Seit der Nachkriegszeit wuchs mit dem wirtschaftlichen Wohlstand auch die verfügbare Freizeit. Die Arbeitszeit verkürzte sich und die Löhne stiegen. Daher hat der Tourismus in diesen Jahren stark an Bedeutung gewonnen und die Tourismusindustrie breitete sich in einem rasanten Tempo aus. Auch der technische Fortschritt hat sich positiv auf den Fremdenverkehr ausgewirkt. Die Einführung von Großraumflugzeugen und günstigen Charterflügen auch nach Übersee öffnete den Markt für viele neue Reiseziele. Mittlerweile macht sich dieser Trend auch sehr stark in den Entwicklungsländern bemerkbar, die ein enormes Ansteigen der Übernachtungszahlen ausländischer Touristen registrieren können. Dieser verstärkte Tourismus in die Länder der Dritten Welt hat jedoch große Auswirkungen auf das jeweilige Zielland und auf die dort lebende Bevölkerung, die im Folgenden näher erläutert werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
I Ferntourismus in Entwicklungsländern
1 Allgemeines zum Ferntourismus in Entwicklungsländern
1.1 Geschichte und Entwicklung des (Fern-) Tourismus
1.2 Voraussetzungen für den Tourismus in EL
1.3 Bedeutung und Ziele des Tourismus für EL
2 Vorteile des EL- Tourismus
3 Nachteile des Tourismus
II Tourismus in Mexiko
4 Allgemeine Fakten
5 Entwicklung des Tourismus
6 Touristisches Potential
7 Tourismusformen
7.1 Grenztourismus
7.2 Binnentourismus
7.3 Badetourismus
7.4 Kulturtourismus
7.5 Kreuzfahrttourismus
8 Staatlich geförderte Fremdenverkehrsentwicklung
8.1 Entwicklung und Aufgabe von FONATUR
8.2 Projekte von FONATUR
8.2.1 Cancún
8.2.2 Ixtapa-Zihuatanejo
8.2.3 Los Cabos
8.2.4 Loreto
8.2.5 Huatulco
8.3 Fazit
9 Auswirkungen des Tourismus in Mexiko
9.1 Informeller Sektor
9.2 Negative Auswirkungen des Tourismus in MEXIKO
9.2.1 Ökonomische Auswirkungen
9.2.2 Soziokulturelle Auswirkungen
9.2.3 Ökologische Auswirkungen
9.3 Positive Auswirkungen des Tourismus in Mexiko
9.3.1 Ökologische Positivwirkungen
9.3.2 Soziokulturell
9.4 Ökotourismus als Alternative?
10 Ausblick, Fazit, Zukunftsprognose
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des internationalen Ferntourismus auf Entwicklungsländer, wobei der Fokus auf Mexiko als Fallbeispiel liegt. Dabei wird analysiert, inwiefern der Tourismus als Motor für wirtschaftliches Wachstum und Regionalentwicklung fungieren kann, welche sozioökonomischen und ökologischen Probleme er verursacht und welche Rolle staatliche Förderprogramme wie FONATUR bei der touristischen Erschließung spielen.
- Wirtschaftliche Bedeutung und Auswirkungen des Ferntourismus in Entwicklungsländern.
- Touristische Angebotsformen und Potenziale in Mexiko.
- Staatliche Förderung der Fremdenverkehrsinfrastruktur (Projekt FONATUR).
- Ökologische Folgen und ökologische Herausforderungen an touristischen Standorten.
- Soziokulturelle Konsequenzen sowie informelle Wirtschaftsstrukturen.
- Zukunftsperspektiven für einen nachhaltigeren Tourismus (Ökotourismus).
Auszug aus dem Buch
Staatlich geförderte Fremdenverkehrsentwicklung
Die Idee, neue Badezentren zu errichten, stammt von einer Gruppe von Managern der Bank von Mexiko, die 1966 nach Möglichkeiten suchten, die Devisenbilanz des Landes zu verbessern. Mexikos außergewöhnlich gute touristische Voraussetzungen wie die kulturellen und landschaftlichen Gegebenheiten sollten dabei optimal in der Fremdenverkehrswirtschaft umgesetzt werden. Bis dahin konzentrierte sich der Badetourismus fast ausschließlich auf Acapulco, in dem 75% aller Strandurlauber untergebracht waren. So machte man sich auf die Suche nach noch nicht genutzten Standorten zum groß angelegten Aufbau neuer Badeorte. In den folgenden Jahren wurden sechs periphere Regionen erschlossen, die bisher kaum oder noch gar nicht touristisch erschlossen waren und kaum andere Entwicklungsmöglichkeiten besaßen. Diese Gebiete waren Cancún an der bisher kaum besiedelten Karibikküste, Ixtapa-Zihuatanejo und Puerto Escondido an der südlichen Pazifikküste, Los Cabos und Loreto auf der Halbinsel Baja California und Huatulco als letztes und bisher größtes Projekt auch am Pazifik.
