eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Millionen von Touristen verbringen dort jedes Jahr ihren Urlaub. Neben dem sonnigen Wetter, den Sehenswürdigkeiten und der abwechslungsreichen Natur und Landschaft gehören auch iberische Speisen und Getränke zu den Hauptattraktionen der Halbinsel. Ein wichtiger Faktor, der sowohl die Landschaft als auch die Gesellschaft Iberiens seit Jahrtausenden geprägt hat, ist die Landwirtschaft. Seit mehreren tausend Jahren kultiviert der Mensch die Landschaft der iberischen Halbinsel, um dort nutzbares Acker- und Weideland zu schaffen und zu erhalten. Kaum ein Gebiet der Erde war so vielen exogenen Veränderungen im Bezug auf Kultur, Religion und ethnischer Herkunft unterworfen. Jeder neue Einwanderer oder Eroberer hat auch die Landwirtschaft geprägt und weiterentwickelt. Da die Neuankömmlinge immer aus anderen Klima- und Kulturräumen kamen, brachte jeder eine andere Mentalität, Motivation und Fleiß für die Landwirtschaft mit. Betrachtet man also die Entwicklung der Landwirtschaft, die in dieser Arbeit herausgearbeitet werden soll, ist also hier in erster Linie die Verschmelzung verschiedener landwirtschaftlicher Methoden unter Einfluss bestimmter exogener und endogener Faktoren zu erkennen. Aus diesem Grund werde ich zu Beginn der Arbeit die wichtigsten Faktoren für die Landwirtschaft erläutern und dann mit der historischen Rückschau auf die Entwicklung des Agrarsektors beginnen. Um den gewünschten Rahmen einzuhalten und um gleichzeitig das Abschweifen in andere Themen zu verhindern wird in dieser Arbeit nur die eigentliche Landwirtschaft behandelt. Themen wie Fischerei, Vieh- und Forstwirtschaft werden daher nur für relevante Zusammenhänge erwähnt. Schließen möchte ich dann mit der Rolle und Entwicklung der Landwirtschaft in Portugal und Spanien im 19. und 20. Jahrhundert. Hier möchte ich besonders auf die vergangenen drei Jahrzehnte Bezug nehmen und so versuchen den Einfluss der Liberalisierung der Märkte nach der Demokratisierung und den Beitritt zur Europäischen Union für die Landwirtschaft in Spanien und Portugal aufzuzeigen.

2 Die Rolle und die Entwicklung der Landwirtschaft in Portugal und Spanien

Im Vergleich zur BRD hat die Landwirtschaft in Spanien und Portugal einen großen Stellenwert. Dies liegt schon begründet in der Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe. Hatte Deutschland 2003 ca. 412000 Betriebe, so hatte das wesentlich kleinere Portugal ca. 360000 und Spanien sogar ca.1140000 Höfe (siehe Tab.1). Die Zahl der Betriebe ist allerdings nicht besonders aussagekräftig, wenn man ihr nicht noch die landwirtschaftlich genutzte Gesamtfläche gegenüberstellt. Vergleicht man nun die Zahlen von Tabelle 2 mit den Zahlen Tabelle 1 ist festzustellen, das Portugal ähnlich viele Betriebe wie Deutschland hat, aber nur ca. 22 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Tab. 1: Zahl der Betriebe in der EU – 15[1] Tab. 2: Landwirtschaftl. Fläche in der EU – 15[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beim Vergleich zwischen Deutschland und Spanien ist der Unterschied nicht ganz so markant, dennoch müsste Spaniens Landwirtschaft fast die doppelte Fläche bewirtschaften um die gleichen Betriebsgrößen wie Deutschland zu erreichen.

2.1 Großräumige Gliederung der Iberischen Halbinsel

Um einen Überblick über die unterschiedlichen Nutzungsformen in der Landwirtschaft auf der iberischen Halbinsel zu erreichen, ist es notwendig, Faktoren wie klimatische Einflüsse, natürliche Vegetation, Topographie, Geologie zu betrachten. Weiterhin ist bei der Analyse des Agrarsektors wichtig die politische Gliederung zu erfassen und die politischen und kulturellen Gegebenheiten in den Überblick einzubeziehen. Die iberische Halbinsel ist zum großen Teil von Meer umgeben. Nur der Nordosten ist mit Kontinentaleuropa verbunden[3]. Hier allerdings bildet der Gebirgszug der Pyrenäen ein großes natürliches Verkehrshindernis, das die politische, sowie kulturelle Grenze zu Westeuropa markiert (vgl. Breuer, 2008: S.10). Wichtig für die großräumige Gliederung Iberiens sind auch die exponierte Lage zwischen zwei bedeutenden Meeren und die relative Nähe zur afrikanischen Küste (siehe Abbildung 1). Das Mittelmeer im Osten der Halbinsel und der Atlantik im Westen machten die iberische Halbinsel schon immer zu einer Brücke für Handel und Kultur. Besonders in der Antike und in der frühen Neuzeit nahmen alle größeren politischen und kulturellen Umwälzungen auf der Halbinsel ihren Anfang im Mittelmeerraum. Erst mit der Entdeckung Amerikas und dem Aufbau gewaltiger Kolonialreiche in Übersee gewann der Atlantik an Bedeutung.

