Medialität als prozessuale Verbindung von Fiktion und Wirklichkeit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Medialitat als prozessuale Verbindung von Fiktion und Wirklichkeit
1.1 Eine erste Lokalisierung
1.2 Die Tucke des Aristotelischen Paradigmas

2.1 Zwischen Medialitat und Mentalitat

2.2 Der indexikalische Anteil des Zeichens als Verbindung zur Welt?

2.3 Der degenerierten Indexikalitat auf der Spur

3.1 Spurenlesen als metaleptisches Prinzip

4 Literaturverzeichnis

Medialitat als prozessuale Verbindung von Fiktion und Wirklichkeit.

1.1 Eine erste Lokalisierung.

,,So eine Arbeit wird eigentlich[1] nie fertig, man muB sie fur fertig erklaren“

(J. W: Goethe, Italienische Reise, 16.3.1787)[2]

Wissenschaft wird betrieben mit dem Ziele koharente Resultate hervorzubringen, die sich potentiell (und manchmal auch aktualiter) skeptischen Angriffen ausgesetzt sehen, da nur diese Angreifbarkeit ihre Legitimitat wirksam werden lasst. Einer der vielleicht radikaleren skeptischen Angriffe wurde von Descartes ausgefuhrt, welcher seine Zeitgenossen auf ein neues Fundament stellen wollte und dies unterstutzte, indem er seinen Kritikern vor der Veroffentlichung die Moglichkeit gab sein Werk zu kommentieren. Doch nicht erst mit ihm fuhrte die Einsicht in die Fehlbarkeit von Wissen und die Unzulanglichkeiten der Sprache[3] zu Fragestellungen wie: Haben wir zu dieser Welt vermittels unserer Sinne direkten Wahrnehmungszugang? Konnen wir mit den Wortern unserer Sprache auf wirkliche Gegenstande Bezug nehmen? Konnen unsere Feststellungen wahr oder falsch in Bezug auf Tatsachen sein? 1st unsere Welt kausal strukturiert?[4] Mit diesen Fragen auf elementare Weise verknupft ist die generelle Uberlegung in welchem Verhaltnis Sprache und Wirklichkeit stehen. Innerhalb der Philosophie wurden bei der Betrachtung dieses Verhaltnisses verschiedene Standpunkte gewahlt, wobei zwei topoi pars pro toto genannt werden sollen:

1. Da ware zum einen der externe Realismus, wie er zum Beispiel von John Searle eingenommen wird, der von der Existenz einer von uns unabhangigen Welt ausgeht. Diese Annahme wird erganzt durch eine Korrespondenztheorie der Wahrheit, welche besagt das die Gelingensbedingungen einer Aussage an eine Ubereinstimmung mit der Welt gebunden sind. Von der erstgenannten zur letztgenannten Aussage fuhren die Annahmen einer Strukturiertheit der Welt, sowie der Fahigkeit des Menschen, Aussagen uber die Strukuriertheit ebendieser Welt zu machen. Diese realistischen Annahmen haben jedoch vielfaltige Modifikationen erfahren, je nachdem ob man das Hauptaugenmerk auf den Prozess oder das Resultat der Wirklichkeitserzeugung gerichtet hatte.

2. Eine andere Betrachtungsweise richtet sich vielmehr auf die soziale Konstruiertheit unserer Wirklichkeit, auch da naiv-realistische Vorstellungen eines direkt-evidenten, veridisch-sensuellen Zugangs zur Wirklichkeit sich aufgrund der mannigfaltigen Tauschungsmoglichkeiten als zumindest problematisch herausstellten. Diese Vorstellung wurde bei Descartes mithilfe eines malignus genius zu einer allumfassenden Dystopie und fand in dem 'Gehirn im Tank'-Szenario von Hilary Putnam[5] seine aktuelle Entsprechung. Wahrend in diesen prasentierten moglichen Welten die Tauschung allumfassend sein soll und eine Inversion der Wahrheitswerte mit sich bringt, sieht Baudrillard die Gefahr einer nahenden fast apokalyptisch anmutende Welt[6] in welcher der Bezug zur realen Welt durch Simulakrum und Phantasma getilgt wird.

