1. Einleitung
2. Die Irokesen
2.1 Wohnverhältnisse
2.2 Ernährung und Landwirtschaft
2.3 Bekleidung
3. Familien- und Gesellschaftsstruktur der Irokesen
3.1 Struktur des Zusammenlebens
3.1.1 Ohwachira und Großfamilienhaushalt
3.1.2 Die Clans
3.1.3 Der Stamm
3.2 Gründung der Irokesenliga
4. Weltanschauung und Religion der Irokesen
4.1 Weltanschauung
4.2 Zeremonien
4.3 Maskentradition
4.4 Die Langhausreligion
5. Das Leben der Irokesen in der Kolonialzeit
5.1 Erste Kontakte mit den Einsiedlern durch den Handel
5.2 Begegnungen mit den Einsiedlern
5.3 Folgen der Begegnungen
5.4 Die Irokesenliga unter den europäischen Einwanderern
6. Das Leben der Irokesen in der Reservationszeit
6.1 Vertreibung der Irokesen
6.2 Das Leben in den Reservaten
7. Heutiges Leben der Irokesen
Literatur
Kultur und Geschichte der Irokesen unter Einfluss der europäischen Einwanderer
1. Einleitung
In der Geschichte der Amerikaner galten die Irokesen im 17. Jahrhundert als eine gefürchtete Kriegsmacht, der es gelang, während der Glanzzeit ihrer Macht fast den gesamten Osten der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika zu kontrollieren. Sie verstanden es nicht nur, sich zu koordinieren und sich mit anderen Stämmen zu verbünden, sondern gelang ihnen auch, dieses Bündnis Jahrhunderte lang aufrecht zu erhalten. „Die Irokesen standen durch ihre gesellschaftliche und politische Organisation an der Spitze aller Indianervölker Nordamerikas und übertrafen alle ohne Ausnahme durch den überraschenden Geist ihrer Staatskunst und die Erfolge ihrer Kriegsführung.“
Im Folgenden wird die Lebenssituation des Irokesenvolkes von seiner Entstehung bis zum heutigen Zeitpunkt erläutert und kommentiert. Es wird unter anderem verdeutlicht, wie sie ursprünglich wohnten, sich kleideten und ernährten und wie sie ihr Zusammenleben organisierten. Des Weiteren wird beschrieben, wie es den Irokesen durch die Bildung des oben genannten Bündnisses gelang, über Jahrhunderte hinweg zu überleben und sich gegen ihre Feinde durchzusetzen. Ein bedeutender Teil in der Geschichte des Irokesenstammes, der im Folgenden geschildert wird, ist der Einfluss der europäischen Einwanderer auf die ursprüngliche Lebenssituation der Irokesen. Dieser lang anhaltende Zusammenstoß zweier Rassen brachte Handel und Zusammenarbeit, aber auch Kriege und Gewalt hervor, aus denen die europäischen Einwanderer letztendlich als Sieger hervorgehen sollten.
Aus einer Vielzahl ....
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Irokesen
2.1 Wohnverhältnisse
2.2 Ernährung und Landwirtschaft
2.3 Bekleidung
3. Familien- und Gesellschaftsstruktur der Irokesen
3.1 Struktur des Zusammenlebens
3.1.1 Ohwachira und Großfamilienhaushalt
3.1.2 Die Clans
3.1.3 Der Stamm
3.2 Gründung der Irokesenliga
4. Weltanschauung und Religion der Irokesen
4.1 Weltanschauung
4.2 Zeremonien
4.3 Maskentradition
4.4 Die Langhausreligion
5. Das Leben der Irokesen in der Kolonialzeit
5.1 Erste Kontakte mit den Einsiedlern durch den Handel
5.2 Begegnungen mit den Einsiedlern
5.3 Folgen der Begegnungen
5.4 Die Irokesenliga unter den europäischen Einwanderern
6. Das Leben der Irokesen in der Reservationszeit
6.1 Vertreibung der Irokesen
6.2 Das Leben in den Reservaten
7. Heutiges Leben der Irokesen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Irokesen von ihrer Entstehung bis in die Gegenwart, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den sozio-politischen Auswirkungen des Kontakts mit europäischen Siedlern sowie der Transformation ihrer traditionellen Lebensweise liegt.
- Gesellschaftliche Organisation und Familienstrukturen (Ohwachira, Clans)
- Entwicklung und politische Bedeutung der Irokesenliga
- Einfluss von Handel und Kolonialisierung auf die Lebenssituation
- Religiöse Traditionen und die Rolle der Langhausreligion
- Herausforderungen der Reservationszeit und das Überleben der Kultur
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Ohwachira und Großfamilienhaushalt
Die Ohwachira oder auch Matri-Lineage genannt, stellt die kleinste politische Einheit dar. Zu ihr konnten laut Siegfried Jahn 20 bis 200 männliche und weibliche Nachkommen einer gemeinsamen Ahnfrau gehören, welche zusammen ein Langhaus bewohnten. Thomas Wagner spricht von 50 bis 200 Nachkommen. Bei einer Heirat zog der Mann in das Langhaus seiner Frau und wurde Mitglied ihres Großfamilienhaushaltes, die Zugehörigkeit zu seiner Ohwachira verlor er dabei jedoch nicht. Wenn der Mann ein hohes politisches Amt hatte, wie zum Beispiel das eines Clan- oder Ligahäuptlings, dann zog die Frau in den Großfamilienhaushalt ihres Mannes. Neugeborene Kinder gehörten in die Ohwachira der Mutter. Erzogen wurden sie dabei überwiegend von der Großmutter und einem nahen männlichen Verwandten der Mutter.
