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Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ als Spiegel Deutschlands

„Diese Bestie hat kein Recht zu existieren, die muss weg, die muss ausgerottet werden.“

Titel: Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ als Spiegel Deutschlands

Seminararbeit , 2010 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Shirin Dyanat (Autor:in)

Filmwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Jedes Kunstwerk ist von dem Geist seiner Zeit beeinflusst. Fritz Langs ersten Tonfilm aus dem Jahr
1931 betrifft dies in besonders hohem Maße. In M – Eine Stadt sucht einen Mörder versetzt ein
Kindermörder eine Großstadt in Angst und Schrecken, was in den Jahren vor dem Filmdreh in zwei
deutschen Städten grausame Realität gewesen war.
Der Film ist voll von Bildern, die am Vorabend des Nationalsozialismus als Allegorie für die Krise
der Weimarer Republik, die schwache Demokratie und die Nationalsozialisten gedeutet werden
können. So wird Lang in der Forschung für seinen dokumentarischen und psychologisch
analysierenden Blick, hinsichtlich der ihn umgebenden Situation, als einer der bedeutendsten
Regisseure angesehen.
In der folgenden Seminararbeit soll geklärt werden, inwieweit der Zeitgeist Individuen formen kann
und wie gesellschaftlichen Gruppierungen mit ihrem jeweiligen Selbstverständnis auf
Krisensituationen reagieren. Wichtige Forschungsbeiträge dazu, auf die in dieser Arbeit auch
eingegangen wird, leisteten Joseph Chang, Siegfried Kracauer und Horst Lange.
Im Folgenden werden zuerst die historischen Hintergründe des Films erläutert, die Geschehnisse,
die auf Lang und seine Zeitgenossen einwirkten. Darauf aufbauend soll bewiesen werden, dass die
Figuren und Gruppen in M – Eine Stadt sucht einen Mörder ihre Zeit widerspiegeln.
Speziell wird hierbei auf den Mörder, die Polizei, die Ringvereine und deren symbolische
Bedeutung eingegangen.
Dabei werden filmische Mittel untersucht, die zur Verdeutlichung der inhaltlichen Aussagen dienen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Hintergründe des Films

2.1 Hinführung

2.2 Nachkriegszeit, Weltwirtschaftskrise – am Vorabend des Nationalsozialismus

2.3 Einfluss der Großstadt auf das Individuum

2.4 Historische Vorbilder Hans Beckerts

3. Der Mörder

3.1 Hans Berckert als Täter/ Opfer

3.2 Hans Beckert als Symbol für die gesellschaftliche Krise

4. Polizei/ Ringvereine

4.1 Die Polizei als Symbol für die kränkelnde Weimarer Republik

4.2 Die Ringvereine als Symbol für den Nationalsozialismus

4.3 Parallelen beider Organisationen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Fritz Langs Film "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" als filmische Allegorie auf die krisenhafte gesellschaftliche und politische Situation Deutschlands um 1931, indem sie analysiert, wie der Film zeithistorische Ängste und politische Strömungen in seinen Figuren und Erzählstrukturen spiegelt.

  • Die historische und gesellschaftspolitische Verortung des Films am Ende der Weimarer Republik.
  • Die psychologische und symbolische Charakterisierung der Mörderfigur Hans Beckert.
  • Die Gegenüberstellung von Polizei und Ringvereinen als Symbole für staatliche Institutionen versus totalitäre Strukturen.
  • Die Untersuchung filmischer Mittel wie Montage und Perspektive zur Darstellung von Massenhysterie und Anonymität.

Auszug aus dem Buch

2.3 Historische Vorbilder Hans Beckerts

Wenige Jahre vor der Premiere von M wurde die deutsche Bevölkerung durch die Aufsuchung zweier Serienmörder in einen Schockzustand versetzt. In Hannover tötete Friedrich Heinrich Karl Haarmann zwischen 1918 und 1924 mindestens 27 Männer auf brutale Art. Er wurde 1924 festgenommen und 1925 hingerichtet. Der vermutliche Kannibale wurde auch als „Werwolf von Hannover“ bezeichnet und der Abzählreim „Warte, warte nur ein Weilchen...“ in M, bezieht sich in Wirklichkeit auf Haarmann. Sein Todesurteil war umstritten; schon damals wurde eine mögliche Geisteskrankheit diskutiert. Wenige waren der Auffassung, sein Todesurteil hätte abgewendet sollen.

