Web 2.0 in Lehr- und Lernprozessen

Eine kurze Darstellung von Wiki, Web 2.0 und CMS


Referat (Ausarbeitung), 2009

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung - Web 2.0

2 Was sind Wikis?

3 Bekannte Wikis

4 Wikis in Lehr- und Lernprozessen

5 Fazit

Literatur

1 Einleitung - Web 2.0

An den technologischen Entwicklungen der letzten 20 Jahre, von den Anfän­gen des Internets über die Verbreitung des World-Wide-Webs (WWW) bis zum Web 2.0, kommt vermutlich niemand dauerhaft vorbei. Auch für Lehr- und Lernsituationen sind einige der entstandenen Technologien sinnvoll nutzbar.

Das Internet selbst stellt zunächst nur eine Infrastruktur zur Datenübertra­gung bereit, die durch verschiedene Dienste genutzt wird. Die bekanntesten sind sicherlich E-Mail und das WWW, durch deren Verbreitung das Internet mehr und mehr zu einem Massenmedium wurde. Das WWW war von Anfang an auf Interaktivität ausgelegt. Tim Berners-Lee1hat in einem Interview gesagt: „Web 1.0 was all about connecting people. It was an interactive space [...]" Je­doch hat sich, gerade im Zuge der zunehmenden Verbreitung, die Relation von Autoren zu Rezipienten hin zu einem deutlichen Überhang von Lesern entwi­ckelt.

Seit einigen Jahren zeigt sich eine veränderte Entwicklung. Immer häufiger werden Inhalte nicht zentral von wenigen Personen bereit gestellt, sondern durch viele Benutzer zusammengetragen. Ein beliebtes Beispiel ist die Wikipedia, die vom Umfang und teilweise auch im Bereich der Qualität2anderen Enzyklopä- dien überlegen ist.

Ausschlaggebend für den Web 2.0-Charakter einer Web-Anwendung ist, dass Inhalte mit sehr geringen technischen Vorkenntnissen präsentiert werden kön­nen. Spezielle Software ist im Allgemeinen nicht erforderlich.

2 Was sind Wikis?

Der Begriff Wiki kommt aus dem hawaianischen und bedeutet schnell. Ein Wiki ist demnach eine Software mit der schnell und unkompliziert Webseiten verän­dert werden können.

Für eine Webpräsenz waren im „Web 1.0" eine ganze Reihe von Vorausset­zungen zu erfüllen. Neben den technisch notwendigen Dingen, wie dem Vor­halten eines Servers im Netz mit der entsprechenden Software, musste auch derjenige, der die Inhalte bereitstellt, FTP3-Programmen bedienen können und die Beschreibungssprache HTML4beherrschen. Um Inhalte zu verändern war immer ein gewisser Aufwand nötig und je nach gewünschtem Komfort muss­ten spezielle Programme verwendet werden.

Bei der Benutzung von Wikis ist dies anders. Grundsätzlich gibt es natürlich immer noch einen Server, auf welchem die notwendige Software läuft (die so­genannte Wiki-Engine) und die Installation sowie die Wartung dieses Systems erfordert nach wie vor technische Know-How. Allerdings ist das Einstellen von Inhalten davon losgelöst. (s. Abb. 1)

Hier benötigt der Autor nur noch einen Browser um seine Seiten zu verän­dern. Die Wiki-Idee geht sogar noch einen Schritt weiter und erlaubt jedem Le­ser auch Veränderungen vorzunehmen. Bei einem Wiki handelt es sich also um ein einfaches Content-Management-System.

Der folgende Vergleich beschreibt den Unterschied zwischen einer herkömm­lichen statischen Webseite und einem Wiki:

Eine Webseite ist ein Schaukasten, in dem ein Plakat hängt. Für diesen Schau­kasten gibt es eine begrenzte Anzahl von Schlüsseln, bei wenig relevanten In-

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Struktur eines Wikis aus technischer Perspektive. (Quelle: Ebers­bach et al. 2008: S. 22)

halten vermutlich nur einen. Derjenige, der den Schaukasten mit neuen Plaka­ten bestückt ist der Autor der Webseite. Irgendwann verliert der Autor die Lust oder Zeit die Plakate im Schaukasten regelmäßig zu aktualisieren und die Seite liegt brach. Ein Wiki hingegen ist eher als eine Wandtafel zu sehen. Vor der Ta­fel steht ein bisschen Kreide damit jeder, der vorbeikommt, die Seite verändern kann. Unsere Tafel hat noch einige praktische Zusatzfunktionen: Zum Beispiel kann man einzelne Wörter markieren, und wenn man diese berührt, erscheint eine andere Tafel (eine ähnliche Funktion hat der Schaukasten jedoch auch). We­sentlich wichtiger ist das eingebaute Gedächtnis. Die Tafel vergisst nichts von dem, was einmal auf ihr gestanden hat. Alle Änderungen können rückgängig gemacht werden.

