Unterrichtsentwurf: Gefühle mit Standbildern darstellen


Unterrichtsentwurf, 2009
22 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Situationsanalyse
1.1. Schulsituation
1.2. Klassensituation

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse
3.1. Bildungsplanbezug
3.2. Schülerbezug und Relevanz des Themas
3.3. Einbettung des Themas in die Unterrichtseinheit

4. Vorgedachte Ergebnisse

5. Verlaufsschilderung und Methodische Überlegungen

6. Strukturskizze

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Situationsanalyse

1.1 Schulsituation

Die Hans-Thoma Schule in Warmbach ist eine kleine Grund- und Hauptschule, die es den Schülerinnen und Schülern (SuS) ermöglicht, diese Schule bis zur sechsten Klasse der Hauptschule zu besuchen. Im Anschluss an die sechste Klasse wechseln die SuS in der Regel auf die Schiller- oder Goetheschule in Rheinfelden oder gegebenenfalls auf die Realschule. Da die Schülerzahl in den Hauptschulklassen der Hans-Thoma Schule sehr gering ist, werden die fünfte und sechste Klasse in den Fächern WZG, WAG und MSG zusammen gelegt.

1.2 Klassensituation

Die fünfte Klasse setzt sich aus 12 Schülerinnen und 5 Schülern zusammen. Viele der SuS kennen sich seit der Grundschulzeit, da sich die fünfte Klasse aus den beiden vierten Klassen zusammensetzt.

In den Fächern WZG, WAG und MSG kommen 9 Schüler aus der sechsten Klasse hinzu. Aus diesem Grund befinden sich im Klassenzimmer der fünften Klasse mehrere zusätzliche Tische. Die Sitzordnung wird häufig geändert. Einige SuS sitzen auf eigenen Wunsch einzeln am Tisch. Diese häufigen Veränderungen und Wechsel erzeugen in der Klasse eine ständige Unruhe.

Die SuS der fünften Klasse testen sehr stark die Grenzen aus und fordern einen klaren Rahmen, an dem sie sich orientieren können. Es sind sehr kommunikative Schüler, die stark miteinander in den Austausch gehen. Es kommt oft zu Konflikten, die offen ausgetragen werden. Hinzu kommt, dass die Arbeitshaltung vieler SuS im Unterricht zu Wünschen übrig lässt, was die unterrichtenden Lehrer bereits zu einigen Krisen-Sitzungen veranlasst hat.

Um Schüler wie H. und B., aber auch die anderen SuS vor Ablenkungen zu schützen, stehen die Tische weder in Gruppentischen noch in U-Form. Nach Werner Klein und Bodil Krey („Umgang mit schwierigen Schülern“) sind beide Tischanordnungen für SuS in dieser erzieherischen Phase ungeeignet.

Direkt vor den Weihnachtsferien musste ich auf Grund von großen Disziplinproblemen ein Theaterprojekt mit der Klasse abbrechen, was die SuS sehr enttäuschte, da sie darstellendes Spiel, Pantomime und Auftritte vor Gruppen lieben. In dieser Zeit spitzte sich die Situation in der Klasse zu und veranlasste mich, härtere Maßnahmen zu ergreifen.

In meinem Unterricht reagiere ich seit den Weihnachtsferien auf Unterrichtsstörungen und Arbeitsverweigerung mit gelben und roten Karten und mit einer Belohnungsliste. Bei drei roten Karten müssen die Kinder zu 45 Minuten Nacharbeit mittags an der Schule erscheinen, was in den letzten Wochen bei sechs SuS der Fall war. Da ich kein Freund des plumpen Abschreibens bin, nehme ich mir diese Nacharbeitszeiten, um mit den SuS intensiv in Kontakt zu treten und sie durch Gesprächsimpulse zum schriftlichen Nachdenken über ihr Verhalten zu bringen. Belohnungspunkte gibt es bei besonderem Fleiß und bei auffällig positivem sozialem Verhalten. Bei fünf Belohnungspunkten erhalten die SuS kleine Aufmerksamkeiten. Ziel ist es, die Wahrnehmung für das eigene Verhalten so zu sensibilisieren, dass sich soziale Kompetenz entwickelt, die das Kartensystem eines Tages überflüssig macht. Seitdem ich diese Konsequenzen eingeführt habe, hat sich das Verhalten vieler SuS verbessert.

Zwei Schüler jedoch namens B. und H. machten in den letzten Wochen wiederholt auf sich aufmerksam, indem sie häufig andere SuS und Lehrer/innen provozierten und beleidigten und im Falle von H. auch handgreiflich wurden. Beide wurden in den letzten Wochen dreimal wegen groben Verstößen gegen Mitschüler nach Hause geschickt.

Die beiden sind seit diesem Schuljahr zusammen in einer Klasse und schaukeln sich gegenseitig durch viele unüberlegte Aktionen hoch. Griff der Lehrer ein, wurde die Schuld immer anderen SuS gegeben.

