Compliance im Außenhandel

Russische Föderation


Seminararbeit, 2009
28 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

I. Inhaltsübersicht

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ziel und Aufbau der Seminararbeit
1.2. Zum Begriff der Compliance

2. „Marktplatz" Russische Föderation
2.1. Geografie und Bevölkerung
2.2. KulturellePrägung
2.3. Wirtschaftliche Situation
2.4. Transportwege/Logistik

3. Ausfuhr von Waren in das Drittland
3.1. Begriffsklärung: Ausführer und Anmelder
3.2. Daszweistufige Normalverfahren
3.2.1. Anmeldung der Ware
3.2.2. Ausfuhr der Ware
3.3. Ausgewählte Vereinfachungen und Befreiungen
3.4. ATLAS - Elektronische Ausfuhrabwicklung
3.4.1. Die Internetausfuhranmeldung
3.4.2. Teilnehmereingabe
3.5. Exportkontrolle

4. Wareneinfuhr in die Russische Föderation
4.1. Rahmenbedingungen
4.2. DasZollwesen
4.3. Die Zollabfertigung

5. Abschließende Stellungnahme der Autorin

IV. Literaturverzeichnis

V. Anhang
A. Muster: Einheitspapier Exemplar 1 (Vorder- und Rückseite)
B. Erzeugnisgruppen
C. Warengruppen
D. Mindestinformationsangaben nach GOST R 51121-97:
E. Notwendige Angaben bei Straßen- und Wasserverkehr

I. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Rechtsgebiete und Elemente des Compliance-Managements

Abbildung 2: Das BIP der Russischen Föderation in den Jahren 2000-2010

Abbildung 3: Lieferländer der Russischen Föderation in 2007

Abbildung 4: Ablauf der Teilnehmereingabe im ATLAS

Abbildung 5: Konformitätszeichen von GOSSTANDART

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

I.I.Ziel und Aufbau der Seminararbeit

ln den letzten Jahren gewinnen die Ost-West-Beziehungen zunehmend an Bedeu­tung. Eine besondere Stellung kommt dabei Russland zu. Der russische Markt ist einer der Wachstumsmärkte der Gegenwart. Auch deutsche Geschäftsleute haben dieses Potential erkannt, engagieren sich verstärkt auf dem russischen Markt und profitieren vom gezielten Interesse der Russen an ihren Produkten und ihrem Know-how.1 Der Erfolg jeder Zusammenarbeit hängt dabei in entscheidendem Ma­ße von den vorangegangenen Verhandlungen insbesondere über Konditionen der Lieferung und Leistung und der Planung dieser Aktivitäten ab. Neben der Proble­matik des Verhandelns im Allgemeinen und den sprachlichen Herausforderungen, kommt es zu Stagnationen in der Abwicklung auf Grund der Nichteinhaltung staatli­cher Gesetze, sowie Regeln, Spezifikationen und Grundsätze. Die Überwindung darauf bezogener Differenzen ist von großer Bedeutung im Russlandgeschäft und entscheidet also nicht selten über Erfolg oder Misserfolg eines Geschäftes. Grund genug, sich intensiver mit den logistikrelevanten Restriktionen, allgemeinen Zollver­fahren und den grenzüberschreitenden Warenflüssen mit Russland auseinander­zusetzen.

Es soll ausschließlich der gewerbliche Warenfluss Deutschland ^ Russland im Rahmen der Beförderung beleuchtet werden. Da auch eine fundamentale Ausei­nandersetzung mit den geografischen und kulturellen Aspekten im Geschäftsleben von großer Bedeutung ist, soll dem Leser mit dem einleitenden Kapitel „Marktplatz Russische Föderation“, neben dem Einblick in die wirtschaftliche und infrastruktu­relle Situation des Landes, auch ein kleiner Anreiz gegeben werden, sich mit den diesen Aspekten zu beschäftigen. „Der erste Schritt zur Einfuhr ist die Ausfuhr“ - Im darauf folgenden Kapitel wird dem Leser ein Einblick in die Thematik der Aus­fuhr gegeben, um anschließend den Prozess der Wareneinfuhr in die RF zu be­leuchten. Die Arbeit wird mit einer kurzen Stellungnahme der Autorin abgeschlos­sen.

