In den letzten Jahren gewinnen die Ost-West-Beziehungen zunehmend an Bedeutung. Eine besondere Stellung kommt dabei Russland zu. Der russische Markt ist einer der Wachstumsmärkte der Gegenwart. Auch deutsche Geschäftsleute haben dieses Potential erkannt, engagieren sich verstärkt auf dem russischen Markt und profitieren vom gezielten Interesse der Russen an ihren Produkten und ihrem
Know-how.1 Der Erfolg jeder Zusammenarbeit hängt dabei in entscheidendem Maße von den vorangegangenen Verhandlungen insbesondere über Konditionen der Lieferung und Leistung und der Planung dieser Aktivitäten ab. Neben der Problematik
des Verhandelns im Allgemeinen und den sprachlichen Herausforderungen, kommt es zu Stagnationen in der Abwicklung auf Grund der Nichteinhaltung staatlicher Gesetze, sowie Regeln, Spezifikationen und Grundsätze. Die Überwindung
darauf bezogener Differenzen ist von großer Bedeutung im Russlandgeschäft und entscheidet also nicht selten über Erfolg oder Misserfolg eines Geschäftes. Grund genug, sich intensiver mit den logistikrelevanten Restriktionen, allgemeinen Zollverfahren
und den grenzüberschreitenden Warenflüssen mit Russland auseinanderzusetzen.
Es soll ausschließlich der gewerbliche Warenfluss Deutschland Russland im Rahmen der Beförderung beleuchtet werden. Da auch eine fundamentale Auseinandersetzung mit den geografischen und kulturellen Aspekten im Geschäftsleben von großer Bedeutung ist, soll dem Leser mit dem einleitenden Kapitel „Marktplatz Russische Föderation“, neben dem Einblick in die wirtschaftliche und infrastrukturelle Situation des Landes, auch ein kleiner Anreiz gegeben werden, sich mit den diesen Aspekten zu beschäftigen. „Der erste Schritt zur Einfuhr ist die Ausfuhr“ –
Im darauf folgenden Kapitel wird dem Leser ein Einblick in die Thematik der Ausfuhr gegeben, um anschließend den Prozess der Wareneinfuhr in die RF zu beleuchten.
Die Arbeit wird mit einer kurzen Stellungnahme der Autorin abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Ziel und Aufbau der Seminararbeit
1.2. Zum Begriff der Compliance
2. „Marktplatz“ Russische Föderation
2.1. Geografie und Bevölkerung
2.2. Kulturelle Prägung
2.3. Wirtschaftliche Situation
2.4. Transportwege/Logistik
3. Ausfuhr von Waren in das Drittland
3.1. Begriffsklärung: Ausführer und Anmelder
3.2. Das zweistufige Normalverfahren
3.2.1. Anmeldung der Ware
3.2.2. Ausfuhr der Ware
3.3. Ausgewählte Vereinfachungen und Befreiungen
3.4. ATLAS – Elektronische Ausfuhrabwicklung
3.4.1. Die Internetausfuhranmeldung
3.4.2. Teilnehmereingabe
3.5. Exportkontrolle
4. Wareneinfuhr in die Russische Föderation
4.1. Rahmenbedingungen
4.2. Das Zollwesen
4.3. Die Zollabfertigung
5. Abschließende Stellungnahme der Autorin
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexen außenwirtschaftlichen Prozesse beim Warenverkehr von Deutschland in die Russische Föderation, mit dem Ziel, praktische Orientierungshilfen für Unternehmen zu bieten und Risiken durch Compliance-Verstöße zu minimieren.