Die so genannte Matrone, das Oberhaupt des Langhauses war die älteste dort wohnende Frau, die zu jedem Bewohner in verwandtschaftlicher Beziehung stand. Starb sie, wurde ihr Amt vererbt und von einer Versammlung der weiblichen Langhausbewohner bestätigt. Ihre Aufgaben waren neben der Überwachung der Hauswirtschaft die Vergabe der im Besitz ihrer Ohwachira stehenden politischen Titel. In der Regel vergab sie sie an ihre Söhne und Neffen.
Die stammeseigenen landwirtschaftlichen Flächen standen in Obhut der Ohwachira. Die Größe dieser für den eigenen Ernährungsbedarf zur Verfügung gestellten Flächen hing von der Größe der Ohwachira ab. Das Nutzungsrecht erlosch bei einer Verlegung des Dorfes. Die Ohwachira war auch im Besitz von religiösen Gegenständen wie Reliquien, Masken, Perlenarbeiten, Federarbeiten und Wampum. Außerdem gewannen eine Ohwachira neben der ökonomischen auch religiöse, kulturelle und medizinische Macht durch eigene Gesänge, Mythen, medizinische Kenntnisse und Zaubermittel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die historische Machtstellung der Irokesen und benennt die zentralen Quellen sowie das Ziel der Arbeit.
2. Die Irokesen: Dieses Kapitel erläutert die traditionellen Lebensbedingungen, einschließlich der Architektur der Langhäuser, der landwirtschaftlichen Methoden und der Bekleidung.
3. Familien- und Gesellschaftsstruktur der Irokesen: Hier werden die matrilinearen Strukturen sowie die politische Organisation innerhalb der Clans, der Stämme und der Irokesenliga detailliert dargestellt.
4. Weltanschauung und Religion der Irokesen: Das Kapitel befasst sich mit den spirituellen Vorstellungen, den zeremoniellen Festen, der Maskentradition und dem Einfluss der Langhausreligion.
5. Das Leben der Irokesen in der Kolonialzeit: Dieser Abschnitt thematisiert die Folgen des Pelzhandels, die Begegnungen mit Siedlern und den Einfluss auf die soziopolitische Struktur und die Stabilität des Bundes.
6. Das Leben der Irokesen in der Reservationszeit: Das Kapitel beschreibt die zwangsweise Umsiedlung, die politischen Eingriffe in die Stammesführung und die wirtschaftlichen Veränderungen.
7. Heutiges Leben der Irokesen: Abschließend wird die Situation der Irokesen im 20. und 21. Jahrhundert beleuchtet, insbesondere im Kontext von Bürgerrechten, Lobbyarbeit und dem Erhalt der kulturellen Identität.
Schlüsselwörter
Irokesen, Irokesenliga, Langhaus, Matriarchat, Ohwachira, Clan, Siedler, Pelzhandel, Reservat, Religion, Tradition, Assimilation, Kolonialzeit, Kulturwandel, Stammesrecht
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die historische Transformation der irokesischen Gesellschaft, von ihrer ursprünglichen Blütezeit und politischen Organisation bis hin zu den Folgen der europäischen Kolonialisierung und der späteren Reservationspolitik.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die soziale Organisation in matrilinearen Clans, die Verfassung der Irokesenliga, religiöse Glaubenssysteme sowie der durch externe Faktoren erzwungene kulturelle und ökonomische Wandel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit der Irokesen an veränderte Lebensbedingungen unter dem Druck der europäischen Expansion aufzuzeigen und die Strukturen ihrer politisch-gesellschaftlichen Organisation zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf historischen Fachwerken, soziologischen Beiträgen und überlieferten Quellen basiert, um ein umfassendes Bild der irokesischen Kultur zu zeichnen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der traditionellen Lebensweise, die Darstellung der politischen Liga, eine Untersuchung des Einflusses von Siedlern und Missionaren sowie eine Aufarbeitung der Vertreibung und des Lebens unter modernen Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Haudenosaunee, Ohwachira, Matrilinealität, Irokesenliga, Kolonialisierung, Handsome Lake, Langhausreligion und kultureller Widerstand.
Welche Rolle spielt die "Ohwachira" in der Gesellschaft der Irokesen?
Die Ohwachira fungiert als kleinste politische und soziale Einheit, die aus den Nachkommen einer gemeinsamen Ahnfrau besteht und die wesentliche Basis für die soziale Ordnung und den Landbesitz bildet.
Wie wirkte sich die Gründung der Irokesenliga auf die Stämme aus?
Die Liga schuf eine starke politische Einheit, die durch Konsensbildung und militärische Koordination eine Vormachtstellung im Osten Nordamerikas sicherte, jedoch durch externe Konflikte und interne Differenzen während der Kolonialzeit an Stabilität verlor.
- Arbeit zitieren
- Soz.Päd./Soz.Arb. (B.A.) Christian Krüger (Autor:in), 2008, Kultur und Geschichte der Irokesen unter Einfluss der europäischen Einwanderer , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155404