Die Olympischen Spiele damals und heute

Geschichte, Klasse 6


Unterrichtsentwurf, 2004
28 Seiten, Note: 1,0
Toralf Schenk (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1. Innere Situation
1.2. Äußere Situation

2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen
2.1. Stellung der Stunde in der Stoffeinheit
2.2. Auswahl und Begründung der Inhalte
2.3. Auswahl und Begründung der Lernziele
2.4. Begründung der didaktischen Stufung des Unterrichts und des gewählten Methodenkonzeptes

3. Geplanter Unterrichtsverlauf

4. Literaturverzeichnis

5. Eigenständigkeitserklärung

6. Anlagen

1. Bedingungsanalyse

1.1. Innere Situation

Seit Beginn des Schuljahres 2004/05 unterrichte ich in der Klasse 6 der xx Schule im Fachbereich Geschichte (1 Wochenstunde). Bereits im vergangenen Schuljahr arbeitete ich mit der Klasse zusammen und erteile seit November 2003 Unterricht bei ihr. Fachlehrerin und zugleich Klassenlehrerin ist meine Mentorin Frau xx. Aufgrund einer schweren Krankheit fiel sie seit Anfang Mai dieses Jahres aus, so dass ich den Unterricht seit dieser Zeit eigenständig und selbstverantwortlich führe.

Während meiner vorangegangenen Hospitationen in der Klasse aber auch während meiner eigenen Lehrversuche konnte ich beobachten, dass die Lerngruppe sehr aufgeweckt ist und dem Geschichtsunterricht interessiert folgt. Dies spiegelt sich in einer sehr guten und kontinuierlichen Mitarbeit wider. Dabei überzeugen vor allem J., M., L. und J. bei den Mädchen, S. und M. bei den Jungen. In ihren Wortmeldungen bringen sie nicht nur Erkenntnisse mit ein, sondern auch kritische Anmerkungen, die für die Gestaltung des Unterrichts von Bedeutung sind. Darüber hinaus besitzen die benannten Schülerinnen und Schüler ein gutes Allgemeinwissen, das sie im Unterrichtsgespräch sinnvoll mit einbringen. Zudem genießen sie in der Klasse eine feste soziale Stellung und hohes Ansehen bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, so dass eine aktive Einbindung ihrer Mitarbeit den Unterricht fördert. Dies habe ich bei der Planung des Unterrichts berücksichtigt, indem die benannten Schülerinnen und Schüler in ein Rollenspiel mit eingebunden werden. Die Klasse 6b weist im Fach Geschichte ein höheres Leistungsniveau, eine bessere Lernhaltung und größeres Interesse am Fach auf als die Parallelklassen, die auch von mir in Geschichte unterrichtet werden.

Trotz Interesse am Fach und einem guten Verhältnis der Kinder untereinander kommt es gelegentlich dazu, dass einige von ihnen bei Unterrichtsgesprächen oder Diskussionen leicht vom Thema abkommen und Unruhe stiften. Durch zum Teil lange Wortbeiträge einzelner Schüler (J. und M.), die ihr umfangreiches Wissen präsentieren wollen, werden andere Schülerinnen und Schüler mitunter unruhig und unaufmerksam.

Die Klasse setzt sich aus 10 Jungen und 12 Mädchen zusammen, die aus dem gesamten Stadtbereich Jena und Umgebung kommen. Seit Beginn meiner Zusammenarbeit mit der Klasse fiel mir auf, dass das Lern- und Sozialklima innerhalb der Lerngruppe gut gefestigt ist und von mir als sehr angenehm empfunden wird. Dies zeigt sich dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler offen und ehrlich miteinander umgehen, zugleich aber auch kritisch untereinander sind.

Das Leistungsniveau der Lerngruppe befindet sich entsprechend der Jahresendnoten aus Klasse 5 zwischen „sehr gut“ und „befriedigend“. Vor allem aufgrund einer guten Mitarbeit und eines vielseitigen Interesses überzeugt die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler bei mündlichen Leistungen und im Unterrichtsgespräch. Bei schriftlichen Arbeiten besteht eine größere Streuungsbreite. Dabei weisen vor allem die Jungen signifikant schlechtere Leistungen auf als die Mädchen. Der Grund hierfür ist in einer zum Teil oberflächlichen Arbeitsweise zu finden. Festzuhalten ist auch, dass trotz hoher Lernbereitschaft der meisten Schüler, das Lern- und Arbeitstempo variiert. Einige Schülerinnen und Schüler lassen sich dabei leicht ablenken (T., L., A., T., M. und S. St.). Neben dem Leistungsvermögen und dem Arbeitstempo sind auch bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten verschieden ausgeprägt und unterschiedlich stark gefestigt. Dies zeigt sich vor allem beim sehr unterschiedlichen Lese- und Schreibtempo aber auch bei der Formulierung konkreter Antworten im Unterrichtsgespräch.