Während des Filmdrehs war der Prozess Peter Kürtens noch nicht abgeschlossen. Der „Vampir von Düsseldorf“ löste mit etlichen Morden an Frauen und Mädchen 1929/30 eine regelrechte Massenhysterie aus und jeder begann jeden zu beschuldigen, da die Polizei lange erfolglos blieb. Viele unechte Bekennerschreiben an Polizei und Presse erschwerten den Ermittlern weiter die Arbeit. Als der Sexualmörder dann ermittelt wurde, stellte er sich als unauffälliger Ehemann aus zerrütteten Familienverhältnissen heraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die These ein, dass Fritz Langs Film als Allegorie auf die politische Krise der Weimarer Republik zu verstehen ist.

2. Historische Hintergründe des Films: Dieses Kapitel beleuchtet die sozioökonomische Lage, den Einfluss der Großstadtanonymität sowie reale Kriminalfälle, die den Filmkontext prägten.

3. Der Mörder: Es erfolgt eine Analyse der Mörderfigur als Opfer psychischer Zwangslagen und als symbolische Projektionsfläche für gesellschaftliche Instabilität.

4. Polizei/ Ringvereine: Das Kapitel vergleicht staatliche Ermittlungsorgane mit kriminellen Vereinigungen und setzt sie in Bezug zu demokratischen sowie totalitären Ideologien.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Lang mittels der filmischen Allegorie den Zeitgeist und die politische Zerrissenheit seiner Epoche erfolgreich abgebildet hat.

Schlüsselwörter

Fritz Lang, M – Eine Stadt sucht einen Mörder, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Filmtheorie, Filmanalyse, Massenhysterie, Großstadt, Zeitgeist, Allegorie, Polizei, Ringvereine, Kriminalfall, gesellschaftliche Krise, psychologische Deutung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Fritz Langs Film "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" als Spiegelbild der deutschen Gesellschaft und politischen Krise im Jahr 1931.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Einbettung des Films, die psychologische Analyse des Mörders sowie der symbolische Vergleich zwischen Polizei und Ringvereinen als politische Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lang durch filmische Mittel und Allegorien die Ängste und politischen Spannungen der späten Weimarer Republik darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die filmanalytische Methode unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen und historischer Kontexte sowie filmwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil untersucht die historischen Hintergründe, die Rolle der Mörderfigur sowie die symbolische Bedeutung der gegensätzlichen Gruppierungen (Polizei vs. Unterwelt) im Film.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Massenhysterie, Allegorie, Filmanalyse und gesellschaftliche Krise.

Inwiefern spielt der "Werwolf von Hannover" eine Rolle für das Filmverständnis?

Er dient als historisches Referenzmodell für die Mörderfigur im Film und verdeutlicht, wie reale Kriminalität zur Entstehung von Massenpanik beitrug.

Welche Rolle kommt der Figur Schränker innerhalb der politischen Analogie zu?

Schränker wird als eine an totalitäre Führergestalten wie Goebbels angelehnte Figur interpretiert, die durch Rhetorik und Organisation eine eigene, repressive Ordnung erzwingt.

Warum wird die Polizei als Symbol für die Weimarer Republik gedeutet?

Da sie im Film zwar versucht, den Täter zu fassen, dabei jedoch durch Bürokratie und mangelnde Effizienz behindert wird, analog zur Schwäche der demokratischen Institutionen jener Zeit.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ als Spiegel Deutschlands
Untertitel
„Diese Bestie hat kein Recht zu existieren, die muss weg, die muss ausgerottet werden.“
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Germanistik)
Veranstaltung
Seminar Filmanalyse
Note
2,3
Autor
Shirin Dyanat (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V155266
ISBN (eBook)
9783640680016
ISBN (Buch)
9783640680283
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fritz Langs Eine Stadt Mörder“ Spiegel Deutschlands Bestie Recht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Shirin Dyanat (Autor:in), 2010, Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ als Spiegel Deutschlands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155266
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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