Die vorliegende Arbeit verfolgt die Ziele, Emotionen in Lehr-Lernsituationen zu identifizieren und Ansätze zur ressourcenorientierten Bearbeitung von Emotionen in Lehr-Lernsituationen für Teilnehmer*innen abzuleiten. Ebenso möchte die Arbeit handlungsorientierte Impulse für die Wahrnehmung, das Erkennen und für die Verarbeitung von Emotionen und resilienzfördernden Kompetenzen aufzeigen. In Kapitel 2 erfolgt die theoretische Fundierung der Forschungsfrage. Die Erkundung der sehr umfangreichen Literatur zum Emotionsbegriff, dem aktuellen Forschungsstand von Emotionen im Lernprozess und in der Arbeitswelt, bieten eine Orientierung über die grundlegendsten Aspekte zur Relevanz der Forschungsfrage. Zur Würdigung des systemtheoretischen Ansatzes in der Erwachsenenpädagogik bezieht die Arbeit die Makro- und die Mesoebene mit ein und widmet sich im weiteren Verlauf dem Lernen aus sozialkonstruktivistischer Perspektive. Die modernen, didaktischen Überlegungen zur Gestaltung von Lehr-Lernsituationen bauen auf diesem Weltbild auf. Sie sind aufgrund der aktuellen Transformationen in der betrieblichen Weiterbildung auf Mikroebene von Bedeutung. Das Kapitel 2 befasst sich daher mit einem Überblick zu den Zielen und den Formaten der betrieblichen Weiterbildung sowie mit Resilienz in der Arbeitswelt und Resilienztraining als Angebot in der betrieblichen Weiterbildung. Es schließt mit einer Auseinandersetzung zu einer im Forschungsprozess zusätzlich aufgetretenen Frage in Bezug auf Emotionen und Resilienz als Megakompetenzen. Zur genauen Untersuchung der Forschungsfrage fokussiert die vorliegende Arbeit auf die Analyse der Wahrnehmung und Bearbeitung von Emotionen auf mikrodidaktischer Ebene unter Berücksichtigung konkreter Interessen- oder Nutzungserwartungen. Das qualitative Forschungsdesign dieser Arbeit wird in Kapitel 3 vorgestellt. Aufgrund der vielschichtigen Literatur mit ihren unterschiedlichen Deutungsperspektiven auf der einen Seite und dem Erkenntnisinteresse des Autors der vorliegenden Arbeit auf der anderen Seite, berufspraktische Meinungen, Perspektiven und Erfahrungswerte zu ergründen, wird die empirische Erhebung der Daten mit qualitativen Expert*innen-Interviews erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsfrage
1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Emotionen – Begriffsbestimmung
2.2 Emotionsforschung – ein Überblick
2.2.1 Emotionen im Lernprozess
2.2.2 Emotionen in der Arbeitswelt
2.3 Lernen aus (sozial-) konstruktivistischer Perspektive
2.4 Betriebliche Weiterbildung
2.4.1 Ziele der betrieblichen Weiterbildung
2.4.2 Formate der betrieblichen Weiterbildung
2.5 Resilienz und Resilienztraining
2.5.1 Resilienz – Begriffsbestimmung
2.5.2 Bedeutung von Resilienz in der Arbeitswelt
2.5.3 Ziele und Methoden im Resilienztraining
2.6 Emotionale Kompetenz und Resilienz – eine Metakompetenz?
3 Forschungsdesign – Expert*in-Interview
3.1 Leitfadengestütztes Expert*in-Interview
3.2 Auswahl der Wissensträger*innen
3.3 Durchführung der Expert*innen-Interviews
3.4 Durchführung der Expert*innen-Interviews – Interviewleitfaden
3.5 Forschungsdesign – Auswertung Expert*in-Interview
3.5.1 Transkription
3.5.2 Qualitative Inhaltsanalyse
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Das Selbstbild von Weiterbildner*innen
4.2 Relevanz von Emotionen im Lernprozess
4.2.1 Die Ebenen in Lehr – Lernsituationen
4.2.2 Emotionale Momente im Lernprozess
4.3 Didaktik und Methodik
4.3.1 Kompetenzentwicklung der Teilnehmer*innen
4.3.2 Kompetenzentwicklung der Weiterbildner*innen
4.4 Resilienz
5 Diskussion und Reflexion der Ergebnisse
5.1 Diskussion und Reflexion in Bezug auf emotionale Momente
5.2 Diskussion und Reflexion in Bezug auf die Gestaltung von Lehr- Lernsituationen
5.3 Diskussion und Reflexion in Bezug auf Resilienztraining
5.4 Herausforderungen und Chancen der Expert*innen-Interviews
6 Resümee und Ausblick
6.1 Resümee der wichtigsten Ergebnisse
6.2 Implikationen für die betriebliche Weiterbildungspraxis
6.3 Persönliche Wahrnehmungen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von emotionalen Momenten in der betrieblichen Weiterbildung auf die Gestaltung von Lehr-Lernsituationen, insbesondere am Beispiel von Resilienztrainings, um ressourcenorientierte Ansätze für das emotionale Lernen von Erwachsenen zu identifizieren.
- Analyse der Bedeutung von Emotionen für Lernprozesse.
- Erforschung von emotionalen Momenten aus der Sicht von Weiterbildnern und Experten.
- Ableitung didaktischer Impulse für eine resilienzfördernde Arbeitswelt.
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen emotionaler Kompetenz und Resilienz.
