Die als Aquarienfische in Europa beliebten Segelflosser (oder auch Skalare genannt) haben eine komplizierte wissenschaftliche Klassifikationsgeschichte hinter sich und die Klassifikation der Gattung Segelflosser ist noch nicht abgeschlossen, wie das Beispiel des wissenschaftlich noch nicht beschriebenen "Peru-altum" (mit Vorkommen im Dreiländereck Peru/Brasilien/Kolumbien) als Art der Gattung Segelflosser (Lat. Pterophyllum) zeigt.
Heutzutage werden drei valide Arten des Pterophyllum (Gattungsname) anerkannt: (1) Pterophyllum scalare, (2) Pterophyllum altum, und (3) Pterophyllum leopoldi. Die vermeintliche Art des "Eimeke Skalars" konnte sich nicht durchsetzen, da nur der Zwergwuchs dieses Skalars nicht als Kriterium für die Einführung einer eigenen Art dienen kann. Um die Einführung einer Art rechtfertigen zu können, muss eine Anzahl charakteristischer Merkmals der vermeinten Art wissenschaftlich glaubhaft gemacht werden. Dieser Bericht zeichnet die Entdeckungs- und Klassifikationsgeschichte der Gattung der Segelflosser, also lateinisch der Gattung Pterophyllum, in einem leicht verständlichen ersten Umriss nach.
Inhaltsverzeichnis
(A) Entdeckungsgeschichte:
(B) Klassifikationsgeschichte:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entdeckung und die komplexe taxonomische Klassifikationsgeschichte der Segelflosser (Gattung Pterophyllum) aufzuarbeiten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die wissenschaftliche Einordnung von einer anfänglichen Fehlklassifikation als Fledermausfisch (Platax) hin zur heutigen Anerkennung als Buntbarsche der Tribus Heroini entwickelt hat.
- Historische Erstbeschreibung und Entdecker
- Taxonomische Entwicklung der Gattung Pterophyllum
- Vergleichende Analyse der Arten (P. scalare, P. altum, P. leopoldi)
- Abgrenzung von Fehlklassifikationen und historischen Irrtümern
- Bedeutung von morphologischen Merkmalen für die Artbestimmung
Auszug aus dem Buch
(A) Entdeckungsgeschichte:
Pterophyllum scalare: Der europäische Entdecker des ersten Skalarfisches ist Schultze in Lichtenstein, 1823 (Foto des Originalfangs, untergebracht in der Sammlung des Berliner Zoologischen Museum, siehe unten):
Der Aquarienfisch Skalar wurde, wie übrigens auch der Diskusfisch des Amazonas (Lat.: Symphysodon discus), zuerst auf der Brasilien Expedition im Amazonasbecken vom österreichischen Naturforscher Johann Natterer (1787-1843) gefangen, und auch vom Zoologen Johann Jacob Heckel (1790-1857) im Jahr 1840 beschrieben. Gefangen wurden mehrere Exemplare „mit einem Wurfnetz“ für das K. u. K. Hof Naturalien-Cabinet in Wien, der seit dem Habsburger Maximilian II. bestehenden Naturaliensammlung. Der Skalar Buntbarsch wurde jedoch zeitlich schon vor 1840 von Herrn Student Ferdinand Schultze, unter der Leitung von Martin Hinrich Carl Lichtenstein (1780-1857), Leiter des Zoologischen Museums in Berlin, also von einem Studenten Herrn Schultze entdeckt, der Entdecker wurde als „Schultze in Lichtenstein“ bezeichnet, im Jahr 1823. Diese erste Beschreibung des Skalars war unter dem lateinischen Namen Zeus scalaris, in einem Doublettenverzeichnis (d.h. zum Verkauf angebotene „Doubletten“ wenig bekannter oder unbekannter Arten von der königlichen Universität zu Berlin, Doublettenkatalog zum Verkauf, angefertigt 1823), unter der Rubrik „Fische in Weingeist“ Nr. 197, angeboten.
Zusammenfassung der Kapitel
(A) Entdeckungsgeschichte: Dieses Kapitel zeichnet die Entdeckung des Skalars durch early Exploratoren wie Schultze und Natterer nach und erörtert die historische Erstbeschreibung im Berliner Doublettenverzeichnis von 1823.
(B) Klassifikationsgeschichte: Hier wird die wissenschaftliche Irrfahrt der Gattung von der fälschlichen Einordnung als Fledermausfisch (Platax) über die Cichlasoma-Klassifizierung bis zur heutigen taxonomischen Zuordnung zu den Heroini detailliert beleuchtet.
Schlüsselwörter
Pterophyllum, Skalar, Buntbarsche, Cichlidae, Heroini, Taxonomie, Klassifikationsgeschichte, Zeus scalaris, Pterophyllum altum, Pterophyllum leopoldi, Platax, Amazonas, Ichthyologie, Artberechtigung, Systematik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Publikation befasst sich mit der historischen Entdeckung und der wissenschaftlichen Einordnung der Segelflosser-Gattung Pterophyllum im Amazonasbecken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind die historische Erstentdeckung, die taxonomische Klassifizierung durch verschiedene Forscher und die botanische/zoologische Abgrenzung der verschiedenen Arten innerhalb der Gattung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der wissenschaftlichen Nomenklatur von Pterophyllum aufzuzeigen und zu klären, warum der Fisch zeitweise fälschlicherweise als Fledermausfisch eingestuft wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, bei der originale Doublettenverzeichnisse, frühe wissenschaftliche Beschreibungen und spätere taxonomische Revisionen von Experten wie Kullander zitiert und bewertet werden.
Welche Inhalte werden primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entdeckungsgeschichte in Brasilien, die taxonomische Verwirrung um die Gattung Platax und die spätere Differenzierung zwischen den Arten scalare, altum und leopoldi.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit maßgeblich?
Schlüsselbegriffe sind Pterophyllum, Cichlidae, Taxonomie, Klassifikationsgeschichte und die Unterscheidung zwischen genetischen Arten und bloßen Zuchtrassen.
Warum wurde der Skalar ursprünglich als Fledermausfisch bezeichnet?
Aufgrund seines physischen Erscheinungsbildes mit flachem Körper sowie langen Rücken- und Afterflossen ordneten frühe Zoologen wie Cuvier den Skalar irrtümlich der Gattung Platax zu.
Welche Rolle spielt der "Eimekei Skalar" in der Klassifikation?
Der "Eimekei Skalar" gilt heute als wissenschaftlich nicht als eigenständige Art anerkannt, da er lediglich Größenunterschiede aufwies, die nicht ausreichten, um eine Artabgrenzung gegenüber Pterophyllum scalare zu rechtfertigen.
- Arbeit zitieren
- Aaron Fellbaum (Autor:in), 2024, Die Segelflosser. Die Geschichte einer Entdeckung im Amazonas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1556134