In dieser Arbeit wird zunächst ein theoretischer Überblick über die Grundlagen der kasuistischen Unterrichtsanalyse gegeben und das Bezugsproblem der Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung skizziert. Diese Ergebnisse bilden das Fundament für die weitere Spielfilm-Analyse. Anhand der Analyse wird die Forschungsfrage dieser Arbeit beantwortet und Lösungsansätze für eine positiv gestaltete Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung aufgeführt. Den Abschluss der Arbeit bildet das Fazit.
Beziehungen zwischen den Menschen gibt es seit jeher, auf vielfältige Art und Weise lassen diese sich definieren. Die Beziehung zwischen Lehrkräften und ihren Schüler*innen ist eine komplexe Beziehung im Bildungssystem. Um den Beziehungsbegriff im Bildungssystem näher definieren zu können, müssen nicht offizielle und nicht bürokratische Beziehungsqualitäten zwischen Menschen beachtet werden. Hierzu zählt auch das Machtverhältnis zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen sowie die Auswirkungen dieses Spannungsverhältnisses auf die Lernerfolge der Schüler*innen. In der Hattie-Studie 2009 wurde festgestellt, dass eine positive Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung auch positive Auswirkungen auf das Lernverhalten der Schüler*innen hat. Nun stellt sich die Frage, inwiefern Macht und Autorität die Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung beeinflusst. Diese Thematik soll in dieser Hausarbeit behandelt werden und anhand einer Szene aus dem Spielfilm „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“ analysiert werden. Dabei wird der Forschungsfrage „Wie werden Macht und Autorität dargestellt und wie beeinflussen sie das Verhalten der Beteiligten?“ nachgegangen. Die ausgewählte Spielfilmszene zeigt deutlich, wie Machtverhältnisse genutzt werden und wie sich dies auf die Beteiligten, auch im weiteren Verlauf des Filmes, auswirkt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Kasuistische Unterrichtsanalyse
2.2 Bezugsproblem Lehrer*innen - Schüler*innen - Beziehung
3 Analyse einer Unterrichtsvideografie
3.1 Auswahl und Fragestellung der Unterrichtsvideographie
3.2 Analyse der Szene
3.3 Lösungsansätze
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht anhand einer ausgewählten Szene aus dem Spielfilm „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“, wie Macht und Autorität innerhalb der Lehrer-Schüler-Beziehung in einer pädagogischen Interaktion dargestellt werden und welche Auswirkungen dies auf die Beteiligten hat.
- Kasuistische Unterrichtsanalyse
- Lehrer-Schüler-Beziehung
- Machtverhältnisse und Autorität im Bildungskontext
- Videografieanalyse als methodischer Zugang
- Einfluss von Erwartungshaltungen auf Lernerfolg
- Pädagogische Reflexion von Filmdarstellungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Analyse der Szene
Nach Proske et al. wird die Szene in dieser Arbeit nach den zwei Analyseperspektiven der Rekonstruktion und der Dekonstruktion analysiert. Ausganspunkt für Rekonstruktion für das Bezugsproblem des pädagogischen Handelns, ist die Szene, die sich räumlich auf das Büro der Direktorin beschränkt. Die Kameraperspektive schwenkt zwischen den Figuren her und setzt diese einzeln in Szene, damit die Mimik und Gestik die Figurenkonstellation und die Verhältnisse dieser verdeutlichen und Mittelpunkt des Bildes sind. Die Szene beginnt damit, dass der neue Schüler und dessen Vater vor dem Schreibtisch der Direktorin stehen und auf eine Reaktion warten. Diese ignoriert die beiden anfangs und korrigiert ungestört die vor ihr liegende Mathearbeit weiter. Erst nach einiger Zeit wendet sie sich an die beiden und bittet sie, sich hinzusetzen. Im weiteren Verlauf der Szene, macht die Direktorin deutlich, dass sie dem Schüler eine Chance geben möchte und dieser sich in den nächsten drei Monaten in einer Art Probezeit befindet.
Diese Szene lässt sich auf mehreren Ebenen in Bezug auf die Lehrer*innen – Schüler*innen – Beziehung betrachten: Autorität und Distanz, Erwartungen, Kommunikation und Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Lehrer-Schüler-Beziehung für den Lernerfolg ein und leitet die Forschungsfrage zur Darstellung von Macht und Autorität im Spielfilm ab.
2 Theoretische Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden die Grundlagen der kasuistischen Unterrichtsanalyse erläutert und das theoretische Fundament zum Bezugsproblem der Lehrer-Schüler-Beziehung gelegt.
3 Analyse einer Unterrichtsvideografie: Das Kernkapitel beinhaltet die Auswahl der Szene, die detaillierte Analyse der Machtdynamiken mittels Rekonstruktion und Dekonstruktion sowie die Identifikation von Lösungsansätzen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer Balance zwischen Lenkung und Zuwendung für ein positives schulisches Lernklima.
Schlüsselwörter
Kasuistik, Unterrichtsanalyse, Videografie, Lehrer-Schüler-Beziehung, Machtverhältnis, Autorität, Schulpädagogik, Fallarbeit, Spielfilm, Erwartungshaltung, Pädagogisches Handeln, Lernklima, Kommunikation, Professionalisierung, Bildungssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Lehrer-Schüler-Beziehung anhand eines fiktionalen Fallbeispiels aus einem Spielfilm.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Macht, Autorität, Distanz und Erwartungshaltungen auf das pädagogische Handeln und das Befinden der beteiligten Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie werden Macht und Autorität dargestellt und wie beeinflussen sie das Verhalten der Beteiligten?“
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird die kasuistische Unterrichtsanalyse angewandt, die den Film durch Dekonstruktion und Rekonstruktion als pädagogischen Fall erschließt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse einer spezifischen Filmszene, deren filmästhetische Umsetzung und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen die kasuistische Fallarbeit, das Machtverhältnis, der Lernerfolg sowie die Notwendigkeit respektvoller Kommunikation in der Schule.
Wie nimmt der Schüler Felix die Autorität der Direktorin in der Szene wahr?
Aus seiner Perspektive wirkt die Direktorin als einschüchternd und angsteinflößend, was sich in seiner zögerlichen und nervösen Reaktion widerspiegelt.
Was zeigt das „Schrumpfen“ der Direktorin im weiteren Filmverlauf laut der Autorin?
Filmästhetisch symbolisiert das Schrumpfen einen Machtwechsel, da die Direktorin morphologisch unterlegen ist und auf die Hilfe des Schülers angewiesen ist.
- Quote paper
- Laura Ortolano (Author), 2024, Bezugsproblem der Lehrer-Schüler-Beziehung anhand des Spielfilms „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1554709