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Die Gründung der Gewerkschaften und der Kampf um Arbeitszeitverkürzung in der Zeit der deutschen Industrialisierung

Title: Die Gründung der Gewerkschaften und der Kampf um Arbeitszeitverkürzung in der Zeit der deutschen Industrialisierung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Jan-Matthias Schultze (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die industrielle Revolution in Deutschland hatte ausgesprochen weitreichende Konsequenzen für die deutschen Beschäftigten in sämtlichen Wirtschafts- und Lebensbereichen. Ein neues ökonomie- und kapitalorientiertes Denken veränderte das traditionelle Arbeitsgefüge in Gewerbe, Industrie und Handel und beherrschte fortan sämtliche Entwicklungen im Hinblick auf Produktionsweisen, Arbeitsprozesse und dem Verhältnis zwischen Unternehmer und Lohnarbeiter. Durch den Einsatz von Fabriktechnologien und maschineller Produktverarbeitung entstanden jedoch gleichzeitig immer deutlichere Differenzen zwischen dem Ökonomie- und Wettbewerbsambitionen der Fabrikinhaber und den Arbeitsbedingungen der weitestgehend unmündigen Angestellten, die später durch Verbände und Gewerkschaften vertreten wurden und deren vorrangiges Ziel eine Liberalisierung des Arbeitsmarktes in Hinsicht auf Lohnniveau und Arbeitszeiten betrafen. Wo sich für die deutsche Wirtschaft vielfältige Chancen zur Kapitalvermehrung und internationalen Wettbewerbsfähigkeit ergaben, veränderte sich auch das politische und soziale Bewusstsein des Arbeiters im Rahmen seines beruflichen Umfeldes. In dem Augenblick, wo die Arbeiterschaft den Gegensatz von Kapital und Arbeit nicht nur als theoretischen Prozess, sondern auch als einen persönlichen Erfahrungswert wahrnahm, entstanden vor allem um die Revolution von 1848/49 einige Bewegungen aus dem Arbeitermilieu heraus, die zwar noch nicht in sich geschlossen und einheitlich waren, aber schon bald nicht mehr ignoriert werden konnten. Ziele wie bessere Arbeitsbedingungen, Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen waren damals genauso regulärer Bestandteil von Forderungskatalogen zahlreicher Interessenverbände wie noch heute. Dass zu Zeiten der Industrialisierung in Deutschland Vokabeln wie „40-Stunden-Woche“, „Kündigungsschutz“ und „Weihnachtsgeld“ freilich keine Rolle spielten, wird schon anhand der intensiveren Betrachtung der Arbeitszeitregelung und ihrer Geschichte deutlich.
In dieser Arbeit soll letzteres thematisiert werden und überblicksweise veranschaulicht werden. Hierbei soll vor allem die Frage im Vordergrund stehen, inwieweit sich zu Zeiten der industriellen Revolution in Deutschland die Arbeitszeiten in den unterschiedlichen Berufsfeldern verändert und entwickelt haben, wie der Kampf der Gewerkschaften um Arbeitszeitverkürzung konkret aussah und welche Forderungen schließlich durchgesetzt werden konnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Entwicklung der Arbeitszeit bis 1848

Kinderarbeit

Die Gründung der Gewerkschaften

Die Arbeitszeitregelung nach 1848

Die Streik- und Gewerkschaftsbewegungen in der Endphase der Industrialisierung

Gründungskrise und gewerkschaftliche Geschlossenheit

Zusammenfassung

Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Entwicklungen der Arbeitszeitverkürzung während der deutschen Industrialisierung und analysiert, inwieweit der Kampf der aufkommenden Gewerkschaften zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeiterschaft beitragen konnte.

  • Die Auswirkungen der industriellen Revolution auf das Arbeitsgefüge und die Lebensbedingungen
  • Die Rolle der Kinderarbeit in der frühen Industrialisierungsphase
  • Die Entstehung und Programmatik der ersten Gewerkschaftsbewegungen (z.B. ADAV, VDAV)
  • Die zyklischen Entwicklungen der Arbeitszeiten in verschiedenen Industriebranchen
  • Der Einfluss von politischen Repressionen wie dem Sozialistengesetz auf die Arbeiterbewegung

