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Der Zug ist abgefahren…

Eine Untersuchung zur Struktur und Entwicklung des geschichtlichen Interesses und zur historischen Vorstellungsbildung in der Primar- und Sekundarstufe

Title: Der Zug ist abgefahren…

Scientific Essay , 2007 , 32 Pages

Autor:in: Toralf Schenk (Author)

Didactics - History
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Dass man im Unterricht schon immer mit Langeweile zu kämpfen hatte, beschrieb bereits August Herrmann Niemeyer in seinen „Grundsätzen der Erziehung und des Unterrichts.“ Darin heißt es: „Langweilig zu sein – hat man sehr wahr gesagt – ist die ärgste Sünde des Unterrichts.“ Jeder, der schon selbst unterrichtet hat, weiß, dass die Freude am Lernen von vielen Faktoren abhängt u.a. von der Person des Lehrers, dem Stundenthema, der Konzeption des Unterrichts.
Die Vorstellung eines Grundschülers von Geschichte ist fantasiegeladen und emotional. Genau diese soll nach Vorgaben des Thüringer Lehrplanes ab Klasse 5 aufgegriffen werden. Doch warum kann es trotz dieser Forderung dazu kommen, dass bereits nach zwei Jahren Unterrichtserfahrung Schüler Langeweile im Fach Geschichte verspüren? Genügt der Geschichtsunterricht, den die Schüler in ihren Anfangsjahren erleben, der Forderung „interessant“ zu sein nicht? Natürlich gibt es auch Schüler, die Geschichte in der 6. Klasse wie folgt bewerten: „Geschichte ist sehr interessant und macht Spaß.“
In einer Interviewstudie befragte ich die Schüler nach einem konkreten Ereignis, das sie als initialzündend für ihr Interesse an der Geschichte benennen würden. Als konkrete Schlüsselerlebnisse benannten sie u.a. eine Urlaubsreise nach Ägypten, den Besuch von Ritterfestspielen auf der Leuchtenburg, Gespräche mit dem Opa über seine Kindheit, den Kinobesuch oder die Lektüre zu einem Historiendrama, Situationen die sie außerhalb der Schule erlebten.
Aus diesem Problemsaufriss stellen sich Fragen an die Unterrichtspraxis. Bietet der Geschichtsunterricht nicht genügend Raum zur Interessenentwicklung? Welche schulischen Einflussfaktoren fördern oder hemmen die Interessenentwicklung? Welche Vorstellung haben Schüler von der Vergangenheit und welche Möglichkeit bietet ihnen der Unterricht, diese mit einzubringen? Gibt es typische Schlüsselsituationen bei Kindern, die Auslöser waren, Interesse für Geschichte zu empfinden? Werden vorhandene Interessen der Schüler im Geschichtsunterricht berücksichtigt und gefördert? Diese und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt meiner Dissertation, deren erste Zwischenergebnisse im Folgenden vorgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen und Fragestellung

2. Begriffsklärung und Forschungstraditionen

2.1 Der Interessenbegriff

2.2 Grundannahmen und Ergebnisse der pädagogisch-psychologischen Interessenforschung

3. Traditionen der historischen Interessenforschung im Rahmen aktueller Fragen der Geschichtsdidaktik

4. Voruntersuchungen und Hypothesenbildung

4.1 Die Voruntersuchung

4.2 Die Interviewstudie

5. Erhebungsinstrument und Erkenntnisinteresse

5.1 Das Autonomie- Erleben

5.2 Soziale Eingebundenheit

5.3 Förderung des Kompetenzerlebens

5.4 Instruktionsqualität

5.5 Interesse der Lehrenden

5.6 Inhaltliche Relevanz

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Struktur und Entwicklung des geschichtlichen Interesses von Schülern im Primar- und Sekundarstufenbereich, um die Ursachen für einen beobachteten Rückgang des Interesses am Fach Geschichte im Laufe der Schulzeit zu identifizieren und Möglichkeiten für einen interessenfördernden Unterricht aufzuzeigen.

  • Analyse von Interessenschwerpunkten und Erwartungen der Schüler an den Geschichtsunterricht
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Vorstellungsbildung von Geschichte und Interessenentwicklung
  • Evaluierung von Einflussfaktoren wie Unterrichtsgestaltung, Lehrperson und Lernklima
  • Empirische Untersuchung mittels qualitativer Voruntersuchungen und quantitativer Fragebogenauswertungen
  • Entwicklung von Kriterien für einen interessenfördernden, schülerorientierten Geschichtsunterricht

Auszug aus dem Buch

1. Vorbemerkungen und Fragestellung

Was haben ein Säbelzahntiger, Weihnachten und das erste FIFA-WM Spiel gemeinsam? Nach Ansichten eines 10jährigen Viertklässlers sind dies Themen, die ihm in seiner ersten Geschichtsstunde begegnen werden. Der Schüler wird wohl kaum einem Geschichtslehrer begegnen, der seine Erwartung erfüllen wird.

Eine zwölfjährige Schülerin der sechsten Klasse sagte in einem Interview: „Geschichte ist ziemlich komisch und langweilig.“ Eine Äußerung die nicht selten ist, werden doch bereits in den Anfangsjahren die Erwartungen der Schüler vom Geschichtsunterricht enttäuscht.

„Als deutsche Staatsanghörige ist die NS Zeit ein Teil unserer Geschichte, ein Vermächtnis, mit dem wir uns unweigerlich beschäftigen und auseinandersetzen müssen.“ So die Aussage eines 17jährigen auf die Frage, warum sich Gleichaltrige für Geschichte interessieren könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Problematik des sinkenden Interesses am Fach Geschichte ein und begründet die Relevanz der Untersuchung basierend auf Schüleraussagen und eigener Unterrichtserfahrung.

2. Begriffsklärung und Forschungstraditionen: Hier werden theoretische Grundlagen des Interessenbegriffs sowie Ergebnisse der pädagogisch-psychologischen Interessenforschung dargelegt, um das Verständnis für schulisches Interesse zu schärfen.

3. Traditionen der historischen Interessenforschung im Rahmen aktueller Fragen der Geschichtsdidaktik: Dieser Abschnitt ordnet das geschichtliche Schülerinteresse in den geschichtsdidaktischen Kontext ein und diskutiert bisherige empirische Erkenntnisse und Forschungsdefizite.

4. Voruntersuchungen und Hypothesenbildung: Es werden erste qualitative Voruntersuchungen und Interviewstudien vorgestellt, die als Basis für die Hypothesenbildung und die spätere Fragebogenentwicklung dienen.

5. Erhebungsinstrument und Erkenntnisinteresse: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen bei der Entwicklung des Fragebogens und detailliert die sechs zentralen Kategorien (Autonomie, soziale Einbindung, Kompetenz, Instruktion, Lehrende, Relevanz), die das Interesse beeinflussen.

6. Ausblick: Der Ausblick fasst die wesentlichen Schlussfolgerungen zusammen und skizziert die wissenschaftliche Bedeutung der Arbeit für die zukünftige Unterrichtsforschung und Schulentwicklung.

Schlüsselwörter

Geschichtsunterricht, Interessenforschung, Schülerinteresse, Geschichtsdidaktik, Vorstellungsbildung, pädagogisch-psychologische Interessenforschung, Autonomieerleben, soziale Eingebundenheit, Kompetenzerleben, Instruktionsqualität, inhaltliche Relevanz, Unterrichtspraxis, Empirische Unterrichtsforschung, Interessenrückgang, historisches Interesse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Struktur und Entwicklung des geschichtlichen Interesses von Schülern und untersucht die Gründe, warum dieses Interesse im Verlauf der Schulzeit oft abnimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Interessen von Schülern unterschiedlicher Altersstufen an Geschichte, die Wahrnehmung von Vergangenheit durch Schüler sowie die Analyse von Einflussfaktoren im Unterricht wie Unterrichtsgestaltung und Lehrereinfluss.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Schülerinteressen und dem schulischen Geschichtsunterricht zu beleuchten, um Wege aufzuzeigen, wie Interesse dauerhaft gefördert und berücksichtigt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit kombiniert qualitative Ansätze (Schüleraufsätze und geführte Interviews) mit quantitativen Verfahren (Fragebogenerhebung unter Verwendung standardisierter Subskalen).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Interessenkonstrukts, die historische Einbettung der Interessenforschung in der Didaktik, die Darstellung der Voruntersuchungen sowie die detaillierte Beschreibung des Erhebungsinstruments und der sechs Einflusskategorien auf das Schülerinteresse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschichtsunterricht, Interessenforschung, Schülerinteresse, Vorstellungsbildung und die sechs Bedingungsfaktoren für interessiertes Lernen charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Rolle der Lehrkraft zu?

Die Lehrkraft spielt laut der Studie eine entscheidende Rolle, indem sie durch ihr eigenes Interesse, ihre Instruktionsqualität und die Gestaltung eines angstfreien Lernklimas die Interessenentwicklung der Schüler signifikant fördern oder hemmen kann.

Wie unterscheidet sich das Geschichtsinteresse von Grundschülern von dem älterer Schüler?

Während Grundschüler durch eine fantasievolle, emotionale und auf das Ferne gerichtete historische Neugier geprägt sind, zeigen ältere Schüler ein rationaleres, politisiertes Interesse, das sich stärker auf aktuelle Bezüge und gesellschaftliche Pflichten konzentriert.

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Details

Title
Der Zug ist abgefahren…
Subtitle
Eine Untersuchung zur Struktur und Entwicklung des geschichtlichen Interesses und zur historischen Vorstellungsbildung in der Primar- und Sekundarstufe
College
http://www.uni-jena.de/
Author
Toralf Schenk (Author)
Publication Year
2007
Pages
32
Catalog Number
V155669
ISBN (eBook)
9783640694594
ISBN (Book)
9783640695737
Language
German
Tags
Eine Untersuchung Struktur Entwicklung Interesses Vorstellungsbildung Primar- Sekundarstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Toralf Schenk (Author), 2007, Der Zug ist abgefahren…, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155669
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