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass ich von den Schülerinnen und Schülern sowohl während des Unterrichts als auch darüber hinaus nicht nur als Lehrperson, sondern auch als Berater und Lernhelfer akzeptiert und respektiert werde. Dies ist nicht zuletzt auf die Zusammenarbeit außerhalb des Unterrichts bei Wandertagen und Projekten zurückzuführen. Es kann somit von einem gefestigten Lehrer-Schüler-Verhältnis gesprochen werden, das den Rahmen für pädagogische und methodisch-didaktische Überlegungen bildet und entgegen der „starken Betonung des Medienaspektes im „Quadrivium“ des Berliner-Modells“[1] meines Erachtens für einen guten Unterricht immer wichtiger ist.

Aus dieser inneren Bedingungsanalyse der Lerngruppe ergeben sich folgende Schlussfolgerungen für die Lehrprobenstunde.

Aufgrund des geschilderten Interesses der Schülerinnen und Schüler am Fach Geschichte und am Themenbereich „Die Welt der Griechen“ bedarf es einer abwechslungsreichen aber auch fachlich ansprechenden Vorbereitung und Gestaltung des Unterrichts. Dieser kennzeichnet sich durch offenere und kooperative Lernformen aber auch durch inhaltliche Exkurse zu weiterführenden Themen. Dadurch wird den Schülerinnen und Schülern im Unterricht die Möglichkeit eingeräumt, entsprechend des erweiterten Lernbegriffes, verschiedene Kompetenzen zu erwerben. Das bedeutet, dass der Unterricht nicht ausschließlich auf die Vermittlung von Stoff und Fachwissen ausgerichtet werden darf, sondern im gleichen Umfang die Aneignung der Selbst-, Methoden- und Sozialkompetenz im Mittelpunkt stehen. Dabei wird das gute Sozialklima unter den Schülerinnen und Schülern genutzt, um kreative und handlungsorientierte Unterrichtsformen zu berücksichtigen. Aufgrund der fleißigen Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler im Unterricht und der aktiven Teilnahme am Unterrichtsgespräch wird diese Methode verstärkt im Unterricht zum Einsatz kommen. Es verlangt jedoch vom Lehrer viel Aufmerksamkeit, pädagogisches Geschick und eine kontrollierte Lenkung, die Aufmerksamkeit aller Schülerinnen und Schüler anzusprechen und auch leistungsschwächere mit einzubinden.

Dem unterschiedlichen Arbeitstempo der Schülerinnen und Schüler kann dadurch Rechnung getragen werden, dass durch Partnerarbeit und Partnerkontrolle die Möglichkeit besteht, schwächeren Schülern zu helfen und leistungsstärkeren eine Verantwortung ihrem Banknachbarn gegenüber zu übertragen.

1.2. Äußere Situation

Um allen Gästen der Lehrprobe einen angemessenen Termin zu ermöglichen, wurde nicht nur ein Stunden- sondern auch ein Raumtausch vorgenommen. Die Lehrprobenstunde findet im Klassenraum der Parallelklasse statt. Der Raum xx weißt den Vorteil auf, dass er groß und geräumig ist und somit allen Anwesenden genügend Raum bietet. Als Klassenraum verfügt er lediglich über eine Wandtafel sowie Zeigestock und Lineal. Dies bedeutet, dass für den Fachunterricht Geschichte alle notwendigen Arbeitsmaterialien vom Lehrer in den Raum mitgebracht werden müssen. Auch wenn der Klassenraum nicht abgedunkelt werden kann, ermöglicht seine Lage nach Norden den Einsatz des Overhead Projektors.

Als problematisch erweist sich zum Teil die Lage des Raumes hin zur stark befahrenen xx-Straße. Durch den Straßenlärm und die Nähe der Klinik ist das Öffnen der Fenster während des Unterrichts nicht möglich, ohne die Akustik des Raumes zu beeinträchtigen. Um eine optimale Sauerstoffzufuhr den Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten, wird vor dem Beginn des Unterrichts der Raum ausgiebig gelüftet. Zudem kann bei Bedarf während nicht kommunikativer Unterrichtsformen das Fenster im vorderen Bereich des Klassenraums kurzzeitig geöffnet werden, ohne den Unterrichtsverlauf dabei zu beeinträchtigen.

Weiterhin ist darauf zu achten, dass aufgrund der Lage des Klassenraumes innerhalb des Schulgebäudes und durch eine Brandschutztür das Klingelzeichen nur sehr leise zu hören ist. Dies verlangt von den Schülern bereits vor Beginn des Unterrichts ein ruhiges Verhalten.

Die Bänke und Stühle sind in drei Reihen hintereinander angeordnet, können aber leicht handhabbar im Raum umgestellt werden.

Die Lehrprobenstunde liegt in der vierten Stunde und beginnt um 10.40 Uhr. Zuvor haben die Schülerinnen und Schüler eine zehnminütige Pause, in der sie vom Musikraum auf der gleichen Geschossebene im Schulgebäude in den Raum xx wechseln. Es bleibt ihnen genügend Zeit zur Einrichtung ihres Arbeitsplatzes. Im Anschluss an diese Stunde findet eine große Hofpause statt.

2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen

2.1. Stellung der Stunde in der Stoffeinheit

Das Thüringer Modell für die Integrierte Gesamtschule sieht für die Erreichung der Allgemeinen Hochschulreife 13 Schuljahre vor. In diesem Fall umfasst die Sekundarstufe I die Jahrgänge 5 bis 10 und die Sekundarstufe II die Jahrgänge 11 bis 13. Im Geschichtsunterricht gilt bis zur Klasse 10 der Lehrplan für die Regelschule. Dieser weicht in Klassenstufe 6 nicht vom Thüringer Lehrplan für Gymnasien ab. In beiden Lehrplänen ist das Stundenthema dem Themenbereich „Die Welt der Griechen“ zuzuordnen.[2] Innerhalb dieses Themenbereiches werden neben den geografischen Besonderheiten und Lebensbedingungen, Sprache, Religion und Kultur, die Griechische Götterwelt und die „Olympischen Spiele zu Ehren des Zeus“ als separate Themenschwerpunkte aufgeführt.[3] In Klassenstufe 6 wird das Fach Geschichte, wie auch in Klassenstufe 5, im Umfang von einer Wochenstunde unterrichtet.

Bereits am Ende der Klasse 5 haben wir mit der Erarbeitung des Themenbereiches der „Griechischen Geschichte“ begonnen. Dabei stand eine erste Kontaktaufnahme mit der Griechischen Geschichte im Mittelpunkt, bei der die Schülerinnen und Schüle ihre eigenen Erfahrungen und Kenntnisse einbringen aber auch Wünsche und Vorstellungen zur Unterrichtsgestaltung formulierten konnten. Nach den Sommerferien diente die Methodenwerkstatt zur Arbeit mit Geschichtskarten dazu, die erworbenen Kenntnisse aus Klasse 5 zum Siedlungsraum der Griechen und den Umgang mit dem Zahlenstrahl zu wiederholen. Vertieft wurde diese Arbeit durch die Bearbeitung des Themas „Die griechische Kolonisation“. Diese Stunde fand als letzte Stunde vor der Lehrprobe am vergangenen Freitag statt.

Die Themenaufteilung gestaltete sich in den letzten vier Schulwochen des Schuljahres 2003/2004 und zu Beginn des neuen Schuljahres 2004/2005 wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

An die Lehrprobe schließt sich ein Projekt gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 11 an. An zwei Tagen arbeiten die großen und kleinen Schülerinnen und Schüler gemeinsam zum Thema der griechischen Götterwelt und Mythologie. Die Klassenstufe 11 erarbeitet dazu ein Konzept, dass gemeinsam mit den sechsten Klassen umgesetzt und präsentiert wird.

Der Vergleich der beiden berühmtesten griechischen poleis – Sparta und Athen –folgt unmittelbar nach dem Projekt. In diesem Zusammenhang werden die Grundlagen der attischen Demokratie ausgehend von den Reformen Solons bis zum Perikleischen Zeitalter behandelt. In einer Stationsarbeit erkennen die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe der Lebensbereiche Kunst, Kultur, Handel und Gesellschaft die Bedeutung und Nachhaltigkeit der Griechischen Geschichte. Den Abschluss dieser Themeneinheit bildet ein Blick in die Außenpolitik Griechenlands von den Perserkriegen bis zu den Diadochenkämpfen in der Zeit nach A. den Großen.

[...]


[1] Becker, Georg E.; Planung von Unterricht. Handlungsorientierte Didaktik, Teil 1, Weinheim/ Basel 71997, S. 135.

[2] Thüringer Kultusministerium (Hrsg.); Lehrplan für das Gymnasium Geschichte, Erfurt 1999, S. 19.

[3] Ebenda.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Die Olympischen Spiele damals und heute
Untertitel
Geschichte, Klasse 6
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
28
Katalognummer
V155655
ISBN (eBook)
9783640884834
ISBN (Buch)
9783640884964
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
olympischen, spiele, geschichte, klasse
Arbeit zitieren
Toralf Schenk (Autor), 2004, Die Olympischen Spiele damals und heute , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155655

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