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Go to shop › History of Germany - 1848, Empire, Imperialism

Der Hereroaufstand

Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte

Title: Der Hereroaufstand

Seminar Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nina Schmeichler (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Der Hereroaufstand entwickelte sich im Kriegsverlauf immer mehr zu einem erbitterten Kampf gegen das ganze Volk der Herero. Wie ich unter Drittens versucht habe darzustellen, handelte es sich meiner Meinung nach bei dem Krieg gegen die Herero um einen Völkermord. Es wurden schätzungsweise 80% der Herero ausgelöscht. Auch Kinder, Frauen und Greise wurden gezielt in den Konzentrationslagern ihrem Schicksal überlassen. Die Geschichte zu den Lagern musste in meiner Arbeit leider relativ kurz ausfallen, da die Arbeit sonst zu riesig geworden wäre. Trotzdem war es eine wichtige und einschneidende Entwicklung im Kriegsverlauf, in welcher viele Kriegsverbrechen begangen wurden. Vor allem die Herero- Frauen waren in den Lagern völlig den Deutschen ausgeliefert und es gab unzählige Vergewaltigungen. Die Herero waren gezwungen in die Wüste zu flüchten und mussten dort verdursten und verhungern, weil die Wege zurück abgeriegelt waren und die deutschen Soldaten die Wasserstellen besetzten. Nach dem Krieg waren sie gezwungen für die Deutschen zu arbeiten und durften ihre eigenen Traditionen nicht weiter ausleben. Auch die Sekundärliteratur zu diesem Thema positioniert sich größtenteils auf die Seite, dass es sich um einen Völkermord handelt. Jürgen Zimmerer bezeichnet es als den ersten deutschen Genozid. Medardus Brehl bezeichnet es auch ganz klar als Völkermord. Ebenso wie Horst Drechsler. Oftmals wird der Hereroaufstand mit der Genozidforschung in Verbindung gebracht. Auch die deutsche Bundesregierung hat 100 Jahre später ihre Schuld anerkannt.
„2004 bekannte sich Deutschland zur Schuld in der Kolonialzeit. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul erkannte das Verbrechen an den Herero und Nama als Völkermord an.“
Der Hereroaufstand ein wirklich dunkles Kapitel der deutschen Geschichte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die wichtigsten Fakten des Hereroaufstandes

1.1. Die Ursachen des Aufstandes

1.2. Ausbruch des Krieges

1.3. Die erste Phase des Krieges

1.4. Die zweite Phase des Krieges

1.5. Die Schlacht am Waterberg

2. Trothas Pläne mit den Herero

2.1. Quelle: Trotha an Schlieffen

Trotha an Schlieffen am 4. Oktober 1904

2.2. Verbindung des Briefes und des Vernichtungsbefehls

2.3. Sinn und Zweck des Briefes

3. Der Kampf gegen die Herero: ein Völkermord?

3.1. Definition Völkermord

§ 6 Völkermord

3.2. Der Kampf gegen die Herero: ein Völkermord!

3.2.1. Körperliche und seelische Schäden der Herero durch KZs

3.2.2. Lebensbedingungen, die die körperliche Zerstörung der Herero herbeiführten

3.2.3. Die gewaltsame Einführung der Herero in eine andere Gruppe

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Hereroaufstand im Kontext des deutschen Imperialismus und analysiert die Frage, ob es sich bei dem Vorgehen der deutschen Schutztruppe um einen Völkermord handelte.

  • Historische Einordnung des Hereroaufstandes (1904-1907)
  • Militärische Strategien unter Generalleutnant von Trotha
  • Analyse des Vernichtungsbefehls und korrespondierender Korrespondenz
  • Untersuchung der Konzentrationslager und deren Lebensbedingungen
  • Rechtliche Einordnung der Kriegsereignisse anhand moderner Völkermord-Definitionen