Innerhalb der Linguistik, die im Zuge des linguistic turn eine basale Bedeutsamkeit fur erkenntnistheoretische Positionen erlangte, bildeten sich verschiedene Akzentuierungen aus, deren erschopfende Behandlung mir nicht moglich ist[7]. Ich mochte mich im folgenden deswegen den erkenntnistheoretischen Ausfuhrungen, die man unter dem Aristotelischen Paradigma zusammenfassen konnte, widmen, um danach die operative Logik von der Medialitat zur Mentalitat darzustellen. Dies fuhrt uns zu einer oszillierende Betrachtung von referentiellen und inferentiellen Momenten, welche im folgenden dank der peirceschen zeichentheoretischen Deutung durch Ludwig Jager eine interessante Wendung nehmen.

1.2 Die Tucke des Aristotelischen Paradigmas

Warum stellt man Aristoteles, beziehungsweise vielmehr das Paradigma das ihm zugeschrieben wird, an den Anfang[8] einer Beschaftigung mit dem Verhaltnis von Zeichen und Realitat? Nun das aristotelische Paradigma bietet in seiner stilisierten Form Anknupfungspunkte um auch falsche Vorstellungen zu desavouieren und ein Problematisieren des Sujets zu ermoglichen. Nach Franz Brentano lasst sich die Erkenntnislehre des Aristoteles folgendermafien darstellen: Konstitutiv ist fur ihn eine Ablehnung des Skeptizismus und des Subjektivismus. Unmittelbar sichere Wahrheiten gibt es in doppelter Art: Zum einen die unmittelbar sicheren Tatsachen und zum anderen unmittelbar sichere Einsichten der Vernunft. Dabei handelt es sich bei den unmittelbar sicheren Tatsachen um Wahrnehmungen, wobei er nach langerer Erorterung in der Metaphysik aufgrund der Tauschungsmoglichkeit die Zuverlassigkeit der Wahrnehmung nur der inneren Wahrnehmung zugesteht. Bei der inneren Wahrnehmung handelt es sich um ein psychisches Selbsterleben, eine Form der Introspektion[9]. Zu dieser unmittelbaren Sicherheit gesellen sich notwendige oder unmogliche analytische Vernunftwahrheiten[10]. Diese mittelbaren Erkenntnisse werden durch Syllogismen (Notwendigkeitsschlusse) und durch Induktionen, welche eine geringere Sicherheit besitzen, gewonnen. Eine Grundansicht, die Aristoteles vertritt, ist, dass ,,mit dem Wahren alles im Einklang sei, dem Falschen aber alsbald das Wahre widerstreite[11]. Brentano gesteht ein, dass diese Aussage nahe am Zirkelschluss ist, da die Falsifikation auf Induktion beruht. Weiterhin sieht er die Kausalitat als wirkendes Prinzip und eine Strukturiertheit der Welt in den Kategorien Qualitat, Quantitat, Substanz und Ortsbestimmtheit[12]. Zur Akzetuierung liesse sich anfuhren, dass Aristoteles sich spater gegen seinen Lehrer Platon wandte, der die wahrnehmbare Welt als zweitrangig gegenuber der wahren Welt des Denkens ansah, da dies seiner Meinung nach zu einer MiBachtung der Phanomene fuhren wurde[13]. Jedoch muss an dieser Stelle auch darauf hingewiesen werden, dass sich Erkenntnistheorie oder besser das Verhaltnis von Sprache und Welt nicht unter die Logik und Ontologie subsummieren lassen[14]. Entscheidend wird die aristotelische Vorstellung von Geyser auf den Punkt gebracht: „Zu diesem objektiven Sachverhalt [Sachverhalte des Seins und Nichtseins; Anm.