1.2. Zum Begriff der Compliance

Richtungsweisend für die Bearbeitung des vorliegenden Themas ist die Begriffsde­finition. Der Begriff „Compliance“ wurde bislang nicht gesetzlich definiert. Ebenso existiert noch keine allgemeine wissenschaftlich anerkannte Definition.2

"Compliance" beschreibt im weiteren Sinne die erzwungene bzw. freiwillige Einhal­tung staatlicher Gesetze, Regeln, Spezifikationen, ethischer und moralischer Grundsätze und Verfahren, sowie Standards und Konventionen. Gerichtet ist sie an Einzelindividuen, Unternehmen und Institutionen ebenso wie an Einrichtungen des 3. Sektors. Die Compliance-Pflicht trägt jeder Mensch und muss sich compliant verhalten. Als Non-Compliance Nicht-Einhalten der o.g. Restriktionen bezeichnet, was zu Misserfolg, Sanktionierung oder im äußersten Fall auch zu strafrechtlichen Maßnahmen führen kann. Als eine weitere Funktion von Compliance ergibt sich somit die Risikovorbeugung auf vielen Ebenen und insbesondere die Schadensab­wehr.3

In der Betriebswirtschaft kann die Compliance im engeren Sinne als die Erfüllung gesetzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien mit Hilfe eines Systems unterschiedlicher Präventions- und Kontrollmaßnahmen, bezogen auf die jeweiligen als relevant identifizierte Rechtgebiete, definiert werden.4 Als Beispiele sind hier insbesondere die Kreditvergabe (Basel II) und das Qualitätsmanagement (ISO) zu nennen. Eine Spezifikation der betriebswirtschaftlichen Compliance bildet die IT-Compliance, da IT-Produkte sowohl intern als Instrument des Compliance- Managements genutzt werden, als auch vorschriftsgemäß rechtsgebietsübergrei- fend z. B. für die Digitale Steuerprüfung in Verbindung mit den GDPdU, bei der Un­ternehmensorganisation in Verbindung mit KonTrag, im Finanzwesen i.V.m. der MiFID-Regelung eingesetzt werden und die Rechtskonformität beachtet werden muss. Aufgrund des hohen Ausmaßes an Digitalisierung in Dokumentation, Kom­munikation und Steuerung hat sie einen großen Stellenwert und große Aufmerk­samkeit, teils erzwungen, erreicht.5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Rechtsgebiete und Elemente des Compliance-Managements6

In diesem Sinne sollen die in diesem Text dargelegten Informationen als Gesam­theit zur Einhaltung der Compliance i.w.S bei Außenhandelsbeziehungen mit der RF eine Einführung in die komplexe Struktur der außenwirtschaftlichen Tätigkeiten und Prozesse sei und eine Stütze für Einsteiger im Außenhandel bieten. Complian­ce i.e.S. wird im Rahmen der Exportkontrolle angeschnitten.[6]