Öfters rannte B. nach einer Verwarnung beleidigt aus dem Klassenzimmer und kam erst am Ende der Stunde zurück. Im Deutschunterricht arbeitet er je nach Tageslaune gut oder gar nicht mit.

H. ist seit der ersten Klasse im Bewerbungsverfahren der Erziehungsschule Beuggen, wurde dort bisher aus Platzmangel aber abgelehnt. Er hat große Schwierigkeiten, sich in der Großgruppe zu konzentrieren. In den großen Pausen darf er seit einigen Wochen nicht in den Pausenhof, weil er sich sehr schnell provozieren lässt und meistens durch Handgreiflichkeiten überreagiert. Mit der Klassenlehrerin gibt es die Abmachung, dass ich H. und B. mit Aufgaben zu ihr bringe, falls einer von ihnen das Unterrichten unmöglich macht.

S. und S. sind seit zwei Jahren im Lehrinstitut für Orthographie und Schreibtechnik (LOS) in Lörrach. Ich bin seit Beginn des Schuljahres im regelmäßigen Kontakt mit dem dortigen Nachhilfelehrer, um optimale Förderung zu ermöglichen.

2. Sachanalyse

Seit zwei Wochen behandeln wir lyrische Texte, Reime und Gedichte im Unterricht:

„Lyrik ist neben Epik und Dramatik die dritte literarische Hauptgattung. Sie ist gekennzeichnet durch Verse in metrisch-rhythmischer Sprache, häufig, aber nicht zwingend durch den Reim und den Einsatz von rhetorischen Figuren. Die Lyrik zeigt großen Formenreichtum: Elegie, Gedicht, Hymne, Lied, Ode, Sonett

u. a. Eine Sonderform ist die Ballade (mit lyrischen, epischen und dramatischen Elementen).“ (http : //lexikon.meyers.de/wissen/Lyrik)

Der Unterrichtsstunde soll ein Gedicht, das ich selbst geschrieben habe, zu Grunde liegen. In diesem Gedicht mit dem Titel „Gefühle einer Freundschaft“ wird in vier Strophen mit je vier paarweise gereimten Versen eine Situation beschrieben, wie sie in nahezu jeder Freundschaft zu finden ist:

In der ersten Strophe geht es den Freunden gut, man fühl sich wohl, genießt am Strand und kennt keine Schwierigkeiten. Dann fällt in der zweiten Strophe „ein falsches Wort“, welches Auswirkungen hat. Ein Streit beginnt in der dritten Strophe und die gute Laune weicht der Wut. Diese Emotionen bewirken, dass sich die Freunde nicht mehr ansprechen, sich einsam und traurig fühlen. Die Sehnsucht ist da, dass die Situation sich wieder ändert, aber wann?

Die erlösende vierte Strophe ist durch das aufeinander zugehen wieder voller froher Gefühle. Die Sache ist ausgeräumt und die Freundschaft wieder hergestellt.

Das besondere an diesem Gedicht ist, dass jede Strophe für sich stehen kann und ihre eigene Geschichte erzählt bzw. ihre eigene Emotion in sich trägt. Die Gefühle Genuss, Wut, Trauer und Freude sind jeweils in einer der vier Strophen enthalten und bieten sich an, vom Leser wahrgenommen und mit seiner Realität in Verbindung gesetzt zu werden.

Emotion bedeutet aus dem lateinischen übersetzt „herausbewegen, um und um bewegen, erschüttern“. Meyers Lexikon schreibt weiter, dass „die individuell unterschiedlich ausgeprägte Anteilnahme und Erregbarkeit, auch als Ausdruck eines unspezifischen Ab- oder Hinwendungsverhaltens“ (http://lexikon.meyers.de/w i ssen/Emotion+(Psychologie)) zu verstehen ist. Emotionen bewegen uns, wollen bewegen und diese Bewegung nach außen tragen.

Die theaterpädagogische Methode der Statuenarbeit dient in der vorliegenden Stunde der Auseinandersetzung mit verschiedenen Gefühlen sowie der Darstellungen derselben:

„Eine Statue ist ein Standbild mit Ausdruck. Es kann eine eingefrorene Bewegung sein und bewusst geformt werden. Statuenarbeit fordert Ausdrucksfähigkeit, in dem die Darstellung klarer und exakter wird. Es unterstützt das Denken in Bildern und lenkt den Fokus auf Einzelheiten, bevor es in das Zusammenspiel von Körper, Sprache und Bewegung geht“ (Angelika Albrecht-Schaffer: „Theaterwerkstatt für Kinder“. Don Bosco Verlag München, 2006, S. 27).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf: Gefühle mit Standbildern darstellen
Note
1,5
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V155274
ISBN (eBook)
9783640680030
ISBN (Buch)
9783640679201
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gedicht, Didaktik, Deutsch, Literatur, Standbilder, Unterricht, Lehrprobe
Arbeit zitieren
Tilman Fuchs (Autor), 2009, Unterrichtsentwurf: Gefühle mit Standbildern darstellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155274

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Unterrichtsentwurf: Gefühle mit Standbildern darstellen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden