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Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen Personalgewinnung für die kommunale Feuerwehr

Wie akzeptieren Bevölkerung und Einsatzkräfte verschiedene mögliche Optionen?

Titel: Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen Personalgewinnung für die kommunale Feuerwehr

Bachelorarbeit , 2023 , 88 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Raphael Stober (Autor:in)

Führung und Personal - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Feuerwehrwesen in Deutschland fußt überwiegend auf ehrenamtlichen Kräften, wobei familiäre, berufliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, in Verbindung mit Verlagerungen von Arbeitsplätzen und erhöhten Anforderungen an das Ausbildungsniveau der Feuerwehrleute ein Spannungsfeld zwischen zeitlichem Aufwand und den individuellen Möglichkeiten der einzelnen Einsatzkraft diesen Aufwand auch aufbringen zu können kreieren. Der in Wissenschaft und Medien diskutierte Demographische Wandel stellt neben der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit unter anderem die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme vor Herausforderungen und wird möglicherweise zu einem Anstieg des Durchschnittsalters der Einsatzkräfte, sowie zu einem Nachwuchsmangel führen. Durch diese Rahmenbedingung kann eine personelle Unterbesetzung der Freiwilligen Feuerwehren, wenn getroffene Maßnahmen und Konzepte für die Personalgewinnung fehlschlagen oder nicht ausreichen, drohen.

Zur Problembegegnung bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten des Handelns an, wie die Minderung des Schutzniveaus oder der Erhalt dessen durch finanzielle Ressourcen, Verpflichtung zum Feuerwehrdienst bzw. Akquise und Stärkung freiwilligen Engagementpotenzials. Grenzen der Maßnahmenauswahl sind hierbei, ob dieser Mangel langfristig vorab erkannt wird oder dieser unentdeckt bleibt und kurzfristig in Erscheinung tritt. Daraus ergeben sich folgende Fragestellungen:

Welche Möglichkeiten des Handels bieten sich bei kurzfristig auftretendem und bei langfristig absehbarem Personalmangel?
Wie ist die Akzeptanz dieser einzelnen Handlungsoptionen bei der Bevölkerung?
Wie ist die Akzeptanz dieser einzelnen Handlungsoptionen bei Einsatzkräften der Feuerwehr?

Die Beantwortung dieser Fragestellungen kann abschließend ein allgemeiner Fingerzeig für die Verantwortungsträger sein, einem Personalmangel zu begegnen, auch wenn örtliche Besonderheiten zwingend einer besonderen Betrachtung bedürfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Fundierung