- Qualitative Auswertung durch Experteninterviews zu Bildungsprozessen in Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Emotionen – Begriffsbestimmung
Die Literaturrecherche, mit dem Ziel einer begrifflichen Bestimmung von Emotionen, gestaltet sich aufgrund einer unübersichtlichen Auswahl an Literatur und den darin beinhalteten Zugängen und Perspektiven (Grotlüschen & Pätzold, 2020, S. 49) über den Charakter und die Bedeutsamkeit von Emotionen (Izard, 1994, S. 18) als sehr mühsam. In diesem Zusammenhang konstatiert Gieseke (2016, S. 53), es existiert eine Unzahl an Definitionen von Emotionen. Kleinginna & Kleinginna (1981, S. 355–376) beziffern bereits im Jahr 1981 die Anzahl auf 92 Definitionen von Emotionen, welche sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund der neurowissenschaftlichen Entwicklungen deutlich erhöht hat (Dietel, 2012, S. 139; Kupiek, 2020, S. 48).
Nach Izard (1994) sind Emotionen ein komplexes Phänomen (S. 20), welches eng mit unserem Körper (Vendrell Ferran, 2008, S. 212) verbunden ist. Die situationsbezogenen Emotionen, welche ein Mensch wahrnimmt und fühlt, sind von verschiedenen Faktoren abhängig und können angenehm oder unangenehm wahrgenommen werden. Einflüsse aus dem soziokulturellen Umfeld und individuelle Erfahrungen sind nicht nur daran beteiligt, wie Gefühlsäußerungen erlernt und verändert werden, sondern auch, was ein Gefühl auslöst und welche Handlungen daraus resultieren (Izard, 1994, S. 23; Röttger-Rössler, 2023, S. 177; Vendrell Ferran, 2008, S. 177). Hierzu führt Arnold (2019a, S. 12) aus, Emotionen als programmähnliche Bewertungsmuster zu verstehen. Diese Bewertungsmuster zeigen sich, wenn Personen in neuen oder Unsicherheit erzeugenden Situationen erlernte Handlungen auf die aktuelle Situation übertragen. Emotionen dienen damit der Orientierung (R. Arnold, 2019a, S. 38). Eine weitere Perspektive nach Schmidt-Atzert et al. (2014) ist, dass Emotionen in der Wissenschaftstheorie als etwas Natürliches betrachtet werden. Emotionen lassen unmittelbare, mit dem Ereignis in Zusammenhang stehende Gefühlsempfindungen entstehen und führen zu einem bestimmten Verhalten sowie zu körperlichen Reaktionen (Schmidt-Atzert et al., 2014, S. 18).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Emotionen und Resilienz in einer volatilen Arbeitswelt ein und formuliert die Forschungsfrage zur Gestaltung von Lehr-Lernsituationen.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit theoretisch, indem es Emotionen definiert, die Emotionsforschung beleuchtet und Konzepte wie Resilienz und betriebliche Weiterbildung integriert.
3 Forschungsdesign – Expert*in-Interview: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, welches auf leitfadengestützten Experteninterviews und einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring basiert.
4 Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde aus den Experteninterviews, unterteilt in das Selbstbild der Lehrenden, die Relevanz von Emotionen und die didaktische Gestaltung.
5 Diskussion und Reflexion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden kritisch diskutiert, wobei insbesondere die emotionalen Momente und deren Einfluss auf die Lehr-Lernpraxis reflektiert werden.
6 Resümee und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und leitet Implikationen für die Praxis sowie Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten ab.
Schlüsselwörter
betriebliche Weiterbildung, Didaktik, Emotionen, Methodik, Resilienz, Selbstfürsorge, Selbstwirksamkeit, Systemtheorie, Lehr-Lernsituationen, Kompetenzentwicklung, qualitative Inhaltsanalyse, Arbeitswelt, emotionale Kompetenz, Transformation, Lernprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Emotionen auf die Gestaltung von betrieblichen Lehr-Lernsituationen und wie diese zur Entwicklung von Resilienz beitragen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Bereiche der Emotionspsychologie, die betriebliche Weiterbildung, das Resilienztraining sowie die systemische Didaktik in der Erwachsenenbildung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, emotionale Momente in betrieblichen Weiterbildungen zu identifizieren und daraus Handlungsansätze für eine ressourcenorientierte Gestaltung von Lehr-Lernsituationen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf sechs leitfadengestützten Experteninterviews und einer systematischen Inhaltsanalyse nach Mayring basiert.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine empirische Darstellung der Expertenmeinungen zur emotionalen Gestaltung von Weiterbildungen und eine anschließende wissenschaftliche Reflexion.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Resilienz, emotionale Kompetenz, Didaktik, systemische Perspektiven und die Rolle der Weiterbildner als Gestalter von Lernprozessen.
Welche Rolle spielen "Magic Moments" im Lernprozess?
Diese als "Magic Moments" oder "Regenbogen-Momente" bezeichneten Ereignisse beschreiben besonders emotionale transformatorische Erfahrungen, die eine nachhaltige Veränderung im Denken der Lernenden bewirken können.
Warum ist Resilienztraining ohne Emotionen laut den Experten nicht wirksam?
Die Experten betonen, dass Bildung ohne emotionale Integration oberflächlich bleibt; erst die bewusste Arbeit mit Emotionen ermöglicht einen echten Transfer und die Entfaltung persönlicher Potenziale.
- Arbeit zitieren
- Maik Bucksch (Autor:in), 2024, Der Einfluss von Emotionen in der betrieblichen Weiterbildung auf die Gestaltung von Lehr-Lernsituationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1558496