Auszug aus dem Buch

2.3. Sinn und Zweck des Briefes

Durch diese ganzen Verbindungen zwischen dem Befehl und dem Brief, lässt sich vermuten, dass der Brief den Zweck der Erklärung und der Rechtfertigung erfüllen soll. Trotha erhofft sich durch den Brief auch eine Unterstützung des Generaloberst, denn er stellt die Vernichtung der Herero als einzig richtige Reaktion auf deren Aufstand vor. Er bietet zwar als Alternativmöglichkeit auch deren Ausweisung an, aber wenn man das genau betrachtet, kommt die Ausweisung auch einer Vernichtung gleich, da sie einen langen Marsch durch die Wüste bedeuten würde. Da die Wasserstellen durch die Deutschen besetzt werden, würden die Herero auf diese Art genauso vernichtet werden, nur langsamer und nicht direkt durch die Hand der Deutschen. Außerdem stellt Trotha diese Alternative immer hinten an, wodurch ja symbolisiert wird, welche die erste und beste Möglichkeit ist. Der Satzbau symbolisiert das Gleiche „ Ich glaube, daß die Nation als solche vernichtet werden muß, oder, wenn dies durch taktische Schläge nicht möglich war, operativ und durch die weitere Detail- Behandlung aus dem Lande gewiesen wird.“ Der erste Teilsatz müsste eigentlich mit einem Ausrufezeichen enden, denn die Herero müssen vernichtet werden! Durch dieses „muß“ bekommt der erste Teilsatz viel mehr Gewicht als der zweite und somit ja auch dessen Inhalt. Die Vernichtung ist also ein Muss, während die Ausweisung aus dem Lande nur dann greift, wenn die Vernichtung durch taktische Schläge nicht möglich ist. Es handelt sich bei der Alternative der Ausweisung also lediglich um Plan B.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die wichtigsten Fakten des Hereroaufstandes: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Ursachen, den Kriegsverlauf und die entscheidende Schlacht am Waterberg.

2. Trothas Pläne mit den Herero: Es wird die Korrespondenz zwischen Trotha und Schlieffen analysiert, um die Absichten hinter dem Vernichtungsbefehl zu verdeutlichen.

3. Der Kampf gegen die Herero: ein Völkermord?: Hier erfolgt die rechtliche Bewertung der Ereignisse unter Anwendung der Definition von Völkermord, inklusive einer Analyse der Konzentrationslager und der Unterdrückung der Herero.

Schlüsselwörter

Hereroaufstand, Deutscher Imperialismus, Völkermord, General von Trotha, Schutztruppe, Konzentrationslager, Vernichtungsbefehl, Kolonialgeschichte, Namibia, Samuel Maharero, Rassenkampf, Kriegsverbrechen, Unterdrückung, Wasserstellen, Völkerstrafgesetzbuch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich kritisch mit dem Hereroaufstand im damaligen Deutsch-Südwestafrika und dem Verhalten der deutschen Kolonialmacht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Ursachen des Aufstandes, die militärische Kriegsführung unter General von Trotha und die Analyse, ob das deutsche Vorgehen als Völkermord einzustufen ist.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand historischer Fakten und Quellen zu klären, ob der Kampf gegen die Herero juristisch und moralisch als Völkermord zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historische Quellenanalyse, wobei sie Briefe, Proklamationen und einschlägige Sekundärliteratur zur Argumentationsführung heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Kriegsverlaufs, die Untersuchung der Briefe Trothas und die Prüfung der einzelnen Tatbestände einer Völkermord-Definition.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Hereroaufstand, Vernichtungsbefehl, Rassenkampf und Völkermord.

Welche Rolle spielten die Konzentrationslager in der Argumentation?

Die Autorin führt die Zustände in den Konzentrationslagern als zentrales Beweismittel für die systematische körperliche Zerstörung des Herero-Volkes an.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von General von Trotha?

Trotha wird als Hauptverantwortlicher für die rücksichtslose Kriegsführung dargestellt, der durch seine Proklamation und Korrespondenz die Vernichtungsabsicht gegenüber den Herero maßgeblich vorantrieb.

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Details

Title
Der Hereroaufstand
Subtitle
Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Course
Seminar: Deutscher Imperialismus
Grade
1,7
Author
Nina Schmeichler (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V155857
ISBN (eBook)
9783640692101
ISBN (Book)
9783640692446
Language
German
Tags
Hereroaufstand Völkermord deutsche Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Schmeichler (Author), 2009, Der Hereroaufstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155857
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