Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Topic: German Foreign Policy

Die Rechte der dänischen und der sorbischen Minderheit in der BRD

Title: Die Rechte der dänischen und der sorbischen Minderheit in der BRD

Seminar Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Susanne Opel (Author)

Politics - Topic: German Foreign Policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...] Dazu gehören die Sorben in Brandenburg und
Sachsen, die Dänen und Schleswig-Holstein, die Friesen in Schleswig-Holstein und
Niedersachsen, sowie die Sinti und Roma, die kein geschlossenes Siedlungsgebiet
haben, sondern über ganz Europa verteilt leben.
Das Zusammenleben vieler Völker in einem Staat, also auch einem politischen
System, gestaltet sich oftmals schwierig. Die Interessen aller Gruppen, auch die der
ethnischen Minderheiten, gleichberechtigt nebeneinander wahrzunehmen, erfordert
viel Toleranz auf allen Seiten. Die Schaffung von Gesetzen, die allen, der Mehrheitsund
der Minderheitenbevölkerung gerecht werden, ist ein langwieriger Prozess.
Die vorliegende Arbeit soll zeigen, inwieweit dieser Prozess für die sorbische
und die dänische Minderheit erfolgreich war. Beide Gruppen legen Wert darauf, als
„sorbisch“ bzw. „dänisch“ und eben nicht „deutsch“ angesehen zu werden. Beide leben
seit Jahrhunderten im selben Gebiet, beide haben eine andere Sprache und Kultur
als die deutsche Mehrheitsbevölkerung. Trotzdem gibt es gewichtige Unterschiede
zwischen beiden Minderheiten, die völlig verschiedene Vorraussetzungen für ihre
Rechte in der BRD schaffen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sollen in dieser
Arbeit näher beleuchtet, die rechtliche Situation der beiden Minderheiten miteinander
verglichen werden. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf der unterschiedlichen
historischen Entwicklung beider Gruppen liegen. Die Literatur zu diesem Thema beschränkt sich meist auf die rein juristische,
oder die rein ethnische Seite des Problems. Über die Sorben lässt sich eine breite
Anzahl von Büchern, sowohl über ihre Geschichte, als auch ihr Volkstum und ihre heutige rechtliche Situation finden, während die dänische Minderheit weniger behandelt
wird. In juristischen Belangen stützt sich die Arbeit hauptsächlich auf die Dissertationen
von Faisst und Messtorff.1

1 Messtorff, Silke: Die Rechtsstellung der ethnischen Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland. Dissertation
zur Erlangung der Doktorwürde der Juristischen Fakultät der Universität Hamburg, Verlag Peter Lang
GmbH, Frankfurt am Main, 1987 und Faisst, Sabine Nora: Minderheitenschutz im Grundgesetz und in den Landesverfassungen.
Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Juristischen Fakultät der Eberhard-
Karls-Universität Tübingen. Köhler Druck, Tübingen, 2000

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Sorben und Dänen, zwei Minderheiten innerhalb der BRD

2. Zur Entstehung der beiden Minderheiten

2.1.Sorben

2.2.Dänen

3. Entwicklung bis 1945

3.1. Deutsches Reich

3.2. Weimarer Republik

4. Entwicklung in den beiden deutschen Staaten

4.1.Sorben

4.2.Dänen

5. Entwicklung nach der Wende

6. Sorben und Dänen heute

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die rechtliche Situation sowie die historische Entwicklung der sorbischen und der dänischen Minderheit innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, um aufzuzeigen, wie erfolgreich der Prozess der gleichberechtigten Interessenwahrnehmung innerhalb des politischen Systems verlaufen ist.

  • Historische Entstehung und Entwicklung beider Minderheiten
  • Rechtlicher Status und Minderheitenschutz bis 1945
  • Einfluss der deutschen Teilung auf die Minderheitenpolitik
  • Internationale Rahmenbedingungen für den Minderheitenschutz nach 1990
  • Aktuelle Situation und Herausforderungen für Sorben und Dänen in der BRD

Auszug aus dem Buch

2.1. Sorben

Nachdem die Germanen im Zuge der Völkerwanderung im 2. bis 6. Jahrhundert den Raum östlich von Elbe und Saale verlassen hatten, rückten ab 600 n.Chr. slawische Stämme, die Vorfahren der heutigen Sorben, in das ca. 40000 Quadratkilometer große Gebiet zwischen Ostsee und Erzgebirge vor und besiedelten es.