Autor] tritt namlich der Gedanke in intentionale Beziehung. Er ist auf den Gegenstand gerichtet, indem er das Ziel hat, durch die von ihm gesetzte Verknupfung bzw. Trennung die Verknupfungen bzw. Trennungen des Gegenstands zu erfassen und wiederzugeben. Insofern ihm dies gelingt, ist er wahr, insofern er diese Intention verfehlt, ist er falsch.“[15] Dies beweist, dass man Aristoteles als einen Vertreter der Korrespondenztheorie bezeichnen konnte. Der Zugang zur Welt ist jedoch schon fur Aristoteles symbolisch: Wir argumentieren nicht, indem wir die Dinge selber (auta ta pragmata) einfuhren, sondern Worte als Symbole fur sie verwenden[16]. So geht er davon aus, dass Menschen den gleichen philosophischen Gedanken verfolgen, sich jedoch durch die Ausdrucksweise (lexis) irrefuhren lassen. Sowohl die Dinge, auf die wir uns beziehen, als auch die Erfahrungen und Erkenntnisse (seelische Widerfahrnisse) uber diese Dinge sind fur alle Menschen, ungeachtet ihrer Sprache, gleich[17]. Da er Sprache im weiten Sinne betrachtet, gesteht Aristoteles auch Tieren zu artikulierte Stimmlaute zu auBern (phonai), die jedoch nicht Gegebenheiten des logos artikulieren, also Sachverhalte, die in Form von Satzen reprasentiert werden konnen. Menschliche Sprache sei auBerdem komplexer und konventionell. Fassen wir also zusammen: Aristoteles nahm eine Wirklichkeit an, die in ihrem Sein unabhangig von unserem Denken besteht, weiterhin, das es moglich ist, dass der menschliche Geist die Wirklichkeit an sich erkennen und diese sprachlich artikulieren konne[18].[19]

2.1 Zwischen Medialitat und Mentalitat.

Dieses aristotelische Paradigma wurde vom Konstruktivismus aufs Scharfste in Frage gestellt, zum Beispiel von Ernst von Glasersfeld, welcher die These vertritt, dass ,,wir die Welt, die wir erleben, unwillkurlich aufbauen, weil wir nicht darauf achten - und dann freilich nicht wissen wie wir es tun“[20]. Statt eine absolute Wirklichkeit anzunehmen ist es fur den Konstruktivismus wichtiger, die Operationen, die unsere Welt generieren zu betrachten und eher von einer Pass-Art der Sprache in Bezug auf die Wirklichkeit zu sprechen , in Analogie zum Passen eines Schlussels. Dabei beschreibt das Passen die Fahigkeit des Schlussels, nicht aber das Schlofi[21]. Ein weiterer Widerspruch erfahrt die postulierte kausale Wirksamkeit der Welt, die sich dadurch in Frage gestellt sieht, dass laut Evolutionstheorie zwischen der Welt und der Uberlebensfahigkeit biologischer Strukturen kein solcher Zusammenhang besteht, sondern vielmehr ein kybernetisches beschrankendes Prinzip wirksam ist[22]. In dem Sinne konnte man von einer semantischen ontischen Aufladung der Sprache sprechen, die ihre Begrifflichkeiten und grammatischen Strukturen einer Erfahrungswelt aussetzt. Die Extension der Sprache wird durch ihre antizipierende und handelnde Weise gewisse Phanomene zu bewerkstelligen oder zu verhindern, hierarchisiert beziehungsweise selektiert. Einer der ersten Konstruktivisten war Giambattista Vico, welcher vertrat, dass der Mensch stets nur das kennen konne, „was er selber macht, denn nur der Erbauer selbst kann von den Dingen, die er zusammenstellt (componit) wissen, was die Bestandteile sind und wie sie miteinander verbunden wurden“[23]. Diese Vorstellung lasst vermissen, dass es sich bei der Sprache um ein soziales Produkt und keine Privatsprache handelt und insofern selbst bei Neologismen es sich nicht unbedingt um eine creatio ex nihilo handelt. Dies soll im folgenden auch durch ein Einfuhren der Transkriptionstheorie erlautert werden. Oft wird, wie wir bereits gesehen haben, fur eine Klarung des Verhaltnisses zwischen Sprache und Wirklichkeit eine ontologische Fragestellung bemuht, die moglicherweise zu unbefriedigenden Antworten fuhrt[24]. Um zu moglicherweise befriedigenderen Antworten zu gelangen wird es darauf ankommen, die dem Thema der medialen Welterzeugung angemesseneren Fragen zu stellen. Ein Problem besteht dabei, wie schon Wittgenstein insistierte, in der Involviertheit der Sprache in den Vorgang ihrer Erklarung[25]. Inspiriert durch den methodischen Fingerzeig von Ludwig Jager[26], sich nicht den dinglichen Eigenschaften der Medien, sondem vielmehr, wie im folgenden aufgezeigt werden wird, sich vor allem der Frage nach den operativen Vorgangen medialer Prozesse zu widmen, wahle ich zuerst diese 'operationalisierte' Herangehensweise. Erganzt wird die Annaherung durch den Konditional, dass sich Aussagen uber ein Medium erst durch die Differenzmarkierungen innerhalb eines Medienvergleichs[27] treffen lassen. Zusammengefasst konnte man von einem perspektivischen Blick auf intermediale Differenzen und "die Inszenierungsqualitat kultureller Kommunikation"[28], in ihren Verfahren der Transkription, Adressierung und Lokalisierung, sprechen. Als eine Verfahrenslogik lasst sich das Transkribieren beschreiben, welche darin besteht, dass es innerhalb der Medien zu wechselseitigen Um-, Ein- und Uber-Schreibungen kommt, die basale Aspekte der Herstellung einer kulturellen Semantik darstellen[29]. Dabei lassen sich zwei Formen des Transkribierens unterscheiden. Zum einen das intramediale Verfahren, welches die Moglichkeit nutzt mit Sprache uber Sprache zu kommunizieren. Dabei konnen Aufierungen durch Selbstrezeption (Monitoring) und Uberarbeitungshandlungen (Repair) organisiert werden[30]. Zum Anderen das intermediale Verfahren, bei dem ein weiteres differentes mediales System fur eine interaktive Explikation und Bezugnahme hinzugezogen wird. Resultat des Transkriptionsprozesses ist die Lesbarkeit oder ggf. auch die Kryptisierung symbolischer Texturen. Die immanente Wichtigkeit dieses zentralen Prozesses wird sogar noch unter der Pramisse gesteigert, dass kein Standpunkt "aufierhalb unserer gegenwartigen Darstellungssysteme"[31] vakant ist und wir insofern auf diese Verfahren auch epistemologisch angewiesen sind. Doch da die Beurteilung der Zusammenhange zwischen den medialen Systemen und einer auf sie einwirkenden Realitat nicht durch ein einhelliges Urteil aller Philosophen, die sich mit Sprache und Wirklichkeit beschaftigt haben, verifiziert wird[32], werde ich mich im folgenden nur der medialen Vermittlung des Realen widmen. Welche Modelle der Wirklichkeitserzeugung es gibt, beziehungsweise in welchen Zusammenhangen sie Sprache und Welt sehen, war wichtig, um sich die Bedeutsamkeit der transkriptiven Logik vor Augen zu fiuhren und so gegebenenfalls neben einem Einblick zwischen widerstreitenden Aussagen auch Antworten auf die Frage der Genese bzw. dem Status von Realitat und Wirklichkeit zu finden. Dabei werden zeichentheoretische Uberlegungen eine zentrale Rolle spielen. In diesem Sinne vor allem Charles Sanders Peirce mit seinem triadischen Zeichenmodell. In Hinblick auf die Symptom- oder Signalfiunktion, beziehungsweise das Verhaltnis zwischen Sender und Empfianger, wie es sich innerhalb des Buhlerischen Organonmodells darstellt, werde ich im Folgenden versuchen die Notwendigkeit der Einbeziehung der Peirceschen Zeichenkonzeption fur das Verstandnis der medialen Evidenzerzeugung herauszustellen.

[...]


[1] Im weiteren Verlauf der Ausfuhrung werden, so nicht anders angegeben, Wirklichkeit und Realitat als synonyme Begrifflichkeiten verwendet, auch wenn sie oft unter Hervorhebung oppositionaler Aspekte dargestellt worden sind. Programmatisch lege ich als Definition der Wirklichkeit die Gesamtheit der semiotischen Resultate zugrunde, wobei mein Hauptaugenmerk vielmehr auf die Prozessierung als das ontologische Sein von Realitat gerichtet ist und weiterhin die StoBrichtung meiner Ausfuhrungen gerade darauf zielt, den Blick von der Opposition zwischen Realitat und Wirklichkeit auf die Analogien ihrer Grenzziehung zu lenken. Wenn man Realitat als das AuBere, das Materielle ansieht, dem eine Idealitat, ein Inneres gegenubergestellt wird und zugleich die Wirklichkeit als finite Begrenzung des Moglichen, dann entsprechen sich beide Begrifflichkeiten innerhalb des operativen Modus ihrer Grenzziehung: Das innere Mogliche wird durch die exteriore EntauBerung real und wirklich.

[2] Zitiert nach dem Vorwort des Lexikons der Sprachwissenschaft von Hadumond BuBmann.

[3] Auch wenn erst Wittgenstein philosophische Irrtumer im MiBverstehen der Funktionsweise von Sprache begrundet sah.

[4] Vgl. Searle, John R.: Geist, Sprache und Gesellschaft. Frankfurt 2001, S. 9-52.

[5] Putnam, Hilary: Vernunft, Wahrheit und Geschichte. Frankfurt 1982, S. 15-40. Dabei versucht Putnam das Szenario ,,Wir sind Gehirne im Tank“ damit zu widerlegen, dass sich diese Aussage selbst widerlegt. Dies begrundet er durch zwei bedeutungstheoretische Annahmen: I. Den semantischen Externalismus: Worauf unsere Worte sich beziehen, wird nicht durch den einzelnen Sprecher und seine mentalen Zustande festgelegt, sondern hangt zum Teil von auderen, uns moglicherweise unbekannten Tatsachen ab. II. Eine Kausaltheorie der Referenz: Fur den Gebrauch gegenstandsbezeichnender Ausdrucke muss es eine Kausalkette geben, in der der fragliche Gegenstand eine Rolle gespielt hat.

[6] Sukzessiv entfernen sich die Zeichen auf dem Weg zum umgreifenden Simulakrum von ihrer Referenz, bis sie schliedlich aufnichts anderes mehr, als sich selbstverweisen. Vgl. Baudrillard, Jean: Agonie des Realen. Berlin 1978, S. 15.

[7] Jedoch mochte ich zumindest einen Ausblick unter Einbeziehung des Werkes ,,Erkenntnistheoretische Grundfragen der Linguistik“geben:

Rudi Keller sieht zum Beispiel schon allein beim Wort 'empirisch' eine systematische Aquivokation, da es einerseits ein Pradikat zur Charakterisierung der Art des Wissenserwerbs (epistemische Lesart) und anderer seits ein Pradikat zur Charakterisierung der Logik theoretischer Aussagen (logische Lesart) sei. Weiterhin fuhrt er aus, dass sich die Sprachbeherrschung in regelkonformen Handeln zeigt, was zu einer Zentrierung der Forschung auf die Explikation von Kommunikationsregeln gefuhrt hat. Jedoch fungieren die praskriptive und deskriptive Lesart dieser Regeln auf verschiedenen logischen Ebenen. Ergo lauft unser Zugang zu wahren Aussagen uber sprachlichen Tatsachen uber eine richtige Formulierung von Regeln, die diese Tatsachen erst hervorbringen. Vgl.: Keller, Rudi: Sprachanalytische Philosophie. In: Erkenntnistheoretische Grundfragen der Linguistik. Hrsg. Von Ludwig Jager. Stuttgart 1979, S. 22-43.
Christian Stetter sieht die Angewiesenheit der Erkenntnis auf die Spontanitat der Urteilskraft, welches darin besteht ein a priori zur Verfugung stehendes Zeichenrepertoire auf sinnliche Daten anzuwenden und diese dadurch als Erscheinungen externer Objekte zu deuten. Dabei setzt seiner Auffassung nachjede diachronische Analyse ein synchronisches Systemvoraus. Stetter, Christian: Tranzendental-Hermeneutik. In: Ebd., S. 45-71.
Bruno Strecker zeigt die Grenzen des Wissenschaftsbetriebs fur die Erkenntnistheorie auf: Zum einen durch die unmogliche logische Beweisbarkeit von Allaussagen, da diese eine potentiell unendliche Menge von Ereignissen betreffen, wie auch durch die finanziellen Rahmenbedingungen die eine selbstbestimmte Forschung erschweren. Strecker, Bruno: Erkenntnistheoretischer Anarchismus. In: Ebd., S. 74-90.

[8] Die Begrifflichkeit aristotelisches Paradigma ist dem Problem einer Abgrenzung aristotelischer Lehre geschuldet. ,,Aristoteles hat uns niemals sein philosophisches System vorgelegt, und doch verstand er es sehr wohl, zu systematisieren.“ Minio-Paluello, Lorenzo: Die aristotelische Tradition in der Geistesgeschichte. In: Aristoteles in der neueren Forschung. Hrsg. Von Paul Moreaux. Darmstadt 1968, S. 315.

[9] Eisler, Rudolf: Wahrnehmung, innere. In: Worterbuch der philosophischen Begriffe. Berlin 1904. zitiert nach http://www.textlog.de/5410.html

[10] Vgl.: Brentano, Franz: Uber Aristoteles. Hrsg. Von Rolf George. Hamburg 1986, S. 85.

[11] Ebd., S. 87.

[12] Craemer-Ruegenberg, Ingrid: Aristoteles. In: Klassiker der Naturphilosophie. Von den Vorsokratikern bis zur Kopenhagener Schule. Hrsg. Von Gernot Bohme. Munchen 1989, S. 52.

[13] Craemer-Ruegenberg, Ingrid: Aristoteles. In: Klassiker der Naturphilosophie. Von den Vorsokratikern bis zur Kopenhagener Schule. Hrsg. Von Gernot Bohme. Munchen 1989, S. 46.

[14] Geyser, Gerhard Joseph, Anton Maria: Die Erkenntnistheorie des Aristoteles. Aalen 1980, S. 49.

[15] Ebd., S. 53.

[16] Vgl. Graeser, Andreas: Aristoteles. In: Klassiker der Sprachphilosophie. Von Platon bis Noam Chomsky. Hrsg. Von TilmanBorsche. Munchen 1996, S. 34.

[17] Vgl. Ebd., S. 36.

[18] Vgl. ebd., S. 37.

[19] Ein interessantes Detail am Rande: Peirce ubersetzte 1864 die ersten Kapitel der Kategorienschrift des Aristoteles. Vgl. S. 46.

[20] Glasersfeld, Ernst von: Einfuhrung in den radikalen Konstruktivismus. In: Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Beitrage zum Konstruktivismus. Hrsg. Von Paul Watzlawick. Munchen 1981, S. 17.

[21] Vgl. Ebd., S. 20.

[22] Vgl. Ebd., S. 22.

[23] Glasersfeld, Ernst von: Einfuhrung in den radikalen Konstruktivismus. In: Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Beitrage zum Konstruktivismus. Hrsg. Von Paul Watzlawick. Munchen 1981, S. 26.

[24] "Wenn Versuche, die Frage "Was ist Kunst?" zu beantworten, meist mit einer Enttauschung und Verwirrung enden, dann ist vielleicht - wie so oft in der Philosophie - die Frage falsch gestellt." Goodman, Nelson: Weisen der Welterzeugung. Frankfurt/M 1990, S. 76.

[25] Die Beantwortung von ontologisierenden Fragen, die "das Wesen des Dings zu erfassen trachten", sindjene die dem Verstand eine "Verhexung [...] durch die Mittel unserer Sprache" auferlegen. Vgl. nach Jager, Ludwig: Die Verfahren der Medien: Transkribieren - Adressieren - Lokalisieren. In: Die Kommunikation der Medien. Hrsg. Von Jurgen Fohrmann / Erhard Schuttpelz. Tubingen 2004, S. 69. bezugnehmend auf: Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. Werkausgabe Bd. 1. Frankfurt/M 1984, S. 300 [Abschnitt 116]. Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. (ebd.), S. 299 [Abschnitt 109].

[26] Jager, Ludwig: Die Verfahren der Medien: Transkribieren-Adressieren - Lokalisieren. In: Die Kommunikation der Medien. Hrsg. Von Jurgen Fohrmann / Erhard Schuttpelz. Tubingen 2004, S. 69f.

[27] Vgl.: Fohrmann, Jurgen: Der Unterschied der Medien. In: Die Kommunikation der Medien. Hrsg. Von Jurgen Fohrmann / Erhard Schuttpelz. Tubingen 2004. bzw. u.a. Kramer, Sybille: Von der sprachkritischen zur medienkritischen Wende? Ein Kommentar zur Mediendebatte in sieben Thesen. Gefunden unter: www.netz- kasten.de/lesen/information/cult/kraemer.php3 am 8.01.2010."Medien markieren die Nahtstelle, an der Sinn aus nicht-sinnhaften Phanomenen entsteht." bzw. schon auf der lexikalischen Bedeutungsebene: ,,Sei nun Vxi der Wert eines zu einem bestimmten Zeitpunkt t i geauderten Wortes x1, so ware Vxi das logische Produkt von zwei Oppositionsreihen, deren erste den signifiant von xi, die zweite den signifie von xi gegen »einschlagige« Oppositionen festlegt [...]“ Stetter, Christian: Sprechen und Sprache: Uberlegungen zu einem Grundlagenproblem der theoretischen Linguistik. In: Gibt es eine Sprache hinter dem Sprechen? Hrsg. von Sybille Kramer und Ekkehard Konig. Franfurt 2002, S. 32.

[28] Jager, Ludwig: Die Verfahren der Medien: Transkribieren-Adressieren - Lokalisieren. In: Die Kommunikation der Medien. Hrsg. Von Jurgen Fohrmann / Erhard Schuttpelz. Tubingen 2004, S.71.

[29] Vgl. ebd. bzw. zum Palimpsestcharakter von Sprache-->Genette, Gerard: Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe. Frankfurt 1993.

[30] Ebd., S. 72.

[31] Rorty, Richard: Der Spiegel derNatur. Eine Kritik der Philosophie. Frankfurt/M. 1987, S. 321.

[32] Und andererseits die Falsifikation, wie schon Descartes feststellte, zu lange dauert.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Medialität als prozessuale Verbindung von Fiktion und Wirklichkeit
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Sprach- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Zeichen und Wirklichkeit: Wie medial ist das Reale?
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V155674
ISBN (eBook)
9783640684106
ISBN (Buch)
9783640684465
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeichentheorie;, Semiotik;, Semiose;, Erkenntnistheorie;, Epistemologie;, Sprachphilosophie;
Arbeit zitieren
Thomas Zejewski (Autor), 2009, Medialität als prozessuale Verbindung von Fiktion und Wirklichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155674

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