Schnittstellen sind Ursache zahlreicher Herausforderungen im Laufe eines Projektes. Trotz zahlreicher Projektmanagement Werkzeuge, die in den letzten Jahrzehnten etabliert wurden, kann die Kritikalität mancher Schnittstellen in der Eile übersehen werden und zu Kostendruck führen.
Schnittstellenliste, Schnittstellenmatrix können gute Grundlagen sein, jedoch nur so umfassend, wie die beteiligten Stakeholder in die Kommunikation eingebunden werden. Bei besten Vorbedingungen bedingt die Definition eines Projektes an sich, dass jedes Projekt einzigartig ist.
Diese Arbeit betrachtet vor allem Aspekte von und für (Produktions-) Standorte mit Infrastrukturversorgung für verfahrenstechnische Medien zur Kühlung und Raumkonditionierung, kann jedoch auch für Interessierte zu ähnlich komplexen Projekten nützlich sein.
Hydraulische Anlagen für Kältegewerke für Produktionsanlagen inklusive betrieblicher Schnittstellen wurden als Fokus gewählt, weil sie sich sehr gut als Beispiel für Anlagenkomplexität eignen.
Ziel dieser Arbeit ist es, typische Schnittstellen während der Umsetzung zu beleuchten und mittels Literaturrecherche, langjähriger Erfahrung der Autorin, sowie Expertinnen- und Expertenbefragung (Anzahl n=124) einen Eindruck der aktuellen Lage zur Kritikalität von Schnittstellen und Anwendung neuer agiler Methoden zu gewinnen. Neben meist hierarchiearmen agilen, hybriden Projektmanagement-Methoden, die durch kreative Teammitglieder Bestleistungen bringen können, beeinflussen Vertragskonstellationen die Anwendungshäufigkeit solcher Methoden und können maßgeblich zum Projekterfolg beitragen. Aus diesem Grund liegt neben der Kritikalität von Schnittstellen, der Verbreitung von agilen Projektmanagement-Methoden ein weiterer Fokus auf die verwobene Verbindung mit Grundvarianten und Voraussetzungen von Vertragskonstellationen wie z.B. IPA.
Die verschiedenen Themen wurden durch zahlreiche Praxis-Beispiele, Diagramme und Schaubilder angereichert, um einer der gewonnenen Erkenntnisse zu folgen: Wissen wird besonders gut durch Beispiele und Abbildungen aufgenommen. Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengefasst sowie ein Ausblick in Richtung weiterer Entwicklungen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen
1.3 Methode
1.4 Aufbau der Arbeit
2 State of The Art
2.2 Aktueller Stand der Literatur zum gewählten Thema
2.3 Zusammenhang
3 Durchführung der Untersuchung bzw. Analyse
3.1 Forschungsdesign
3.2 Datenerhebungsmethode
3.3 Art der Durchführung und verwendete Skalen
4 Ergebnisse
4.1 Forschungsfrage 1
4.1.1 Hypothese 1
4.1.2 Hypothese 2
4.1.3 Hypothese 3
4.2 Forschungsfrage 2
4.1.1 Hypothese 1
4.1.2 Hypothese 2
4.1.3 Hypothese 3
4.3 Forschungsfrage 3
4.1.1 Hypothese 1
4.1.2 Hypothese 2
5 Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Kommunikationsprobleme an Schnittstellen in komplexen Bau- und Anlagenbauprojekten, insbesondere bei Kälteanlagen in der Pharmaindustrie, und analysiert, inwieweit agile Managementmethoden und strukturierte Projektplattformen zur Projekterfolgsverbesserung beitragen können.
- Analyse kritischer Schnittstellen bei komplexen Industrieprojekten
- Evaluation agiler vs. traditioneller Projektmanagement-Methoden
- Einsatz von BIM (Building Information Modeling) zur Kollisionsprüfung und Prozessoptimierung
- Bedeutung der Kommunikationskultur und Dokumentationsstandards
- Auswirkung von Vertragsmodellen (z.B. Design & Build, Allianzen) auf den Projekterfolg
Auszug aus dem Buch
Praxisbeispiel eins von zwei:
An einem Produktionsstandort werden mehrere vorhandene wie auch neue Büro-, Forschungs-, Labor- und Produktionsgebäude durch ein Werksnetz mit mehreren dezentralen Kältemaschinen versorgt.