Zuerst wurde dazu 1969 die INFRATUR (Fondo de Promoción de Infraestructura Turística) gegründet, die mit der Planung der ersten drei Projekte betraut wurde. 1974 wurde INFRATUR zur staatlich kontrollierten Behörde FONATUR (Fondo Nacional de Fomento al Turismo - Nationalfonds zur Förderung des Tourismus) umgewandelt. Deren Aufgaben bestanden darin zum einen schon bestehende Touristenorte durch Kreditvergabe und Beratung zu verbessern, zum anderen die neuen Tourismuszentren zu planen, zu erschließen und zu vermarkten. Die Projekte werden mindestens 25 Jahre von der FONATUR betreut. Die Behörde übernimmt auch die Vermarktung im In- und Ausland. Bei den neuen Projekten wird außerdem viel Wert auf die Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung gelegt. Alle Projekte erfolgen nach einem einheitlichen Planungsschema. Hotelzone und Wohngebiete der einheimischen Bevölkerung sollen räumlich voneinander getrennt sein, die touristischen Einrichtungen und die gesamte Infrastruktur werden von der Behörde angelegt und stehen unter deren Kontrolle.
Zusammenfassung der Kapitel
I Ferntourismus in Entwicklungsländern: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen des internationalen Tourismus in Entwicklungsländern dar, inklusive dessen Bedeutung, Zielsetzungen sowie den generellen Vor- und Nachteilen für die Zielgebiete.
II Tourismus in Mexiko: Hier wird der Tourismus in Mexiko detailliert betrachtet, angefangen bei allgemeinen Fakten und der Entwicklung bis hin zu den verschiedenen touristischen Formen wie Grenz-, Binnen-, Bade- und Kulturtourismus.
8 Staatlich geförderte Fremdenverkehrsentwicklung: Dieses Kapitel behandelt die Gründung und Aufgaben von FONATUR sowie die staatlich geplanten Tourismusprojekte in Mexiko, von Cancún bis Huatulco.
9 Auswirkungen des Tourismus in Mexiko: Es werden die verschiedenen negativen sowie positiven Auswirkungen des Tourismus auf Mexiko analysiert, wobei besonders der informelle Sektor, ökologische Folgen und soziokulturelle Aspekte im Mittelpunkt stehen.
10 Ausblick, Fazit, Zukunftsprognose: Das abschließende Kapitel fasst die bisherigen Erkenntnisse zusammen und wagt eine Prognose über die zukünftige Entwicklung des mexikanischen Tourismusmarktes im Kontext einer angestrebten Nachhaltigkeit.
Schlüsselwörter
Ferntourismus, Entwicklungsländer, Mexiko, FONATUR, Badeorte, Kulturtourismus, Binnentourismus, ökologische Auswirkungen, soziokulturelle Auswirkungen, informeller Sektor, Tourismusplanung, Nachhaltigkeit, Deviseneinnahmen, regionale Disparitäten, Ökotourismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des internationalen Ferntourismus am Beispiel von Mexiko und untersucht, wie dieses Land den Tourismus als Instrument der wirtschaftlichen Entwicklung einsetzt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die staatliche Tourismusförderung (FONATUR), verschiedene Tourismusformen (Bade-, Kultur-, Grenz- und Binnentourismus), der informelle Sektor sowie die ökologischen und sozialen Konsequenzen des massiven Touristenaufkommens.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mexiko den Tourismus zur Verbesserung der Devisenbilanz und für die regionale Entwicklung nutzt, und dabei kritisch zu hinterfragen, ob die ökologischen und sozialen Kosten langfristig tragbar sind.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Es handelt sich um eine geographisch-wirtschaftliche Fallstudienarbeit, die auf einer fundierten Auswertung von statistischen Daten, Fachliteratur und Berichten zu den staatlichen Tourismusprojekten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zum Tourismus in Entwicklungsländern sowie eine detaillierte Untersuchung Mexikos, unterteilt in die touristische Angebotsstruktur, staatliche Planungskonzepte und eine differenzierte Auswirkungsanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Ferntourismus, Entwicklungsländer, Mexiko, FONATUR, Nachhaltigkeit, informeller Sektor und ökologische Auswirkungen.
Warum ist Cancún ein so prominentes Beispiel in dieser Arbeit?
Cancún dient als bestes Beispiel für ein von FONATUR geplantes, erfolgreiches Projekt, das die wirtschaftliche Transformation einer Region zeigt, aber auch die damit verbundenen infrastrukturellen und ökologischen Herausforderungen verdeutlicht.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des informellen Sektors?
Der informelle Sektor wird als eine Reaktion auf unzureichende formelle Strukturen und hohe Arbeitslosigkeit betrachtet, der einerseits eine wichtige Existenzgrundlage bietet, andererseits aber in Konkurrenz zum formellen Sektor steht und oft mit ökologischen Problemen assoziiert wird.
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- Bettina Müller (Author), 2007, Auswirkungen des Ferntourismus auf Entwicklungsländer am Beispiel Mexiko, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155805