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Prüfungsangst bei Kindern und Jugendlichen

Title: Prüfungsangst bei Kindern und Jugendlichen

Examination Thesis , 2010 , 80 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marina Lindekrin (Author)

Psychology - Intelligence and Learning Psychology
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Summary Excerpt Details

Angst gilt als alltägliches Phänomen im Leben des Menschen und ist seit langem Gegenstand philosophischer, religiöser und psychologischer Überlegungen.
In der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft sind Prüfungsängste von großer Bedeutung. Sowohl berufliche als auch soziale Positionen werden vorwiegend aufgrund von Leistung vergeben, die hauptsächlich durch Prüfungen ermittelt wird (Weiß, 1997). Die Prüfungsangst ist eine Angst vor der Bewertung der persönlichen Leistungsfähigkeit, die auf der einen Seite einen förderlichen Charakter haben kann oder auf der anderen Seite durch eine Blockierung einen hemmenden Charakter einnehmen kann.
Um die Prüfungsangst zu verstehen, war es für mich wichtig, zu Beginn dieser Arbeit auf das Entstehen der Angst einzugehen. Dabei sind unterschiedliche Ansätze zu berücksichtigen, die die Angstentstehung unter verschiedenen Voraussetzungen beleuchten.
Im weiteren Verlauf wird auf die Prüfungsangst und ihre Merkmale eingegangen. Es wird den Fragen nachgegangen, wie sich Prüfungsangst äußert, wie sie entsteht, welche Ursachen dahinter stecken und vor allem welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Es muss berücksichtigt werden, dass die Prüfungsangst eine Emotion ist, die sich bei jedem Individuum anders auswirkt und durch verschiedene Situationen und persönliche Merkmale beeinflusst wird. Wichtig für mich ist es, die verschiedenen Einstellungen von Hoch- und Niedrigprüfungsängstlichen zu verdeutlichen sowie aufzuzeigen, dass es eine hemmende und eine förderliche Prüfungsangst gibt.
Da nachweislich ein hoher Zusammenhang zwischen Prüfungsangst und Leistung besteht, werde ich mich im siebten Kapitel mit diesem Thema befassen. Es werden die wichtigsten Modelle dargestellt, die leistungsfördernde bzw. leistungshemmende Wirkung der Angst zeigen.
Im nächsten Kapitel der Arbeit werden wesentliche Präventions- und Interventionsmaßnahmen, unter besonderer Bezugnahme auf die im dritten Kapitel aufgeführten psychologischen Positionen zur Angstentstehung, vorgestellt. Dabei konzentriere ich mich besonders auf Interventionsmöglichkeiten, die im schulischen Bereich einsetzbar sind.
Da Lehrer auf Angstgefühle ihrer Schüler als Ursachenfaktor für Lern- und Prüfungsprobleme achten sollen, ist es deshalb notwendig, sich mit dem Phänomen der Angst im Kontext der Schule zu befassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition grundlegender Begriffe

2.1 Definition von Angst

2.1.1 Angst und Furcht

2.1.2 Die Trait- und State-Komponente der Angst

3. Theorien der Angstentstehung

3.1 Psychoanalytische Theorie

3.1.1 Freuds Theorie der Angstneurose

3.1.2 Freuds Signaltheorie der Angst

3.2 Lerntheoretische Angsttheorie

3.2.1 Klassische Konditionierung von Angst

3.2.2 Operante Konditionierung von Angst

3.2.3 Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer

3.2.4 Die Trieb-Habit-Theorie von Spence und Taylor

3.2.5 Modellernen

3.3 Kognitive Angsttheorien

3.3.1 Die Angstverarbeitungstheorie von Lazarus

3.3.2 Die Angstkontrolltheorie von Epstein

3.4 Neurobiologische Modelle der Angstentstehung

4. Klassifikation von Ängsten

5. Prüfungsangst

5.1 Definition von Prüfungsangst

5.2 Diagnostische Einordnung der Prüfungsangst

5.3 Symptomatik der Prüfungsangst

5.3.1 Körperliche Symptome

5.3.2 Seelische Symptome

5.3.3 Geistige Leistungsfähigkeiten

5.3.4 Verhaltensstörungen

6. Ursachen von Prüfungsangst

6.1 Prüfungsangst und elterlicher Erziehungsstil

6.2 Prüfungsangst und frühere Erfahrungen

6.3 Schulische Einflüsse

6.4 Sozio - kulturelle Bedingungen

6.5 Einstellungen der Hoch- und Niedrig-Prüfungsängstlichen

6.5.1 Einstellung der Hochängstlichen

6.5.2 Einstellung der Wenig-Prüfungsängstlichen

7. Prüfungsangst und Leistungen

7.1 Yerkes-Dodson-Gesetz

7.2 Der Ansatz von Mandler und Sarason

7.3 Der Ansatz von Wine

7.4 Erklärungsansatz von Jacobs und Strittmatter

8. Bedingungen für die Beeinträchtigung bzw. Förderung der Leistung durch Prüfungsangst

8.1 Kompetenz

8.2 Angststärke

8.3 Schwierigkeitsgrad von Aufgaben

8.4 Prüfungsroutine

9. Messungen von Prüfungsangst

9.1 Die Selbsteinschätzung

9.2 Die Fremdeinschätzung

9.3 Die apparativen Messungen

10. Empirische Befunde

11. Präventions- und Interventionsmöglichkeiten bei Prüfungsangst

11.1 Angstbewältigung nach psychoanalytischer Theorie

11.2 Angstbewältigung nach verhaltenstherapeutischen Ansätzen

11.2.1 Systematische Desensibilisierung

11.2.2 Modeling

11.3 Coping - Angstbewältigung aus kognitionstheoretischer Sicht

11.3.1 Die Rational-Emotive Therapie von Ellis

11.3.2 Selbstinstruktionen

11.3.3 Mentales Training

11.4 Entspannungstechniken

11.4.1 Progressive Muskelentspannung

11.4.2 Autogenes Training

11.5 Optimale Prüfungsvorbereitung

11.5.1 Planung des Lernprozesses

11.5.2 Arbeitsorganisation

11.5.3 Effektive Lernmethoden und Lerntechniken

12. Schulische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten

12.1 Lehrerverhalten und Lehrer-Schüler-Interaktion

12.2 Unterricht

12.3 Kooperation und Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern

13. Schlussbetrachtung

14. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Prüfungsangst bei Kindern und Jugendlichen, analysiert dessen Ursachen und Symptomatik sowie die Auswirkungen auf die schulische Leistungsfähigkeit. Ziel ist es, auf Basis psychologischer Angsttheorien effektive Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für den schulischen Kontext aufzuzeigen.

  • Grundlagen der Angstpsychologie und Theorien der Angstentstehung
  • Symptomatik der Prüfungsangst (körperlich, seelisch, geistig, verhalten)
  • Einflussfaktoren wie Erziehungsstil, Schulklima und Leistungsdruck
  • Zusammenhang zwischen Prüfungsangst und Leistung (Leistungshemmung vs. Leistungsförderung)
  • Interventionsansätze aus Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Kognitionstheorie

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Klassische Konditionierung von Angst

Beim klassischen Konditionieren wird die Reaktion eines Reflexes mit einem bis dahin hinsichtlich der Reflexauslösung neutralen Reiz verbunden.

Es genügt die ein- oder mehrmalige raum-zeitliche Paarung eines zuerst neutralen Reizes (konditionaler Stimulus) mit einem aversiven Reiz (unkonditionaler Reiz), um auf den zuerst neutralen Reiz dieselbe Angstreaktion (konditionierte Reaktion) auszulösen wie auf den aversiven Reiz (Lukesch, 1992).

Es kann dabei auch zu einer Ausbreitung des Auftretens von Angstreaktionen auf ähnliche Reize oder Situationen erfolgen, wie sie bei dem Konditionierungs-vorgang präsent waren (Generalisation).

Nach Meinung der Lerntheoretiker sei Angst ein erlernter Triebreiz auf der Grundlage einer angeborenen Neigung des Menschen, Schmerz vermeiden zu wollen, deswegen lernen die Menschen aus den Konsequenzen ihrer Handlungen (Sörensen, 1993).

Wie die klassische Konditionierung von Angst bei Menschen funktioniert, verdeutlichen Watson und Rayner (1920) am Experiment mit dem kleinen Albert. Vor dem Experiment zeigte der elfmonatige Albert keinerlei Angstreaktionen gegenüber Tieren. Wurde ihm jedoch eine Ratte gezeigt und gleichzeitig hinter seinem Kopf ein lauter Ton erzeugt, zuckte Albert zusammen und fing an zu weinen. Dieser Vorgang wurde siebenmal in einer Woche durchgeführt. Kurz danach begann Albert bereits nach Anblick der Ratte sofort zu weinen. Der ursprünglich neutrale Stimulus Ratte war innerhalb einer Woche zu einem konditionierten, angstauslösenden Reiz geworden. Die Konditionierung von Angst hatte noch einen anderen Effekt: Kaninchen, Hunde, Pelzmantel und alle pelzartige Objekte lösten beim kleinen Albert eine Angstreaktion aus. Es kam zu einer Reizgeneralisierung, oder, wie Watson und Rayner es ausdrücken, zu „einem emotionalen Transfer“, bei dem der angstauslösende Reiz in andere ähnliche Stimuli übertragen wurde (zit. nach Dimitriadis, 1986, S. 7).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Prüfungsangst in der leistungsorientierten Gesellschaft ein und definiert das Ziel der Arbeit, Ansätze zur Entstehung und Bewältigung aufzuzeigen.

2. Definition grundlegender Begriffe: In diesem Kapitel werden die Kernbegriffe Angst und Furcht voneinander abgegrenzt sowie die Unterscheidung zwischen Zustandsangst und Eigenschaftsangst erläutert.

3. Theorien der Angstentstehung: Hier werden zentrale psychologische Erklärungsmodelle – psychoanalytische, lerntheoretische, kognitive und neurobiologische – vorgestellt, um die Ursprünge von Angstreaktionen zu beleuchten.

4. Klassifikation von Ängsten: Dieses Kapitel liefert eine systematische Einordnung verschiedener Angstformen, einschließlich klinischer Angststörungen wie Phobien und Panikattacken.

5. Prüfungsangst: Hier wird der Begriff Prüfungsangst als multidimensionales Konstrukt definiert, diagnostisch eingeordnet und die vielfältige Symptomatik detailliert beschrieben.

6. Ursachen von Prüfungsangst: Die Ursachensuche umfasst familiäre Aspekte, frühere Erfahrungen, schulische Einflüsse sowie sozio-kulturelle Faktoren und individuelle Einstellungen zur Prüfung.

7. Prüfungsangst und Leistungen: Dieses Kapitel analysiert das komplexe Wechselspiel zwischen Angst und Leistung, unter anderem anhand des Yerkes-Dodson-Gesetzes und kognitiver Ansätze.

8. Bedingungen für die Beeinträchtigung bzw. Förderung der Leistung durch Prüfungsangst: Hier werden die vier Schlüsselfaktoren Kompetenz, Angststärke, Aufgabenschwierigkeit und Routine in Bezug auf ihre leistungsbeeinflussende Wirkung untersucht.

9. Messungen von Prüfungsangst: Dieser Abschnitt beschreibt Methoden zur Erfassung von Prüfungsangst, unterteilt in Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung und apparative Verfahren.

10. Empirische Befunde: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über aktuelle Studien und Häufigkeitsangaben zu Prüfungsangst bei unterschiedlichen Zielgruppen und weist auf die Heterogenität der Ergebnisse hin.

11. Präventions- und Interventionsmöglichkeiten bei Prüfungsangst: Vorgestellt werden verschiedene therapeutische und praktische Ansätze zur Angstbewältigung, darunter kognitive Strategien, Entspannungstechniken und Methoden der Prüfungsvorbereitung.

12. Schulische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten: Hier werden pädagogische Handlungsfelder wie Lehrerverhalten, Unterrichtsstrukturierung und die Kooperation zwischen Schule und Elternhaus für ein angstfreieres Lernklima diskutiert.

13. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Prüfungsangst im schulischen Alltag stärker zu thematisieren und proaktiv zu behandeln.

14. Literatur: Das Verzeichnis enthält die vollständige bibliographische Liste der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Prüfungsangst, Angststörung, Leistungsdruck, Kognitive Verhaltenstherapie, Stressbewältigung, Lernstrategien, Lehrer-Schüler-Interaktion, Systematische Desensibilisierung, Leistungsfähigkeit, Schulangst, Entspannungstechniken, Selbstkonzept, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Definition, den Ursachen und den Symptomen von Prüfungsangst bei Kindern und Jugendlichen sowie mit konkreten Interventionsmöglichkeiten zur Bewältigung dieser Ängste im schulischen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind psychologische Angsttheorien, die Einordnung von Prüfungsangst in den schulischen Alltag, der Zusammenhang zwischen Angst und Leistung sowie praktische Ansätze für Lehrer und Eltern zur Unterstützung betroffener Kinder.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, Prüfungsangst als komplexes Phänomen verständlich zu machen und effektive Strategien zur Prävention und Intervention aufzuzeigen, die sowohl die psychische Gesundheit als auch die Leistungsfähigkeit von Schülern fördern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche. Dabei werden psychologische Theorien und empirische Studien herangezogen, um das Konstrukt der Prüfungsangst theoretisch fundiert zu beschreiben und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Angstmodelle), die spezifische Symptomatik von Prüfungsangst, Ursachenanalysen, den empirischen Forschungsstand sowie detaillierte Interventionskonzepte wie Entspannungstechniken und optimierte Lernmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Prüfungsangst, Leistungsdruck, Stressbewältigung (Coping), kognitive Umstrukturierung, Lehrer-Schüler-Interaktion und schulische Prävention.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Prüfungsangst und normaler Nervosität?

Die Autorin verdeutlicht, dass Prüfungsangst pathologische Formen annehmen kann, wenn sie zu klinisch bedeutsamen Beeinträchtigungen führt, den Alltag einschränkt und normale Bewältigungsversuche (wie "Lampenfieber") übersteigt, sodass es zu Blockaden und Vermeidungsverhalten kommt.

Welche Bedeutung kommt dem elterlichen Erziehungsstil zu?

Elterliches Verhalten spielt eine entscheidende Rolle: Während Verständnis und Vertrauen die Angst mindern, wirken Überforderung, Druck und Bestrafung bei Misserfolg langfristig angststeigernd und können dazu führen, dass Kinder Leistungssituationen grundsätzlich als existenzielle Bedrohung wahrnehmen.

Warum wird Mentales Training zur Bewältigung empfohlen?

Mentales Training hilft Schülern, sich den Prüfungserfolg bildhaft vorzustellen und Bewältigungsstrategien in Gedanken durchzuspielen. Dies erleichtert die tatsächliche Handlungsbereitschaft und hilft, negative Gedankenmuster in der Prüfungssituation zu reduzieren.

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Details

Title
Prüfungsangst bei Kindern und Jugendlichen
College
University of Cologne
Grade
1,7
Author
Marina Lindekrin (Author)
Publication Year
2010
Pages
80
Catalog Number
V155742
ISBN (eBook)
9783640687190
ISBN (Book)
9783640687367
Language
German
Tags
Prüfungsangst Kindern Jugendlichen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marina Lindekrin (Author), 2010, Prüfungsangst bei Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155742
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