Die sehr unterschiedlichen Gebäude wurden durch verschiedene Projektteams umgesetzt. Obwohl es während der Umsetzung der Projekte mehrere übergreifende Besprechungen gab, konnte eine dezentral aufgestellt Kältemaschine nicht auf sich ändernde Differenzdruckbedingungen im Werksnetz geregelt werden. So kam es dazu, dass die stärkste Kältemaschine im Netz nicht mit dem erforderlichen Differenzdruck des kurz nach Inbetriebnahme weiter ergänzten Werksnetzes betrieben werden konnte.
Die Folge war nicht nur eine Umprogrammierung der Software des Funktionsfensters der dezentralen Kältemaschine, sondern auch ein umfangreicher hydraulischen Umbau, der aufwändig im gesamten Werk zeitlich abgestimmt werden musste, um Redundanzen (n+1) für den Fall eines Ausfalls einer weiteren Kältemaschinen-Einheit sicherzustellen (reales Beispiel, 01/2022, Wien).
Das Beispiel zeigt, dass eine nachweisliche Kommunikation übergeordneter Vorgaben (Typicals, Standards, URS, Schnittstellenvereinbarungen) zur Umsetzung bei sensiblen Funktions-Einheiten wie Kältemaschinen, wie auch Erweiterungen von Werksnetzen (Bestandsanlage – Neuanlage, Differenzdruck, usw.) erforderlich ist. Die voneinander oft unabhängige Vergabestruktur solcher Projekte durch separate Projektgruppen mit ihren Verträgen und Werkverträgen erfordert besondere Beachtung bei komplexen Gegebenheiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Komplexität im Anlagenbau, die Problematik von Schnittstellen an Produktionsstandorten und führt die Forschungsfragen ein.
2 State of The Art: Analysiert den aktuellen Stand der Literatur, behandelt Projektmanagement-Methoden, Schnittstellenarten, Konfigurationsmanagement sowie verschiedene Vertragsmodelle.
3 Durchführung der Untersuchung bzw. Analyse: Erläutert das Forschungsdesign und die methodische Vorgehensweise der durchgeführten Expertenbefragung mittels Online-Fragebögen.
4 Ergebnisse: Präsentiert und interpretiert die aus 124 Fragebögen gewonnenen Daten zu den Forschungsfragen und Hypothesen.
5 Zusammenfassung der Ergebnisse: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Überblick über die Hypothesenbewertungen sowie abgeleitete Empfehlungen.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Anlagenbau, Schnittstellenmanagement, Kälteanlagen, Agiles Projektmanagement, BIM, Vertragskonstellationen, Pharmaindustrie, Kommunikation, Dokumentationsstandards, Risikomanagement, Prozessoptimierung, Expertenbefragung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den komplexen Schnittstellen in der Bau- und Anlagenbau-Branche, speziell bei Infrastrukturprojekten für Kälteanlagen und Produktionsgebäude in der Pharmaindustrie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind Schnittstellenabwicklung, Anlagenkomplexität, moderne Kommunikationswege, Vertragskonstellationen wie Allianzen sowie der Einsatz agiler Projektmanagement-Methoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Projektleiter Erfahrungen mit agilen Methoden sammeln, welche Methoden aktiv angewandt werden und wie Lastenhefte sowie Standards bei der Schnittstellenbewältigung unterstützen oder wo ihre Grenzen liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche (State of the Art) sowie einer quantitativen Expertenbefragung mittels Online-Fragebögen mit 124 verwertbaren Datensätzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen, die Durchführung der Untersuchung sowie eine detaillierte Ergebnisauswertung mittels statistischer Methoden und Grafiken präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Projektmanagement, Kälteanlagentechnik, Schnittstellenmanagement, BIM, Vertragsmodelle und industrielle Prozessanlagen.
Warum sind gerade Kälteanlagen als Praxisbeispiel so relevant?
Kälteanlagen weisen durch ihre komplexen technischen Anforderungen, die Vernetzung in Werksnetzen und die hohe Sensibilität für Störungen ein hohes Konfliktpotential und kritische Abhängigkeiten auf.
Welche Rolle spielt BIM in der untersuchten Praxis?
BIM wird primär zur Kollisionsprüfung und Schnittstellenkoordination eingesetzt; die Umfrage zeigt jedoch auch Potenzial für die Betriebsführung und eine notwendige Klärung der Anwendungstiefe zu Projektbeginn.
Warum wird die „No blame“-Kultur erwähnt?
Die „No blame“-Kultur ist in kooperativen Projekt-Allianzen ein Schlüsselelement, um bei unvorhergesehenen Herausforderungen schneller und gemeinschaftlich Lösungen zu finden, statt Schuldige zu suchen.
- Quote paper
- Angelika Fischer (Author), 2022, Schnittstellen im Projektmanagement bei Einzelvergabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1553114