Globalisierung und Internationalisierung haben die Welt von heute für den interkulturellen Dialog offener gemacht. Heute muss eine wachsende Anzahl von Menschen in viele Fremdsprachen kommunizieren und mit Menschen aus verschiedenen Kulturen mit unterschiedlichen Background und Fähigkeiten interagieren. Die Ziele und die Kanäle der interkulturellen Kommunikation haben sich auch geändert und an neue Bedürfnisse angepasst. Viele denken jedoch, dass die Kenntnisse von der Sprache eines Ortes ausreichen, um in den interkulturellen Kommunikationskontexten durchzukommen. In Wirklichkeit ist es nicht so. Wenn zwei oder mehr Individuen mit unterschiedlichen kulturellen Background interagieren, können sie die Kommunikation beeinträchtigen. Das kann passieren, wenn die nicht-sprachlichen Aspekte der Kultur des Gesprächspartners unbekannt sind. Solche extralinguistischen Aspekte können zum Beispiel die Proxemik, Mimik oder auch Gestik sein. Diese Themen sind normalerweise Gegenstand der nonverbalen Kommunikation. Sie stellen jedoch Grundfähigkeiten in interkulturellen Kommunikation dar. Das Thema des Ausdrucks von Emotionen in den interkulturellen Kommunikationskontexten ist heute wichtig. Tatsächlich kann der Ausdruck emotionaler Zustände die Beziehungen mit Menschen aus anderen Kulturen positiv oder negativ beeinflussen. Seit Jahrzehnten fragen sich Experten in Kommunikationsdisziplinen, ob Menschen auf der ganzen Welt die gleichen Emotionen empfinden und sie mit den gleichen Gesichtsausdrücken manifestieren. In dieser kurzen Arbeit werden die wichtigsten Punkte des Ausdrucks von Emotionen analysiert und ob sie in allen Kulturen in gleicher Weise ausgedrückt werden.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
EMOTIONEN UND NONVERBALE KOMMUNIKATION
1.1 Ausdruck von Emotionen: die Studien
1.2 Mimik und Gesichtsstruktur
1.3 Mimik und Interkulturalität
DIE SIEBEN GRUNDEMOTIONEN
2.1 Die universelle Emotionen
2.2 Die Freude
2.3 Die Wut
2.4 Die Traurigkeit
2.5 Der Ekel
2.6 Die Verachtung
2.7 Die Überraschung
2.8 Die Angst
EMOTIONEN UND INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION: VORLAGE VON ZWEI CASE-STUDY
3.1 Forschung über den Ausdruck von Emotionen in Neuguinea
3.2 Individualismus und Kollektivismus in Japan und den USA
3.3 Kulturelle Unterschiede im Ausdruck von Emotionen
Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Emotionen und Mimik innerhalb der interkulturellen Kommunikation. Das primäre Forschungsziel besteht darin zu analysieren, ob menschliche Emotionen universell sind und wie kulturelle Prägungen den Ausdruck sowie die Wahrnehmung dieser Emotionen beeinflussen.
- Universalität von Basis-Emotionen
- Mimik und Gesichtsstruktur als Kommunikationsmittel
- Einfluss von kulturellen "Display Rules"
- Gegenüberstellung von individualistischen und kollektivistischen Kulturen
- Ursachen für interkulturelle Missverständnisse
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausdruck von Emotionen: die Studien
Im letzten Jahrhundert hat die Studie der kulturellen Unterschiede im Ausdruck von Emotionen eine reiche Literatur hervorgebracht. Die ersten Phasen dieser Forschung begannen in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Zu dieser Zeit entdeckte Charles Darwin, dass Männer und Tiere viele Gesichtsausdrücke verwenden, um unterschiedliche emotionale Zustände zu manifestieren. Für Darwin war der Ausdruck von Emotionen wesentlich für das Wohlbefinden von Lebewesen, die in Gruppen leben.
