Die COVID-19-Pandemie hat die Schwächen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) offengelegt und gezeigt, wie wichtig ein effektives Pandemiemanagement ist. Dieses Buch analysiert die Rolle des ÖGD in Österreich, identifiziert Herausforderungen und bietet konkrete Lösungsansätze für ein zukunftssicheres Gesundheitssystem. Basierend auf fundierter Literaturrecherche und Experteninterviews liefert es praxisnahe Empfehlungen, internationale Best-Practice-Beispiele und innovative Ansätze, um den ÖGD nachhaltig zu stärken. Ein unverzichtbarer Leitfaden für Fachleute im Gesundheitswesen, politische Entscheidungsträger und alle, die sich für die Weiterentwicklung des Pandemiemanagements interessieren.
Die konkreten Ziele dieser Arbeit bestehen darin, die Pandemiebewältigung innerhalb des ÖGD in Zusammenarbeit mit anderen Verwaltungsebenen zu reflektieren und Optimierungspotenziale für eine Überarbeitung des Pandemieplans zu finden. Ein weiteres Ziel ist es internationale Best Practice Beispiele zu identifizieren. Die Forschungsfrage lautet: Wie kann der Öffentliche Gesundheitsdienst aus Expert:innensicht zukünftig (auch innerhalb eines etwaigen neuen österreichischen Pandemieplans) effektiver zur Bewältigung von Pandemien beitragen?
Es gibt jedoch auch klare Nicht-Ziele innerhalb dieser Arbeit. Erstens wird kein neuer Pandemieplan erstellt, weil es den Rahmen dieses Forschungsvorhaben sprengen würde. Zweitens, werden die Erfahrungen von Patient:innen mit einer Covid-19-Erkrankung während der Pandemie nicht in die Untersuchung einbezogen, da die geplanten Interviews ausschließlich mit Fachleuten geführt werden sollen und keine Befragungen von Patient:innen vorgesehen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Forschungsbedarf
1.3 Ziele und Nicht-Ziele
1.4 Forschungsfrage
2 Methodik
2.1 Selektive Literaturrecherche
2.2 Systematische Literaturrecherche
2.3 Empirischer Teil
2.3.1 Verwendung von Künstlicher Intelligenz
2.4 Gender & Diversität
2.5 Ethik
2.6 Datenschutz
2.7 Vertraulichkeit
3 Ergebnisse der Literaturrecherche
3.1 Aufbau und Funktion der Gesundheitsverwaltung
3.1.1 Öffentliche Verwaltung und Gesundheit
3.1.2 Kommunikation und das Gesundheitswesen
3.1.3 Kommunikation mit der Öffentlichkeit
3.1.4 Koordination innerhalb der Gesundheitsverwaltung
3.2 Public Health Emergency Preparedness
3.2.1 Stärkung der Gesundheitsverwaltung nach Gesundheitskrisen
3.2.2 Risikomanagement und Pandemien
3.3 Internationaler Vergleich des Covid-19-Pandemiemanagements
3.3.1 Unterschiedliche Reaktionen von Gesundheitssystemen auf die Covid-19-Pandemie
3.4 Best-Practice-Beispiele
4 Ergebnisse der Expert:inneninterviews
4.1 Kurzusammenfassung der Interviews
4.1.1 Interview 1
4.1.2 Interview 2
4.1.3 Interview 3
4.1.4 Interview 4
4.1.5 Interview 5
4.1.6 Interview 6
4.1.7 Interview 7
4.1.8 Interview 8
4.2 Auswertung der Interviews
4.2.1 Positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit und Kommunikation
4.2.2 Herausforderungen in der Kooperation und Kommunikation
4.2.3 Kooperationsmechanismen mit anderen Behörden
4.2.3 Rolle der Stakeholder
4.2.4 Verbesserungsvorschläge für einen etwaigen zukünftigen Pandemieplan
4.2.5 Innovationspotenzial in der Pandemiebekämpfung
4.2.6 Effektivität der Koordination zwischen verschiedenen Ebenen
4.2.7 Widersprüche von Expert:innen
4.3 Zusammenfassung der Interviewergebnisse
5 Beantwortung der Forschungsfragen
5.1 Beantwortung der Unterfrage 1
5.2 Beantwortung der Unterfrage 2
5.3 Beantwortung der Unterfrage 3
5.4 Beantwortung der Unterfrage 4
5.5 Beantwortung der Hauptforschungsfrage
6 Diskussion
6.1 Synthese der Ergebnisse
