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Die Souveränitätslehre des Jean Bodin

Ein Schritt zur neuzeitlichen Staatsauffassung?

Titel: Die Souveränitätslehre des Jean Bodin

Hausarbeit , 2010 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Lesch (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf der Suche nach dem Beginn der neuzeitlichen Staatsauffassung, genauer gesagt des
Übergangs vom mittelalterlichen zum frühneuzeitlichen Staat, wird man um die
Souveränitätslehre des Jean Bodin nur schwer herum kommen. Auch wenn dieser
vielinteressierte Wissenschaftler den Begriff der Souveränität nicht erfunden hat, so gilt er
dennoch als Begründer des modernen Souveränitätsbegriffs. In der Zeit vor Bodins Wirken
wurden nicht selten weltliche Herrscher und Fürsten als souverän bezeichnet, doch vor ihm
gelang es keinem Staatsphilosophen die Souveränität klar aus staatstheoretischer Sicht zu
formulieren und als Legitimationsgrundlage für gesellschaftliche Ordnungen zu benutzen.
Hauptgegenstand der Untersuchung dieser Hausarbeit ist die Frage, ob die Souveränitätslehre
des Jean Bodin einen Schritt zur neuzeitlichen Staatsauffassung darstellt und anhand welcher
Aspekte diese These untermauert werden kann. Zur besseren Anschauung seiner Staatslehre
werden ausgesuchte Passagen aus seinem Hauptwerk Les Six Livres de la République
(französisch; „Sechs Bücher über den Staat“) aus dem Jahre 1583 herangezogen und auf ihren
neuzeitlichen Charakter hin untersucht. Dafür wird die deutsche Übersetzung des Werks von
Gottfried Niedhart (1976) verwendet.
Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Vorstellung der gesellschaftlichen Situation in Frankreich
im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts, da es unbedingt nötig ist Bodins Lehre in diesem
historischen Rahmen zu betrachten. Anders als zum Beispiel bei Platons Idealstaat oder bei
der Prädestinationslehre Calvins gründet Bodins Staat nicht auf Mythen oder religiösen
Ansichten, sondern auf einer konkreten historisch-gesellschaftlichen Problematik, die es zu
lösen gilt. Im darauffolgenden Abschnitt werden die Grundlagen der Souveränitätslehre mit
gezielter Verwendung von Originaltextstellen dargestellt. Auf diesen Grundlagen baut die
Hauptuntersuchung auf, in der seine Staatslehre hinsichtlich traditioneller und neuzeitlicher
Aspekte untersucht wird, um schließlich die Entscheidung herbeizuführen, ob Bodin seinem
Ruf als Wegbereiter der neuzeitlichen Staatsauffassung gerecht werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frankreich im späten 16. Jahrhundert

3. Die Grundlagen der Souveränitätslehre Jean Bodins

3.1. Der wohlgeordnete Staat

3.2. Über die Souveränität

4. Zwischen Tradition und Neuzeit

4.1. Traditionelle Momente in der Souveränitätslehre

4.2. Aspekte der neuzeitlichen Staatsauffassung

5. Bodin als der Wegbereiter des modernen Nationalstaates

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Souveränitätslehre von Jean Bodin als fundierter Schritt zur Entwicklung der neuzeitlichen Staatsauffassung betrachtet werden kann und welche theoretischen sowie historischen Aspekte diese Einordnung rechtfertigen.

  • Historische Einordnung des französischen Staates im 16. Jahrhundert
  • Analyse des Souveränitätsbegriffs bei Jean Bodin
  • Gegenüberstellung von traditionellen und neuzeitlichen Elementen seiner Staatslehre
  • Bedeutung von Bodins Konzept für die Entstehung des modernen Nationalstaates

Auszug aus dem Buch

3.2. Über die Souveränität

Bodin hat erkannt, dass sich sein Staat und seine Ziele nur verwirklichen lassen, wenn er die konfessionell zersplitterten Gruppen dazu bringen kann, sich nicht mehr auf bloßes Freund-Feind-Denken zu beschränken, sondern eine konsequente Versöhnung anzustreben, die wiederum in einem erfolgreichen Gemeinwesen mündet. Die Grundlage dieser Versöhnung muss dabei Toleranz sein, wie sie nur durch die politische Eliminierung der offenkundigen weltanschaulichen und religiösen Gegensätze erreicht werden kann.