Nach Ansicht des berühmten Biologen wäre das Ausdrücken von Emotionen essenziell, um den Jüngsten einer Spezies die Kommunikation mit ihrer Mutter zu ermöglichen und neue soziale Bindungen zu schaffen (Darwin 1872). Heute hat das Studium dieser Disziplin erheblich verändert. Viele Biologen, Psychologen und sogar Experten in Kommunikationsdisziplinen haben einen großen Beitrag zur Forschung auf diesem Gebiet geleistet. Während des zwanzigsten Jahrhunderts folgten die Untersuchungen verschiedenen disziplinären Ansätzen: zuerst hat die Studie des Ausdrucks von Emotionen nur die Gebiete der Physiologie und Psychologie beschäftigt; später wurde dieses Thema zu einem Forschungsgebiet der nonverbalen und der interkulturellen Kommunikation.
Die ersten Studien über Emotionen als Aspekt der interkulturellen und nonverbalen Kommunikation begannen in den 1940er Jahren, als eine Gruppe von Anthropologen eine interkulturelle Untersuchung startete, um Video- und Fotomaterial aus Kulturen auf der ganzen Welt zu sammeln. Die Pioniere waren Bateson und Mead im Jahr 1942, aber auch Paul Ekman und Wallace Friesen im Jahr 1971 führten eine detailliertere interkulturelle Untersuchung durch. Das primäre Ziel dieser Forschung war zu verstehen, ob menschliche Emotionen universell waren oder nicht. Deshalb versuchten Ekman und Friesen zu verstehen, ob die Bewohner der ganzen Welt die gleichen Emotionen empfanden und sie mit denselben nonverbalen Zeichen ausdrückten (Ekman und Friesen 1972).
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Es wird die Relevanz der interkulturellen Kommunikation in einer globalisierten Welt dargelegt und die Forschungsfrage zur Universalität emotionaler Gesichtsausdrücke formuliert.
EMOTIONEN UND NONVERBALE KOMMUNIKATION: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Emotionsforschung und die Rolle des Gesichts als primären Kanal für nonverbale Signale.
DIE SIEBEN GRUNDEMOTIONEN: Hier werden die sieben universellen Emotionen im Detail vorgestellt und die spezifischen mimischen Veränderungen beschrieben, die mit ihnen einhergehen.
EMOTIONEN UND INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION: VORLAGE VON ZWEI CASE-STUDY: Das Kapitel analysiert empirische Studien, wie die Forschung von Ekman in Neuguinea und den Vergleich zwischen Japan und den USA, um kulturelle Unterschiede im Emotionsausdruck zu belegen.
Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass trotz universeller Emotionen kulturelle Verhaltensregeln („Display Rules“) die Art und Weise der Manifestation maßgeblich beeinflussen.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Emotionen, Mimik, Nonverbale Kommunikation, Grundemotionen, Charles Darwin, Paul Ekman, Display Rules, Individualismus, Kollektivismus, Gesichtsausdruck, Kulturunterschiede, Wahrnehmung, soziale Bindungen, interkulturelle Kompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen menschlichen Emotionen und der Mimik im Kontext der interkulturellen Kommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der nonverbalen Kommunikation, der Anatomie des mimischen Ausdrucks und den kulturellen Einflüssen darauf.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, ob Emotionen weltweit gleich empfunden und ausgedrückt werden oder ob kulturelle Unterschiede die Deutung beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung klassischer Fallstudien aus der psychologischen und soziologischen Forschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der sieben Grundemotionen und die Analyse von zwei Fallstudien zur interkulturellen Wahrnehmung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselbegriffen gehören "Display Rules", "Universalität der Emotionen" sowie die Unterscheidung zwischen individualistischen und kollektivistischen Gesellschaftsformen.
Warum spielt das "Lächeln" eine besondere Rolle in der Arbeit?
Das Lächeln wird als Beispiel für ein Symbol herangezogen, das in europäischen Kulturen Freude ausdrückt, in Japan jedoch eine ablehnende Haltung signalisieren kann, was zu Missverständnissen führt.
Welchen Einfluss hat die Kultur auf negative Emotionen?
Studien zeigen, dass Angehörige kollektivistischer Kulturen wie Japan häufiger dazu neigen, negative Emotionen zu unterdrücken, um soziale Beziehungen nicht zu gefährden.
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- Claudio Giuseppe Agliata (Author), 2018, Emotionen und Mimik. Probleme in der interkulturellen Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1555615