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Was ist kulturelle Globalisierung? - Sozialwissenschaftliche Konzepte auf dem Prüfstand

Titel: Was ist kulturelle Globalisierung? - Sozialwissenschaftliche Konzepte auf dem Prüfstand

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Matthias Rekow (Autor:in)

Soziologie - Kultur, Technik, Völker
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wo die Universalisierungen florieren, braucht es – kompensatorisch – die Pluralisierungen; und je egalitärer und universalistischer die moderne Welt wird, desto unvermeidlicher werden – als Replik darauf – die Pluralismen.“ Diese Aussage Odo Marquards umfasst in einem einzigen Satz die verschiedenen Aussagen sozialwissenschaftlicher Konzepte zur kulturellen Globalisierung. So kontrovers die Diskussion ist, so zahlreich sind die angebotenen Entwürfe, so unüberschaubar die sie repräsentierenden Schlagwörter: Vom „Ende der Geschichte“ und von der „McDonaldisierung der Gesellschaft“ (Konvergenz/Homogenisierung) über den „Clash of Civilisations“ und „Jihad vs. McWorld“ (Divergenz/Heterogenisierung) hin zur kulturellen Hybridisierung oder auch Kreolisierung . Um dieser Diskussion den Hut aufzusetzen, wird noch schnell die „Standardisierung von Differenzen“ , eine „Struktur gemeinsamer Unterschiede“ , in den wissenschaftlichen Debattentopf geworfen. Doch wie kann man sich dem schillernden Begriff der kulturellen Globalisierung konzeptuell nähern? Wie versuchen die sozialwissenschaftlichen Konzepte dieses Phänomen zu erklären? Wird es insgesamt oder nur in einigen Teilbereichen ausgeleuchtet? Was sagen die Konzepte im Einzelnen aus?
Diesen Fragen soll im Folgenden nachgegangen werden. Dazu wird in einem ersten Schritt eine Definition von Globalisierung gegeben, die diese als einen Prozess auffasst. Gefolgt von der Darstellung der soziologischen Konzepte zur kulturellen Globalisierung wird dann – in einem dritten Schritt – sehr schnell deutlich, wie sehr die Konzepte auf einem bestimmten Begriff von Kultur aufbauen, der dem Reflexionsgrad der modernen Anthropologie nicht mehr entspricht. Offenbaren sich hier die Ignoranz des Zeitgeistes und eine historische Kurzatmigkeit der Soziologie? Grundlegend ist für diese Arbeit daher die (Er-)Klärung des Kulturbegriffs. Hierbei wir auf die Bedeutung sowohl der Grenzen als auch der zahlreichen Formen interkulturellen Austausches für die Ausprägung und Entwicklung von Kulturen eingegangen. Ziel ist es letztlich, eine Definition kultureller Globalisierung herauszuarbeiten, die auch der Realität der kulturellen Globalisierung entsprechen kann – folglich alle widersprüchlichen Phänomene kultureller Globalisierung einfängt. Abschließend rundet ein Fazit die Ausführungen ab.
Anzumerken bleibt, dass es sich bei dieser Arbeit um eine theoretische Reflexion handelt, auf empirische Beispiele wird daher weitestgehend verzichtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Annäherung an den Begriff der Globalisierung

3 Konzepte der Sozialwissenschaften zur kulturellen Globalisierung

3.1 Konvergenz (Homogenisierung)

3.2 Divergenz (Heterogenisierung)

3.3 Hybridisierung/Kreolisierung

3.4 Standardisierung von Differenzen = Konvergenz?

3.5 Eine kurze Kritik der Konzepte

4 Der Begriff der Kultur in der Anthropologie

4.1 Was ist Kultur?

4.2 Kulturelle Grenzen als Überlappungszonen

4.3 Kulturelle Begegnungen und kultureller Austausch

5 Annäherung an eine Definition – Kulturelle Globalisierung

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht sozialwissenschaftliche Konzepte zur kulturellen Globalisierung, um eine fundierte Definition dieses Phänomens zu erarbeiten, die über statische Kulturverständnisse hinausgeht und die Dynamik interkultureller Prozesse sowie die Rolle von Grenzen als Überlappungszonen berücksichtigt.

  • Kritische Analyse konvergenz- und divergenztheoretischer Ansätze zur Globalisierung
  • Neuinterpretation des Kulturbegriffs im Lichte anthropologischer Erkenntnisse
  • Untersuchung von kulturellen Austauschprozessen und Hybridisierung
  • Theoretische Modellierung der Wirkungsbeziehungen zwischen globaler und lokaler Struktur

Auszug aus dem Buch

4.1 Was ist Kultur?

In der Vorstellung der verschiedenen Konzepte der Sozialwissenschaften zur kulturellen Globalisierung hat sich gezeigt, daß essentialistische Kulturtheorien, die Kulturen als homogen, statisch und geschlossen definieren, heute offenbar obsolet sind. Dieses Modell einer Kultur, als einer Formation von Individuen mit einem geteilten Bedeutungshintergrund, war eng mit dem Gedanken eines eindeutig definierten Territoriums verflochten und historisch an die Nationenbildung und die Entstehung des Nationalismus gebunden. Entzaubert haben diese Kulturkonstruktion Benedict R. Anderson mit seinen „imagined communities“ sowie Eric Hobsbawms und Terence Rangers mit ihrem Modell „The invention of tradition“.