6.2 Reflexion der Arbeitsweise
6.3 Stärken und Limitationen der Forschung
6.4 Empfehlungen für eine weiterführende Forschung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Abschlussarbeit verfolgt das primäre Ziel, die Rolle und Leistungsfähigkeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in Österreich während der Covid-19-Pandemie kritisch zu reflektieren und Optimierungspotenziale für ein zukünftiges Pandemiemanagement zu identifizieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie der ÖGD aus Expertensicht künftig wirksamer zur Bewältigung von Pandemien beitragen kann, insbesondere im Hinblick auf eine effektive Verwaltungsstruktur und Kooperation.
- Reflexion der Pandemiebewältigung des ÖGD unter Einbeziehung verschiedener Verwaltungsebenen.
- Identifikation spezifischer Herausforderungen in Kommunikation und Kooperation während der Covid-19-Pandemie.
- Analyse und Ableitung von Verbesserungsvorschlägen für einen künftigen österreichischen Pandemieplan.
- Ermittlung internationaler Best-Practice-Beispiele zur Koordination in Gesundheitskrisen.
- Untersuchung von Digitalisierungspotenzialen und IT-gestützten Strukturen in der öffentlichen Gesundheitsverwaltung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Hintergrund
Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) versteht unter dem ÖGD ein System (oder eine Struktur) innerhalb des Gesundheitssystems, welches auch dritte Säule genannt wird. Dieses System hat spezifische Aufgaben und Zuständigkeiten, die durch verschiedene Organisationseinheiten auf Bundes-, Landes- bzw. Gemeindeebene wahrgenommen werden. Beispielsweise sind auf der Gemeindeebene die Gesundheitsämter als Organisationseinheit des ÖGD unter anderem für die Gesundheitsförderung der Bevölkerung zuständig (Öffentlicher Gesundheitsdienst, 2019).
Der Hintergrund und die Aufgaben des ÖGD werden in der Nationalen Strategie zur öffentlichen Gesundheit präziser erläutert. Dieses Dokument bietet einen Einblick in den Ursprung des Entstehens des ÖGD und enthält weiteres Hintergrundwissen zu diesem Thema. Der ÖGD hat seinen Wirkungsbereich in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens. Zu den zentralen Rollen des Gesundheitswesen gehört die Sicherstellung und das Bereitstellen von qualitativ hochwertigen Informationen, das Treffen von Entscheidungen ohne wirtschaftliche Interessen im Hintergrund sowie das Balancieren von Interessen verschiedener Akteur:innen. Aufgrund der beschriebenen Struktur ist der ÖGD in der Lage eine führende Rolle bei Planungen im Gesundheitssystem wahrzunehmen (BMSGPK, 2013).
Die Aufgaben des ÖGD auf den verschiedenen Verwaltungsebenen in Österreich sind weitreichend und umfassen von der Aufsicht und Qualitätssicherung im Gesundheitssystem, Epidemiologie, Krankheitsvermeidung, Infektionsschutz bis hin zu medizinischem Krisenmanagement und etlichen weiteren Aufgaben (Öffentlicher Gesundheitsdienst, 2019). Ein weiteres relevantes Tätigkeitsprofil des ÖGD, welches für diese Arbeit von Relevanz ist, stellen die Amtsärzt:innen dar. Diese nehmen einige der zuvor beschriebenen Aufgaben des ÖGD wahr, sind in den Gesundheitsämtern tätig und beschäftigen sich neben der Vollziehung von behördlichen Aufgaben, wie beispielsweise der Vermeidung von Gefahren für die Bevölkerungsgesundheit, auch mit der Bekämpfung von Krankheiten durch konkretes Eingreifen, zu denen auch Pandemien zählen (Öffentlicher Gesundheitsdienst, 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema, die Forschungsziele und die Verortung der Arbeit im Kontext der Optimierung des Pandemiemanagements durch den ÖGD.