2.1 Personelle Zukunft

2.2 Kompensation kurzfristigen Personalmangels

2.2.1 Eintreffzeit verlängern

2.2.2 Ausrücken mit personeller Unterbesetzung

2.3 Kompensation langfristigen Personalmangels

2.3.1 Pflichtfeuerwehr

2.3.2 Monetäre Maßnahmen

2.3.3 Hauptberufliche Kräfte

2.3.4 Personalsparende Feuerwehrtechnik

2.4 Zwischenfazit

3 Methodik

3.1 Forschungsdesign

3.2 Auswahl der Zielgruppen

3.3 Auswahl der Fragen und Gestaltung des Fragebogens

3.4 Durchführung der Studie

4 Analyse und Handlungsempfehlungen

4.1 Aktueller Forschungsstand

4.2 Wesentliche Erkenntnisse

4.2.1 Stichprobenbeschreibung

4.2.2 Eignung der kurzfristigen Handlungsoptionen

4.2.3 Bevorzugte kurzfristige Handlungsoption

4.2.4 Eignung der langfristigen Handlungsoptionen

4.2.5 Bevorzugte langfristige Handlungsoption

4.2.6 Geschlechtsbezogene Bewertung der Handlungsoptionen

4.2.7 Regionale Bewertung der Handlungsoptionen

4.3 Aussagekraft der Daten

4.4 Interpretation der Daten

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

Anhang

A Fragebogen

B Variablenübersicht

C Freitextantworten zum kurzfristigen Personalmangel

D Freitextantworten zum langfristigen Personalmangel

E Rohdaten als Dateien

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche Maßnahmen zur Sicherstellung des Brandschutzes aus Sicht der Bevölkerung und der Feuerwehrdienstleistenden die höchste Akzeptanz aufweisen, wenn Personalgewinnungsmaßnahmen kurz- oder langfristig versagen. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen aus einer vergleichenden Perspektive zwischen Experten (Feuerwehr) und Laien (Bevölkerung) abzuleiten.

  • Analyse von Kompensationsmaßnahmen bei kurzfristigem Personalmangel
  • Ermittlung von Akzeptanzwerten für verschiedene langfristige Rekrutierungs- und Technikstrategien
  • Gegenüberstellung der Sichtweisen von Feuerwehrangehörigen und der allgemeinen Bevölkerung
  • Berücksichtigung demographischer und geschlechtsbezogener Einflussfaktoren auf die Bewertung
  • Ableitung einer fundierten Entscheidungsgrundlage für kommunale Entscheidungsträger

Auszug aus dem Buch

2.2 Kompensation kurzfristigen Personalmangels

Im vorherigen Abschnitt wurde dargelegt, dass beim kurzfristigen Personalmangel die betroffene Feuerwehr zwar grundlegend über ausreichend Personal verfügen kann, allerdings im konkreten Einsatzfall aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend Kräfte zum Einsatz erscheinen. Es ist auch nicht auszuschließen, dass ein schleichend zunehmender substantieller Personalmangel der einzelnen Feuerwehr nicht erkannt und erst in einem Einsatzfall konkret wahrgenommen wird. Dies kann darin begründet sein, dass Probleme, die sich langfristig ergeben und sich (noch) nicht auf die Struktur der Feuerwehr auswirken, ausgeblendet oder vernachlässigt werden (Prezewowsky, 2007, S. 40).

Als Folge für den konkreten Einsatzfall ergibt sich der Umstand, dass von Führungskräften der Feuerwehr die Entscheidung notwendig wird, ob mit zu wenig Personal ausgerückt wird und ggf. an der Einsatzstelle deshalb zunächst nicht zielgerichtet Hilfe geleistet werden kann. Alternativ hierzu kann abgewartet werden, ob noch weitere Einsatzkräfte hinzukommen. Durch dieses Abwarten ist jedoch ein verspätetes Eintreffen an der Einsatzstelle möglicherweise die Folge. Die Lösung für dieses Dilemma kann Führungskräfte vor Herausforderungen stellen. Wolter führt an, dass eine frühzeitige (Nach-)Alarmierung zusätzlicher Feuerwehrkräfte ein bevorzugtes Mittel der betroffenen Freiwilligen Feuerwehren ist, um diese Engpässe zu kompensieren (2011, S. 164). Er gibt aber im gleichen Zuge zu bedenken, dass diese Option nur bei tatsächlicher Verfügbarkeit der zusätzlich alarmierten Kräfte zum Ziel führt und bei ungenügender Sicherheit, ob dieses Personal auch für den Einsatz verfügbar ist, dieser ausgleichende Effekt ausbleiben kann (Wolter, 2011, S. 164). Ist dieses zusätzlich zu alarmierende Personal in der betroffenen Feuerwehr nicht vorhanden, so müssen benachbarte Feuerwehren zur Kompensation herangezogen werden. Hierbei erscheint zumindest fraglich, ob die Einhaltung der Hilfsfrist (vgl. Abschnitt 2.2.1) durch die (zusätzliche) Alarmierung benachbarter Feuerwehren dauerhaft flächendeckend gewährleistet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen für ehrenamtliche Feuerwehren durch demographischen Wandel und gesellschaftliche Veränderungen sowie die Forschungsfrage der Thesis.