Sie bezweifeln die angeblich authentischen kulturellen Traditionen und verweisen auf die „allgegenwärtige und immerwährende Erfindung von Kultur“. Zentrales Charakteristikum der Wirksamkeit „erfundener Traditionen“ ist es, den Mitgliedern einer Kultur als selbstverständliche, unwandelbare und authentische Grundlage ihrer gesellschaftlichen Existenz zu erscheinen. Zu ihrer Ausbildung führten innerkulturelle Aushandlungs- und interkulturelle Austauschprozesse, um die eigene nationale Identität auszuformen und letztlich damit die eigene Gesellschaft in der Abgrenzung zu anderen zu bestimmen. Dies verweist auf die identitäts-, sinnstiftende und handlungsleitende Funktion von Kultur, sowie auf ihren konflikthaften Charakter in der Austragung symbolisch vermittelter Kämpfe um Deutungshoheiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Vielfalt und Kontroversität sozialwissenschaftlicher Ansätze zur kulturellen Globalisierung und skizziert den theoretischen Gang der Arbeit.

2 Annäherung an den Begriff der Globalisierung: Dieses Kapitel definiert Globalisierung als einen dynamischen, realhistorischen Prozess, der über rein ökonomische Integration hinausgeht und gesellschaftliche Transformationen umfasst.

3 Konzepte der Sozialwissenschaften zur kulturellen Globalisierung: Es werden zentrale Paradigmen wie Konvergenz, Divergenz und Hybridisierung vorgestellt und kritisch auf ihre Fähigkeit hin geprüft, die Komplexität kultureller Globalisierung zu erfassen.

4 Der Begriff der Kultur in der Anthropologie: Das Kapitel wendet sich gegen essentialistische Kulturbegriffe und etabliert ein Verständnis von Kultur als dynamischen, prozesshaften Aushandlungsraum.

5 Annäherung an eine Definition – Kulturelle Globalisierung: Auf Basis der vorangegangenen Analysen wird eine prozessorientierte Definition kultureller Globalisierung formuliert, die Expansion, Netzwerkverdichtung und Reziprozität betont.

6 Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass kulturelle Globalisierung ein widersprüchlicher Prozess ist, dessen Verständnis eine prozesshafte Neubewertung von Kultur und deren Grenzdynamiken erfordert.

Schlüsselwörter

Kulturelle Globalisierung, Sozialwissenschaften, Konvergenz, Divergenz, Hybridisierung, Kulturbegriff, Anthropologie, Interkultureller Austausch, Netzwerkverdichtung, Prozesshaftigkeit, Identität, Transformation, Globaler-Lokal-Bezug, Deutungshoheit, Weltkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht sozialwissenschaftliche Konzepte zur kulturellen Globalisierung und hinterfragt die theoretischen Grundlagen, auf denen diese Konzepte basieren.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition von Globalisierung, die Kritik an bestehenden Theorien (Konvergenz/Divergenz) und die anthropologische Neubewertung des Kulturbegriffs.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung einer Definition kultureller Globalisierung, die der Realität des Phänomens und der heutigen anthropologischen Reflexionsebene entspricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Reflexion und Auseinandersetzung mit der sozialwissenschaftlichen Fachliteratur, wobei auf empirische Beispiele verzichtet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konvergenz-, Divergenz- und Hybridisierungsparadigmen, kritisiert essentialistische Kulturvorstellungen und entwickelt daraus ein prozesshaftes Verständnis von Globalisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kulturelle Globalisierung, Hybridisierung, prozesshafter Kulturbegriff, transnationale Wirkungsbeziehungen und interkultureller Austausch.

Warum hält der Autor essentialistische Kulturtheorien für obsolet?

Weil sie Kulturen als homogen, statisch und geschlossen betrachten, was der heutigen Dynamik und der interkulturellen Verflechtung nicht mehr gerecht wird.

Welche Rolle spielen "kulturelle Überlappungszonen" in der Argumentation?

Sie dienen als theoretischer Ort, an dem durch interkulturellen Austausch und interpretative Konflikte dynamischer kultureller Wandel stattfindet, anstatt starrer Abgrenzung.

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Details

Titel
Was ist kulturelle Globalisierung? - Sozialwissenschaftliche Konzepte auf dem Prüfstand
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar: Globalisierung – Ursachen, Folgen, Handlungsspielräume
Note
1,3
Autor
Matthias Rekow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V155368
ISBN (eBook)
9783640693221
ISBN (Buch)
9783640693559
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Globalisierung Sozialwissenschaftliche Konzepte Prüfstand
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Rekow (Autor:in), 2006, Was ist kulturelle Globalisierung? - Sozialwissenschaftliche Konzepte auf dem Prüfstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155368
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Leseprobe aus  21  Seiten
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