2. „Marktplatz" Russische Föderation

2.1.Geografie und Bevölkerung

Das Gebiet Russlands umfasst etwa 17,1 Mio. km [2]. Im Vergleich zu Deutschland, das 350T km2 deckt ist es also gut 48 Mal so groß! Es leben gut 142 Mio. Men­schen in Russland.7 Damit bleibt Russland auch nach dem Zerfall der Sowjetunion der größte Flächenstaat der Erde. Der Föderalstaat besteht aus insgesamt 89 Ver­waltungseinheiten. Diese setzen sich zusammen aus 49 sogenannten Oblasti, das sind Föderationseinheiten mit einer geringeren Autonomie als sie die 21 autono­men Republiken haben. Dazu kommen 10 autonome Kreise, 6 Regionen, 2 Bun­desstädte und eine autonome Oblast. Russland erstreckt sich über elf Zeitzonen. Wenn der im Westen lebende Teil der Bevölkerung aufsteht, um den Arbeitstag zu beginnen, kommen die Menschen im östlichen Teil gerade von der Arbeit nach Hause. Während man im westlichen Teil im September noch den Spätsommer ge­nießen kann, schneit es in Sibirien bereits. Im Mai kann man im Süden Russlands zum Baden gehen, während es in Jakutien gerade erst zu tauen beginnt.8

Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus Russen (79,83%), Tataren (3,83%), Ukrainern (2,03%), Baschkiren (0,9%), Tschuwaschen (1,13%). Die verbleibenden 12,03% teilen sich 63 andere Völker/Nationalitäten unter denen auch die Deut­schen mit 0,41% vertreten sind. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Sprache wieder. Neben Russisch gelten 23 weitere Sprachen als Amtssprache. Zudem gibt es ca. 70 weitere eigenständige Sprachen und etwa 240 verschiedene Dialekte.9

2.2. Kulturelle Prägung

„Kultur ist die Gesamtheit der Grundannahmen, Werte, Normen, Einstellungen und Überzeugungen einer sozialen Einheit, die sich in einer Vielzahl von Verhaltens­weisen und Artefakten ausdrückt und sich als Antwort auf die vielfältigen Anforde­rungen, die an diese soziale Einheit gestellt werden, im Laufe der Zeit herausgebil­det hat.“10

Nachdem die Gebiete Mitte des 13. Jh. durch die Mongolen (Tartaren) erobert wur­den und etwa zur gleichen Zeit Konstantinopel an die Ottomanen fiel, wurde der wirtschaftliche und kulturelle Austausch mit dem westlichen Europa für die nächste Zukunft stark begrenzt. Auch mit der Befreiung von den Mongolen im 15. Jh. und der Entstehung eines russischen Reiches, blieb das Land durch die Abspaltung der russisch-orthodoxen Kirche von der westlichen christlichen Kirche isoliert. In der Zarenzeit blieb das russische Reich von den kulturellen und wirtschaftlichen Ent­wicklungen des restlichen Europas unberührt. Es war ein autokratisches Agrar­reich, das eine seine Hauptaufgabe in der Verteidigung gegen die Barbaren aus dem Osten und der Irrlehren des westlichen Pluralismus sah. Daher ist auch die territoriale Ausdehnung als Ergebnis der Siege über Volksgruppen, die als Invaso­ren hätten gefährlich werden können und der fehlenden natürlichen Barrieren zu erklären. Allerdings nicht überall trafen das Bedrohungsgefühl und seine Folgen auf Verständnis. Die daraus resultierende Eroberungs- und Mobilisierungspolitk wurde im westlichen Europa des 19. Jh. als aggressiver Imperialismus erlebt und be­schrieben.11

Das russische Volk war und ist zudem sehr vielen natürlichen Unwägbarkeiten ausgesetzt: Die klimatischen Einflüsse, lange, strenge Winter und unvorhergese­hene klimatische Einbrüche machten und machen Planungen schwierig. Das schult einerseits die Umsichtigkeit, Vorsicht und Zurückhaltung, sowie einen flexiblen Umgang mit dem Unvorhergesehenen und ein großes Improvisationstalent. Diese Lebensbedingungen förderten und erforderten zudem kollektive Lebensformen tau­send Jahre bevor das Kollektiv durch die leninistische Revolution zum gesellschaft­lichen Ideal erhoben wurde und von welcher besonders die heutigen Manager und Diplomaten dadurch geprägt sind, da sie überwiegend der Komsomolzen-Jugend angehörten.12