2 Theoretische Fundierung: Erläutert die Grundlagen des Brandschutzes und definiert verschiedene kurz- und langfristige Kompensationsmöglichkeiten bei Personalmangel.

3 Methodik: Beschreibt das Forschungsdesign der Online-Umfrage, die Auswahl der Zielgruppen und die Gestaltung des Fragebogens zur Ermittlung der Akzeptanz.

4 Analyse und Handlungsempfehlungen: Präsentiert die Ergebnisse der Datenauswertung, inklusive der Stichprobenbeschreibung und der Bewertung der einzelnen Handlungsoptionen.

5 Fazit: Fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und ordnet sie in den Kontext der zukünftigen Personalgewinnungsstrategien ein.

Schlüsselwörter

Freiwillige Feuerwehr, Personalmangel, Personalgewinnung, Akzeptanzforschung, Brandschutz, Bevölkerungsschutz, Hilfsfrist, Ehrenamt, Handlungsoptionen, Online-Umfrage, Risikokommunikation, Monetäre Anreize, Berufsfeuerwehr, Feuerwehrtechnik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Thesis analysiert die Möglichkeiten und Grenzen, den Personalmangel bei Freiwilligen Feuerwehren auszugleichen, insbesondere durch verschiedene kurz- und langfristige Handlungsoptionen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Notwendigkeit der Eintreffzeit, der Umgang mit Unterbesetzung, monetäre Anreize für das Ehrenamt, die Unterstützung durch hauptberufliche Kräfte und der Einsatz moderner Feuerwehrtechnik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Maßnahmen zur Sicherstellung des Brandschutzes aus Sicht der Bevölkerung und der Feuerwehrleute die höchste Akzeptanz genießen, wenn die klassische Personalgewinnung versagt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine quantitative Online-Umfrage (Standardisierter Fragebogen), um ein vergleichendes Stimmungsbild zwischen der breiten Bevölkerung und Feuerwehrdienstleistenden zu erfassen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Problematik, die methodische Herleitung der Studie und eine detaillierte deskriptive statistische Analyse der Umfrageergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Freiwillige Feuerwehr, Personalmangel, Ehrenamt, Akzeptanz, Brandschutz und Risikokommunikation.

Warum spielt das "Eintreffzeit-Argument" eine so große Rolle für die Arbeit?

Die Hilfsfrist ist entscheidend für den Einsatzerfolg. Der Autor stellt heraus, dass hier ein Zielkonflikt zwischen dem Warten auf Personal (verspätetes Eintreffen) und dem sofortigen Ausrücken mit Unterbesetzung (Gefahr der mangelnden Wirksamkeit) bei den Befragten kontrovers diskutiert wird.

Wie werden die Ergebnisse zwischen Männern und Frauen verglichen?

Die Arbeit analysiert geschlechtsbezogene Abweichungen in der Akzeptanz, wobei sich bei bestimmten langfristigen Handlungsoptionen wie dem Einsatz von Feuerwehrtechnik deutliche Unterschiede in der Zu- oder Ablehnung zeigten.

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Details

Titel
Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen Personalgewinnung für die kommunale Feuerwehr
Untertitel
Wie akzeptieren Bevölkerung und Einsatzkräfte verschiedene mögliche Optionen?
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
1,5
Autor
Raphael Stober (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
88
Katalognummer
V1557612
ISBN (PDF)
9783389107157
ISBN (Buch)
9783389107164
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Öffentliche Sicherheit Feuerwehr Katastrophenschutz Personalmangel Demographischer Wandel Bevölkerungsschutz Pflichtfeuerwehr Hilfsfrist Freiwillige Feuerwehr Berufsfeuerwehr Brandschutz Aufwandsentschädigung Schutzniveau Kritischer Zimmerbrand
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Raphael Stober (Autor:in), 2023, Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen Personalgewinnung für die kommunale Feuerwehr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1557612
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  88  Seiten
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