2 Methodik: Beschreibung des wissenschaftlichen Vorgehens, kombiniert aus systematischer Literaturrecherche und qualitativen Experteninterviews zur Stärkung der methodischen Robustheit.
3 Ergebnisse der Literaturrecherche: Darstellung des theoretischen Rahmens über Strukturen der österreichischen Gesundheitsverwaltung, Kommunikationsprozesse und internationale Ansätze des Pandemiemanagements.
4 Ergebnisse der Expert:inneninterviews: Zusammenfassung und Auswertung der geführten Interviews, wobei Herausforderungen und Verbesserungsvorschläge für zukünftige Pandemiepläne im Zentrum stehen.
5 Beantwortung der Forschungsfragen: Synthetische Zusammenführung der Erkenntnisse aus Literatur und Interviews zur Beantwortung der Unterfragen sowie der Hauptforschungsfrage.
6 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Synthese von Literatur und Empirie sowie Ableitung von Stärken, Limitationen und Empfehlungen für zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Öffentlicher Gesundheitsdienst, ÖGD, Pandemiemanagement, Pandemieplan, Gesundheitsverwaltung, Koordination, Kommunikation, Krisenmanagement, Covid-19, Public Health Emergency Preparedness, Österreich, Digitalisierung, Verwaltungsstruktur, Experteninterviews, Resilienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht das Optimierungspotenzial des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in Österreich, um eine effektive Vorbereitung und Steuerung bei zukünftigen pandemischen Herausforderungen zu gewährleisten.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kooperationsfähigkeit und Kommunikation zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen (Bund, Länder, Kommunen), der personellen und materiellen Ausstattung sowie der Integration des ÖGD in nationale Pandemieplanungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis von Expertenwissen und wissenschaftlicher Literatur konkrete Empfehlungen zu formulieren, um den ÖGD als Akteur im Pandemiemanagement nachhaltig zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt, der eine systematische Literaturrecherche mit acht qualitativen Experteninterviews kombiniert, welche mittels Künstlicher Intelligenz inhaltlich ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Literaturanalyse der österreichischen Gesundheitsverwaltung sowie eine empirische Auswertung der Interviews, die Herausforderungen und Best-Practice-Ansätze beleuchten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe ÖGD, Pandemiemanagement, öffentliche Verwaltung, Koordination und Krisenprävention definieren.
Welche Rolle spielt die Künstliche Intelligenz in der Datenauswertung?
ChatGPT wurde genutzt, um die Transkripte der Experteninterviews systematisch nach vordefinierten Kategorien zu screenen und die Kernergebnisse für die Auswertung zu generieren.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise auf Krisen im Vergleich zu Katastrophen laut den Experten?
Die Experten heben hervor, dass eine Katastrophe ein akutes, schadenbringendes Ereignis ist, das sofortiges Handeln erfordert, während eine Krise strategische Planung, Ressourcenmanagement und langfristige Koordination über einen längeren Zeitraum hinweg verlangt.
Warum gibt es laut den Befragten Handlungsbedarf beim Meldesystem?
Das bestehende Meldesystem erwies sich während der Pandemie als fachlich überlastet, was die Dokumentation erschwerte und zu Zeitverzögerungen in der behördlichen Entscheidungsfindung führte.
- Arbeit zitieren
- Mathias Reinhart (Autor:in), 2025, Beitrag des ÖGD für ein zukünftiges Pandemiemanagement in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1553623