Einsatz von Filmsequenzen im DaF-Unterricht in der Oberschule
Neue Medien im Unterricht
Ohne Informationsmedien hätte es zwischen den Menschen keine Fortentwicklung gegeben. Was wäre unsere Gesellschaft ohne Information? Das Wissen kann durch Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Internet sowie Fernsehen weitergegeben werden.
Wir lernen aus Medien, umso wichtiger ist es, Medien im Fremdsprachenunterricht einzusetzen. In der Fremdsprachendidaktik versteht man unter Medien alle Lehr- und Lernmittel wie: Bilder, Fotos, Filme, Overheadfolien, Musikkassetten, Computer - aber auch das Lehrbuch und vor allem das Charakteristikum für ein Klassenzimmer: die Tafel. Diese Medien vermitteln und speichern Informationen für die Lernenden. Da der Bereich „Medien“ sehr umfangreich ist, dementsprechend groß sind auch die Unterschiede in den Wirkungsweisen der verschiedenen Medien.
Der Gegenstand dieser Arbeit ist es zu zeigen, auf welche praktische Art und Weise man die Filmsequenzen im DaF-Unterricht für Fortgeschrittene einsetzen kann. Sehend lernen ist für viele Jungendliche heutzutage ein Traum, der mit Hilfe von interessanten Übungsformen leicht in Erfüllung gehen kann. Die Arbeit betont die Bedeutung des Seh-Hörverstehens, das oft als die fünfte Fertigkeit genannt wird. Anhand dieser Arbeit werden unterschiedliche Vorgehensweisen und Darbietungsformen der Arbeit mit Hilfe von Filmsequenzen präsentiert. Die Ergebnisse meiner Überlegung werden am Ende in Stichpunkten und Schlussfolgerungen zusammengefasst, die auf der Basis der ganzen Arbeit auf die Vorteile und Nachteile eines filmunterstützten Unterrichts hinweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Film und seine Geschichte
1.1 Filme im Unterricht
1.2 Kino als Lieblingsort der Freizeitgestaltung von Jugendlichen
1.3 Altersunabhängiges Interesse am Film
2. Charakterisierung der Zielgruppe unter dem psychologisch-sozialen Aspekt
3. Seh-Verstehen als Fertigkeit
3.1 Die Wahrnehmung
3.2 Sehen fördert das Lernen
3.2.1 Arten der Aufmerksamkeit
3.3 Emotionen beim Filmeinsatz
4. Einsatz von Filmsequenzen im Fremdspracheunterricht
4.1 Vorgehensweisen beim Filmeinsatz
4.1.1 Blockverfahren
4.1.2 Intervallverfahren
4.1.3 Sandwichverfahren
4.1.4 Mischformen
4.2 Aufgaben bei dem Filmeinsatz
4.2.1 Aufgaben vor dem Filmeinsatz
4.2.2 Aufgaben während des Filmeinsatzes
4.2.3 Aufgaben nach dem Filmeinsatz
4.3 Rechtliche Aspekte und technische Voraussetzungen
5. Praktischer Teil der Arbeit - Stundenentwürfe
6. Bewertung des Unterrichtmediums „Filmsequenzen“
6.1 Vorteile
6.2 Nachteile
Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die methodisch-didaktischen Möglichkeiten für den Einsatz von Filmsequenzen im DaF-Unterricht (Deutsch als Fremdsprache) für fortgeschrittene Schüler in der Oberschule zu explorieren und zu begründen.
- Bedeutung und Geschichte des Films als Kulturgut und Medium
- Psychologisch-soziale Aspekte der Zielgruppe im Jugendalter
- Die Rolle des Seh-Verstehens als fünfte Fertigkeit im Spracherwerb
- Methodik des Filmeinsatzes (Block-, Intervall- und Sandwichverfahren)
- Praktische Umsetzung mittels strukturierter Stundenentwürfe
- Medienkompetenz und kritische Bewertung des Mediums im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.2 Sehen fördert das Lernen
Noch nie in der Geschichte waren die Menschen durch so viele Bilder überflutet wie heute. Das Kino, das Fernsehen, Werbeplakate und das Internet sind die Hauptvermittler dieser Bilderflut. Unser Gehirn ist somit ständig damit beschäftigt, diese Bilder zu sortieren und zu selektieren. Unsere Wahrnehmung passt sich an diese Veränderung der Vermittlung von Information und Wissen an: ,,Wir leben in einer Zeit des Umbruchs von einer sprach- zu einer bildzentrierten Kultur. So haben Jugendliche heute eine 30% höhere visuelle und akustische Wahrnehmungsgeschwindigkeit als vor zwanzig Jahren." (Ballstaedt, 2004)
Diese Rezeption heißt aber lange nicht, dass ein langer intensiver Lernprozess eingesetzt wird. Bei massiver ,,Bombardierung’’ des Gehirns mit Reizen, die uns gleichgültig vorkommen, werden die neuen Informationen in Kurztzeitgedächtnis gespeichert. Damit spielt ja beispielsweise die Werbung, die stets neue Geschichten erzählt und ungewöhnliche Bild-Satz-Montagen wählt, um die Zuschauer für den Kauf des beworbenen Produktes zu gewinnen.
Auch im Unterricht gewinnen wir durch eine interessante Unterrichtsgestaltung die Aufmerksamkeit der Lernenden, denn „nur was wir mit den Augen fixieren oder mit den Ohren fokussieren, hat eine Chance konzeptuell und bewusst zu Wissen verarbeitet zu werden.’’ (Assmann in: Ballstaed, S. 4)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Film und seine Geschichte: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Films von den Anfängen der Projektionstechnik bis zum modernen Massenmedium und dessen Einzug in den Unterricht.
2. Charakterisierung der Zielgruppe unter dem psychologisch-sozialen Aspekt: Hier wird das Jugendalter als Übergangsphase analysiert, wobei besonders die Bedeutung der Adoleszenz für die Identitätsfindung und das Lernverhalten hervorgehoben wird.
3. Seh-Verstehen als Fertigkeit: Der Autor definiert das visuelle Verständnis als wichtige Fertigkeit im Unterricht und beleuchtet die kognitiven Grundlagen der Wahrnehmung sowie die Bedeutung der Aufmerksamkeit.
4. Einsatz von Filmsequenzen im Fremdspracheunterricht: Dieses Kernkapitel stellt konkrete methodische Vorgehensweisen und didaktische Übungsformate für verschiedene Phasen der Filmarbeit vor, ergänzt durch rechtliche und technische Hinweise.
5. Praktischer Teil der Arbeit - Stundenentwürfe: In diesem Teil werden drei konkrete Unterrichtsentwürfe präsentiert, die die theoretischen Ansätze der vorangegangenen Kapitel in die Praxis übertragen.
6. Bewertung des Unterrichtmediums „Filmsequenzen“: Das Kapitel bietet eine kritische Reflexion über die Stärken und Herausforderungen beim Einsatz von Filmen und unterstreicht deren positiven Effekt auf die Motivation und Medienkompetenz der Schüler.
Schlüsselwörter
DaF-Unterricht, Filmsequenzen, Seh-Verstehen, Medienkompetenz, Fremdsprachendidaktik, Unterrichtsmethodik, Adoleszenz, visuelle Wahrnehmung, Unterrichtsplanung, Stundenentwurf, Filmanalyse, interkulturelles Lernen, Motivation, Fremdsprachenerwerb, Medien im Unterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Filmsequenzen effektiv im Deutschunterricht für fortgeschrittene Oberschüler eingesetzt werden können, um die Sprachvermittlung attraktiver und schülerzentrierter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Geschichte des Films, die psychologische Einordnung der jugendlichen Zielgruppe, die Didaktik des Seh-Verstehens sowie konkrete methodische Vorgehensweisen bei der Filmarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, Lehrkräften praktische Werkzeuge und methodische Ansätze an die Hand zu geben, um das Potenzial von Filmmedien für den Fremdsprachenerwerb voll auszuschöpfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur zur Fremdsprachendidaktik und Psychologie, ergänzt durch die Erstellung und Analyse von praxisnahen Stundenentwürfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung zum Seh-Verstehen und zur Film-Didaktik sowie in einen umfangreichen Praxisteil mit drei ausgearbeiteten Stundenentwürfen zu Themen wie Landeskunde, Fremdenfeindlichkeit und Anglizismen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind DaF-Unterricht, Filmsequenzen, Seh-Verstehen, Medienkompetenz, Fremdsprachendidaktik und methodische Vorgehensweisen wie Block- oder Sandwichverfahren.
Welche Rolle spielt die Filmauswahl für den Unterrichtserfolg?
Der Autor betont, dass Filme nicht nur nach inhaltlichen Interessen der Jugend gewählt werden sollten, sondern auch dem kulturellen Raum und dem Lernniveau der Gruppe entsprechen müssen, um die Aufmerksamkeit dauerhaft zu sichern.
Was sind die Vor- und Nachteile von Literaturverfilmungen im Unterricht laut Autor?
Literaturverfilmungen können als wertvolle Stütze dienen, unterscheiden sich jedoch vom Buch, weshalb die Schüler die Handlung des Films nicht zwangsläufig mit dem Text gleichsetzen sollten.
Welche technische Ausstattung wird für den Filmeinsatz empfohlen?
Neben Videorekordern oder DVD-Playern werden Computer mit Schnittsoftware hervorgehoben, da sie eine flexiblere Bearbeitung von Sequenzen und die Erstellung eigener Materialien ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Michael Melerowicz (Autor:in), 2008, Einsatz von Filmsequenzen im DaF-Unterricht in der Oberschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155713