Diese wissenschaftliche Hausarbeit widmet sich einer der bedeutendsten und folgenreichsten Wirtschafts- und Finanzkrisen der jüngeren Geschichte: der Finanzkrise 2007, die sich über mehrere Jahre hinzog und tiefgreifende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und politische Landschaft hatte. Die Arbeit verfolgt die Entwicklung der Krise in ihren verschiedenen Phasen und analysiert die Ursachen, Zusammenhänge und Folgen von der Immobilienkrise 2007 bis hin zur Eurokrise 2011. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Krisenphasen gelegt, um die Komplexität und die globalen Dimensionen der Krise zu verstehen. Zu Beginn der Arbeit wird die Immobilienkrise 2007 als Ausgangspunkt der Finanzkrise beleuchtet. Hier werden die Ursachen der Krise untersucht, die sich vor allem in einer Blase auf dem US-Immobilienmarkt, übermäßiger Kreditvergabe und der riskanten Finanzmarktkonstruktionen wie den Subprime-Krediten und Verbriefungen manifestierten. Die Hausarbeit erklärt, wie diese Faktoren die erste Welle der Krise auslösten und sich in einem Dominoeffekt auf die globalen Finanzmärkte auswirkten. Im zweiten Abschnitt wird die Finanzkrise 2008 thematisiert, die nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der massiven Verunsicherung an den Finanzmärkten zu einer globalen Krise führte. Die Arbeit analysiert, wie das Bankensystem unter Druck geriet, und untersucht die politischen Reaktionen und Rettungsmaßnahmen, die sowohl national als auch international ergriffen wurden. Besonderes Augenmerk wird auf die Rolle der Zentralbanken, wie der US-amerikanischen Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank, sowie der Regierungen gelegt, die mit umfangreichen Hilfspaketen und staatlichen Eingriffen versuchten, die Finanzmärkte zu stabilisieren. Im dritten Abschnitt wird die anschließende Wirtschaftskrise 2009 behandelt, die als Folge der Finanzkrise in vielen Ländern zu einer schweren Rezession führte. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit, die Rezession und die drastischen Auswirkungen auf die Realwirtschaft stehen hier im Mittelpunkt der Analyse. Es wird untersucht, wie die Krise von den politischen Entscheidungsträgern in verschiedenen Ländern beantwortet wurde und wie sich die internationalen Handelsbeziehungen und die globale Wirtschaftsordnung veränderten. Die Krise nahm jedoch nicht nur wirtschaftliche Dimensionen an. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Immobilienkrise 2007
3. Finanzkrise 2008
4. Wirtschaftskrise 2009
5. Schuldenkrise 2010
6. Eurokrise 2011
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen umfassenden und verständlichen Einblick in die krisenhaften Entwicklungen der Jahre 2007 bis 2011 zu geben, wobei die Ursachen, der Verlauf und die Folgen der Krisen sowie Perspektiven der kritischen politischen Ökonomie dargelegt werden.
- Analyse der Ursachen der Subprime-Krise und der Immobilienmarkt-Dynamik in den USA.
- Untersuchung des Zusammenbruchs der Finanzmärkte und der Rolle von Ratingagenturen sowie Banken.
- Reflexion über die globale Ausbreitung der Finanzkrise zur Weltwirtschaftskrise.
- Diskussion der daraus resultierenden Schulden- und Eurokrise in Europa.
- Gegenüberstellung ökonomischer Krisendeutungen durch verschiedene Theoretiker (Marx, Keynes, Minsky).
Auszug aus dem Buch
2. Immobilienkrise 2007
Seit Jahrzehnten ist es ein erklärtes Primärziel US-amerikanischer Politik die Förderung des Eigenheims voranzutreiben, da der Besitz eines eigenen Hauses in einem idyllischen Vorort für die Realisierung des American Dream steht. Staatliche sowie halbstaatliche Institutionen, wie die Bundeswohnbauverwaltung Federal Housing Administration (FHA), die Bundeshypothekenbank Federal Home Loan Bank (FHLB) und die beiden riesigen Hypothekenfinanzierungsgesellschaften Freddy Mac sowie Fannie Mae, dienen dazu, Hausbesitz auch dem Mittelstand zu ermöglichen. Zudem erlauben es die amerikanischen Steuergesetze den meisten Eigentümern ihre Hypothekenzinsen von der Einkommensteuer abzusetzen. (FREY, 2009, 163)
Auch Kreditnehmer mit geringerer Bonität wurden hierbei unterstützt, denen ein entsprechender Kredit geradezu aufgedrängt wurde (JENS, 2011, 52). Allerdings dürfen Banken nur eine bestimmte Menge an Geld verleihen. Wollen sie mehr Geld verleihen, können sie ihre alten Kreditverträge samt Kunden an eine Zweckgesellschaft verkaufen, die sie selbst gründen. Solche Zweckgesellschaften sind Finanzierungsgesellschaften von Banken, die aber nicht als Teil der Bank gelten. Diese bündelt mehrere solcher Kreditverträge und verkauft sie als neues Wertpapier, Asset-Backed Securities (ABS) weiter. (GOTSCHY et al./Attac, 2018, 38)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über verschiedene Lesarten der Krisenursachen und definiert das Ziel der Arbeit, die Entwicklungen von 2007 bis 2011 unter Einbeziehung kritischer politischer Ökonomie zu beleuchten.