Auszug aus dem Buch

Die Entwicklung der Arbeitszeit bis 1848

Mit der Entstehung des sogenannten „modernen Industriekapitalismus“ bildete sich auch ein städtisches Proletariat heraus, das sich aus verschiedenen Schichtungen rekrutierte. Darunter fielen sowohl Bauern, die seit den Stein-/Hardenberg-Reformen nicht mehr der Leibeigenschaft unterstellt waren, ihre Güter an Großgrundbesitzer verloren hatten und daraufhin in die Städte ziehen mussten, als auch Lehrlinge und Gesellen, die vom Zunftzwang gelöst und nun als freie Arbeitskräfte „auf dem Markt“ waren. Das Überangebot an Arbeitskräften und die damit rapide ansteigende Konkurrenz untereinander war damit ein nicht unwesentlicher Faktor für den schnellen Anstieg der Arbeitslosenzahlen bis Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Einsatz von Maschinen und die fortschreitende Technologie ersetzten darüber hinaus viele bis dato unentbehrlichen Arbeitsbereiche (z. B. durch den Einsatz von Dampfkraft in der Spinnerei oder Textilbranche), förderte das Leistungsprinzip innerhalb der Betriebe im Rahmen eines zunehmenden Markt-Wettbewerbs und erhöhte so zusätzlich den Druck auf die Arbeiterschaft. Die Angst um Stellenverlust und Erwerbslosigkeit ließ nur wenig Spielraum für etwaige Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen zu, zumal die Aufhebung des Zunftzwanges nicht automatisch zu Solidarisierung und Gemeinschaftssinn innerhalb der noch weitestgehend heterogenen Arbeiterschaft führte. Für die „Fabrikherren“ war diese Situation eine entsprechend günstige: Die rigorose Ausbeutung der Arbeiterschaft hatte sowohl die Senkung der Bruttoreallöhne als auch eine Anhebung der täglichen Arbeitszeit auf bis zu 13 Stunden und mehr zur Folge.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen und sozialen Umwälzungen durch die industrielle Revolution und formuliert die zentrale Fragestellung zur Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland.

Die Entwicklung der Arbeitszeit bis 1848: Hier wird der Einfluss von Technisierung und Zunftaufhebung auf das Arbeitsleben sowie die zunehmende Verlängerung der täglichen Arbeitszeiten bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts analysiert.

Kinderarbeit: Das Kapitel befasst sich mit der Ausnutzung minderjähriger Arbeitskräfte in der Frühindustrialisierung und den sehr zögerlichen staatlichen Schutzmaßnahmen.

Die Gründung der Gewerkschaften: Es wird die Entstehung der ersten Arbeitervereinigungen und deren Versuch beschrieben, Interessen in einem repressiven politischen Umfeld zu bündeln.

Die Arbeitszeitregelung nach 1848: Dieses Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen dem gewerkschaftlichen Gründungsboom und den ersten Versuchen zur gesetzlichen Regulierung von Arbeitszeiten.

Die Streik- und Gewerkschaftsbewegungen in der Endphase der Industrialisierung: Hier wird der Einfluss der Wirtschaftskrisen und der repressiven Bismarckschen Politik auf die Streikaktivitäten und die Arbeiterbewegung beleuchtet.

Gründungskrise und gewerkschaftliche Geschlossenheit: Das Kapitel beschreibt, wie die Arbeiterbewegung trotz des Sozialistengesetzes ihre Strukturen erhalten und sich neu formieren konnte.

Zusammenfassung: Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse zum Kampf um Arbeitszeitverkürzung und zur Professionalisierung der Gewerkschaften zusammengeführt.

Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Industrialisierung, Gewerkschaften, Arbeitszeitverkürzung, Proletariat, Industriekapitalismus, Fabrikarbeit, Kinderarbeit, Sozialistengesetz, Arbeitskämpfe, Streik, Lohnarbeiter, Arbeiterbewegung, Preußen, Tarifpolitik, Arbeitsbedingungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Kampf der deutschen Arbeiterschaft um Arbeitszeitverkürzung und die Entwicklung gewerkschaftlicher Organisationen während der Zeit der Industrialisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Arbeitsbedingungen, die Rolle des Industriekapitalismus, die Bedeutung von Kinderarbeit sowie die politische Entwicklung der Arbeiterparteien und Gewerkschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den informativen Einblick in die Veränderung der Arbeitszeiten in verschiedenen Berufsfeldern zu geben und aufzuzeigen, wie gewerkschaftliche Forderungen trotz staatlicher Widerstände durchgesetzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer Quellen sowie Sekundärliteratur zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der deutschen Industrialisierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Arbeitsverhältnisse ab 1848, die Entstehung der Gewerkschaftsbewegung, die Auswirkungen von Wirtschaftskrisen sowie die repressiven Maßnahmen der Regierung Bismarck.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Industrialisierung, Gewerkschaften, Arbeitszeitverkürzung, Streik sowie der Wandel der sozialen Lage der Arbeiterschaft.

Wie hat sich die Arbeitszeit in der Textilindustrie entwickelt?

In der Textilbranche stieg die tägliche Arbeitszeit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts signifikant an, teilweise bis auf 14 bis 16 Stunden, da hier der technische Fortschritt eine sehr intensive Nutzung der Arbeitskraft ermöglichte.

Welche Auswirkung hatte das Sozialistengesetz auf die Arbeiterbewegung?

Das Gesetz führte zur Zerschlagung vieler offizieller Gewerkschaftsstrukturen, erzwang jedoch eine neue Form der Organisation durch Kassen- und Unterstützungsvereine, die letztlich zur Kontinuität der gewerkschaftlichen Idee beitrug.

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Details

Title
Die Gründung der Gewerkschaften und der Kampf um Arbeitszeitverkürzung in der Zeit der deutschen Industrialisierung
College
Technical University of Berlin
Grade
1,5
Author
Jan-Matthias Schultze (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V155487
ISBN (eBook)
9783640682348
ISBN (Book)
9783640683314
Language
German
Tags
Industrialisierung Arbeitszeit Gewerkschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan-Matthias Schultze (Author), 2006, Die Gründung der Gewerkschaften und der Kampf um Arbeitszeitverkürzung in der Zeit der deutschen Industrialisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155487
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