Welche Auswirkungen hatte die COVID-19-Pandemie auf die Rolle der Familie als Bildungsort? In diesem Zusammenhang sollen in dieser Arbeit die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Rolle der Familie als Bildungsort herausgearbeitet und die Belastungen sowie Chancen skizziert werden. Zunächst folgt ein kurzer Abriss der Eindämmungsmaßnahmen des Corona-Virus vom Frühjahr 2020 bis zu den Sommerferien im selben Jahr, die Kinder und Familien maßgeblich betrafen. Danach wird beschrieben, was unter der Familie als Bildungsort zu verstehen ist und wie sich diese Rolle während des Homeschooling veränderte. Anschließend werden Herausforderungen, Belastungen und Chancen für Familien während der Pandemie, anhand der Studie „Belastungen, positive Veränderungen und Ressourcen von Familien in der COVID-19-Pandemie“ von Engelke et al. (2020), herausgearbeitet. Abschließend werden Zukunftsaussichten für Familien aufgeführt und ein Fazit abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hintergrund und Kontext der COVID-19-Pandemie im Bildungsbereich
3 Rolle der Familie im Homeschooling
3.1 Familie als Bildungsort
3.2 Aufgaben im Homeschooling
4 Herausforderungen und Belastungen für Familien
5 Positive Entwicklungen und Chancen
6 Zukunftsaussichten
7 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Rolle der Familie als Bildungsort, wobei die wissenschaftliche Forschungsfrage darauf abzielt, aufzuzeigen, wie sich die informelle und formelle Bildungsverantwortung innerhalb der häuslichen Gemeinschaft während der Schulschließungen verändert hat.
- Wandel der Familie von einem Ort der informellen Bildung zu einem Raum der formellen Beschulung.
- Analyse der neuen Rollenverteilung der Eltern als Lehrkräfte und Unterstützer.
- Identifikation zentraler Belastungsfaktoren durch Homeschooling, soziale Isolation und finanzielle Unsicherheiten.
- Herausarbeitung positiver Aspekte wie familiäre Wertschätzung und verstärkte Digitalisierung.
- Ableitung von Zukunftsperspektiven aus den während der Pandemie gewonnenen Erkenntnissen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Familie als Bildungsort
Bereits vor der Einführung der Schulpflicht, war die Familie der zentrale Ort der Wissensvermittlung und Bildung. Über die Generationenbeziehungen von Kindern, Eltern und Großeltern, wurden innerhalb der Familie wichtige Werte und Normen, sowie milieuspezifische Bildung vermittelt (vgl. Grgic & Rauschenbach 2020, S. 6). Durch die Entwicklung und stetige Veränderung des formalen Bildungssystems hat die nicht standardisierte Form der Wissensvermittlung abgenommen und wurde von dem formalen System Schule abgelöst (ebd.). Auch die Lebensformen innerhalb der Familie haben sich verändert und gleichzeitig an Vielfalt gewonnen. So fand ein Wandel von der Familiensituation mit Mutter, Vater und Kindern zu Patchworkfamilien, Alleinerziehenden - Haushalte und Stieffamilien statt (vgl. ebd., S.7). Im Blick auf die Familie als Bildungsort lässt sich feststellen, dass durch den Wandel der familiären Lebenssituationen sich auch die familiären Bildungsvermittler in ihrer Zusammensetzung und Einflussintensität wandeln (ebd.).
Der Bildungsort Familie vermittelt den Kindern informelle Bildung. Das informelle Lernen wird definiert als „jenes Lernen, das außerhalb der einer dezidierten Zielbestimmung pädagogischer Settings stattfindet, nicht zu einer Zentrierung führt, man also bestehen muss oder ‚durchfallen‘ kann, und das auch wenig strukturiert und in aller Regel nicht absichtsvoll geplant ist, eher beiläufig zustande kommt“ (Grigic & Rauschenbach 2020, S. 8). Demnach gibt es auch keine geplante Form des Lernens und die Kinder lernen innerhalb der Familie nur das, was die Eltern bzw. die familiären Bildungsvermittler den Kindern vermitteln können. Zudem spielt die Alltagsvermittlung eine zentrale Rolle, die Kinder lernen innerhalb der Familie unbewusst die „konkrete alltagskulturelle Praxis“ (Grigic & Rauschenbach 2020, S. 9) und ihnen werden die (innerhalb der Familie) wichtigen Werte und Normen vermittelt (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der veränderten Bildungsrolle der Familie während der Pandemie ein und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.
2 Hintergrund und Kontext der COVID-19-Pandemie im Bildungsbereich: Dieses Kapitel skizziert die politischen Maßnahmen sowie die Schulschließungen im Jahr 2020 und deren Einfluss auf den Schulalltag der Kinder.
3 Rolle der Familie im Homeschooling: Hier wird der theoretische Wandel der Familie als Bildungsort sowie die spezifischen Aufgaben von Eltern im Fernunterricht analysiert.
4 Herausforderungen und Belastungen für Familien: Das Kapitel behandelt auf Basis aktueller Studien die psychischen und materiellen Belastungen für Familien während der Lockdown-Phasen.
5 Positive Entwicklungen und Chancen: Hier werden trotz der Krise entstandene positive Effekte wie eine höhere Wertschätzung des Miteinanders und ein Schub bei der Digitalisierung dargestellt.
6 Zukunftsaussichten: Dieses Kapitel leitet aus den Krisenerfahrungen politische und gesellschaftliche Empfehlungen für eine zukünftige, familienfreundlichere Bildungsgestaltung ab.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert die Neudefinition der Rolle der Familie als zentraler Bildungsort in Krisenzeiten.
Schlüsselwörter
COVID-19-Pandemie, Homeschooling, Familienbildung, Bildungsort, Distanzunterricht, informelles Lernen, Schulschließungen, Bildungsstandards, soziale Isolation, Lernrückstände, Elternrolle, Digitalisierung, Bildungsreform, Familienressourcen, Krisenbewältigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die COVID-19-Pandemie auf das Familienleben sowie die Rolle der Familie als Bildungsinstanz ausgewirkt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind das Homeschooling, die Belastungen durch soziale Isolation, der Wandel von informeller zu formaler Bildung im Haushalt und die Chancen einer digitalen Transformation.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Welche Auswirkungen hatte die COVID-19-Pandemie auf die Rolle der Familie als Bildungsort?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und wertet etablierte Studien wie die von Engelke et al. (2020) aus, um Belastungen und Chancen systematisch darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Kontext der Pandemie, die spezifische Aufgabenlast der Eltern im Homeschooling sowie die psychischen und finanziellen Folgen für Familien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich insbesondere auf Schlagworte wie Homeschooling, Bildungsort Familie, Krisenbewältigung und Distanzunterricht.
Wie wirkten sich Schulschließungen konkret auf die Elternschaft aus?
Eltern mussten neben ihrem Beruf plötzlich die Rolle einer Lehrkraft übernehmen, den Lernstoff vermitteln und gleichzeitig für technische Ausstattung sowie ein positives Lernklima sorgen.
Warum wird im Fazit von einer "Neudefinition" der Rolle gesprochen?
Die Autorin argumentiert, dass die Familie zwangsweise vom reinen Ort informeller Erziehung zu einem maßgeblichen Partner des formalen Bildungssystems avancierte, was neue Anforderungen und eine veränderte Bedeutung mit sich brachte.
- Arbeit zitieren
- Laura Ortolano (Autor:in), 2024, Familie als Bildungsort in Zeiten der Pandemie. Chancen und Herausforderungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1554708