Bis ins 9. Jahrhundert lebten diese Stämme in einer relativ „altertümlichen“ Gesellschaftsordnung, in Großfamilien in einer „militärischen Demokratie“ und ohne ein herrschaftliches Gefüge. Damit waren sie Angriffen relativ schutzlos ausgeliefert.

Mit der deutschen Ostbewegung wurde das Siedlungsgebiet der slawischen Stämme Teil des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Während der ersten Welle wurden die Stämme christianisiert, behielten aber ihre eigene Sprache und konnten ihr Brauchtum und ihre Lebensweise erhalten. Mit der zweiten Welle der Ostkolonisation kamen mehrere 100000 deutsche Bauern in das Gebiet, es wurden Wälder gerodet und deutsche Städte und Dörfer gegründet. Deutsche und Slawen lebten friedlich nebeneinander, aber durch den nun häufigeren Kontakt kam es zu einer allmählichen Verschmelzung beider Völker. Bis zum Ende des Mittelalters waren die Slawen außerhalb der Markgrafentümer Oberlausitz und Niederlausitz weitgehend assimiliert und in der deutschen Bevölkerung aufgegangen.

In der Lausitz konnten sich die Slawen behaupten, was unter anderem daran lag, dass sie gegenüber den Deutschen hier immer noch die Mehrheit der Bevölkerung stellten und dass es keine straff zentralisierte Landesverwaltung gab. Die beiden Lausitzen waren viel mehr Ständerepubliken, ohne dass es einen Landesherren vor Ort gegeben hätte. So fand keine Eindeutschung der Sorben von oben statt und sie konnten relativ unbehelligt ihre Sprache und Kultur pflegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Sorben und Dänen, zwei Minderheiten innerhalb der BRD: Einleitende Darstellung der Thematik und Abgrenzung der verschiedenen Minderheitengruppen in Deutschland.

2. Zur Entstehung der beiden Minderheiten: Untersuchung der historischen Ursprünge und Ansiedlungsprozesse der sorbischen und dänischen Bevölkerungsgruppen.

3. Entwicklung bis 1945: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Lebensumstände während des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik.

4. Entwicklung in den beiden deutschen Staaten: Darstellung der Minderheitenpolitik in der DDR und der BRD sowie der politischen Rahmenbedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg.

5. Entwicklung nach der Wende: Betrachtung der rechtlichen Änderungen und internationalen Einflüsse auf den Minderheitenschutz nach der deutschen Wiedervereinigung.

6. Sorben und Dänen heute: Vergleich der aktuellen gesellschaftlichen, rechtlichen und politischen Situation beider Minderheiten sowie Ausblick auf bestehende Herausforderungen.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Minderheiten, Sorben, Dänen, Bundesrepublik Deutschland, Minderheitenschutz, Domowina, SSW, Geschichte, Recht, Kultur, Sprache, Assimilation, Grundgesetz, Identität, Volksgruppen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Werdegang und der rechtlichen Stellung der sorbischen und dänischen Minderheit in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die historischen Ursprünge, der politische Minderheitenschutz sowie die Förderung von Kultur und Sprache in verschiedenen Epochen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Erfolg des Minderheitenschutzes in der BRD zu bewerten und die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der rechtlichen Situation beider Gruppen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine rechts- und geschichtswissenschaftliche Analyse basierend auf Fachliteratur und historischen Dokumenten.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil beleuchtet die Entwicklung vom Deutschen Reich über die Zeit der deutschen Teilung bis hin zu aktuellen internationalen Regelungen und der heutigen Situation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Minderheitenrechte, kulturelle Autonomie, Minderheitenschutz, Volksgruppen und Assimilation.

Warum unterscheidet sich die Situation der Sorben von der der Dänen?

Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, dass die dänische Minderheit ein starkes Mutterland als Unterstützung im Rücken hat, während die Sorben als Minderheit ohne eigenen Staat agieren.

Welche Bedeutung hat der Einigungsvertrag für die Sorben?

Der Einigungsvertrag sicherte den Status quo der sorbischen Minderheit und verpflichtete zur Wahrung ihrer Kultur und Sprache.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Die Rechte der dänischen und der sorbischen Minderheit in der BRD
College
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Course
GK/PS Einführung und Methoden: Regierungssystem und Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland
Grade
1,7
Author
Susanne Opel (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V15537
ISBN (eBook)
9783638206143
Language
German
Tags
Rechte Minderheit GK/PS Einführung Methoden Regierungssystem Außenpolitik Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Opel (Author), 2003, Die Rechte der dänischen und der sorbischen Minderheit in der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15537
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint