Die Break-even-Analyse ist als etabliertes Managementtool zur
Gewinnschwellenermittlung schon seit Jahrzehnten in den Köpfen der
Controlling- und Managementetagen aller Industrie- und
Dienstleistungsbrachen fest verankert.
Selbst im privaten Umfeld dient das Prinzip der Break-even-Analyse dazu
Entscheidungen zum eigenen Vorteil bestmöglich zu treffen. Zur besseren
Veranschaulichung lässt sich hier ein täglich millionenfach wiederkehrendes
Beispiel nennen: Das Tanken. Familie Maier besitzt zwei Fahrzeuge. Einen
Kleinwagen und eine Mittelklasselimousine. Der Tank beider Fahrzeuge ist
nahezu leer und Herr Maier möchte diese befüllen. Er hat die Auswahl
zwischen zwei Tankstellen. Tankstelle eins ist ca. 5 km entfernt und hat einen
etwas höheren Benzinpreis. Tankstelle zwei ist ca. 10 km entfernt und der
Benzinpreis ist hier etwas niedriger. Da Herr Maier auch den Mehrverbrauch
für die Fahrt zur günstigeren Tankstelle und das maximale Tankvolumen
seiner Fahrzeuge bei der Wahl der Tankstelle berücksichtigt entscheidet er,
dass er den Kleinwagen an der teueren, nahen Tankstelle betanken wird und
mit der Mittelklasselimousine zur günstigeren Tankstelle fährt. Mit dem
geringeren Tankvolumen des Kleinwagens wäre der Mehraufwand für die
Fahrt zur günstigeren Tankstelle nicht gerechtfertigt gewesen.
Unbewusst ist das Prinzip der Break-even-Analyse also bereits tief in der
Entscheidungsfindung vieler Menschen verankert, jedoch kann sie auch dazu
genutzt werden um detailliert Entscheidungen im wirtschaftlichen /
industriellen Umfeld zu begründen. Im Vertrieb von Gütern und
Dienstleistungen kann Sie somit auch genutzt werden um Entscheidungen für
oder gegen den Einsatz von Mitteln zu begründen oder auch
Mindestabsatzmengen zur Deckung damit verbundener Kosten zu berechnen.
Die nachfolgenden Kapitel sollen dementsprechend dazu dienen zuerst die
Aufgaben, Ziele und Grundfunktion der Break-even-Analyse zu erarbeiten um
dann im weiteren Anwendungsmöglichkeiten im Vertriebsbereich aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegende Überlegungen der Break-even-Analyse
2.1 Grundmodell der Break-even-Analyse
2.2 Einsatzbereiche der Break-even-Analyse
2.3 Die Deterministische Break-even-Analyse
2.3.1 Standardmodell
2.3.2 Einproduktmodell
2.3.3 Mehrproduktmodell
2.4 Kritische Betrachtung der konventionellen Break-even-Analyse
3. Anwendungsbereiche der Break-even-Analyse im Vertrieb
3.1 Einleitung
3.2 Eigener Vertrieb vs. Handlungsvertreter
3.3 Bewertung von Mengen-, Preis- und Kostenänderungen im Vertrieb
3.3.1 Mengenänderungen
3.3.2 Kostenanalyse
3.3.3 Preisänderungen
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Break-even-Analyse als Managementinstrument und analysiert deren spezifische Anwendungsmöglichkeiten im Vertrieb, um betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu fundieren.
- Grundlagen und Modelle der Break-even-Analyse
- Einsatzmöglichkeiten im Vertriebsmanagement
- Entscheidungsfindung: Eigener Vertrieb versus Handelsvertretung
- Bewertung von Mengen-, Preis- und Kostenänderungen
- Kritische Würdigung der Aussagekraft des Instruments
Auszug aus dem Buch
2.1 Grundmodell der Break-even-Analyse
Das Grundmodell der Break-even-Analyse ist maßgebend dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtkosten K als Summe aus einem fixen und einem variablen Teil gesehen werden. Nach dieser Aufschlüsselung werden die Kosten den Erlösen gegenübergestellt.5
Der Gesamterlös Vs als Produkt aus Stückmenge und Stückerlös, sowie die Gesamtkosten K bilden graphisch eine lineare Funktion ab. Der Schnittpunkt der beiden Funktionen zeigt anschließend die kritische Absatzmenge, ab der alle Kosten gedeckt sind. Übersteigt die Absatzmenge diesen Break-even-Punkt übersteigt der Gesamterlös Vs die Gesamtkosten K. Das Unternehmen macht Gewinn.6
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Managementtool Break-even-Analyse und Darstellung der Relevanz für betriebswirtschaftliche Entscheidungen.
2. Grundlegende Überlegungen der Break-even-Analyse: Erläuterung der theoretischen Basis, der deterministischen Modelle sowie einer kritischen Reflexion der Analysemethode.
3. Anwendungsbereiche der Break-even-Analyse im Vertrieb: Analyse der praktischen Einsatzfelder, insbesondere bei Make-or-Buy-Entscheidungen und der Bewertung von Marktdynamiken.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Eignung der Break-even-Analyse als Instrument für vertriebsspezifische Fragestellungen.
Schlüsselwörter
Break-even-Analyse, Gewinnschwelle, Deckungsbeitrag, Vertriebsmanagement, Kostenrechnung, Fixkosten, Variable Kosten, Einproduktmodell, Mehrproduktmodell, Absatzmenge, Erlös, Preispolitik, Make-or-Buy, Handelsvertretung, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Break-even-Analyse, einem bewährten Managementtool, speziell im Kontext des Vertriebsmanagement.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Gewinnschwellenermittlung, verschiedene Berechnungsmodelle sowie die praktische Anwendung auf vertriebsbezogene Entscheidungsprobleme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mittels der Break-even-Analyse Entscheidungen im Vertrieb, wie etwa die Wahl des Vertriebswegs oder Preisanpassungen, quantitativ begründet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse betriebswirtschaftlicher Konzepte und deren Anwendung auf vertriebsspezifische Szenarien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Modellbetrachtungen (Standard-, Ein- und Mehrproduktmodelle) und deren konkrete Anwendung auf vertriebliche Fragestellungen wie den Vergleich von Eigenvertrieb zu Handelsvertretern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Break-even-Analyse, Gewinnschwelle, Vertriebsmanagement, Deckungsbeitrag, Fixkosten und Absatzmenge sind die Kernbegriffe.
Was unterscheidet das Einproduktmodell vom Mehrproduktmodell?
Das Einproduktmodell berechnet die Gewinnschwelle für ein einzelnes Gut, während das Mehrproduktmodell komplexere Strukturen abbildet, bei denen der Deckungsbeitrag über mehrere Stufen zur Deckung der gemeinsamen Fixkosten verteilt wird.
Was genau ist der „Cash-Point“?
Der Cash-Point ist eine Variante des Break-even-Punkts, bei dem die Abschreibungen bei den Fixkosten unberücksichtigt bleiben, um den Punkt zu ermitteln, an dem alle fixen Ausgaben durch den Deckungsbeitrag gedeckt sind.
- Quote paper
- Michael Henghuber (Author), 2009, Break-even-Analyse und ihr Anwendungsbereich im Vertrieb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155753