Das Interbankenentgelt (engl.: interchange fee) ist eine Gebühr, die bei Kreditkartenzahlungen von der Bank der Verkäufers an die Bank des Käufers gezahlt wird. Die von Kreditkartenorganisationen festgelegte Höhe des Interbankenentgeltes wird von Wettbewerbsbehörden kritisch betrachtet. Diese Arbeit zeigt anhand eines Grundmodells, dass Netzwerkeffekte im zweiseitigen Kreditkartenmarkt ursächlich für diese Praxis und Interbankenentgelte für den Kostenausgleich zwischen den beteiligten Banken unverzichtbar sind. Sie erläutert ferner ein weiterentwickeltes Modell, um eine objektive Auseinandersetzung mit der Kritik am Interbankenentgelt zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
- Fragestellungen
- Die Analyse von Rochet und Tirole
- Das Grundmodell von Baxter
- Erweiterung des Grundmodells durch Rochet und Tirole
- Regulierungserfordernisse
- Schlussfolgerungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Interbankenentgelt (engl.: interchange fee) im Kontext des zweiseitigen Kreditkartenmarktes. Sie analysiert die Funktionsweise und Bedeutung des Interbankenentgelts und untersucht dessen Regulierungspotenzial im Hinblick auf die Wettbewerbsbedingungen auf dem Markt.
- Netzwerkeffekte auf dem Kreditkartenmarkt
- Interbankenentgelt als Instrument des Kostenausgleichs
- Regulierungspotenzial und -erfordernisse im Hinblick auf das Interbankenentgelt
- Analyse des Modells von Rochet und Tirole zur Erklärung der Praxis des Interbankenentgelts
- Bewertung der Kritik am Interbankenentgelt aus ökonomischer Perspektive
Zusammenfassung der Kapitel
- Fragestellungen: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und stellt die zentralen Forschungsfragen der Arbeit vor. Es erläutert die Bedeutung des Interbankenentgelts im Kreditkartensystem und die Kritik daran aus wettbewerbsrechtlicher Sicht.
- Die Analyse von Rochet und Tirole: Dieses Kapitel präsentiert das Modell von Rochet und Tirole (2002), das die Festlegung des Interbankenentgelts innerhalb eines Kreditkarten-Netzwerks untersucht. Es beschreibt das Grundmodell von Baxter (1983) und dessen Erweiterung durch Rochet und Tirole.
- Regulierungserfordernisse: Dieses Kapitel behandelt die aktuelle Debatte über die Regulierung des Interbankenentgelts und beleuchtet die verschiedenen Standpunkte und Argumente.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Schlüsselbegriffe: Interbankenentgelt, Kreditkartenmarkt, Netzwerkeffekte, zweiseitige Märkte, Regulierung, Wettbewerbsrecht, Preisaufschlagverbot, Modell von Rochet und Tirole.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Interbankenentgelt (Interchange Fee)?
Es ist eine Gebühr, die bei einer Kreditkartenzahlung von der Bank des Händlers an die Bank des Karteninhabers gezahlt wird.
Warum sind Netzwerkeffekte auf dem Kreditkartenmarkt so wichtig?
Der Nutzen für den Käufer steigt mit der Anzahl der akzeptierenden Händler und umgekehrt. Dies macht den Markt zu einem zweiseitigen Markt.
Welche Rolle spielt das Modell von Rochet und Tirole in dieser Arbeit?
Es dient zur objektiven Analyse der Gebührenfestlegung und erklärt, warum ein Kostenausgleich zwischen den Banken für das Netzwerk notwendig ist.
Warum wird das Interbankenentgelt von Wettbewerbsbehörden kritisiert?
Behörden befürchten oft eine wettbewerbswidrige Preisabsprache oder eine übermäßige Belastung der Händler und Verbraucher.
Was ist das Preisaufschlagverbot?
Es ist eine Regelung, die es Händlern untersagt, für Kreditkartenzahlungen höhere Preise zu verlangen als für andere Zahlungsarten.
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- Diplom Volkswirt Holger Sandker (Author), 2010, Netzwerkeffekte auf dem Kreditkartenmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155648