2.3. Wirtschaftliche Situation

Durch einen regen Transformationsprozess des Landes, hat sich Russland zu ei­nem dynamischen Markt mit einer Wachstumsrate des BIP von +8,1% in 2007 und auch +7,7% in den ersten 3 Quartalen von 2008 entwickelt. Der russische Wirt­schaftsmarkt mit seinen knapp 142 Mio. Konsumenten bietet enorme wirtschaftli­che Chancen. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung des BIP für die Jahre 2000-2010.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erstaunliche Widerstandskraft zeigt Russlands Wirtschaft auch gegenüber der internationalen Finanzkrise und der Eintrübung der Weltkonjunktur. Seit September 2008 ist jedoch ein Verlust an Dynamik zu verzeichnen. Die russische Regierung steht ihren Banken sowie der Realwirtschaft mit einer Reihe von Hilfemaßnahmen zur Seite. Laut Präsident Dmitri Medwedew sollen Im Jahr 2009 mehr als 200 Mrd. $ zur Stabilisierung der Wirtschaft im Inland aufgebracht werden. Davon kommt gut die Hälfte aus dem Staatshaushalt und dem Nationalen Wohlfahrtsfonds.13 14 Deutsche Unternehmen können also weiter mit Zuwachsraten und Renditen bei Exporten und Investitionen nach Russland rechnen. Sie profitieren besonders vom Bedarf an Investitionsgütern und -anlagen, sowohl an neuen, als auch an ge­brauchten. Aktuell arbeitet die Regierung an einer neuen Langfristprognose für die Konjunkturentwicklung. Bis 2020 soll das Land zu den fünf größten Volkswirtschaf­ten gehören.15 Deutschland ist eine willkommene Hilfe bei dieser Entwicklung. Ein

[...]


1 Nach Angaben der IHK Rhein-Necker konnte der VDW in Russland einen Mitglieder Zuwachs von über 50% in 2008 verzeichnen. Anfang 2009 zählt der VDW gut 600 Mitgliedsunternehmen.

2 Wecker/van Laak (2008): Compliance in der Unternehmenspraxis, S. 30

3 Vgl. http://www.compliancemagazin.de/compliancelexikon/wasistcompliance210708.html

4 Vgl. Wecker/van Laak (2008): Compliance in der Unternehmenspraxis, S. 30f

5 Weiterführende Informationen zum Thema IT-Compliance: www.compliancemagazin.de/compliancelexikon/wasistcompliance210708.html

6 In Anlehnung an Wecker/van Laak (2008): Compliance in der Unternehmenspraxis, S. 36f

7 Vgl. gtai (11/2008): Wirtschaftsdaten kompakt - RF

8 Lozinski (2008)

9 Vgl. Eckstein (2007): Geschäftserfolg in Russland, S. 198f

10 Kutschker/Schmid (2002): Internationales Marketing, S. 658

11 Vgl. Karamzin (1990): Ob istorii gosudarstwa rossiiskogo, Bd. 2, S. 49ff

12 Lozinski (2008)

13 Quelle: gtai (11/2008): Wirtschaftsdaten kompakt - RF

14 Vgl. Lozinskij (2009)

15 Vgl. gtai (Jahresmitte 2008): Wirtschaftstrends kompakt - Russland

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Compliance im Außenhandel
Untertitel
Russische Föderation
Hochschule
Hochschule Bochum
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
28
Katalognummer
V155567
ISBN (eBook)
9783640695836
ISBN (Buch)
9783640696031
Dateigröße
1002 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Russland, Zoll, Außenhandel, Außenwirtschaft, Zollkodex, Russia, Zollrecht, Recht, Einfuhr, Ausfuhr, Export, Import, Waren, Warenwirtschaft, Handelsbeziehung, International, Handel
Arbeit zitieren
Johanna Koj (Autor), 2009, Compliance im Außenhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155567

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