- Rechtliche Anforderungen an den Warenexport aus der EU
- Besonderheiten des russischen Marktes und Zollwesens
- Logistische Herausforderungen beim Warentransport nach Russland
- Anwendung des ATLAS-Verfahrens zur Ausfuhrabwicklung
- Zertifizierungs- und Dokumentationspflichten bei der Wareneinfuhr
Auszug aus dem Buch
3.1. Begriffsklärung: Ausführer und Anmelder
Es ist wichtig, zwischen Anmelder und Ausführer zu unterscheiden um Rechte und Pflichten zuordnen zu können. Der Eigentümer, bzw. ein Verfügungsberechtigter für dessen Rechnung die Ausfuhranmeldung abgegeben wird gilt als Ausführer. Ist der grundsätzliche Ausführer nicht im Inland ansässig, so wird der inländische Vertragspartner zum Ausführer. Dieser ist grundsätzlich auch Anmelder der Waren zur Ausfuhr in seinem Namen und für die Richtigkeit der Angaben und der Durchführung verantwortlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung der deutsch-russischen Handelsbeziehungen und definiert das Ziel der Arbeit, logistische und zollrechtliche Restriktionen zu beleuchten.
2. „Marktplatz“ Russische Föderation: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die geografische, kulturelle und wirtschaftliche Lage Russlands sowie die Herausforderungen der logistischen Infrastruktur.
3. Ausfuhr von Waren in das Drittland: Hier werden die prozessualen Schritte der Warenausfuhr aus der EU, einschließlich des Normalverfahrens, elektronischer Anmeldesysteme und der Exportkontrolle, detailliert dargelegt.
4. Wareneinfuhr in die Russische Föderation: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Rahmenbedingungen, das russische Zollrecht sowie die notwendigen Zertifizierungs- und Abfertigungsschritte bei der Importabwicklung in Russland.
5. Abschließende Stellungnahme der Autorin: Die Autorin resümiert die Notwendigkeit, Compliance-Risiken durch fundierte Kenntnisse der rechtlichen Bestimmungen und die Einbindung lokaler Sprachkenntnisse oder Fachkräfte zu beherrschen.
Schlüsselwörter
Compliance, Außenhandel, Russische Föderation, Ausfuhranmeldung, Zollabfertigung, Exportkontrolle, ATLAS, Warenverkehr, Zollkodex, Logistik, Zertifizierungspflicht, Import, Risikoprävention, Warenstrom, Zollabwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die regulatorischen und logistischen Aspekte des Warenverkehrs zwischen Deutschland und der Russischen Föderation unter besonderer Berücksichtigung der Compliance-Anforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ausfuhrabwicklung aus der EU, der Exportkontrolle, dem russischen Zollwesen sowie den spezifischen Einfuhrbestimmungen in Russland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, Einsteigern im Außenhandel eine Orientierung in der komplexen Struktur der grenzüberschreitenden Warenflüsse mit Russland zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse aktueller Wirtschaftsdaten, Gesetzesgrundlagen und logistischer Rahmenbedingungen des Außenhandels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prozesse der Warenausfuhr, die Anwendung von ATLAS, Exportkontrollregeln sowie die spezifischen Anforderungen bei der Einfuhr nach Russland, wie Zollabfertigung und Zertifizierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Compliance, Außenhandel, Russische Föderation, Zollabfertigung und Warenverkehr.
Welche Rolle spielen Zollbroker bei der Einfuhr in Russland?
Zollbroker unterstützen bei der komplexen Verzollung und stellen sicher, dass die Anforderungen des russischen Zollkodex erfüllt werden, was für ausländische Unternehmen oft unerlässlich ist.
Warum ist das ATLAS-System für Exporteure relevant?
ATLAS automatisiert und digitalisiert das Ausfuhrverfahren, was die Kommunikation mit den Zollbehörden effizienter macht und ab einem bestimmten Datum verpflichtend vorgeschrieben ist.
Was ist bei der Zertifizierung von Waren für den russischen Markt zu beachten?
Viele Warengruppen unterliegen einer Zertifizierungspflicht durch das staatliche Komitee GOSSTANDART; Produkte müssen ein entsprechendes Konformitätszeichen tragen.
- Arbeit zitieren
- Johanna Koj (Autor:in), 2009, Compliance im Außenhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155567