2.1.1 Klima und Vegetation

„Das Klima, d.h. der mittlere Zustand der Atmosphäre über einem Gebiet während eines längeren Zeitraumes, bildet die übergeordnete ökologische Determinante für mögliche Agrarsysteme. Die klimatische Differenzierung der Erde bildet den Rahmen, in den sich die Bodennutzung einzupassen hat.“(Arnold, 1997: S. 32)

Das Klima der iberischen Halbinsel ist stark diversifiziert. Dies liegt besonders an den vorherrschenden Windrichtungen und der großen topographischen Vielfalt der Halbinsel. Der Norden und Nordwesten der Halbinsel steht unter dem starken Einfluss von maritimen Luftmassen. Diese bringen neben humiden Klima auch gemäßigte Temperaturen. Im Norden Iberiens können jährliche Niederschlagsmengen von bis zu 1600 mm pro Jahr fallen (vgl. Chatel, 2006: S. 20) Die Zentralen Hochebenen im Süden und Südosten Iberiens werden hingegen durch die Niederschläge nur während der Wintermonate erfasst. Hier herrscht semiarides z. T. arides Klima vor. Diese Bereiche der iberischen Halbinsel gehören damit zu den sommertrockenen Subtropen. Trotz größerer Niederschläge im Winterhalbjahr erhalten die Gebiete im Süden, in der Mitte und im Osten der Halbinsel im Schnitt nur ca. 300 mm Regen im Jahr (vgl. Chatel, 2006: S. 20). Abb. 3: Iberische Halbinsel[4] Die Temperaturen schwanken im zeitlichen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jahreslauf nicht besonders stark. Hier macht sich der Einfluss der Meeresbedeckung bemerkbar. Allerdings sind die zentralen Hochebenen und Hochgebirge leichtem Kontinentalklima ausgesetzt. Daher können im Winter die Temperaturen auch über längere Zeiträume hinweg unter den Gefrierpunkt sinken. Dies kann dazu führen, dass subtropische Gebirge wie die Sierra Nevada[5] im Süden der Halbinsel schneebedeckt sind (Oranger Kasten Abb. 1). Ohne anthropogene Einflüsse würde das Gebiet des Mediterranraumes mit Wald bedeckt sein[6]. So hat aber die Abholzung, Brandrodung und Kultivierung der Böden die Vegetation nachhaltig beeinflusst. Auch in Spanien und Portugal hat das menschliche Handeln die natürliche Vegetation zurückgedrängt oder vollständig zerstört (vgl. Brückner, 1994: S. 24 – 29).

2.1.2 Geologie und Topographie

Die Iberische Halbinsel entstand durch das Zusammenschieben der Eurasischen und Afrikanischen Kontinentalplatte. Die erste Auffaltung im Zuge der variszischen Orogenese ist heute noch in Form der charakteristischen Hochflächen[7]erhalten. Durch die alpidische Orogenese entstanden dann über dem iberischen Variszikum die Hochgebirge der Pyrenäen und der Sierra Madre (vgl. Schönenberg/ Neugebauer, 1997: S.161/162). Die variszischen Hochflächen haben zwischen Kastilischem Scheidegebirge und Kantabrischem Gebirge im Schnitt eine Höhe von 800 Metern und zwischen Sierra Nevada und dem Kastilischen Scheidegebirge eine durchschnittliche Höhe von 600 Metern (vgl. Herzog, 1989: S. 9). Die mineralogische Zusammensetzung der Halbinsel ist stark durch die variszische und alpidische Orogenese beeinflusst. So treten vor allem in der Meseta viele Gesteine mit plutonischen und vulkanischen Ursprung hervor. An der Peripherie der Halbinsel haben sich aufgrund der starken Erosion ausgedehnte Molasseflächen bilden können (vgl. Schönenberg/ Neugebauer, 1997: S.162 – 172). Durch die großen orographischen Gegebenheiten sind auf der Halbinsel eine Vielzahl von natürlichen Gunst- oder Ungunsträumen entstanden. Während die Regionen im Norden durch die hohen Gebirgskämme des Kantabrischen Gebirges hohe Niederschlagszahlen erreichen können, sind die Gebiete im Schatten dieser hohen Gebirge oft semiarid oder arid.

[...]


[1]Gurrath, 2006: S. 39

[2]Gurrath, 2006: S. 40

[3]Bei mehr als 5000 km Außengrenze sind nur rund 700 km mit Europa verbunden,

[4]http://de.wikipedia.org/wiki/Sierra_Nevada_(Spanien) aufgerufen am 10.04.2009

[5]Sierra Nevada heißt zu deutsch „schneebedecktes Gebirge“

[6]Große Teile der iberischen Halbinsel wären mit immergrünen Eichenwäldern als Schlussgesellschaft bedeckt. Die nördlichen Küstengebiete hätten als Pflanzendecke sommergrüne Laubwälder.

[7]Diese Hochebene heißt im spanischen Maseta (dt. = der Tisch). Sie wird durch das kastilische Scheidegebirge in eine nördliche und eine südliche Meseta unterteilt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Rolle und die Entwicklung der Landwirtschaft in Portugal und Spanien
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Oberseminar Iberische Halbinsel
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V155078
ISBN (eBook)
9783640673100
ISBN (Buch)
9783640672837
Dateigröße
880 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle, Entwicklung, Landwirtschaft, Portugal, Spanien
Arbeit zitieren
Harald Leutner (Autor), 2009, Die Rolle und die Entwicklung der Landwirtschaft in Portugal und Spanien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155078

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