Auf dieser Erkenntnis basiert die Entwicklung des so oft angesprochenen Souveränitätsbegriffes, der die Eliminierung der Gegensätze durch die Konzentration von Recht und Macht in einer einzigen, höchsten Instanz erreicht. Nur eine Kraft die absolut unabhängig von jeglichen konfessionellen Belangen ist kann den Konflikt Bodins Zeit lösen, da sie nicht dazu genötigt ist, einer bestimmten Gruppe zum Sieg zu verhelfen, sondern nur ihrem eigenen Willen unterliegt. Mit der Erhebung des Souveränitätsbegriffes von der bloßen Anwendung als Bezeichnung der Abgrenzung einer Macht zu der ihr Untergebenen auf eine Ebene der absoluten und andauernden staatlichen Gewalt, hat sich Bodin in die Geschichtsbücher eingeschrieben und die geistigen Voraussetzungen sowie die rechtlichen Konsequenzen für die Durchsetzung des Friedens in Frankreich geschaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die zentrale Fragestellung, ob Bodins Souveränitätslehre den Übergang zur neuzeitlichen Staatsauffassung markiert, und beschreibt die methodische Vorgehensweise anhand seines Hauptwerkes.

2. Frankreich im späten 16. Jahrhundert: Dieses Kapitel skizziert die krisenhafte Ausgangslage durch Religionskriege und die doppelte Abhängigkeit des Staates von Kaiser und Papst als Kontext für Bodins theoretische Reflexionen.

3. Die Grundlagen der Souveränitätslehre Jean Bodins: Hier werden die Kernelemente definiert, wobei insbesondere der wohlgeordnete Staat und die Konzentration der Souveränität als höchste Befehlsgewalt im Fokus stehen.

4. Zwischen Tradition und Neuzeit: Das Kapitel differenziert zwischen den noch stark theologisch geprägten traditionellen Ansätzen und den bereits modernen, rationalen Strukturen in Bodins Herrschaftsverständnis.

5. Bodin als der Wegbereiter des modernen Nationalstaates: Die abschließende Analyse bewertet Bodins Rolle, indem sie sein Wirken als wichtigen Wegbereiter für den modernen Verfassungsstaat und die territoriale Unabhängigkeit einstuft.

Schlüsselwörter

Jean Bodin, Souveränität, Staatsauffassung, Frankreich, 16. Jahrhundert, absolut, Nationalstaat, Rechtssetzung, Religionskriege, politisches Denken, Herrschaftslegitimation, Monarchie, Verfassungsgeschichte, Religion, Staatsgewalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Souveränitätslehre von Jean Bodin vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Krise Frankreichs im 16. Jahrhundert und ihre Bedeutung für die Entwicklung des modernen Staates.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die historische Situation Frankreichs, die Definition von Souveränität, das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne sowie die Rolle Bodins als Wegbereiter des modernen Nationalstaates.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und anhand welcher Aspekte die Souveränitätslehre von Jean Bodin als entscheidender Schritt zur neuzeitlichen Staatsauffassung verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, bei der zentrale Passagen aus Bodins Hauptwerk "Les Six Livres de la République" unter Heranziehung fachwissenschaftlicher Literatur interpretiert werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?

Im Hauptteil wird zunächst das Konzept des wohlgeordneten Staates sowie die Souveränität analysiert, bevor eine kritische Gegenüberstellung von traditionell-theologischen und neuzeitlich-rationalen Elementen erfolgt.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Souveränität, Jean Bodin, Staatsgewalt, Nationalstaat und das Spannungsverhältnis zwischen politischer Macht und Religion charakterisiert.

Warum spielt die Religion in Bodins Staatslehre eine ambivalente Rolle?

Bodin legitimiert die Herrschaft zwar einerseits über das göttliche Abbild des Souveräns, befreit den Staat jedoch gleichzeitig von unmittelbarer religiöser Einflussnahme, um den innerstaatlichen Frieden zu sichern.

Inwiefern unterscheidet sich Bodins Souveränität von der des Mittelalters?

Während das Mittelalter auf einer Zerstückelung durch Regalien und wechselseitigen Lehnsbeziehungen basierte, fordert Bodin eine unteilbare, absolute und andauernde Macht, die eine einheitliche Rechtssetzung ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Souveränitätslehre des Jean Bodin
Untertitel
Ein Schritt zur neuzeitlichen Staatsauffassung?
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Veranstaltung
GK/ PS: Klassiker der Staatsphilosophie I (Platon – Rousseau)
Note
1,0
Autor
Christian Lesch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V155081
ISBN (eBook)
9783640678181
ISBN (Buch)
9783640678075
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Souveränitätslehre Jean Bodin Schritt Staatsauffassung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Lesch (Autor:in), 2010, Die Souveränitätslehre des Jean Bodin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155081
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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