Wie oben beschrieben, sind Wikis also darauf ausgelegt mit minimalem Auf­wand Webseiten zu verändern. Wer bei dem Besuch eines Wikis eine Änderung vornehmen möchte, klickt auf einen Link, häufig in Form eines Knopfes, und es öffnet sich eine Bearbeitungsansicht, in der die Inhalte eingegeben werden kön­nen. Je nach Einsatzzweck ist es durchaus möglich die Rechte zu beschränken. Es muss nicht zwingend jedem die Möglichkeit gegeben werden Veränderun- gen vornehmen zu können. Je nach verwendeter Software kann eine Benutzer­verwaltung vorgenommen werden. Die Möglichkeiten Formatierungen vorzu­nehmen sind begrenzt und werden mit sehr einfachen Befehlen erreicht. Links zwischen Wiki-Seiten werden entweder mittels CamelCase, also zwei Großbuch­staben in einem Wort, oder eckigen Klammern gekennzeichnet. Je nach ver­wendeter Wiki-Engine können auch Bilder oder andere Medien eingebunden werden. Das verwendete Gedächtnis wird Versionierung genannt und erlaubt jede ältere Version der Seite wiederherzustellen. Es existiert zu jeder Seite eine Liste aller Veränderungen (History-of-Changes). Dort lassen sich Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen anzeigen oder die Änderungen rückgängig machen. Häufig ist auch der Autor und ein Kommentar zur Änderung zu se­hen. Die einzelnen Seiten innerhalb eines Wikis sind nicht hierachisch geordnet, sondern nicht-linear unterneinander verlinkt.5Neue Seiten werden dadurch er­stellt, dass ein Link erzeugt wird dessen Ziel noch nicht existiert. Beim Auswäh­len dieses Links wird die leere Seite zum Bearbeiten geöffnet.

Die Idee einer Zusammenarbeit in dieser oder ähnlicher Form existierte schon vor der Einführung des WWW. Das erste Wiki in der heutigen Form wurde 1995 vom Softwareentwickler Ward Cunningham erstellt. Um die Kommunikation zwischen Programmieren zu vereinfachen, programmierte er sein WikiWikiWeb. Heute gibt es viele verschiedene Wiki-Engines mit unterschiedlichen Zielgrup­pen. Je nach Bedarf kann eine einfach zu kofigurierende Software benutzt wer­den, die ohne Datenbank auskommt sondern die Daten im Dateisystem ablegt, oder es kann beispielsweise auf den performanten Giganten MediaWiki zurück­gegriffen werden, welcher mit der Wikipedia zeigt, dass er mit riesigen Daten­mengen und hohen Zugriffszahlen umgehen kann.

3 Bekannte Wikis

Die Anzahl der existierenden Wikis ist riesig. Viele davon haben vermutlich einen sehr begrenzten Nutzerkreis oder sind überhaupt nicht öffentlich und werden zum Beispiel für eine interne Firmenkommunikation benutzt. In die­sem Kapitel werden einige Wikis kurz vorgestellt und mit der Wikipedia wird

ein Projekt etwas genauer betrachtet, welches unter anderem mit Hilfe der Wiki- Idee zu einer enormen Bekanntheit gekommen ist.

- Wikipedia

„Wikipedia [...] ist eine im Januar 2001 gegründete freie Online-Enzyklo- pädie in zahlreichen Sprachen. Der Name Wikipedia ist ein Kofferwort, das sich aus ,Wiki', der mit dem hawaiischen Wort für ,schnell' bezeich- neten Technologie zur kollektiven Erstellung von Internetseiten, und En­cyclopedia', einer der englischen Schreibweisen des Wortes Enzyklopädie, zusammensetzt." (Wikipedia 2009c)

- Wiktionary

Wiktionary ist ein weiteres Projekt der Wikimedia Foundation, welcher auch die Adresse wikipedia.org gehört. Wiktionary ist ein freies Wörter­buch mit mitlerweile über 90.000 Einträgen in der deutschsprachigen Ver­sion. (Vgl. Wikipedia 2009d)

- Wikiquote

Bei Wikiquote handelt es sich um eine freie Zitatesammlung. Auch Wiki­quote ist ein Projekt der Wikimedia-Foundation.

- ZIVWiki

Das ZIVWiki ist ein Angebot des Zentrums für Informationsverarbeitung (ZIV) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Hier werden vor allem Anleitungen für die Benutzung der Einrichtungen des ZIV (W-Lan, zentrale Drucker, u. v. m.) von Mitarbeitern und Studierenden bereitge­stellt.

- ZUM-Wiki

Im ZUM-Wiki werden Inhalte zum Thema Lehren und Lernen bereitge­stellt. Dieses Wiki gehört zum Angebot des Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V..

Diese Liste ließe sich beliebig erweitern. Das vermutlich bekannteste Wiki ist die Wikipedia. Am 17. Mai 2009 ent­hält die deutschsprachige Wikipedia, nach eigenen Angaben, 931.046 Artikel.

[...]


1Berners-Lee ist Entwickler des WWW

2Vgl. hierzu beispielsweise Stern 50/2007, „Wikipedia - Wissen für alle"

3File-Transfer-Protocol. Standard zur Übertragung von Dateien im Internet. Heute zugunsten von verschlüsselten Verfahren (SCP, SFTP) nicht mehr so stark verbreitet.

4Hypter-Text-Markup-Language. Beschreibungssprache um Webseiten zu erstellen. Entwi­ckelt von Berners-Lee.

5Vgl. Pentzold 2007: S. 13-15

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Web 2.0 in Lehr- und Lernprozessen
Untertitel
Eine kurze Darstellung von Wiki, Web 2.0 und CMS
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Erziehungswissenschaft - Arbeitsstelle Medienpädagogik)
Veranstaltung
Seminar: Web 2.0 in Lehr- und Lernprozessen
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V155864
ISBN (eBook)
9783640698608
ISBN (Buch)
9783640698813
Dateigröße
932 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wiki, Medienpädagogik, Web 2.0, Wikipedia
Arbeit zitieren
Philip Rehorst (Autor), 2009, Web 2.0 in Lehr- und Lernprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155864

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