2. Immobilienkrise 2007: Dieses Kapitel behandelt die politisch geförderte Eigenheimpolitik in den USA, die Expansion von Subprime-Krediten und deren Verbriefung in Finanzprodukte, die letztlich zum Platzen der Immobilienblase führten.
3. Finanzkrise 2008: Der Fokus liegt auf der Insolvenz von Lehman Brothers, dem Vertrauensverlust auf dem Interbankenmarkt und den systemischen Risiken, die eine globale Bankenkrise provozierten.
4. Wirtschaftskrise 2009: Das Kapitel beschreibt, wie die Finanzkrise eine globale Rezession auslöste, die besonders exportabhängige Wirtschaften wie die deutsche traf, und welche staatlichen Konjunkturprogramme daraufhin initiiert wurden.
5. Schuldenkrise 2010: Hier wird thematisiert, wie aus der Finanzkrise eine Staatsschuldenkrise hervorging, beispielhaft dargestellt an Griechenland, sowie die darauf folgende Einführung von Rettungsschirmen und rigiden Sparprogrammen.
6. Eurokrise 2011: Das Kapitel erläutert den Übergang der griechischen Krise zur umfassenden Euro-Krise, die mehrere EU-Staaten bedrohte und umfangreiche europäische Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich machte.
7. Fazit: Das Fazit fasst die miteinander verzahnten Krisenverläufe zusammen und reflektiert, dass staatliche Interventionen zwar den totalen Zusammenbruch verhinderten, eine Vermeidung künftiger Blasenbildungen jedoch aufgrund ökonomischer Dynamiken unsicher bleibt.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Immobilienkrise, Subprime-Kredite, Finanzialisierung, Systemrelevanz, Staatsschulden, Eurokrise, Bankenrettung, Immobilienblase, Neoklassik, Keynesianismus, Marxsche Ökonomiekritik, Deregulierung, Rezession, Interbankenmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Ursachen, den Verlauf und die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrisen im Zeitraum von 2007 bis 2011, ausgehend von der US-Immobilienmarktkrise.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung des US-Hypothekenmarktes, die Rolle des globalen Bankensystems, die Auswirkungen auf die Realwirtschaft sowie die politische und wirtschaftliche Reaktion durch die EU und andere Staaten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die krisenhaften Entwicklungen dieser Jahre zu liefern und diese Zusammenhänge auch durch die Brille der kritischen politischen Ökonomie zu interpretieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch gestützte deskriptive Analyse, bei der aktuelle Krisenereignisse durch ökonomische Theorien (u.a. von Marx, Keynes und Minsky) eingeordnet und erklärt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den Ursprüngen der Immobilienkrise 2007 bis hin zur Eurokrise 2011 und diskutiert dabei sowohl marktbasierte Ursachen als auch staatliche Rettungsmechanismen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Finanzialisierung, Subprime-Kredite, Systemrelevanz, Eurokrise, Bail-outs und die Begriffe boom und bust.
Warum wird Lehman Brothers speziell erwähnt?
Das Unternehmen steht symbolisch für den Auslöser der globalen Finanzmarktkrise im September 2008, da dessen Insolvenz das systemische Vertrauen der Banken untereinander schlagartig erschütterte.
Welche Rolle spielt die Kritik an der Neoklassik?
Die Arbeit nutzt die Kritik an der neoklassischen ökonomischen Lehre, um aufzuzeigen, dass Krisen keine externen Störungen sind, sondern systemische Bestandteile des Kapitalismus sein können.
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- Anonym (Author), 2019, Die Finanzkrise 2007-2011. Ursachen, Verlauf und Auswirkungen der Immobilien-, Finanz-, Wirtschafts-, Schulden- und Eurokrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1553388