Die Werbesprache hat sich über viele Jahre entwickelt und präzisiert. Sie
verwendet neben der allgemeinen Sprache auch Elemente der Fachsprache, der
Jugendsprache und der dialektischen Sprache (Römer, 1968) und versucht
damit, das eigentliche Ziel, nämlich die Beeinflussung der Rezipienten, zu
fokussieren.
Entsprechend der Lasswell-Formel „Who say what to whom in which channel
with what effect?“ soll diese Arbeit das kommunizierte „Was“ abhandeln.
Werbung vermittelt Informationen und nutzt dabei viele Kanäle. Dabei greift
Werbung die aktuelle Sprache auf und wandelt sie um (Fährmann, 2006). Daher
ist die Analyse von ausgewählten Werbeanzeigen aus sprachwissenschaftlicher
Sicht sehr bedeutsam.
Die entscheidende Aufgabe dieser Arbeit besteht darin, aktuelle Anzeigen am
Beispiel von Automobilherstellern auf ihre persuasive Funktion zu untersuchen
und dann möglicherweise von bereits untersuchten Anzeigen des letzten
Jahrhunderts abzugrenzen. Dabei sollen vor allem die Besonderheiten der
Werbesprache herausgestellt werden und Gemeinsamkeiten zwischen den
unterschiedlichen Anzeigen gefunden werden. Zusätzlich soll mithilfe der
Analyse der Mercedes-Benz-Anzeigen des letzten Jahrhunderts von Fährmann
festgestellt werden, ob sich die Anzeigengestaltung des Automobilherstellers
grundsätzlich geändert oder der Zeiteinfluss keine Auswirkungen auf die
Werbeanzeigen hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Bedeutung und Ziele der Werbung
2.2 Bausteine der Werbeanzeige
2.2.1 Schlagzeile/Headline
2.2.2 Fließtext/Bodytext
2.2.3 Abbinder/Slogan
2.2.4 Produktname/Markennamen
2.2.5 Bildelemente
2.2.6 Sonstige Bausteine
2.3 Grundlagen für die Analyse der Werbesprache
2.3.1 Textthema
2.3.2 Argumentation
2.3.3 Lexik
2.3.4 Syntax
2.3.5 Rhetorik
2.3.6 Sprachspiele
2.3.7 Interpunktion und Typographie
2.3.8 Bild und Text
2.4 Analysemodell
3. Anzeigenanalyse
3.1 Basis der Analyse
3.2 Analyse aktueller Anzeigen
3.3 Vergleich der Anzeigen des letzten Jahrhundert mit den aktuellen von Mercedes-Benz
4. Fazit
7. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die persuasive Funktion aktueller Werbeanzeigen von Automobilherstellern unter Anwendung eines linguistischen Analysemodells, um Sprachbesonderheiten zu identifizieren und diese mit historischen Anzeigenbeispielen zu vergleichen.
- Struktur und Elemente der Print-Werbeanzeige (Headline, Slogan, Bildelemente).
- Linguistische Analyse der Werbesprache (Syntax, Rhetorik, Lexik, Sprachspiele).
- Entwicklung und Anwendung eines Analysemodells für Werbetexte.
- Vergleichende Untersuchung von Automobilanzeigen über Zeiträume hinweg.
- Rolle der visuellen Gestaltung im Zusammenspiel mit dem Text.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Schlagzeile/Headline
Die Schlagzeile, oder englisch Headline, stellt den Aufhänger einer Anzeige dar und ist neben dem Bild ein sehr zentraler Baustein (Janich, 2001). Dabei ist es wichtig, dass die Headline mit dem Bild korrespondiert und einen Sinn ergibt. Das zentrale Ziel der Schlagzeile ist Aufmerksamkeit zu generieren. Dabei vermittelt sie oft eine besondere und neue Information oder spielt mit der Neugierde der Rezipienten (Fährmann, 2006). Neben der Headline existieren die ergänzende Sub- und Topline. Die Headline zeichnet sich meistens durch eine große und fette Schrift aus. Die Typographie schafft zusätzliche Aufmerksamkeit und ergänzt die sprachliche Aussage. Die sprachliche Aufmerksamkeit schafft die Schlagzeile durch Fragen, Ausrufen, Aufforderungen, rhetorische Figuren, intertextuelle Anspielungen, Wortspiele und auffällige Interpunktion. Zudem vermittelt die Schlagzeile Zusatznutzen, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Dies kann durch eine besondere oder neue Produkteigenschaft geschehen oder durch eine besondere Nutzen- bzw. Verwendungssituation vermittelt werden (Janich, 2001).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird das Ziel der Arbeit, die Untersuchung der persuasiven Funktion aktueller Automobilanzeigen unter Rückgriff auf sprachwissenschaftliche Grundlagen, definiert.
2. Grundlagen: Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung von Werbung, die einzelnen Bausteine einer Anzeige sowie die linguistischen Analysemittel der Werbesprache.
3. Anzeigenanalyse: In diesem Kapitel wird das selbst erarbeitete Analysemodell praktisch auf aktuelle Werbeanzeigen der Automobilbranche angewandt und mit historischen Beispielen verglichen.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass trotz formaler Ähnlichkeiten die Werbesprache kontinuierlich an die gesellschaftliche Situation angepasst wird, um in der Informationsflut zu bestehen.
7. Anhang: Hier werden die theoretischen Grundlagen der verwendeten Analysemodelle von Brands, Hennecke und Janich detailliert dargestellt.
Schlüsselwörter
Werbesprache, Werbeanzeige, Automobilhersteller, Persuasion, Headline, Slogan, Analysemodell, Printmedien, Werbekommunikation, Sprachspiele, Rhetorik, Markenimage, Semantik, Bild-Text-Beziehung, Rezipienten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Sprachgestaltung und persuasive Wirkung von Print-Werbeanzeigen der Automobilbranche im Jahr 2008.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der linguistischen Untersuchung von Anzeigenelementen wie Schlagzeilen, Fließtexten und Slogans sowie deren Wechselwirkung mit visuellen Bildelementen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die persuasive Strategie der Werbesprache in Automobilanzeigen zu entschlüsseln und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede im Zeitverlauf zu ergründen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein selbst entwickeltes Analysemodell verwendet, das auf linguistischen Ansätzen von Hennecke und Janich basiert und fünf systematische Auswertungsschritte umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die theoretische Einbettung der Werbesprache, die Präsentation des Analysemodells und die praktische Anwendung auf 26 ausgewählte Anzeigenmotive.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Werbesprache, Persuasion, Anzeigenanalyse, Markenimage und Sprachspiele zusammenfassen.
Wie unterscheidet sich die Anzeigenwerbung bei Mercedes-Benz historisch zu aktuellen Motiven?
Die Arbeit stellt fest, dass moderne Anzeigen stärker designorientiert sind, während historische Anzeigen aufgrund technischer Innovationen informativer gestaltet werden mussten.
Warum ist das Zusammenspiel von Bild und Text in der Automobilwerbung so entscheidend?
Das Bild fungiert als emotionaler Anker und Blickfang, während der Text die persuasiven Argumente liefert; beide müssen korrespondieren, um eine schnelle und zielgerichtete Rezeption zu gewährleisten.
- Arbeit zitieren
- Manuel Däbritz (Autor:in), 2008, Aspekte der Werbesprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155195